Thema: Zeitungen

 

Alle 386 Artikel zum Thema Zeitungen auf medienlese.com:

Wochenrückblick Nr. 43

Ronnie Grob, 26. Oktober 2008 um 17.36 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Sorge um verdeckte Recherchen, Angst vor heimlichen Ausspähungen und Millionen-Sparpläne beim Schweizer Ringier-Verlag – der Rückblick auf die 43. Kalenderwoche auf medienlese.com.


Das Bild der Woche: Telekom-Chef René Obermann. Für die Bespitzelung von Betriebsräten und Journalisten wurde die Deutsche Telekom mit dem Big-Brother-Award ausgezeichnet.

Kritisch betrachten die Medien ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts (unser Bericht auf medienlese.com). Jetzt wird befürchtet, dass das Urteil Journalisten an der verdeckten Recherche hindert. Die Frankfurter Allgemeine schrieb von entsetzten Medienexperten, der direkt am Fall beteiligte SF-Chefredaktor Ueli Haldimann von einem “medienfeindlichen Urteil“.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 9. September 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. “Google will alle Zeitungen der Welt online bringen”
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
“Alle Zeitungen. Der Welt. In Original-Optik. Volltext durchsuchbar. Online.” Soweit das Blog. Die Meldung für die Zeitung hier: “Google plant riesiges Online-Zeitungsarchiv

2. “Die wechselhafte Rolle der Medien im US-Wahlkampf”
(medienheft.ch, Gerti Schön)
“Das Wahl- wie auch das Medienvolk, hin- und hergerissen zwischen Barack Obamas Charisma und Sarah Palins mädchenhafter Dreistigkeit, muss sich nun der Substanz der Kandidaten und ihrer Programme zuwenden und aufhören, sich auf Jon Stewarts abendliche Satireshow ‘Daily News’ zu verlassen. Denn hier, bei dem Kabelsender ‘Comedy Central’, hat man die besten Chancen, die Widersprüchlichkeiten in den Aussagen der Politiker schonungslos serviert und die allgemeine Verzerrung der Realität durch eine Dosis Realsatire ersetzt zu bekommen.”

3. “Die neuesten Leserzahlen der Schweizer Presse”
(persoenlich.com)
“Bei der Auswertung der Reichweiten der Printmedien ‘Mach Basic 2008-2′ zeigt sich, dass die Gratiszeitungen weiter im Vormarsch sind. Die Sonntagszeitungen können das Niveau halten — nur der ‘SonntagsBlick’ hat erneut signifikant Leser verloren. Die grossen Tageszeitungen haben tendenziell an Reichweite eingebüsst. “

4. Dr. Kai Gniffke fragt: “Bin ich naiv?”
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
“Ich fürchte, ich bin naiv. Nicht nur weil ich mich zum Beispiel immer mal wieder dabei erwische, dass ich an das Gute im Menschen glaube. Ich bin wohl ein völlig naiver Journalist: Ich glaube doch tatsächlich, dass es unser Job ist, über Politik zu berichten, aber eben nicht zu unseren Aufgaben zählt, Politik zu machen.”

5. “Hat DER SPIEGEL erneut einen Sozialdemokraten abserviert?”
(pottblog.de, Jens Matheuszik)
Jens Matheuszik fragt sich, ob es einen Grund gab, dass das Cover des Spiegels nicht wie üblich schon am Samstagnachmittag online war. Über das Titelblatt schreibt er: “Dort konnte man noch - zusätzlich zum Hauptthema RAF - schnell den Steinmeier-Coup abbilden. (…) Da hat man meiner Meinung nach also von der Entscheidung schon vorher gewußt und dann auf die eigene Vorab-Veröffentlichung im Internet gewartet.”

