Alle 24 Artikel zum Thema Zukunft der Zeitung auf medienlese.com:
Radikaler Schritt: Eine amerikanische Zeitung setzt künftig auf das Internet und erscheint gedruckt nur noch als wöchentliches Magazin. Rettet das Experiment den Christian Science Monitor?
(Keystone)
Die Situation: Von Montag bis Freitag erscheint die überregionale Zeitung. Seit einem Jahrhundert steht die Marke Christian Science Monitor für liberale Berichterstattung mit besonderem Fokus auf internationale Politik – sieben Pulitzer-Preise krönen die Arbeit. Die Auflage, einstmals stolze 220.000 Exemplare, ist in den vergangenen 38 Jahren auf rund 50.000 gesunken. Mit Anzeigen macht der Christian Science Monitor weniger als eine Millionen Dollar, rund neun Millionen Dollar werden mit Abonnements erlöst. Die Website verzeichnet rund drei Millionen Seitenaufrufe im Monat , 1,3 Millionen Dollar jährlich mit Anzeigen.
Das Problem: 18,9 Million Dollar Verlust im vergangenen Jahr, wie paidContent.org berichtet. Anzeigenkrise, weniger Leser, stetig steigende Kosten: Derzeit müssen in den USA viele Redaktionen mit weniger Personal auskommen, praktisch alle Verlage kürzen Stellen ein. Der Christian Science Monitor steuert mit dem herkömmlichen Modell in den Ruin.
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Neue Website für die Kieler Nachrichten: Kommentar-Funktion und RSS-Feeds inklusive. Was die neue Seite alles kann – und was fehlt – in unserem Kurztest.
Über 1000 Zusteller versorgen in Schleswig-Holstein jeden Morgen mehr als 200.000 Leser mit den Kieler Nachrichten – ”Ihre Schwäche: Die Kieler Nachrichten erscheint nur einmal pro Tag”, schreibt Chefredakteur Jürgen Heinemann im Editorial zur neuen Internet-Seite. Mit der neuen Seite wird nun Tempo gemacht – mit allem, was man von einer vernünftigen Zeitungs-Website verlangen kann: Artikel lassen sich kommentieren, Rubriken als RSS-Feed abonnieren, Kontakt zur Redaktion ist zielgenau über 17 E-Mailadressen möglich – und sämtliche Redakteure arbeiten auch online.
Die aufgeräumte Startseite könnten zwar noch ein paar mehr Fotos vertragen, damit die Seite nicht allzu nordisch-unterkühlt daherkommt – auf den Unterseiten sieht das zum Glück schon anders aus. Der Clou: Die klassische rechte Spalte, in der üblicherweise Werbung blinkt und den Leser vom eigentlichen Artikel in der rechte Spalte hin zu anderen Angeboten ziehen will, wurde einfach weggelassen. Entwickelt wurde die neue Seite der Kieler Nachrichten von der Agentur Xalmiento. Geschäftsführer Matthias Kretschmer zu Konzept und Artikel-Layout: “Wenn Nutzer unten auf der Website Sportnachrichten lesen, dann scrollen sie nicht wieder ganz nach oben um herauszufinden, ob dort in der rechten Spalte noch mehr Sportmeldungen stehen. Auch die Werbung für den Sport-Shop irgendwo in der Mitte der Seite fällt ihnen nicht auf.”
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Die sieben überregionalen Zeitungen büßen 4,1 Prozent verkaufte Auflage ein – vor allem durch den Sinkflug der Bild-Zeitung. Süddeutsche und FAZ legen zu.
Die aktuellen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträger (IVW) sind draußen – nach ersten Analysen verlieren die überregionalen Zeitungen im Vergleich zum Vorjahr im dritten Quartal 4,1 Prozent verkaufte Auflage, schreibt zum Beispiel DWDL.de.
