Thema: Zukunft der Zeitung

 

Alle 29 Artikel zum Thema Zukunft der Zeitung auf medienlese.com:

Fundgrube Internet:
Journalisten entdecken das Netz

Klaus Jarchow, 28. Juli 2008 um 16.09 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Und sie bewegen sich doch aufeinander zu: Was uns der Fall Bankhofer über das Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten zeigt. Entsteht eine neue Arbeitsteilung?

Melisse: Nur echt ohne Klosterfrau (Bild iStockphoto.com)Eindeutig waren es zunächst einige Blogger, die – angelockt von der Bankhofer?schen Königs-Artischocke – einem strengen Melissenduft nachgingen und die konkreten Auswirkungen von Beraterverträgen mit Wort, Bild und YouTube illustrierten. Zu nennen sind hier vor allem drei Blogs – die Gesundheitsblogger der Stationären Aufnahme, Lanus Heul nicht - sag was! und das Gemeinschaftsblog für exitorientierte Unternehmensmeldungen namens BooCompany. Zu diesen Blogs, die untereinander zum Teil auch personell verflochten sind, kamen etliche andere Blogs hinzu, die wertvolle Kärrnerarbeit leisteten – ich nenne hier stellvertretend nur das Blog Plazeboalarm auf ScienceBlogs, wo man die Idee hatte, einfach mal in Apotheken zu gehen, um zu gucken, was man denn bekommt, wenn man nach der wirkungsmächtigen Klostermelisse des Herrn Bankhofer fragt.

So muss man sich die ‘Schwarmintelligenz’ der Blogosphäre in der Realität vorstellen:

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Weniger Zeitungsleser:
Jugend schützt die Umwelt

Ole Reißmann, 22. Juli 2008 um 13.46 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Den Zeitungen fehlen junge Leser – eigentlich keine Nachricht mehr. Aktuelle Zahlen rufen die Krise wieder ins Gedächtnis. Wer in jungen Jahren keine Zeitung liest, tut es später auch nicht.

Traurige Auflagenzahlen werden mitunter kreativ umgedeutet – bei den Zahlen der aktuellen AWA, die wir nicht länger prominent ignorieren, dürfte das schwer fallen. Umweltschutz ist so ziemlich das einzige, was uns noch einfällt. Zu den aktuellen Zahlen der AWA gibt es, Stefan Niggemeier weist darauf hin, eine Reihe von Analysen.

Renate Köcher, Geschäftsführerin am Institut für Demoskopie Allensbach, hat sich für ihre Anayse “Die junge Generation als Vorhut gesellschaftlicher Veränderungen” die Zahlen der vergangenen Jahre angesehen und aufbereitet. Darunter die Reichweitenentwicklung bei Tageszeitungen, bei der in Prozent dargestellt wird, wer am Tag vor dem Interview eine Tageszeitung gelesen hat:

IfD-Allensbach AWA ‘80 bis AWA 2008, Datenbasis Westdeutschland, Bevölkerung ab 14 Jahre

Ein wenig beunruhigender noch und etwas zahlenlastiger fällt die folgende Darstellung aus:

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Zeitungskrise in den USA:
Tausende Entlassungen

Ole Reißmann, 10. Juli 2008 um 14.03 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

“Eine Industrie im freien Fall”: Der amerikanische Zeitungsmarkt steckt in einer Krise. Nachrichten werden zunehmend im Internet gelesen – dort fehlt es den Verlagen noch an Einnahmen.

Der Stellenabbau bei amerikanischen Zeitungen geht auch nach der “blutigsten Woche des Jahres”, in der allein 1000 Stellen gestrichen wurden, weiter. Die Chicago Tribune kündigte an, 80 Redakteure einzusparen – insgesamt wird der Wegfall von weiteren 2000 Arbeitsplätzen in der Branche erwartet. In den Fernsehnachrichten auf NBC wird schon vom Ende der gedruckten Zeitung berichtet. Video nach dem Klick:

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Montgomery spart:
Netzeitung in Lebensgefahr

Ole Reißmann, 5. Juli 2008 um 23.34 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Bei der Netzeitung wird offenbar massiv gekürzt: Nach einem Medienbericht plant die Zeitungsholding von David Montgomery, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter zu entlassen.

David Montgomery (Montage, Bild Keystone)“Wendig, unabhängig, flexibel, kreativ - so ist die Netzeitung“, schreibt die Netzeitung in einem Artikel in eigener Sache. Begeisterte Redakteure loben euphorisch das eigene Medium. Tenor: Wenn es die Netzeitung nicht gebe, man müsste sie schleunigst erfinden. Auch Leser kommen zu Wort – und werden aufgefordert, Mails und Kommentare zu hinterlassen.

Es liest sich, als hätte die Redaktion in trauriger Gewissheit ihren eigenen Nachruf geschrieben und das virtuelle Kondolenzbuch aufgeschlagen.

