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medienlese - der Wochenrückblick

Von Ole Reißmann am 11. Mai 2008 um 23:24 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Presseschau

Zwei Medienkampagnen, das Ende des Interviews, ein Spielverderber, neue Pop-Recherche und der entfesselte Internet-Mob

Vor dem Ende des Interviews warnt Adrian Schimpf, Ex-Chefjustiziar der Financial Times Deutschland und Manager bei Gruner und Jahr, auf Spiegel Online. Anlass ist ein Urteil der Zivilkammer 24 des Hamburger Landgerichts, nachdem Medien für die Wahrheit von Interviewäußerungen Dritter haften. (Wir hatten dazu zwei Tage vorher auf eine Meldung von newsroom.de verlinkt.)

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Viel Feuilleton, wenig Feuilletonisten

Von Klaus Jarchow am 11. Mai 2008 um 10:36 Uhr Kommentare (3)
Kategorien: Allgemein

Eine Theaterkritik macht noch kein Feuilleton: Was sich heute hinter diesem Ressort versteckt, ist oft genug ein Ramschladen journalistischer Versicherungsschäden.

Eine Theaterkritik macht noch kein Feuilleton (Bild Keystone)

Es ist so ein Wort, bei dem ich mich ständig vertippe: Feuilleton. Alle großen Zeitungen sind voll davon, doch im Innern ist immer nur wenig Feuilleton zu finden: Diese impressionistisch hingehauchten ‘Blättchen’ vom Baum des Lebens sind fast völlig verschwunden. Woran liegt’s?

Hauptsächlich wohl an einem Missverständnis. Bloße Kritik ist noch lange kein Feuilleton. Stellt eine Zeitung also die Buchrezensionen, die Theaterkritik, die Vernissagen-Berichte und die Reportagen aus der Belgrader Dancefloor-Szene unter den Schriftbalken ‘Feuilleton’, dann hat sie wohl der Pop-Literatur und allen möglichen anderen Absolventen der Geisteswissenschaften eine mediale Heimat gegeben, sie hat aber noch lange kein Feuilleton geschaffen. Genrebewusstere Zeitungen schreiben daher auch ‘Kultur’, ‘Theater’, ‘Wissenschaft’, ‘Reisen’ oder ‘Modernes Leben’ über ihre entsprechenden Spalten. Mit anderen Worten: Aus vier Seiten DNA-Code wird im Leben kein echtes Feuilleton.

Theodor Lessing, einer der wenigen wirklichen Feuilletonisten, die wir in Deutschland kannten, schrieb selbstbewusst, weil er beides konnte:

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Reportage über “böses Tessin” gewinnt Egon-Erwin-Kisch-Preis

Von Gastautor am 10. Mai 2008 um 07:31 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Allgemein

Herausragende journalistische Leistungen wurden Freitagabend in Hamburg mit dem Henri-Nannen-Preis gekürt. Wir analysieren, warum die “krasseste” Reportage zu Recht gewonnen hat und welche Geschichten außerdem erwähnt werden sollten.

Von Oliver Graf, Reportagenblog

Sabine Rückert: Wie das Böse nach Tessin kam (Bild Keystone)

Der diesjährige 31. Egon-Erwin-Kisch-Preis geht an Sabine Rückert. Die Auszeichnung, die seit vier Jahren im Henri-Nannen-Preis aufgehoben ist, erhält sie für ihre Reportage über einen 17-jährigen Jugendlichen, Felix, wohnhaft in dem kleinen Dorf Tessin in Mecklenburg. Es ist die Geschichte eines Doppelmordes. Die Opfer sind zwei Nachbarn, Eltern eines Klassenkameraden. Beide sterben durch brutale Messerstiche. Felix D. ist ihr Mörder, verurteilt am 12. Juli 2007 vom Landgericht Schwerin, zusammen mit Torben B. seinem Kollegen und Gehilfen.

