Thema: Wochenrückblick

 

Alle 105 Artikel zum Thema Wochenrückblick auf medienlese.com:

Wochenrückblick Nr. 41

Ronnie Grob, 12. Oktober 2008 um 16.09 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Pleiten und Pannen: Bild empfahl isländische Bank, Blick am Abend bekommt Zahlen durcheinander und .ch muss Hauszustellung beenden – der medienlese.com-Rückblick auf die 41. Kalenderwoche.


“In fünf, sechs Jahren haben wir Tamedia in die Knie gezwungen”, zitierte Artur Vogel, Chefredakteur des Bunds (Tamedia) und bisher bekannt unter dem Namen Artur K. Vogel, einen Ausspruch von Sacha Wigdorovits von Ende 2007. Das ging so nicht auf. Stattdessen musste Wigdorovits, bisher treibende Kraft hinter der Gratiszeitung .ch, das Projekt zusammen mit der Aufgabe des einzigartigen und enorm teuren Verteilkonzepts verlassen. Die Investoren glauben dennoch weiterhin an das Projekt. Trotz Verlust des Alleinstellungsmerkmals der Zeitung soll an “an einer ausserordentlichen Generalversammlung das Aktienkapital von 10 auf 18 Millionen Franken” erhöht werden.

Auf tagesanzeiger.ch, der Website von Tamedias Tages-Anzeiger, heißt es dazu: “Werber haben ‘.ch’ schon abgeschrieben”. Das könnte sein, muss aber doch unter dem Gesichtspunkt gelesen werden, dass Tamedia mit News und 20 Minuten der grösste Konkurrent von .ch war und ist.

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 40

Ronnie Grob, 5. Oktober 2008 um 15.31 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Hunde statt Aktien, Nahles statt Palin, Standart statt Standard und silsicheres Deutsch in unserem Rückblick auf die 40. Kalenderwoche des Jahres.

Sarah Nales und Andrea Palin. Oder so. (Bilder Keystone)
Sarah Nales und Andrea Palin. Oder so. (Bilder Keystone)

In unserer abgekupferten Serie “schlecht geklont” präsentieren wir nach Roger Köppel und Roland Nef diesmal: Andrea Nahles und Sarah Palin. Auch das ist nicht unsere Idee, wenn man diesem Flickr-Bild glauben schenken darf, stammt der grandiose Einfall die Verwechslung von der Online-Redaktion der FAZ.

Ein Mitarbeiter der vom Tamedia-Verlag diese Woche offiziell übernommenen Suchmaschine search.ch schrieb in einem Blogeintrag über die aus seiner Sicht nicht optimale Aufnahme in den Konzern: “Ich habe den Informationsanlass frustriert verlassen und bin auch nicht zum anschliessenden Apero geblieben.” Obwohl im Impressum des Blogs der Inhaber des Blogs, für alle einsehbar, zu lesen ist, schrieb der Kleinreport von einem “anonymen Blogger”. Etwas weiter oben im Text spricht der ältliche Branchendienst, der offenbar noch immer nicht das Geheimnis des Verlinkens entdeckt hat, es sei der “Name der Redaktion bekannt”. Was bleibt dem Kleinreport-Leser in Erinnerung? Anonyme Blogger mit mieser Stimmung. Nachprüfen kann er die Meldung nicht.

» weiterlesen

Harper’s Weekly Review:
Eine Woche in drei Absätzen

Ronnie Grob, 2. Oktober 2008 um 12.19 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Wie nur angesichts der Flut an Eilmeldungen und Nachrichten den Überblick behalten? Harper’s Weekly Review schafft das unmögliche: Jede Woche ein Rückblick – die Welt in drei Absätzen.


Das Harper’s Magazine besteht schon 158 Jahre - im Juni 1850 erschien die erste Ausgabe. Bekannt ist das Magazin unter anderem für seinen (auch schon von brandeins und NZZ Folio kopierten) Harper’s Index, der statistische Fakten zu erstaunlichen Einzeilern zusammenfasst. Hier ein Beispiel aus dem Mai 2005.

» die tragische Geschichte weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 39

Ronnie Grob, 28. September 2008 um 19.55 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Alte Zeitschriften zu Euros, Merkwürdige Leserbriefe in der Kronen-Zeitung und Wahlen in Bayern und Österreich – medienlese.com blickt zurück auf die 39. Kalenderwoche.


