Alle 388 Artikel zum Thema Zeitungen auf medienlese.com:
Schuld ist nur die doofe Jugend: Den Leitmedien laufen die Leser weg. Jetzt sollen die Nichtleser mit einer Kampagne zum richtigen Medium geführt werden. Nur wer zeigt den Printmedien den Weg zu potentiellen Lesern?

Bitte immer schön Zeitung lesen (Bild Keystone)
Miese Argumente treiben mich die Wände hoch. Vor allem dann, wenn sie aus jenem Bereich kommen, wo Tausende von intelligenten Menschen eine ‘Medienlandschaft’ formen. So fiel am 17. April der Startschuss für die ‘Nationale Initiative Printmedien’, von der hier die Rede sein soll. Den Hintergrund bilden die sattsam bekannten Veränderungen dieser Medienlandschaft: vor allem das unübersehbare Baumsterben dort und die Ausbreitung gelber Steppe, wo einst grüne Weiden lagen.
Der Schirmherr der Veranstaltung, der Kulturstaatsminister Bernd Neumann erläuterte uns Sinn und Zweck der Veranstaltung folgendermaßen:
» weiterlesen
Kurz vor den olympischen Spielen wird China zur Tabuzone für informierte Reisende. Denn ein Artikel steckt China-Urlauber in ein moralisches Dilemma, als Alternative zum Reiserücktritt bleibt nur: Missionieren.
“Die Axt im Haus erspart den Zimmermann” hiess es früher. Heute heisst es: “Die Zeitung im Haus erspart den Pfarrer”. Am Frühstückstisch erfuhr ich per Zufall aus dem Tagesspiegel am Sonntag, dass ich in einem moralischen Dilemma stecke; es geht um eine Reise nach China, die ich bereits gebucht habe. In der Zeitung stand:
Wer eine Chinareise gebucht hat, steckt in einem moralischen Dilemma.
So richtig dramatisch ist mein Dilemma aber nicht, wenn ich das richtig verstanden habe. Dr. Christian Thies, stellvertretender Direktor am Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover, sagt:
» weiterlesen
Was für ein Zitat: “If the news is that important, it will find me.” Aber Journalisten, Blogger und Netzberater hätten den zugehörigen Artikel in der New York Times ruhig lesen können. Stattdessen macht nur das Zitat die Runde und jeder liest, was er herauslesen möchte.

Web 2.0: Auch die
New York Times wandelt sich (Bild Keystone)
Niemand weiß, was aus einem Artikel wird, erblickt er erst einmal das Licht der Öffentlichkeit. So erging es auch jenem Artikel aus der New York Times vom 27. März, in dem sich jener Satz fand; der bei vielen Medienjournalisten für Furore sorgte: “If the news is that important, it will find me“, hieß es dort aus dem Mund eines pubertierenden Netzbewohners. Dieser Satz sollte das typische Rezeptionsverhalten der jungen Generation illustrieren, einer - so schien es - ‘Abhänger-Generation’, die im Grunde ihre Information zukünftig ans Bett serviert bekommen möchte. Überall folgten daraufhin die genreüblichen Abgesänge auf den alten Pull-Journalismus (oder aber die empörten Proteste dagegen). Blogpolitisch zum Beispiel so:
» weiterlesen
Seit rund einem Monat erscheint die stärkste Boulevardzeitung der Schweiz, der Blick, rundum erneuert. Wir schauen genauer hin – und nehmen für unseren Test gleich mehrere Ausgaben unter die Lupe.

In unserem ersten Teil geht’s um die Seiten, die früher mal den ersten Bund des Blick ausgemacht haben.
» weiterlesen
Österreichs Zeitungen und Zeitschriften haben im Jahr 2007 viele Leser verloren. Einige Medien mussten deutliche Verluste einstecken. Vor allem junge Österreicher holen sich ihre Informationen lieber im Internet. Und das tun sie so intensiv wie nie zuvor.
Wenn die Leserzahlen für die österreichischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht werden, findet jedes Medium eine Kategorie, in der es besser als alle anderen war oder zumindest gut abgeschnitten hat. Diesmal allerdings wird es wohl für alle schwer, sich als Gewinner darzustellen: Sieger gab es 2006 so gut wie gar nicht. Verlierer dagegen zuhauf. Das zeigen die Daten der Media-Analyse für das Vorjahr. In rund 15.000 persönlichen Interviews ermitteln Meinungsforschungsinstitute jährlich, wie viele Österreicher ein Blatt tatsächlich lesen.
Viele Zeitungen mussten signifikante Verluste einstecken. Die am meisten gelesene Zeitung Österreichs, die Kronen-Zeitung, führt mit fast 3 Millionen Lesern noch immer weit vor der Kleinen Zeitung, die über 800.000 Leser hat. Die Krone hat 85.000 Leser verloren, die Leserzahlen der Kleinen blieben stabil. Besonders schmerzhaft ist der Leserschwund für den Kurier und die Presse. Der Kurier verliert 44.000 Leser, die Presse 33.000. Damit liegt der Kurier bei knapp über 620.000 Lesern, die Presse hat nur mehr 267.000 Leser.
» weiterlesen
Mit der Umbenennung in «Blick am Abend» am 2. Juni kommen die neuen Leute: Ringier hat am Nachmittag die Besetzung der Chefredaktion bekannt gegeben. Der grösste Schweizer Verlag, der stolz darauf ist, von einem Journalisten geführt zu werden, scheint dabei nicht unbedingt Wert darauf zu legen, dass die Schlüsselpositionen von Leuten mit Erfahrung in der betreffenden Disziplin besetzt werden.
» weiterlesen
Über welche Länder steht etwas in der Zeitung? Worüber berichtet die New York Times, woher die Sun? Worüber die Blogosphäre? Aus diesen Daten haben Nicolas Kayser-Bril und Gilles Bruno eine Infografik erstellt.