Nach Meinung der Jury ist die Reportage “Wie das Böse nach Tessin kam” (erschienen am 21.06.2007 in der Zeit)

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Henri-Nannen-Preis 2008:
Die Besten

Von Ole Reißmann am 10. Mai 2008 um 00:13 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Allgemein

Der Henri-Nannen-Preis wurde am Freitagabend im Hamburger Schauspielhaus verliehen. Der Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste Reportage geht an Sabine Rückert. Die Gewinner des Abends arbeiten für Zeit, Geo und den Spiegel.

Henri-Nannen-Preis 2008

Viel Ruhm für die Redaktionen aus Hamburg: Aus 830 Einsendungen hat die Jury die Henri-Nannen-Preisträger 2008 ausgewählt. Allein 328 Reportagen wurden zum Wettbewerb eingereicht. Sabine Rückerts beklemmende Reportage über den Doppelmord eines 17-jährigen Gymnasiasten, der im Januar vergangenen Jahres im mecklenburgischen Dorf Tessin ein Ehepaar niederstach (ausführliche Besprechung unseres Gastautors Oliver Graf). Mit dem Preis wollen der Verlag Gruner und Jahr und der Stern die Bedeutung von anspruchsvollem Print-Journalismus herausstellen. Hier die Liste mit Links auf Werke der Gewinner:

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Freie protestieren gegen Springer

Von Ole Reißmann am 9. Mai 2008 um 16:27 Uhr Kommentare (14)
Kategorien: Allgemein

Jetzt auch in der Schweiz: Freie Journalisten sollen dem Axel Springer Verlag schriftlich weitgehende Nutzungsrechte ihrer Werke einräumen – Berufsverbände protestieren.

Für den Axel Springer Verlag in der Schweiz tätige freie Journalisten (Handelszeitung, Bilanz, Beobachter) erhalten dieser Tage die Aufforderung, eine neue Regelung für die weitere Zusammenarbeit zu unterschreiben. Damit sollen die Freien viele ihrer bisherigen Rechte abtreten. So soll der Verlag nach den neuen Regelungen Texte und Fotos beliebig oft verwenden und an beliebige Publikationen weiterverkaufen können.

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Bloggen bis zur Abmahnung:
“Online ist wichtiger als das richtige Leben”

Von Wolf-Dieter Roth am 9. Mai 2008 um 12:03 Uhr Kommentare (7)
Kategorien: Online

Das sagen nicht Online-Süchtige, das sagen die Juristen. Weil das WWW weltweit einsehbar ist. Auch wenn sich außer dem gekränkten Nachbarn eigentlich gar keiner für das eigene Blog interessiert.

Wer morgen Nacht an den Münchner Hauptbahnhof mit leuchtgelber Sprühfarbe “Hans Müller ist doof und war in der FDJ” schreibt, der muss sich dabei schon sehr blöd anstellen, um erwischt zu werden. Und wäre vor allem wegen Sachbeschädigung dran. Er müsste die Reinigung der Bahnhofsmauer von seinem Graffiti zahlen. Das wäre es dann aber auch.

Wer denselben Spruch ins Gästebuch von Heino Schnittenfittich schreibt, dessen Homepage eigentlich nur alle zwei Wochen mal von seiner Oma besucht wird, wobei selbst diese sich dort langweilt, der löst eine ganz andere Entwicklung aus. Er ist zwar über seine IP-Nummer technisch viel leichter ausfindig zu machen als der Bahnhofssprayer, aber keiner wird ihm wirklich was wollen. Hans Müller wird stattdessen Heino Schnittenfittich verklagen. Ist ja schließlich sein Gästebuch und für dessen Inhalt ist zunächst mal er verantwortlich und nicht seine Gäste, weil er es offen im Web herumliegen lässt.

