Start von digestiv.tv
Ein Digestivum ist gemäss meinem grossen, bestimmt längst veralteten Wörterbuch ein verdauungsförderndes Mittel. Wer also nach dem Genuss von digestiv.tv dringend zur Toilette muss: Keine Sorge, das kann nur beabsichtigt sein. Denn über die Wirkung der verabreichten Mittel sind sich die Macher der Sendung, die PR-Profis Jäggi.Stöhlker.Weibel, sicher im Klaren: “Jeder von uns verfügt über langjährige Berufs- und Branchenerfahrung. Wir kennen die Macht der Kommunikation und wissen diese für unsere Mandanten sinnvoll einzusetzen.”
Bei persoenlich.com hiess es vor ein paar Monaten:
Vorbild für die Schweizer Wochensatire ist das deutsche Internet-Format “Ehrensenf” (www.ehrensenf.de). Als Sprecherin von digestiv.tv wird laut Huggenberger ein bekanntes Gesicht auftreten.
Ein bekanntes Gesicht? Vielleicht bin ich da nicht massgeblich, aber ich kenn die nicht. Ich versteh auch gar nicht, wie die heisst. Kann mich jemand aufklären bitte?
Vorbild ehrensenf.de? Nun ja, der offensichtlichste Unterschied vielleicht zuerst: Ehrensenf.de ist lustig. Die zum Vergleich angesehene neuste Folge davon brachte mich jedenfalls mehrfach zum Lachen, vielleicht auch, weil mir trotz meiner gelegentlichen Aufenthalte im Internet ziemlich alles neu war. Berlusconis Entschuldigung auf digestiv.tv hingegen, das war noch im Januar. Im Impressum steht, der erste Teil der Sendung, die “Wochenschau”, widme sich “frischen Nachrichten”.
Weitere Mängel: Kein RSS-Feed-Angebot (kommt einfach jede Stunde vorbei, irgendwann haben wir dann was Neues), die Lautstärke ist nicht einzustellen (nach dem Auge heute morgen nun auch noch die Ohren!), Kommentare werden versteckt (wir hassen unsere Leser, schreiben aber: “Deine Meinung ist uns wichtig!”), eine Durchmischung von Schweizerdeutsch und Deutsch (wir wollen beide Kundengruppen, können uns aber nicht entscheiden, welche wichtiger ist) und keine klare Ausrichtung bei der Themenwahl (Internet wie beim Vorbild kann es jedenfalls nicht sein).
Einige gute Ansätze sind da, wir sind gespannt, wie es weitergeht. Ohne Feed werden wir das aber vermutlich verpassen (wie es bereits bei der ersten Folge passiert ist).
Wie man es mit Digestivs dennoch lustig haben kann, beweist Heinz Erhardt. Er singt: “Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn.” Und noch mehr, hier als mp3-Datei (1:36 Minuten). Danke an andiroch.de.
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(17. Februar 2007 12:43) - digestiv.tv: definitiv keine Satire » internet.yoda.ch
(10. Dezember 2007 21:44)
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theFRAGGLE
Die Gute heisst “Sandji Lila” - steht im Impressum der Seite. Kennen tut die aber trotzdem keiner, oder? :-)
Ronnie Grob
Ich kenne sie nicht. Sie kann aber deutsch und wirkt ganz gut. Für mich liegt das Problem eher bei den Inhalten. Aber warten wir mal die zweite Folge ab. Die soll ja schon morgen folgen.
Peter Hogenkamp
Satire ist einfach ganz, ganz schwerig. Ich finde ja auch ehrensenf nicht wirklich witzig. Dieses Muster: Meldung-Witz, Meldung-Witz, Meldung-Witz finde ich einfach zu vorhersehbar.
Immerhin ist digestiv.tv technisch gut gemacht (allerdings sind die Einblendbilder nicht immer perfekt getimed, schien mir).
Fazit: Ich find’s nicht so schlimm wie Martin, aber ich frage mich schon auch, wie man mit sowas diese Sponsoren an Bord bekommt. Davor zumindest ziehe ich meinen Hut.
Felix
Ich haett’s nicht besser sagen koennen. Die zweite Folge hab ich grad gesehen, es schmerzt nicht mehr so schlimm, statt Magenkraempfen und Augenkrebs ists jetzt nur noch langweilig. Immerhin.
Ein positiver Trend.
Vielleicht schau ich naechstes Jahr nochmal vorbei…
Peter Sennhauser
Geniales Kommunikationskonzept! In der totalen Informationsflut wird physischen Schmerz veursachende Peinlichkeit zum letzten echten Ankerpunkt.
Ich seh bloss nicht ein, weshalb Sandji nicht einfach die letzten vier Einträge des Stöhlker-Blogs vorliest?
Tink.ch
Ein passender Kommentar unter dem Titel ?Bitte kein Digestif mehr? bei Tink.ch zum Thema Digestiv.tv:
http://www.tink.ch/schweiz/new/article/2007/02/26/bitte-kein-digestif-mehr/