Demnach legt die Süddeutsche Zeitung um 1,9 Prozent zu, die Frankfurter Allgemeine Zeitung um 1,6 Prozent und das Handelsblatt um 0,9 Prozent. Die Bild-Zeitung verliert 6 Prozent, taz2,6 Prozent, FTD 2,2 Prozent und die Welt mit Welt Kompakt 1,1 Prozent. Mit 3,335 Millionen verkauften Exemplaren stellt die Bild-Zeitung damit einen neuen Minusrekord für die vergangenen zehn Jahre auf, schreibt Jens Schröder auf Meedia.de.
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Eine Zeitung im “Übergang”: Auf 16 Seiten berichtet Geo vom Innenleben der New York Times, von Fälschungen, Blog-Konkurrenz, Anzeigenkrise und Aktionären.
Eine fast schon epische Geschichte erzählen Norbert Neumann (Text) und Jonathan Torgovnik (Fotos) in der September-Ausgabe von Geo. Wie verändert sich die ehrwürdige NY Times in Zeiten des Internets? Denn während die Redakteure im “page one”-Konferenzraum noch über die gedruckte Zeitung des nächsten Tages beraten, erscheinen die Nachrichten der Stunde auf der Website: “Für die Reporter ist es eine erschöpfende Zeit. Sie können nicht Stillstehen im Laufrad der Nachrichten.”
Wie geht die 1851 gegründete Zeitung mit der aktuellen Zeitungskrise in den USA um? Wie verhält es sich mit der Rolle der vierten Gewalt in Zeiten, in denen nur noch jeder zehnte Amerikaner die Zeitung als wichtigstes Informationsmedium angibt? Auf 16 Seiten ist genug Platz, um von allen Seiten aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen eine Zeitung entsteht und vor welchen Herausforderungen sie steht. Das mag für Medien-Insider wenig überraschend sein – umfassend und gut geschrieben ist die Reportage über die “‘Modern’ Times” trotzdem.
Natürlich kommen auch Blogger vor:
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Die Zukunft der Zeitung könne man in New Jersey sehen, schrieb Jeff Jarvis – und meinte die neuen Videonachrichten. Jetzt droht der Star-Ledger Opfer der Zeitungskrise zu werden.
Es ist gerade drei Tage her, da wurde die Regionalzeitung noch gefeiert. “Ich habe die Zukunft gesehen und sie ist in Jersey”, schrieb Jeff Jarvis am 28. Juli über New Jerseys Star-Ledger. Grund des Jubels: Eine neue Nachrichtensendung für die Online-Ausgabe der Zeitung, in der ein Reporter an seinem Schreibtisch im Newsroom der Zeitung sitzt und kleine Beiträge anmoderiert. Kein geringerer als VJ-Papst Michael Rosenblum hat den Reportern das Videomachen beigebracht und mit ihnen das Nachrichtenformat entwickelt.
Die Zukunft der Zeitung in Jersey? Die Aussichten könnten nicht schlechter sein: Die Auflage des Star-Ledger ist unter 300.000 Exemplare gesunken, die Anzeigenerlöse stagnieren. Zum Jahresende erwartet die Besitzerfamilie der größten Zeitung im US-Bundesstaat New Jersey einen Verlust von 30 bis 40 Millionen Dollar, wie die New York Post nur drei Tage nach Jarvis Jubelmeldung berichtet.
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Und sie bewegen sich doch aufeinander zu: Was uns der Fall Bankhofer über das Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten zeigt. Entsteht eine neue Arbeitsteilung?
Eindeutig waren es zunächst einige Blogger, die – angelockt von der Bankhofer?schen Königs-Artischocke – einem strengen Melissenduft nachgingen und die konkreten Auswirkungen von Beraterverträgen mit Wort, Bild und YouTube illustrierten. Zu nennen sind hier vor allem drei Blogs – die Gesundheitsblogger der Stationären Aufnahme, Lanus Heul nicht - sag was! und das Gemeinschaftsblog für exitorientierte Unternehmensmeldungen namens BooCompany. Zu diesen Blogs, die untereinander zum Teil auch personell verflochten sind, kamen etliche andere Blogs hinzu, die wertvolle Kärrnerarbeit leisteten – ich nenne hier stellvertretend nur das Blog Plazeboalarm auf ScienceBlogs, wo man die Idee hatte, einfach mal in Apotheken zu gehen, um zu gucken, was man denn bekommt, wenn man nach der wirkungsmächtigen Klostermelisse des Herrn Bankhofer fragt.