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6 vor 9

Von Ole Reißmann am 9. Mai 2008 um 08:54 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Presseschau

NZZ wittert Kampagne gegen Rechts
(NZZ, Heribert Seifert)
Peter Krause, CDU-Politiker und ehemalige Redakteur der Jungen Freiheit, wird nicht Minister in Thüringen: “Was dort geschah, wirft ein düsteres Licht auf die deutschen Diskursverhältnisse, zeigt es doch, dass Medien ohne professionelle Selbstkontrolle an Kampagnen mitmachen, wenn diese die Stossrichtung ‘gegen rechts’ haben.”

Vorspann vor Gericht
(umblaetterer.de, Marc Reichwein)
Redaktion schreibt spitzen Lead, Autor landet vor Gericht: “Ein Weltwoche-Journalist hatte sich wegen angeblich rassistischer Wortwahl vor Gericht zu verantworten. Das Kuriose: Dieser Journalist war für Teile seines Artikels angeklagt, die er nachweislich gar nicht geschrieben hatte.”

Link zu unserem Post über die World Press Photo Awards 2007

Interview mit Kriegsfotograf Hetherington
(davidbauer.ch, Olivia Kühni und David Bauer)
“Der Umgang mit Brutalität beschädigt etwas in einem. Sie werden nicht durch die Strassen gehen und denken, das Leben ist einfach wunderbar, alles ist grossartig und gut.” Mit dem Bild eines erschöpften US-Soldaten in Afghanistan gewann Tim Hetherington den World Press Photo Award 2007.

Mutlose Auswahl
(Indiskretionen Ehrensache, Thomas Knüwer)
Die Nominierungen für den Grimme Online Award stellt Thomas Knüwer vor. “Richtig dicke Überraschungen, Angebote, die mich staunen lassen, vermisse ich.”

Beleidigungen und ernste Fragen
(taz, Heide Oestreich)
Die Alphamädchen begehen “Muttermord” an Alice Schwarzer: “Sie definieren sich nun einen neuen Feminismus zurecht. So what?, möchte man sagen: Es ist schließlich noch genug Patriarchat für alle da.”

Spiegel Online entdeckt die Langsamkeit
Auf der neuen “Seite 2″ werden Reportagen, Analysen und Interviews aus den vergangenen 24 Stunden gezeigt. Aufmacher ist derzeit das Geständnis von Josef Fritzl, der lächelnd auf einem Riesenfoto (515×420 Pixel) gezeigt wird.

An die RSS-Leser: Auf unserer Webseite steht hier eine Umfrage zu den kleinen Bildern bei “6 vor 9″.


Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.


Wie interaktiv sind
Schweizer Medien?

Von Ole Reißmann am 8. Mai 2008 um 11:29 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Online

Welche Möglichkeiten die Webseiten europäischer Medien im Internet nutzen untersucht ein Team rund um das britische Online Jornalism Blog. Aufgelistet werden interaktive Funktionen und moderne Webtechnologien.

Der “European News Interactivity Index” vergleicht die technischen Funktionen europäischer Nachrichten-Portale. Für jede Funktion (Kommentare, E-Mail, Bookmarking, Video, RSS und so weiter) gibt es einen Punkt. Untersucht wurden bisher Angebote aus elf Ländern. In der Schweiz führt der Tages-Anzeiger das Feld mit 13 interaktiven Funktionen an, gefolgt von 20 Minuten (12), Blick (9) und NZZ (8).

Die Ergebnisse können über eine Flash-Applikation angezeigt und verglichen werden:

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6 vor 9

Von Ole Reißmann am 8. Mai 2008 um 08:54 Uhr Kommentare (5)
Kategorien: Presseschau

Amstetten (Bild Keystone/AP/Ronald Zak)

“Der Expertenbefragungswahn”
(medienspiegel.ch, Andrea Masüger)
“Ein Wunder, dass bisher noch kein Hautarzt zum Thema ‘18 Jahre ohne Sonnenlicht’ befragt wurde und dass sich noch kein Architekturprofessor zu bautechnischen Aspekten des Kellerverlieses zu äussern hatte. Aber das alles wird bestimmt auch noch kommen.”

