medienlese - der Wochenrückblick

Ole Reißmann, 23. Dezember 2007 12:57 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Süddeutsche verkauft, Kiewel gefeuert, erste Pin-Töchter insolvent und Zeit-Archiv geöffnet

Verkauft: Die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH) übernimmt weitere Anteile am Süddeutschen Verlag und damit der Süddeutschen Zeitung. Ende Februar 2008 soll die SWMH 81,25 Prozent am Verlag und damit am “Marktführer unter den überregionalen Zeitungen” (Tagesspiegel) besitzen. Zur SWMH gehören diverse Regionalzeitungen. “Nur der ungleich bekanntere Axel-Springer-Verlag bedient Tag für Tag mehr Leser in Deutschland”, schreibt Georg Merck in der FAS. Dort gibt es auch eine vereinfachte Darstellung der Beteiligungsverhältnisse, mehr über die SWMH beim Manager Magazin.

Gefeuert: ZDF und MDR trennen sich von Moderatorin Andrea Kiewel, nachdem ein PR-Vertrag mit der Firma Weight Watchers bekannt wurde. Bereits seit 2001, so der Spiegel, sei Kiewel im Dienst der Gewichtsabnehmer unterwegs. Die Zusammenarbeit habe sie aber später ihrem Arbeitgeber verschwiegen, so auch einen Vertrag vom November 2006. Ihre Botschaft von Diät-Erfolgen brachte sie unter anderem in den Sendungen “Kerner” und “Riverboat” unter. Im Januar warb sie auch in der Sendung “Lafer! Lichter! Lecker!”, das ZDF sendete versehentlich am Donnerstag eine Wiederholung. Als wäre das nicht schon peinlich genug, muss Kiewel nun ertragen, wie die Bild-Zeitung über sie und ihr Privatleben herzieht (kein Link, deswegen).

Insolvent: Sieben Tochterunternehmen der Pin Group haben am Freitag Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 850 der 9000 Mitarbeiter. Der Axel-Springer-Verlag, Hauptgesellschafter des privaten Briefdienstes, will wegen des Post-Mindestlohns kein weiteres Geld in das Unternehmen investieren, 620 Millionen Euro ließ sich Springer das Post-Abenteuer schon kosten. Mehr Hintergründe bei Peter Turi.

Geöffnet: Nachdem der Spiegel die Öffnung seines Archivs im kommenden Frühjahr bekannt gab, zieht nun die Zeit nach. Im Zeit-Archiv auf der Webseite sind nicht mehr nur alle Ausgaben der Wochenzeitung seit 1995, wie schon bisher, sondern “ein Großteil des Archivs seit 1946” abrufbar. Auf einen Schlag wächst die Informationsflut im Internet um eine viertel Millionen Artikel an. Hier zum Beispiel die Inhaltsübersicht der Zeit Nr. 27 von 1988, in der Marion Gräfin Dönhoff über Michail Gorbatschow und sein Verhältnis zum Westen schreibt.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. henrique

    schrieb am 24. Dezember 2007 um 16:21 Uhr (#)

    gut recherchiert!
    es passiert tatsächlich eine menge in letzer Zeit.


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