Vanity Fair:
Weichgespült und schön geschminkt
Aus dem “neuen Magazin für Deutschland” wird eine ganz gewöhnliche Zeitschrift: Aktuelle Personalien zeigen, wo der Schwerpunkt der Vanity Fair in Zukunft liegt.
Die neue Vanity Fair unter Chefredakteur Nikolaus Albrecht reiht sich endgültig zwischen Bunte, Gala und Co. ein: Weniger Relevanz, mehr Firlefanz. Unterhaltung für die breite Masse, weniger Anspruch, weniger verzweifelt auf der Suche nach den ominösen “Movers and Shakers”. Also wurde konsequent das “Agenda”-Ressort gestrichen, das A-Wort existiert nur noch als Bezeichnung einer Rubrik auf der Internetseite. Zu der gefühlten Weichspülung des Magazins passen eine Hand voll Personalien, die in dieser Woche von den bekannten Branchendiensten vermeldet wurden:
- Inga Grömminger leitet ab Mitte Juli das “Leute”-Ressort, zuvor war sie bei der B.Z. und Bild Berlin
- Danijela Pilic wechselt von Vanity Fair Online ins “Leute”-Ressort, zuvor war sie für Mode und Lifestyle bei der Bunten und bei InTouch
- Tobias Frericks wird Redakteur im Ressort “Mode”
- Simone Kraft wird Beauty-Redakteurin, zuvor war sie für das Thema bei Elle und Celebrity
- Marlene Sørensen kommt von Maxi und wird Textredakteurin
- Sybille Berg wird Kolumnistin
Leute, Mode, Lifestyle. Wobei die letzten beiden Personalien nicht zwingend etwas über den allgemeinen Kurs des Hefts verraten, Frau Berg kann schließlich auch ganz anders.
Die amerikanische Vanity Fair hingegen schafft immer wieder den Spagat zwischen Glanz und Anspruch. Zur Illustration hier nur schnell ein Cover mit Catherina Zeta-Jones aus dem Jahr 2000 und eine Geschichte über die Suche nach Mullah Omar aus dem Jahr 2003. Zwei von unzähligen Beispielen – die Leser der deutschen Ausgabe müssen sich hingegen ständig mit Karl Lagerfeld und Angela Merkel begnügen …
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2 Kommentare zu diesem Artikel
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- Zoooooom (4 nach 4) | Medienrauschen, das Medienweblog
(30. Mai 2008 16:13) - medienlese.com » Blog Archiv » Vanity Fair: Porno, Adorno, Lifestyle
(15. Juli 2008 17:26)
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Mark
Für mich war die deutsche Ausgabe der Vanity Fair von Anfang eine ziemliche Enttäuschung, wenn man sie mit der amerikanischen Ausgabe vergleicht. In Zukunft wird da Blatt wohl noch ununterscheidbarer werden.
Christiane
Die “gefühlte Weichspülung” reiht sich ein in die allgemeine Verflachung traditioneller Medien. Und treibt die Leser dahin, wo schon aus Gründen der Ergonomie “Infohäppchen” angesagt sind: ins Internet. Immerhin finden sich da dann noch brisante Infos, echte Kontroversen, Menschen, denen es um mehr geht, als nur möglichst unterhaltsam die Zeit tot zu schlagen.