Charlotte Roche (Bild Keystone)

Frauenbewegung verkommt zum Karrierecoaching
(SZ, Barbara Gärtner)
“Ach, es hätte eine feine Debatte werden können, aber bisher ist es leider nur fades Beleidigtsein. … Die Wir-Mädchen-um-die-Dreißig-Bücher schaffen vielleicht eine lipglossschnutige Betroffenen-Peer-Group, die Interessenpolitik betreibt. Sowas macht auch der Bauernverband. Das ist okay, aber die Emanzipation kommt so keinen Schritt voran.”

Face-Cover

Neues Magazin macht auf Tempo
(dwdl.de, Jochen Voß)
Das Face-Magazin berichtet über Schauspieler, Meinungsmacher, Musiker, Künstler und Trendsetter. “Für’s Erste lässt sich festhalten, dass man mit Face durchaus eine angenehme bis anregende Stunde verbringen kann. Das gelingt heute auch nicht mehr vielen.”

Die Agentur hat immer recht
(Stefan Niggemeier)
Hat sie natürlich nicht, auch über den Ticker laufen Falschmeldungen oder unglückliche Formulierungen. Etwa “Holocaustgegner” statt “Holocaustleugner”. Doof nur, wenn blind abgeschrieben wird. Mindestens tagesschau.de, Netzeitung, Rheinische Post, SWR, Focus, Berliner Morgenpost, Frankfurter Rundschau, Welt und N24 sind reingefallen.

Jeff Jarvis über Internet und Journalismus
(elektrischer-reporter.de, Mario Sixtus)
Gähn, noch so ein langweiliges Video? Nein, denn BuzzMachine-Gründer und Hansdampfinallengassen-Journalist Jeff Jarvis bringt die aktuellen Entwicklungen auf den Punkt. Wenn man nur ein Video zum Thema …

Bloß nicht verzetteln
(Seth Godin)
The Times needs 50 more bestseller lists, 20 more trusted stories about real political fact and insight, ten more cultural touchstone features… and a lot less filler, a lot less copycat stuff and nothing, nothing about Barbara Walters.”


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Wellness-Texte ohne Substanz:
Hilfe, die Fluffies kommen!

Von Klaus Jarchow am 7. Mai 2008 um 16:26 Uhr Kommentare (8)
Kategorien: Allgemein

Sie bereiten nur Schaumspeisen zu: Die Fluffies, anzutreffen vor allem in der PR-Branche. Sie schreiben Sabbersätze mit scheinbarer Plausibilität, wollen bloß keinem weh tun und haben stets ihre Karriere im Blick.

Coffee
Mit Schaum kennen sich die Fluffies aus (Bild journeyscoffee)

Bei mir im Lehrgang war er der Sympathiko - mit viel Schlag bei den Frauen. Buchstäblich jede und jeder mochte ihn: “Genau das ist mein Problem“, gestand er mir dann auf der Abschlussfeier als gegen Mitternacht der Alkoholpegel die Promillegrenze durchbrach: “Jeder schätzt mich. Ich bin rundum beliebt, und ich stoße nirgends auf Kritik oder Ablehnung. Weißt du eigentlich, wie schlimm das ist?” Dabei heulte er dann fast. “Was manche Leute für Probleme haben“, dachte ich und erinnerte mich an Goethe: “Ein Lump, wer keine Feinde hat!“. Dann spielte ich aus pädagogischer Verantwortung solange den großen Tröster, bis ich jemanden fand, an den ich den Patienten weiterreichen konnte.

Seither aber fällt mir dieser Typus auf, den ich für mich ‘Fluffy’ nenne, nach dem amerikanischen Wort für ‘Schaumspeise’. Besonders in den Public Relations sind die Fluffies allgegenwärtig - und sie werden auch immer zeittypischer.

