medienlese - der Wochenrückblick
Scheiss-Youtube-Filmchen, Nazivergleich bei Facts, Schuldenstand.
Der schweizer Verlag Ringier führte ein Forum am Morgen durch und der Kleinreport notierte sich einige Aussprüche.
Michael Ringier (mehr hier), Ringier-Verleger, sagte: “Ich will doch nicht den ganzen Tag Scheiss-Youtube-Filmchen sehen.” (Ich auch nicht, jedenfalls nicht den ganzen Tag).
Marcel Meier (mehr hier), Unternehmer, behauptete: “Mit dem richtigen Tool kann auch ich Journalist werden.” (Echt? Dieses Tool will ich auch…)
Zudem kritisierte er das immer erfolgreicher werdende Portal 20min.ch von Tamedia, weil dort im Videobereich nicht auf die im Verlag bereits vorhandene TV-Kompetenz von Tele Züri zugegriffen würde: “Die haben alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann, alles, alles.”
Ursula von Arx, beim Magazin wegen angeblich zu geringem Output entlassen, fand Unterschlupf beim Ringier-Verlag: Für das SonntagsBlick Magazin wird sie “grössere Geschichten im gesellschaftspolitischen Bereich schreiben”.
Wie tou.ch berichtet, trennte sich das Nachrichtenkommentierportal facts.ch vom Kolumnisten David Berger, weil er “einen Kommentar mit einem Nazivergleich” schrieb, “der nun wirklich zu weit ging.” Zum Ausschluss geführt haben sollen diese Zeilen.
Der Schweizer Presserat wies eine Beschwerde gegen die Weltwoche ab. In einem Interview sagte der Anthropologe Gregory Cochran, Juden hätten einen höheren Intelligenzquotienten, aber kein besonders ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen. Ausserdem litten sie an eigenen Erbkrankheiten.
Anne Will stellte Zahlen zum Schuldenstand von Berlin, sie zuletzt falsch beziffert hatte und damit Proteste ausgelöst hatte, in ihrer Sendung richtig und bedauerte dies, entschuldigte sich aber nicht explizit dafür.
Markus Beckedahl besuchte das medienforum.nrw und stellte fest: “Internet spielt hier auch keine grosse Rolle. Es kommt einem so vor, als ob die einzigen Notebook-Besitzer die handvoll Blogger sind.”
Einer schweizer Regionalzeitung, dem Winterthurer Stadtblatt ging das Geld aus, es wurde eingestellt. Auf stadtblatt.ch wird das so mitgeteilt: “Der Verwaltungsrat der Stadtblatt Verlags AG hat sich am 7. Juni 2008 entschieden, die Herausgabe des ‘Stadtblatt’ per sofort einzustellen.”
Der beliebteste medienlese-Beitrag der Woche war Klaus’ Meinung zum Abschiedsposting von Thilo Baum, gefolgt von Oles Text zur Berichterstattung der New York Times über Charlotte Roches “Feuchtgebiete”. Meistgeklickt bei “6 vor 9″ wurde “Urs Meier, der Schweizer im Abseits“.
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3 Kommentare zu diesem Artikel
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schneeengel
das tool zum journalist werden würde ich übrigens auch nehmen… wenn er es gefunden hat, soll er sich mal melden… ;)
arbiter
Nee, nee, so`n Tool kommt mir nich int Haus! Nachher wird daraus der übliche `Qualitätsjournalismus´. Reicht schon, täglich damit gequält zu werden, muß ich nicht auch noch unter die Folterer gehen. Oder haben die alle nur das falsche Tool erwischt?
Der Gabriel
das mit telezüri kommt schon, wenn man die ohren spitzt und dem gehörten trauen darf.
hat natürlich seine gründe, dass 20min das erst sporadisch darf.
«news», anyone?
und wer behauptet, der leader mache alles falsch… nun ja, da erübrigt sich eigentlich jeder weitere kommentar…