Screenshot
Die Nähe macht’s, und je weiter weg ein Ereignis stattfindet, desto größer, verheerender muss es für die Berichterstattung sein. Warum es eine Nachricht in ein Medium schafft, versucht die Wissenschaft anhand der Nachrichtenfaktoren zu erklären. Denn diese journalistische Binsenweisheit lässt sich nicht nur “fühlen”, sondern auch empirisch überprüfen. Genau das hat Nicolas Kayser-Bril in seiner Dissertation getan, indem er online verfügbare Artikel verschiedener Zeitungen auf das Land der Berichterstattung untersucht hat.
Zusammen mit Gilles Bruno hat er aus den Daten außerdem eine interaktive Weltkarte erstellt. Das Ergebnis wird auf der Seite L?Observatoire des médias gezeigt. Herausgekommen ist eine kleine Flash-Anwendung, in der die Staaten der Erde entsprechend ihres Vorkommens in der Berichterstattung verschiedener Zeitungen größer oder kleiner dargestellt werden:
» weiterlesen
Ausser den Gratiszeitungen verlieren fast alle Printprodukte an Lesern, das zeigen die aktuellen Zahlen der Schweizer Presse. Besonders im Hintertreffen: Die Traditionsverlage Ringier und NZZ.

Screenshot 20min.ch
Kommen wir doch zuerst zu den Gewinnern, den Gratiszeitungen: Der Branchenleader 20 Minuten steigerte seine Leserzahlen um 2.3% und titelte heute auf seinem Onlineangebot: “20 Minuten: Doppelt so viele Leser wie Blick“. Das ist beinahe wahr, denn während 20 Minuten 1.244.000 Leser ausweisen konnte, schaffte es der ehemalige König des Boulevards, der Blick, nur noch auf 672.000 Leser. Doch es geht noch schlimmer:
» weiterlesen
Behaupten, Beglaubigen und Sinngeben: In unserer losen Serie über Deutschlands Alphajournalisten widmen wir uns heute FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher.
![Frank Schirrmacher (Bild [M] Keystone)](http://medienlese.com/wp-content/uploads/2008/03/frankschirrmacher200.png)
Frank Schirrmacher: Methusalem-Komplex? (Bild [M] Keystone)
Schon die Einleitung Frank Schirrmachers zur FAZ-Serie über Kognitionsforschung hat es faustdick hinter den Ohren. Mit Recht hat Malte Dahlgrün im Dummy-Blog, einem immer höchst lesenswerten Patenprojekt von Oliver Gehrs’ Zeitschrift, sofort Laut gegeben . Der Impuls war richtig, nur hat er dabei in meinen Augen noch nicht voll auf die Zwölf getroffen.
Natürlich lässt sich das ebenso nervtötende wie unvermeidliche Geraune und Bedeutungshubern des FAZ-Mannes kritisieren, im Kern aber geht es um etwas anderes: Um die Frage, ob Wissenschaftsjournalismus mit journalistischen Mitteln vom Fortschritt der Wissenschaft berichten soll, oder ob die Wissenschaft die steilen Thesen des journalistischen Feuilletons mit ihrer Autorität bunt drapieren soll. Für letzteres steht Frank Schirrmacher.
» weiterlesen
Es passiert nicht weniger, doch auf die gedruckte Zeitung muss heute verzichtet werden: Karfreitag. Feiertag, die Läden geschlossen, die Zeitung erst am Sonnabend wieder. Wie ist so ein Tag ohne Zeitung? Fehlt da nicht was?
Was wäre, wenn es plötzlich keine Tageszeitung geben würde? Ist Print so tot, wie Steffen Büffel es behauptet? Stehen der gedruckten Qualitätspresse goldene Zeiten bevor, angesichts der ständig fließenden Online-Meldungen? Oder reicht die Informationsflut der Nachrichtenportale aus, bleibt nur Platz für Zeitschriften und wöchentlich erscheinende Zeitungen? Wer liest eigentlich noch eine Tageszeitung?
Wir möchten von unseren medienlese.com-Lesern wissen: Fehlt heute nicht etwas? Und natürlich sind auch alle Zeitungsredakteure eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und eine Lanze für ihr Produkt zu brechen. Wenn sie mögen.
Kommentieren »