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“Und immer an die Leser denken”

Von Ole Reißmann am 7. Mai 2008 um 10:15 Uhr Kommentare (6)
Kategorien: Zeitungen

Kleine Änderungen: Die Gratiszeitung .ch führt eine Rätsel- und eine Comicseite ein, renoviert die Wetterkarten und will mehr über “People” berichten.

.ch

An die Leser denken – dieses Credo aus dem denkwürdigen Werbespot für das Nachrichtenmagazin Focus haben die .ch-Macher beherzigt und nehmen nach dem Start im September vergangenen Jahres kleine Justierungen an dem Schweizer Gratisblatt vor. Endlich gibt es eine Rätselseite mit Sudoku und einen täglichen Comic. Außerdem ist die Europakarte von der Wetterseite verschwunden. Für die glückselige Zeit der Fußball-Europameisterschaft müssen die langweiligen Randthemen Politik und Wirtschaft von den ersten Seiten weichen, dafür dann acht Seiten Balla-Balla. Hätte .ch einen Leserbeirat, wie ihn die Bild-Zeitung zur Belustigung der Medienjournalisten eingeführt hat, er hätte es nicht besser empfehlen können.

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6 vor 9

Von Ole Reißmann am 7. Mai 2008 um 08:54 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Presseschau

Öffentlich-rechtliches Wunschkonzert
(faz.net, Daniel Bouhs und Peer Schader)
15 Vorschläge werden der Rundfunkkommission der Länder mit auf den Weg gegeben. Die trifft sich heute und berät über die Zukunft von ARD und ZDF.

Alice Schwarzer

“Alphamädchen” antworten Alice Schwarzer
(SZ, Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl)
Die “Wellness-Feministinnen” schreiben: “In unserer Generation gilt es als gesetzt, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Findet sich eine Frau plötzlich trotzdem in einer Rolle wieder, die sie sich so nie gewünscht hatte, dann ist sie eben selbst schuld, hat sich nicht genügend angestrengt. Wer meckert, gibt sich als Versagerin zu erkennen in einer Gesellschaft, in der doch angeblich alles möglich ist.”

Zu groß geratene Sonnenbrillen
(taz, Martin Reichert)
Die Neon ist ein erstaunliches Phänomen, findet Martin Reichert in der taz. Sie wird “in München gemacht von Vertretern einer Generation, deren geistiges und ästhetisches Zentrum eher in Berlin liegt. … Die Generation Umhängetasche … nimmt das Leben nicht ernst, sondern setzt es stets in Anführungsstriche. Man lebt im Dauerprovisorium und liest – bis es endlich losgeht – Neon.”

Pssst, die Werbung
(The Guardian, Mark Sweney)
“The days of having to dive for the remote control to turn down noisy TV commercials look to be numbered, with new rules set to be introduced banning excessively loud ads.”

Let’s have more fun
(Poynter Online, Amy Graham)
Gegen die miesmachenden Denkverbote im Journalismus: “… right now is a time of immense opportunity for journalism and journalists to take on a broader and even more vital role in society.”

Alice Schwarzer

“The Queen of the New Age” (Lesetipp)
(New York Times Magazine, Mark Oppenheimer)
Reich durch Lebensratgeber und Neugeist-Bewegung: Louise Hay ist eine der meistgelesen Autorinnen der Welt. Den Verlag dazu besitzt sie auch gleich. “The announcement of the National Book Award finalists means nothing at Hay House. The hundred-odd employees at Hay House headquarters in an office park in Carlsbad, Calif., are not the publishing girls and guys of New York. … But they are brilliant students of spiritual hunger, a symptom of modernity that, along with oil and war and sex, may be one of the best business models of all.”


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Vreel:
Videoportal verspricht viel

Von Felix Disselhoff am 6. Mai 2008 um 16:59 Uhr Kommentare (3)
Kategorien: Online, Television

Ende Februar war es vorbei mit dem Portal Stage6. Seitdem kamen und gingen etliche erfolglose Klone. Diese Woche soll mit Vreel wieder eine Alternative starten – und diesmal soll es länger was zu sehen geben.