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Zukunft der Zeitung:
Die blutigste Woche des Jahres

Ole Reißmann, 3. Juli 2008 um 12.43 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Rund 1000 Jobs haben amerikanische Zeitungen allein in der vergangenen Woche abgebaut, um zu überleben – gleichzeitig wachsen Reichweite und Leserzahlen.

Bild JL2003, Creative-Commons-LizenzEntlassungswelle in den USA: Von der “blutigsten Woche des Jahres” für die Zeitungslandschaft schreibt Pulitzer-Preisträger Timothy Egan in der New York Times. Aber während Rendite und Auflagen großer, traditionsreicher Zeitungen sinken, steigen gleichzeitig Reichweite und Leserschaft. Das Internet macht dieses Paradox möglich. Nielsen meldet 12 Prozent Zuwachs im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres, 40 Prozent der Internetsurfer in den USA besuchen die Webseiten von Zeitungen. Das Internet ist die Zukunft, die Werbeeinnahmen hängen eben nur noch hinterher: Allseits bekannt, schreibt auch Egan in seinem Kommentar. In Deutschland muss man hingegen folgende Nachricht zur Kenntnis nehmen:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 30. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Die Mär der unbekannten Amazonasindianer
(taz.de, Gerhard Dilger)
“Vor vier Wochen erregten Fotos von einem bislang von der Zivilisation ‘nicht kontaktierten’ Indianervolk in Amazonien weltweit Aufsehen. Nun hat ein Artikel im Observer [dieser?] eine Kontroverse ausgelöst, die vor allem eines zeigt: Immer mehr Medien verzichten auf eigene Recherche, andere manipulieren bewusst.”

Macht Bildblog ihre Bild stärker?
(brainblogger.de, Patrick Breitenbach)
“Es gibt ja vereinzelnd spöttische Zungen, die behaupten, dass ‘Bildblog lesen’ im Grunde nichts anderes ist, als die Bildzeitung mit einem reinem Gewissen zu konsumieren.”

Werbung in Zeiten des Web 2.0 - oder warum Verlage auch im Internet noch drucken
(blog.kooptech.de, Thomas Wanhoff)
Thomas Wanhoff erklärt, wie Tageszeitungs-Verlage auf das Internet reagier(t)en: “Zunächst ernannte man denjenigen Redaktionskollegen, der immer die Computerprobleme löste, zum Leiter der Onlineredaktion. Der traf sich dann einmal mit dem Kollegen von der Anzeigenabteilung, um gesagt zu bekommen, dass man derzeit Internet nicht verkaufen könne. Dabei blieb es dann meist. Schliesslich schloss man sich dann irgendeinem Vermarkter an, der den Bannerplatz füllte und verdiente ein paar Cent.”

Alles muss raus
(faz.net, Peer Schader)
“Kein Geld, kein Plan, kein Personal: Was wird bloß aus der ?Berliner Zeitung?? Vielleicht wechseln die Leser zur Konkurrenz, vielleicht wird die Zeitung aber auch verkauft. Bloß: Wer will ein Blatt haben, das nur noch eine Hülle ist, um Werbung zu transportieren?”

“ARD und ZDF machen das bessere Fernsehen”
(sueddeutsche.de, Caspar Busse)
Georg Kofler über Reaktion der Verlage auf die Ausweitung der Internetaktivitäten von ARD und ZDF: “Mit denselben Argumenten haben wir vom Privatfernsehen vor 15 Jahren gearbeitet. Wir haben frustrierend wenig erreicht. Aber die Verleger haben eine deutlich stärkere Lobby, als das Privatfernsehen sie je hatte. Denn die Politiker finden sich jeden Tag in den Zeitungen der Verleger wieder.”

Kollektiv der Rückgratlosen
(spiegel.de, Christian Krug, 23.06.2008)
“Modejournalismus ist eine absurde Medienart, die mit kritischer Unabhängigkeit so viel gemein hat wie Rudis Reste Rampe mit Prada. Der Zirkus wird dominiert von einer Handvoll Konzerne, die sich der Macht ihrer Werbemillionen durchaus bewusst sind.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Tyler Brûlé prophezeit:
Entweder primitiv oder supersmart

Ronnie Grob, 16. Juni 2008 um 13.31 Uhr, 17 Kommentare Kommentare

Tyler Brûlé (Monocle) vermutet in zwanzig Jahren nur noch zwei Arten von Publikationen: Primitiver Boulevardtrash mit gigantischer Auflage und elitä­re Presse mit klugen Analysen und Meinungen.

Tyler Brule (Bild Keystone/Walter Bieri)Tyler Brûlé kann auch nichts für seinen “parfümiert und künstlich” klingenden Namen: “Ja ja, und dann bin ich noch homosexuell. Ich hab mir den Namen nicht ausgesucht” sagt er auf die entsprechende Nachfrage von Magazin-Chefredaktor Finn Canonica.