6. “Liebeserklärung ans Internet”
(spreeblick.com, Sascha Lobo)
“Ich liebe das Internet, weil es die Welt verbessert. Viele Menschen vor uns haben dafür gekämpft, dass die Umstände besser werden. Einige haben es tatsächlich Stück für Stück geschafft. Aber keine Generation vor uns hatte eine derart mächtige Waffe der Weltverbesserung in der Hand wie das Netz.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Mainstreaming media:
Wozu Herausgeber?

Klaus Jarchow, 25. August 2008 um 19.20 Uhr, 26 Kommentare Kommentare

Chefredakteure und Herausgeber waren einst die Wächter über die Qualität des Printprodukts. Online übernehmen diesen Job aber die Leser - wozu also brauchts den “Editor” noch?

Wenn Jeff Jarvis mit dem Finger schnickt, dann sind die Medienseiten der Zeitungen meist voll mit dem angetippten Thema. Diesmal, bei der Frage, weshalb es zukünftig noch Herausgeber bzw. Chefredakteure für eine Zeitung geben müsse, blieb es merkwürdig ruhig im deutschen Blätterwald. Das muss dann wohl an den Herausgebern liegen …

Der Tenor von Jeff Jarvis’ Artikel lag auf der folgender Linie: Der Chefredakteur oder ‘Editor’ sorge üblicherweise dafür, dass der Themenmix stimme, dass keine lästigen Klagen zu erwarten seien, dass die vorgegebene redaktionelle Linie eingehalten würde, dass keine stilistischen Böcke geschossen werden - und er kontrolliere zudem, ob eine Geschichte auch ‘ausrecherchiert’ sei.

Die meisten dieser Funktionen - so Jarvis - würden aber online inzwischen die Mitglieder der Community erledigen, durch die dialogische Struktur der neuen Medien forme sich jeder seiner Artikel wie von selber ‘rund’, wenn man den Thread hinzurechne: “Die Berichterstattung wandelt sich vom Produkt zum Prozess”. Also könne man - angesichts der redaktionellen Sparzwänge - doch als erstes die Position des Herausgebers oder Chefredakteurs abschaffen - und seine Funktion durch einen ‘Community organizer’ ersetzen.

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Welt Kompakt vor Titanic:
Medien-Twitter-Charts

Ole Reißmann, 14. August 2008 um 9.10 Uhr, 20 Kommentare Kommentare

Mit kleinen Statusmeldungen immer auf dem Laufenden: Nicht nur Blogger in Zeitnot benutzen den Kurznachrichtendienst Twitter. Auch Zeitungen und Zeitschriften zwitschern mit – eine Übersicht.


Auch die New York Times ist dabei: Unter dem Namen nytimes werden kurze Textnachrichten verschickt, wann immer neue Artikel auf die Website kommen. An die 6000 Leser haben diese Kurznachrichten (Tweets) abonniert. Die sogenannten Followers sehen die Meldungen auf ihrer Twitter-Website oder bekommen sie automatisch auf ihr Handy geschickt. 275 Twitter-Accounts von amerikanischen Zeitungen hat ein Blog im Juni gezählt, durchschnittlich verfolgten 146 Leser die Updates. Und hier bei uns? 17 Zeitungen und Zeitschriften habe ich bei Twitter gefunden und nach Zahl der Abonnenten aufgelistet.
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Österreich:
Vorfreude auf den Wahlkampf

Markus Kirchsteiger, 5. August 2008 um 12.07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kein Sommerloch in Österreich: Im September finden Neuwahlen statt, die Medien haben etwas zu berichten – und erhaltend dringend benötigte Werbeanzeigen.

Er ist wieder da: Jörg Haider übernimmt den Vorsitz der Partei Bündnis Zukunft Österreich von Peter Westenthaler (Bild Keystone/Ronald Zak)

Bis zu 50 Millionen Euro haben die österreichischen Nationalratswahlen im Jahr 2006 gekostet. So viel haben die Parteien laut Schätzung für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Und mindestens Hälfte davon haben die Medien bekommen (rund 24 Mio.). Fast drei Viertel vom Werbekuchen, nämlich 14,7 Mio., haben sich dabei die Printmedien abgeschnitten. Knapp acht Mio. investierten die Parteien in Plakate. Radio, TV und Kino spielten mit einem Gesamtanteil von 1,4 Mio. dagegen nur eine geringe Rolle.