VreelDivX-Codec, guter Webplayer, Auflösung bis 720p – mit diesen technischen Trämereien stellte Stage6 den Konkurrenten YouTube und seine pixelig-verwaschenen Brüder in den Schatten. Bei Freunden von IPTV war Stage6 deswegen äußerst beliebt. Angeblich aus Kostengründen, vermutlich aber eher aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen, stellte DivX das Projekt Ende Februar wieder ein. Seitdem bröckeln wieder nur blasse Pixelfilmchen durchs Netz. Mit dieser Durststrecke soll es nun wieder einmal zu Ende gehen:

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vfg-Nachwuchsförderpreis:
Lachen verboten

Von Ole Reißmann am 6. Mai 2008 um 13:36 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Allgemein

Zum 12. Mal wird vergibt der Schweizer Fotografenverband vfg seinen Nachwuchsförderpreis. Zehn Bilderserien sind in der Endrunde – wir zeigen aus jeder ein Bild.

12. vfg Nachwuchsförderpreis: Bild von Vlado Alonso

Oh je, Tristesse! Mahnende Leere, gähnende Landschaft und brutale Langeweile. In den kalten Szenen ist kaum ein Mensch zu sehen – wenn doch, dann nur mit leerem Gesichtsausdruck. 2008 gibt es nicht viel zu lachen, so scheint es. Die Farben sind bleich, frostig und dunkel. Wenn dann doch einmal etwas kräftigere Töne zu sehen sind, dann muss es gleich rohes Fleisch oder zermatschtes Obst sein, Eine große Abwesenheit von Wärme zieht sich durch die Bilder, ganz so, als wäre der 11. September gerade gestern gewesen. Aus 184 Einsendungen wurden ausgerechnet diese traurigen Fotos ausgewählt. Unsere Bildergalerie öffnet sich nach einem Klick auf die Übersicht:

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6 vor 9

Von Ole Reißmann am 6. Mai 2008 um 08:54 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Presseschau

München hui, Hamburg pfui
(Newsroom)
Das Landgericht Hamburg hat geurteilt, dass Redaktionen und Journalisten für falsche Behauptungen in O-Tönen haften – während das Oberlandesgericht München in einem anderen Urteil die Verbreiterhaftung eingeschränkt hatte.

EU will Bürgermedien stärken
(golem.de, Robert A. Gehring)
“Der Kulturausschuss des EU-Parlaments bereitet einen Bericht über Maßnahmen zur Unterstützung alternativer Medien in Europa vor, um ‘eine pluralistische Medienumwelt und kulturelle Vielfalt zu garantieren’. Vorgeschlagen werden unter anderem Fördermaßnahmen für ‘Community-Medien’.”

Nichts mehr übrig von Niels Ruf
(Jungle World, Julia Bernstein)
“… schlechte Gags und noch langweiligere Gäste. Bereits nach der ersten Minute war einem klar, dass über allem die Aura des Gescheiterten lag.”

Mr. BoingBoing im Interview
(Debug, Sascha Kösch)
Cory Doctorow ist “Tausendsassa, Medienaktivist und Autor in hornbebrillter Personalunion” und einer der Köpfe hinter BoinBoing.net, dem Präsentierteller des ausgemachten Wahnsinns und aller erdenklicher Internet-Kuriositäten.

Weg mit dem Mantel
(media-ocean.de, Steffen Büffel)
Fünf Thesen: Lokalzeitungen sollen auf den überregionalen Mantel verzichten, “magazinig” und crossmedial daherkommen, ein kleineres Papierformat wählen, weniger machen und dafür guten Journalismus bringen und sich ins Internet wagen.

“Kitsch, Kot und Kommerz”
(NZZ Folio, Veronika Schöne)
Kurioses aus der Kunstwelt: Die kitschigsten Landschaften, der dreisteste Fälscher, die perfideste Zerstörung, der letzte Skandal …


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