Im zweiten Teil des Interviews macht er dann bemerkenswerte Aussagen über die Zukunft der Printmedien:

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6 vor 9

Ole Reißmann, 3. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Vermutlich frei erfunden
(Telepolis, Markus Kompa)
“Der Vorsitzende Richter der Pressekammer am Landgericht Hamburg, Andreas Buske, gibt niemals Interviews, sondern zieht es vor, durch seine Urteile zu sprechen. Nun steht ein Urteil über Interviews in der Kritik. Telepolis-Interview mit dem Mann, der keine Interviews gibt”

A New Model for News (PDF)
(Associated Press)
“Studying the Deep Structure of Young-Adult News Consumption. (…) The Associated Press embarked on some business research that began quite routinely but would end up reshaping our thinking about journalism in the digital age.”

“Pinkfarbene Apéro-News”
(NZZ, Rainer Stadler)
“Seit gestern ist «heute» Geschichte. Das vor einem Jahr auf den Markt geworfene Gratisblatt ist am Montagnachmittag erstmals unter dem neuen Namen «Blick am Abend» erschienen.”

Kampusch-Kritik: Lasst Kommentare sprechen
(Tagesspiegel, Markus Huber)
“Die Fernsehkritiker der großen österreichischen Blätter (…) hielten sich ja noch merklich zurück (…) aber in den Internetforen, wo die Schreiber keine Scheu vor menschlichen Dramen und Drastik haben, ging es heiß her. So stellte etwa ein Poster auf der Website des ‘Standard’ fest, dass Kampusch sich zwar bemüht habe, aber die Gesprächsführung und die Sendung insgesamt nie über das Niveau einer Schülerzeitung hinausgekommen ist. Das ist zwar böse, aber es stimmt.”

Diesmal auf Papier: Ronnie über Weblogs
(NZZ Folio, Ronnie Grob)
Unser Kollege in einem Text mit “Ich” über “die einfachste Art, im Internet zu Wort zu kommen”.

Das große Schielen
(JakBlog)
“Wenn eine Armada von Printleuten bei einem ‘Tag der Zeitschrift’ fast den ganzen ebendiesen Tag lang von Dingen irgendwas mit online redet, dann bekommt man eine Ahnung, was gerade los ist am Markt.”

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Google-Maps-Mashup:
Visualisierter Kahlschlag

Florian Steglich, 27. Mai 2008 um 18.36 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Wo leidet die (amerikanische) Medienbranche? Welche Redaktion künftig auf Mitarbeiter verzichten muss, zeigt eine interaktive Karte.

Web 2.0 = Medienkrise = Entlassungen, auf diese Idee könnte man kommen, glaubte man den Äußerungen besorgter Verlagsmenschen. Dabei kann man doch Web 2.0 und Entlassungen so viel schöner in einen Zusammenhang bringen:

Sogar nach Anzahl der Entlassenen kategorisiert: Erica Smith\'s Papercuts-Mashup.
Anklicken für größere Darstellung, Screenshot von graphicdesignr.net/paper-cuts

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6 vor 9

Ole Reißmann, 19. Mai 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Verleger dürfen in den Presserat
(werbewoche.ch)
“Nach langer Bedenkzeit hat der Journalisten-Berufsverband Impressum dem Beitritt der Arbeitgeber zum Presserat zugestimmt.” Jetzt hofft Impressum, dass die Verlegerschaft einen Gesamtarbeitsvertrag für die Deutschschweizer und Tessiner Pressejournalisten akzeptiert.

Wider die Gratiskultur
(Financial Times, Edwy Plenel)
“Wenn journalistische Inhalte verschenkt werden, dominieren überall dieselben Agenturformate, schnelle Wegwerftexte ohne Haltbarkeit und ohne Hintergrund”, schreibt der Gründer der französischen Online-Zeitung Mediapart und ehemalige Leiter der Le-Monde-Redaktion.

Blog auf Augenhöhe
(Tagesspiegel, Leonard Novy)
“Die ‘Huffington Post’ entwickelt sich zur zentralen Informationsquelle für Millionen Amerikaner, und auch die Politik kommt nicht mehr an ihr vorbei. Als Obama sich nach öffentlichem Druck von seinem Ex-Pastor distanzieren musste, tat er dies in der ‘Huffington Post’.”

Vanity Fair kippt Anspruch
(Medienrauschen, Thomas Gigold)
“Von einem Magazin mit Inhalt ist man zum Magazin zum Durchblättern geworden.” Übrig bleibt “eine Kopie von Gala und Bunte“.

Filmzensur 1968
(SF 1 Kulturplatz, Markus Imhoof)
“In meinem zweiten Studentenfilm ‘Rondo’ rekonstruierte ich mit Strafgefangenen den Alltag im Zuchthaus (…) Der Regierungsrat des Kanons Zürich verbot nach der Premiere öffentliche Vorführungen des Films mit der Begründung, ein Studentenfilm sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.”

Amok (Lesetipp)
(Das Magazin, David Grann)
“Ein Mann, ein Buch, ein Mord. Ist der Autor der Täter? Wie ein Kommissar einen Fall zu seiner Obsession macht.” Übersetzung aus dem New Yorker.

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