So muss man sich die ‘Schwarmintelligenz’ der Blogosphäre in der Realität vorstellen:
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Den Zeitungen fehlen junge Leser – eigentlich keine Nachricht mehr. Aktuelle Zahlen rufen die Krise wieder ins Gedächtnis. Wer in jungen Jahren keine Zeitung liest, tut es später auch nicht.
Traurige Auflagenzahlen werden mitunter kreativ umgedeutet – bei den Zahlen der aktuellen AWA, die wir nicht länger prominent ignorieren, dürfte das schwer fallen. Umweltschutz ist so ziemlich das einzige, was uns noch einfällt. Zu den aktuellen Zahlen der AWA gibt es, Stefan Niggemeier weist darauf hin, eine Reihe von Analysen.
Renate Köcher, Geschäftsführerin am Institut für Demoskopie Allensbach, hat sich für ihre Anayse “Die junge Generation als Vorhut gesellschaftlicher Veränderungen” die Zahlen der vergangenen Jahre angesehen und aufbereitet. Darunter die Reichweitenentwicklung bei Tageszeitungen, bei der in Prozent dargestellt wird, wer am Tag vor dem Interview eine Tageszeitung gelesen hat:

IfD-Allensbach AWA ‘80 bis AWA 2008, Datenbasis Westdeutschland, Bevölkerung ab 14 Jahre
Ein wenig beunruhigender noch und etwas zahlenlastiger fällt die folgende Darstellung aus:
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“Eine Industrie im freien Fall”: Der amerikanische Zeitungsmarkt steckt in einer Krise. Nachrichten werden zunehmend im Internet gelesen – dort fehlt es den Verlagen noch an Einnahmen.
Der Stellenabbau bei amerikanischen Zeitungen geht auch nach der “blutigsten Woche des Jahres”, in der allein 1000 Stellen gestrichen wurden, weiter. Die Chicago Tribune kündigte an, 80 Redakteure einzusparen – insgesamt wird der Wegfall von weiteren 2000 Arbeitsplätzen in der Branche erwartet. In den Fernsehnachrichten auf NBC wird schon vom Ende der gedruckten Zeitung berichtet. Video nach dem Klick:
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Bei der Netzeitung wird offenbar massiv gekürzt: Nach einem Medienbericht plant die Zeitungsholding von David Montgomery, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter zu entlassen.
“Wendig, unabhängig, flexibel, kreativ - so ist die Netzeitung“, schreibt die Netzeitung in einem Artikel in eigener Sache. Begeisterte Redakteure loben euphorisch das eigene Medium. Tenor: Wenn es die Netzeitung nicht gebe, man müsste sie schleunigst erfinden. Auch Leser kommen zu Wort – und werden aufgefordert, Mails und Kommentare zu hinterlassen.
Es liest sich, als hätte die Redaktion in trauriger Gewissheit ihren eigenen Nachruf geschrieben und das virtuelle Kondolenzbuch aufgeschlagen.
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Rund 1000 Jobs haben amerikanische Zeitungen allein in der vergangenen Woche abgebaut, um zu überleben – gleichzeitig wachsen Reichweite und Leserzahlen.
Entlassungswelle in den USA: Von der “blutigsten Woche des Jahres” für die Zeitungslandschaft schreibt Pulitzer-Preisträger Timothy Egan in der New York Times. Aber während Rendite und Auflagen großer, traditionsreicher Zeitungen sinken, steigen gleichzeitig Reichweite und Leserschaft. Das Internet macht dieses Paradox möglich. Nielsen meldet 12 Prozent Zuwachs im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres, 40 Prozent der Internetsurfer in den USA besuchen die Webseiten von Zeitungen. Das Internet ist die Zukunft, die Werbeeinnahmen hängen eben nur noch hinterher: Allseits bekannt, schreibt auch Egan in seinem Kommentar. In Deutschland muss man hingegen folgende Nachricht zur Kenntnis nehmen:
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