6 vor 9
Konkurrenz im Internet
(taz.de, Kristina Pezzei)
Die von Verleger Lensing-Wolff geschassten Redakteure der “Münsterschen Zeitung” arbeiten an einer lokalen Online-Konkurrenz. Auf Kosten des früheren Chefs.
“Keine Liebesbriefe in Massen”
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Christine Henning moderiert seit Juni das satirische Videoblog “Ehrensenf“. Mit dem Tagesspiegel sprach sie über die ersten Monate beim Internetfernsehen.
Viel Meinung, wenig Echo
(berlinonline.de, Daniel Baumann)
Die Blogger-Szene streitet, ob 2008 das “Jahr des Exits” wird. Eine Zeitenwende steht bevor.
SchroBli- statt SoBli-Magazin
(werbewoche.ch, Hans Stutz)
Der SonntagsBlick hat einen «Leser-Rat» eingerichtet, denn die Zeitung möchte noch besser werden. Wir wären ja bereits zufrieden, wenn Ringiers Sonntagsblatt wieder mittelmässig würde.
Altes Interview von UBS-Chef Rohner veröffentlicht
(nachrichten.ch)
Ein von der «Handelszeitung» vorab publiziertes Interview mit UBS-Chef Marcel Rohner hat am Dienstag der Aktie der Grossbank zu einem Kurssprung verholfen. Was die Anleger erst am nächsten Tag erfuhren: Das Interview bezog sich nicht auf aktuelle Informationen.
French Press Falls For Major Facebook Prank
(techcrunch.com, Ouriel Ohayon)
“This is probably the biggest hoax in the history of Facebook.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.


Artikel per RSS
Jean-Claude
ZU: “Altes Interview veröffentlicht”
Das ist ein klassischer Fall von Hofberichterstattung, wie er in Wirtschaftsmedien häufig vorkommt. Sogar den Erscheinungstermin liess sich die Redaktion vorschreiben. Ein Interview “autorisieren” heisst: Jedes einzelne Wort des Interviewten kann von diesem nachträglich im Text geändert werden – wenn er auf eine schwache Redaktion stösst, die sich das gefallen lässt.
Autorisierung muss sein, aber ein Journalist muss um jede einzelne Formulierung im Interview wie ein Löwe kämpfen, dass die Antwort nur korigiert wird, wenn sie Fehler enthält.
Tut der Journalist dies nicht, wird jede gemachte Aussage nachträglich wieder geschönt und geglättet. Wenn Redaktionen sich das gefallen lassen, redigieren die Pressestellen der Unternehmen nachträglich Interviews oft derart um, dass diese nicht mehr dem Inhalt des ursprünglich Gesagten entsprechen. Nicht selten redigieren die Unternehmen auch gleich noch “unpassende” Fragen.
Ohnehin sind Interviews mit den Chefs grosser Publikumsgesellschaften problematisch, weil ihre Aussagen börsenrelevant sein können, das heisst: Es ist immer eine geschönte Wahrheit, die der Leser erfährt, es sei denn, der Interviewer schaffe es, unbequeme Fragen und Antworten, die den Börsenkurs negativ beeinflussen könnten, zu retten. In diesen Fällen ist das sehr, sehr selten.
Leser sollten das wissen, wenn sie wieder einmal ein absolut super exklusives Interview mit einem Nonplusultra-Topshot vorgesetzt bekommen.