Das liegt vor allem daran, dass der ORF in seinen Radio- und Fernsehprogrammen keine Parteiwerbung schalten darf. Allein auf den Internetportalen des öffentlich-rechtlichen Senders und im Teletext sind Einschaltungen erlaubt. Neuwahlen sind daher vor allem ein lukratives Geschäft für Österreichs Zeitungen und Zeitschriften.

Die Printmedien haben diese finanziellen Zuschüsse und das höhere Interesse vor Wahlen auch dringend notwendig:

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Zeitungskrise in den USA:
Beim Star-Ledger geht’s um alles

Ole Reißmann, 31. Juli 2008 um 21.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Die Zukunft der Zeitung könne man in New Jersey sehen, schrieb Jeff Jarvis – und meinte die neuen Videonachrichten. Jetzt droht der Star-Ledger Opfer der Zeitungskrise zu werden.

The Star-LedgerEs ist gerade drei Tage her, da wurde die Regionalzeitung noch gefeiert. “Ich habe die Zukunft gesehen und sie ist in Jersey”, schrieb Jeff Jarvis am 28. Juli über New Jerseys Star-Ledger. Grund des Jubels: Eine neue Nachrichtensendung für die Online-Ausgabe der Zeitung, in der ein Reporter an seinem Schreibtisch im Newsroom der Zeitung sitzt und kleine Beiträge anmoderiert. Kein geringerer als VJ-Papst Michael Rosenblum hat den Reportern das Videomachen beigebracht und mit ihnen das Nachrichtenformat entwickelt.

Die Zukunft der Zeitung in Jersey? Die Aussichten könnten nicht schlechter sein: Die Auflage des Star-Ledger ist unter 300.000 Exemplare gesunken, die Anzeigenerlöse stagnieren. Zum Jahresende erwartet die Besitzerfamilie der größten Zeitung im US-Bundesstaat New Jersey einen Verlust von 30 bis 40 Millionen Dollar, wie die New York Post nur drei Tage nach Jarvis Jubelmeldung berichtet.

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Newsnetz:
Tages-Anzeiger gewährt Einblicke

Ronnie Grob, 31. Juli 2008 um 12.15 Uhr, 10 Kommentare Kommentare

Das Newsnetz, die gemeinsame Nachrichtenredaktion von Tamedia, Espace Media und Basler Zeitung startet erst in acht Tagen – einen ersten Einblick soll es schon heute geben.

Von Ronnie Grob und Ole Reißmann

Das lang erwartete Newsnetz steht vor dem Start. Während sich auf tagesanzeiger.ch eine Vorankündigung und auf baz.ch ein Blogeintrag findet, ist auf dem Onlineportal der ebenfalls beteiligten Berner Zeitung vom anstehenden Relaunch allerdings noch nichts zu lesen.

Dafür will der Tages-Anzeiger heute seine neue Seite testen. Der für 12 bis 13 Uhr angekündigte Probebetrieb begann zunächst holprig: Von der neuen Seite war bis 12.20 noch nichts zu sehen, dafür funktionieren die Links auf die einzelnen Artikel nicht mehr.

[12.28 Uhr] Espace.ch (das Online-Portal der Berner Zeitung) ist plötzlich down: “An error occurred on the server when processing the URL. Please contact the system administrator.”

[12:30 Uhr] Langsam geht es doch los, doch Links auf Artikel landen (bzw. verschwinden) auf tagesanzeiger.newsnetz.ch:

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Weniger Zeitungsleser:
Jugend schützt die Umwelt

Ole Reißmann, 22. Juli 2008 um 13.46 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Den Zeitungen fehlen junge Leser – eigentlich keine Nachricht mehr. Aktuelle Zahlen rufen die Krise wieder ins Gedächtnis. Wer in jungen Jahren keine Zeitung liest, tut es später auch nicht.

