Thema: YouTube

 

Alle 24 Artikel zum Thema YouTube auf medienlese.com:

Moritz Leuenberger hat angeblich einen YouTube-Schaden

Ronnie Grob, 27. August 2007 um 13.12 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Die Mittelland Zeitung hat ein Filmchen mit dem Schweizer Medienminister auf YouTube gesehen und glaubt, das sei zu seinem Schaden. Da bin ich anderer Meinung.

Heute in der Mittelland Zeitung auf Seite 4 steht ein Artikel mit dem Titel “Der Kommunikationsminister und sein unbotmässiger Auftritt im Netz”. Eigentlich steht der in der Aargauer Zeitung (AZ), doch in der Kopfzeile steht MZ - es ist nicht ganz klar, welches Medium man nun zitieren kann. Der Werbeslogan der Mittelland Zeitung lautet: “Die Nr. 3 der Schweiz”. Das klingt ja schon mal nicht so grossartig. Schlechter aber noch, dass diese Nummer 3 der Schweiz keinen Internetauftritt hat. Das heisst, die Zeitung hat einen Internetauftritt, aber nur mit Informationen über das Produkt. Inhalte sind nur kostenpflichtig verfügbar. Das komplexe Gewebe der verschiedenen zur MZ gehörenden Produkte zu entflechten, würde einen eigenen Text erfordern, weshalb ich darauf verzichte.

Das Wichtigste vorweg - der durchaus erheiternde Auftritt von Moritz Leuenberger (youtube.com, 2:23 Minuten, teilweise Dialekt, Kategorie: Comedy):

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YouTube vor dem Aus?

Peter Sennhauser, 14. März 2007 um 6.45 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Viacom, Produzentin von populären TV-Shows wie “The daily show”, verklagt YouTube auf eine Milliarde - mit Aussichten auf Erfolg.

Es ist nicht ausgestanden: nach dem Kauf von YouTube durch Google herrschte in der Industrie die Meinung vor, der Suchgigant werde sich mit Hollywood rasch auf ein paar Abkommen über die Verteilung von copyrightgeschütztem Material einigen und die Gebühren dafür aus der Portokasse berappen. In etlichen Fällen ist das auch gelungen.

Viacom, Produktionsfirma einiger äusserst populärer (und auf Youtube hunderttausendfach als Clips veröffentlichten) Sendungen, hat zunächst nicht gemuckt und auf den eigenen Seiten eine Art Konkurrenz zu YouTube lanciert.

Aber jetzt hat Viacom YouTube und deren Mutterfirma Google auf eine Milliarde Dollar verklagt. Die Firma verlangt, dass YouTube inskünftig das gepostete Material auf Copyright überprüft und beruft sich auf den Digital Millenium Copyright Act DMCA - jenes Gesetz aus dem Jahr 1997, das schon Napster das Genick gebrochen hat.

Cnet kommt jetzt in einer Analyse zum Schluss, dass dies durchaus auch YouTube blühen könnte. Denn schon Napster hat sich auf den Absatz 512 berufen, der Webhostern eine Schonfrist einräumt und sie vond er Haftung ausnimmt, wenn sie aufgrund von Hinweisen urheberrechtlich geschütztes Material sofort löschen - und Napster hat dennoch verloren.

Der kleine Unterschied besteht darin, dass den verurteilten Dateitausch-Diensten bisher vorgeworfen wurde, sie legten es darauf an, urheberrechtlich geschütztes Material zugänglich zu machen. Die rettung für Youtube könnte darin bestehen, dass grosse Teile seines Angebots aus Amateur-Material der teilnehmer bestehen und “raubkopierte” TV-Clips zwar die populärste, aber nicht die umfangreichste Kategorie der Plattform ausmachen.

Neckisches Detail am Rande: Dieser Clip aus Southpark, veröffentlicht auf Comedycentral. Man beachte den Dialog ab 1:19… Zweites neckisches Detail: Suche nach “Southpark” auf YouTube

Kriegsgrund YouTube? Verantwortung und «User generated Content»

Peter Sennhauser, 8. März 2007 um 9.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Videoplattform verliert ihre Unschuld: Der Flaming-Krieg zwischen türkischen und griechischen Jugendlichen ist ein Fanal.

Nachdem schon ein brasilianisches Gericht den dortigen Internetprovidern die Sperrung des Videodienstes YouTube wegen eines Paparazzi-Videos eines Promi-Sternchens beim Sexspiel befohlen hatte, und Kasachstan die Borat-Webseite aus seiner Domäne verbannt hatte, zieht jetzt das türkische Obergericht nach: Weil irgendein griechischer Teenager ein Video des türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk gepostet hatte, in dem dieser sich als homosexuell bezeichnet, ist Youtube vorerst in der Türkei nicht mehr erreichbar.

Nach empörten Kampagnen der berüchtigten türkischen Boulevard-Zeitungen sollen angeblich Hundertausende von Türken YouTube mit Antwort-Mails und -Postings von nicht minder primitivem Inhalt geflutet haben. Am Mittwoch wurde die Seite dann aufgrund eines Urteils des ersten Strafgerichtshofs des Instanbuler Friedensgerichts durch die Internetprovider gesperrt.

