Alle 4 Artikel zum Thema Zeitungskrise auf medienlese.com:
Die Krise in der Printbranche führt zwangsläufig zum Abbau von Kapazitäten. Weniger ist auch dabei mehr: Verringert werden muss die Breite des Angebots, nicht die Tiefe.
Zeitungskrise: Schlechte Nachrichten für die Printbranche (iStockphoto)
Nachdem die Zeitungskrise aus den USA nun auch bei uns ankommt (was tatsächlich noch gewisse Leute überrascht), geht es darum, wie abgebaut wird.
Deutschland ist stolz auf seine tatsächlich beeindruckende Medienvielfalt. Aber was bedeuten viele Titel, wenn alle das Gleiche schreiben? Nichts. Für Journalismus braucht es Zeit und damit Geld. Und weil immer weniger davon vorhanden ist, müssen sich die Verlage auf die Stärken der einzelnen Produkte besinnen. Was Verlage, Redakteure und Zeitungsleser jetzt machen müssen:
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“Dünner, besser, provokativer” soll die Basler Zeitung werden – schöne Worte für ein Sparprogramm, das die Zeitung dünner, schlechter, langweiliger zurücklassen wird.
Konferenz bei der BAZ (Keystone)
Wieder Sparmassnahmen bei der Basler Zeitung: Um 15 Prozent soll die Redaktion schrumpfen, berichtet Onlinereports. In den vergangenen fünf Jahren hat die gedruckte Basler Zeitung 20 Prozent ihrer Leser eingebüsst. Folglich hat sie weniger Geld zur Verfügung. Wenn Chefredaktor Matthias Geering spricht, dann klingt das so:
“Die Situation ist ungemütlich”
“Wir werden uns von Kollegen trennen müssen”
“Die ‘Basler Zeitung’ vom Herbst 2009 wird nicht mehr die ‘Basler Zeitung’ von heute sein.”
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Eine Zeitung im “Übergang”: Auf 16 Seiten berichtet Geo vom Innenleben der New York Times, von Fälschungen, Blog-Konkurrenz, Anzeigenkrise und Aktionären.
Eine fast schon epische Geschichte erzählen Norbert Neumann (Text) und Jonathan Torgovnik (Fotos) in der September-Ausgabe von Geo. Wie verändert sich die ehrwürdige NY Times in Zeiten des Internets? Denn während die Redakteure im “page one”-Konferenzraum noch über die gedruckte Zeitung des nächsten Tages beraten, erscheinen die Nachrichten der Stunde auf der Website: “Für die Reporter ist es eine erschöpfende Zeit. Sie können nicht Stillstehen im Laufrad der Nachrichten.”
Wie geht die 1851 gegründete Zeitung mit der aktuellen Zeitungskrise in den USA um? Wie verhält es sich mit der Rolle der vierten Gewalt in Zeiten, in denen nur noch jeder zehnte Amerikaner die Zeitung als wichtigstes Informationsmedium angibt? Auf 16 Seiten ist genug Platz, um von allen Seiten aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen eine Zeitung entsteht und vor welchen Herausforderungen sie steht. Das mag für Medien-Insider wenig überraschend sein – umfassend und gut geschrieben ist die Reportage über die “‘Modern’ Times” trotzdem.
Natürlich kommen auch Blogger vor:
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Die Zukunft der Zeitung könne man in New Jersey sehen, schrieb Jeff Jarvis – und meinte die neuen Videonachrichten. Jetzt droht der Star-Ledger Opfer der Zeitungskrise zu werden.
Es ist gerade drei Tage her, da wurde die Regionalzeitung noch gefeiert. “Ich habe die Zukunft gesehen und sie ist in Jersey”, schrieb Jeff Jarvis am 28. Juli über New Jerseys Star-Ledger. Grund des Jubels: Eine neue Nachrichtensendung für die Online-Ausgabe der Zeitung, in der ein Reporter an seinem Schreibtisch im Newsroom der Zeitung sitzt und kleine Beiträge anmoderiert. Kein geringerer als VJ-Papst Michael Rosenblum hat den Reportern das Videomachen beigebracht und mit ihnen das Nachrichtenformat entwickelt.
Die Zukunft der Zeitung in Jersey? Die Aussichten könnten nicht schlechter sein: Die Auflage des Star-Ledger ist unter 300.000 Exemplare gesunken, die Anzeigenerlöse stagnieren. Zum Jahresende erwartet die Besitzerfamilie der größten Zeitung im US-Bundesstaat New Jersey einen Verlust von 30 bis 40 Millionen Dollar, wie die New York Post nur drei Tage nach Jarvis Jubelmeldung berichtet.
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