Traurige Auflagenzahlen werden mitunter kreativ umgedeutet – bei den Zahlen der aktuellen AWA, die wir nicht länger prominent ignorieren, dürfte das schwer fallen. Umweltschutz ist so ziemlich das einzige, was uns noch einfällt. Zu den aktuellen Zahlen der AWA gibt es, Stefan Niggemeier weist darauf hin, eine Reihe von Analysen.

Renate Köcher, Geschäftsführerin am Institut für Demoskopie Allensbach, hat sich für ihre Anayse “Die junge Generation als Vorhut gesellschaftlicher Veränderungen” die Zahlen der vergangenen Jahre angesehen und aufbereitet. Darunter die Reichweitenentwicklung bei Tageszeitungen, bei der in Prozent dargestellt wird, wer am Tag vor dem Interview eine Tageszeitung gelesen hat:

IfD-Allensbach AWA ‘80 bis AWA 2008, Datenbasis Westdeutschland, Bevölkerung ab 14 Jahre

Ein wenig beunruhigender noch und etwas zahlenlastiger fällt die folgende Darstellung aus:

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Alphajournalist Frank A. Meyer:
Folgt ihm das eigene Blatt noch?

Ronnie Grob, 21. Juli 2008 um 14.12 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Ein Kolumnist schreibt im SonntagsBlick an gegen Artikel im Blick. Ist das nun vorbildliche Pressefreiheit innerhalb eines Verlags oder ein Schuss in den Rücken?

Frank A. Meyer, Kolumne im SonntagsBlickAlphajournalist Frank A. Meyer hat alles, was einen Blogger ausmacht. Er ist meinungsstark, persönlich, mitunter angriffig und er kann seine Worte so ordnen, dass sie Sinn ergeben. Wäre da nicht eine grundsätzliche Abneigung gegen das Internet (”Im Internet finden Sie nur, was Sie suchen. Das aber verengt den Blickwinkel doch sehr.”) - er wäre das Traummodell eines Bloggers.

Blogger Meyer hat aber kein eigenes Blog. Er bloggt in der Zeitung. Als Vertrauter des Verlegers Michael Ringier darf er das, seit Jahren. Wie andere Blogger auch, greift er gerne auf, was in anderen Medien so geschrieben wird und verreisst es oder lobt es. Doch bei der Predigt diesen Sonntag fand sich, Überraschung, ein Sünder aus der eigenen (Verlags)familie, der Blick.

Über die Tagesausgabe des Blatts, für das er schreibt, meint Meyer:

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Auflagen sinken:
Zahlensalat nach Art des Hauses

Klaus Jarchow, 17. Juli 2008 um 13.12 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Die Zeitungsbranche gibt sich trotzig: Die Auflagen sinken? Das Segment schwächelt? Kein Problem, es werden sich schon Jubelzahlen finden lassen.

Wie man sich schlechte Nachrichten einfach schön rechnet (Bild psd, Creative-Commons-Lizenz)Eigentlich wollten wir die aktuellen Zahlen “prominent ignorieren” – geht aber schlecht. Denn erst kommt die Allensbacher Werbeträger-Analyse (AWA) daher und informiert uns, dass der Focus innerhalb eines Jahres von 4,87 auf 4,61 Millionen Leser durchgesackt sei – woraufhin laut tazder Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 15. Juli verkündet, dass ebenderselbe Focus um satte 5,7 Prozent zugelegt habe. Bei den anderen Medien sieht’s zwischen beiden Quellen ähnlich different respektive deviant aus. Kurzum: Ändere als gewiefter Rastelli und Zahlendesigner getrost den avisierten Zeitraum, bis das Ergebnis passt - und schon schmeckt Bitteres auf einmal süß.

Trotzdem: Wat denn nu? Wunschkonzert oder Statistik-GAU? Als Mediennutzer oder Medienplaner soll sich da noch jemand auskennen …

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