Bleibt der Krieg der Teenager online?

Weniger als das Gerichtsurteil gibt in diesem Fall der Flaming-Krieg der ohnehin nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechenden Nationen oder ihrer Jugendlichen zu Denken.

Dass einige initiative Moslems die Karrikaturen einer dänischen Zeitung, die den Propheten Mohammed mit Bombenterror in Zusammenhang brachten, mit monatelangem Lobbying in der islamischen Welt zum Thema machen konnten und dann von der Macht des Volkszorns selber überrascht waren, ist angesichts der herrschenden Animositäten zwischen den Kulturen nicht verwunderlich.

Wenn jetzt aber jedes dümmliche Spott-Video eines verirrten Jugendlichen Brandstifters internationale Konflikte verschärfen kann, wird sich YouTube wohl bald schon eine Form der Zensur überlegen müssen. das wird spätestens dann geschehen, wenn aufgrund solcher Vorfälle erste Tote zu beklagen sind, weil die Flaming-Kriege in der Offline-Welt eine Fortsetzung gefunden haben.

Denn mit Grösse und Reichweite eines Mediums - und sei es auch eines «lesergenerierten» - kommt eine Verantwortung, der sich die Betreiber der Plattform nicht ganz so leicht entziehen können wie den Klagen Hollywoods durch Lizenzzahlungen aus der Google’schen Portokasse.

«Bei Bedarf» nachrecherchieren?

Damit wird einmal mehr auch deutlich, dass all die Propheten des “Bürgerjournalismus”, wie eben grade am Europäischen Verlegerforum einen Punkt nicht deutlich genug sehen: Medien sind - oder waren zumindest bisher - nicht nur die Gefässe für Inhalte, sie tragen die Verantwortung für ihren Stoff, und dazu brauchte es Redaktoren und -innen. Aus dem Bericht des «Medienfachverlag Oberauer GmbH» im Originaltextservice auf presseportal.ch:

Nicolaus Fest, bei “Bild” in Hamburg für das Projekt Leserreporter
verantwortlich, relativierte die Rolle der Amateurjournalisten, die
jetzt auch bei Deutschlands größter Tageszeitung mitarbeiten und
dafür Honorare zwischen 100 und 500 Euro erhalten. Allerdings: “Für
Nachrichtenjournalismus gibt es keine Alternative zum Leserreporter.
Ohne die Hilfe der Leser wird man in Zukunft nicht mehr auskommen”,
sagte Fest. Täglich erreichen die Redaktion 1.000 Bilder. Sechs
Fotojournalisten und weitere sechs Journalisten sind damit
beschäftigt, das Material zu sichten und bei Bedarf gegen zu
recherchieren
.

Bei Bedarf? Und wer entscheidet, wann Bedarf besteht und wann nicht? Und wer übernimmt die Verantwortung, auch juristisch, die bisher innerhalb von redaktionen klar nach dem Kaskadenprinzip vom Text- oder Bildautor nach oben bis zum Verlag reicht?

“Leserreporter sind kein Instrument um Geld zu sparen, sondern um
die Qualität der Zeitung zu erhöhen”, sagte Stefan Herbst,
Chefredakteur der “Saarbrücker Zeitung” beim Editors Forum in Wien.
In Saarbrücken beteiligen sich die Leser vor allem mit Informationen
über Brände und schwere Unfälle. “Die Hinweise auf Ereignisse kommen
früher als von der Polizei”, sagte Herbst.

Es mag kurzfristig kommerziell gesehen für die Verleger spannend sein, der Konkurrenz nach einem tödlichen Autounfall mit “Bürgervideos” der Leichen auf der Strasse zuvor zu kommen.

Längerfristig bleiben dabei mit Sicherheit die Sorgfalt und die Medienethik auf der Strecke. Und wenn der erste Leser für einen Beitrag verurteilt worden ist, werden die «Bürgerjournalisten» selber sich Gedanken darüber zu machen beginnen, was genau sie den Verlagen da für ein Trinkgeld verkaufen.

Wir sind die Maschine

Peter Sennhauser, 13. Februar 2007 um 22.55 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Web 2.0 im Video in 2 Minuten erklärt

Alle schreiben drüber, aber irgendwie scheinen die wenigsten begriffen zu haben, was Web 2.0 ist, oder zumindest, was das Web 2.0 ausmacht. eine hervorragende Zusammenfassung, die auch für (des Englischen mächtige) Laien verständlich ist, hat jetzt Michael Wesch, Asisstenzprofessor für Kultur-Anthropologie an der Kansas State University auf Youtube veröffentlicht. Das Werk hat binnen zweier Wochen die Youtube-Hitaparade gestürmt.

Wesch führt auch die “Gruppe für digitale Ethnograhie” an der KSU, die sich mit den Auswirkungen der Technologie auf zwischenmenschliche Aktionen befasst.

 
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