6 vor 9:
Carta, NZZ, Martenstein

Ole Reißmann, 7. November 2008 08:54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Der Journalismus wird herausgefordert, es wird viel gespart und NZZ-Verlagschef Albert P. Stäheli setzt ganz berechenbar den Rotstift an, während andere noch diskutieren – unsere tägliche Presseschau.

1. Medien-Gemetzel
(Neue Zürcher Zeitung)
“Die derzeitige Finanzkrise und die heraufziehende Rezession verschärfen die strukturellen Probleme der Presse. Weltweit häufen sich zurzeit Meldungen über dramatische Spar- und Rettungsaktionen.”

2. Thesen zum Journalismus: “Für eine neue Poesie der Neugier”
(Carta, Mercedes Bunz)
Von den Veränderungen und Verschiebungen des Journalismus schreibt Tagesspiegel Online-Chefredakteurin Mercedes Bunz auf der neuen Plattform Carta. Lesenswerte Thesen – und eine wichtige Frage: “All dies wird den Journalismus herausfordern – und es kann ihn spannender, interessanter, unterhaltsamer und informativer machen. Eventuell. Denn man steht vor einem Problem: Wer soll das bezahlen?”

3. Nicht nur Vorschusslorbeeren für Akademiker-Blog Carta
(Blogbar, Don Alphonso)
“Falscher Anspruch, falsche Autoren, falsche Themen, Null Spass. Bedaure. Mehr fällt mir dazu aktuell nicht ein”, schreibt Don Alphonso zum neuen Gemeinschaftsblog Carta, dass von einigen schon vorab zur deutschen Antwort auf die Huffington Post hochgejazzt wird.

4. Zeitung als Wertanlage
(The Bellingham Herald, Sam Taylor)
Geld verdienen mit Obama: Gleich 10.000 Exemplare des The Bellingham Herald mit der Nachricht des historischen Wahlsieges hat ein Amerikaner gekauft – in der Hoffnung, dass die Zeitungsexemplare in Zukunft Sammlerwert haben. Der 67-Jährige rief nach Erscheinen der Zeitung an und bekam für den Wiederverkaufspreis von 17 Cent pro Ausgabe seinen eigenen Auflage gedruckt.

5. Wer spart denn da? NZZ-Verlagschef im Porträt
(Klartext, Hanspeter Spörri)
“Albert P. Stäheli ist berechenbar”, schreibt Hanspeter Spörri im Medienmagazin Klartext über den Sparar bei der NZZ. “Eines mag er nicht: ausgiebige Diskussionen über Strategie und Wandel, Kultur und Werte. Während Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, noch diskutieren, wird er bereits veranlasst haben, was in seinen Augen nottut.”

6. Martenstein macht den Loriot (Video)
(Watch Berlin, Harald Martenstein)
Zeit-Blogger Harald Martenstein faselt sich durch den Wahlabend – und nimmt damit die lieben Kollegen auf die Schippe, die am Dienstagabend viel Sendezeit mit wenig spektakulären Neuigkeiten füllen mussten. Seine “Obama Nights” reichen fast an die Bundestagsrede von Komiker Loriot heran.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Jeeves

    schrieb am 8. November 2008 um 10:56 Uhr (#)

    Martenstein macht NICHT den Loriot.
    DAS Ziel ist dann wohl doch zu weit und hoch für Herrn M. Beim Ansehen der drei Martensteinschen Minuten: habe nicht einmal gelächelt. Denn M. machte genau das, was ich nach der Ankündigung erwartete. Ergo: Langweilig.


1 Trackback

  1. Wochenrückblick: NZZ, Heidenreich, Multikulti » medienlese.com
    (4. Januar 2009 18:28)

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