Wahlsonntag, nicht nur in Bayern: Währen die CSU im Freistaat nach ersten Prognosen unter 43 Prozent rutscht, rückt Österreich nach rechts. Rund 10 Prozent der Stimmten entfielen auf Jörg Haiders Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Zusammen mit der Freiheitlichen Partei (FPÖ) kommen die Rechten vorerst auf knapp 30 Prozent.

Am Kiosk wurde diese Woche die Park Avenue verkauft, im Paket mit einer Ausgabe von Monopol, für nur 4 Euro. Das hörte sich nach einem guten Angebot an, denn normalerweise kostet die Kunstzeitschrift Monopol ja 7.50 Euro. Also kaufte ich das Ding, wunderte mich dann aber beim Durchblättern, warum jetzt schon von Ausstellungen im März und April die Rede ist. Des Rätsels Lösung? Die Ausgabe war vom März, vom März 2008. Andere erhielten gar Altpapier, das ein volles Jahr alt ist. Natürlich ist das eine gute Lösung, um seine offenbar grossen unverkauften Bestände loszuwerden, aber ist es auch eine nachhaltige?

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 38

Ronnie Grob, 21. September 2008 um 18.45 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Christian Kracht findet Zeitungen “Mist”, nicht nur John McCain kennt den spanischen Premierminister nicht, und Sonntagszeitungsleser mögen Hintergründe mehr als Stil - der Wochenrückblick:

Das kategorischste Zitat kam in dieser Woche von Christian Kracht, der sich “einen moralischen und sozialistischen Schriftsteller” nannte und sagte: “Für den Journalismus – ich schrieb früher für den ‘Spiegel’, die FAZ, machte selbst ein Magazin – scheint die Zeit bereits abgelaufen zu sein, so fühlt sich das für mich zumindest im Moment an. Ich lese auch kaum noch Zeitungen: alles oberflächlicher Mist.”

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 37

Ronnie Grob, 14. September 2008 um 20.09 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Gratiszeitung kommt nach Deutschland, kein Schmerzensgeld für Günther Jauch, ein Offizier mit Loch im Strumpf und die Leserzahlen der Schweizer Printpresse in unserem Rückblick auf die 37. Kalenderwoche.

Das Bild der Woche: Mit einem YouTube-Video erklärt Kate McAlpine, was Physiker mit dem gerade in Betrieb genommenen Teilchenbeschleuniger CERN erforschen. Der “Large Hadron Rap” der 23-Jährigen wurde bereits rund drei Millionen Mal abgerufen, McAlpine zur Internet-Berühmtheit.

Kurt W. Zimmermann (ca. 57) wurde am Verleger-Kongress in Montreux zusammen mit Jürg Ramspeck (Alter unbekannt) gelobt. Nicht von irgendwem, sondern vom CEO des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner. Seine Worte werden vom Klein Report so kolportiert: “Solche Leute würden interessanteren Journalismus betreiben als Blogs und User generated Content, kritisierte er jene, die die Zukunft der Publizistik in den elektronisch verbreiteten Tagebüchern und Leserbriefen zu sehen glauben.”

Der gleiche Kurt W. Zimmermann analysierte in der Weltwoche die neuen Leserzahlen der schweizer Printpresse (nur für Abonennten zugänglich). Wir empfehlen dazu Blogeinträge, nämlich “Kurt W. Zimmermann rechnet. Wir rechnen auch” von Bettina Büsser und “Schönschreiber Kurt W. Zimmermann” von Thomas Benkö. Nochmal Döpfner: “Die Zukunft gehört den Journalisten, bei denen die Selbstkritik wichtiger ist als die Selbstzufriedenheit”.

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 36

Ronnie Grob, 7. September 2008 um 19.29 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Google feiert Geburtstag, Carl Just stand vor dem Arbeitsgericht, Springer war einkaufen und in Österreich kämpft “Onkel Hans” für Meinungspluralismus.

Das Bild der Woche: Diese beiden sympathisch aussehenden jungen Herren haben heute vor zehn Jahre die Suchmaschine Google gegründet. Mittlerweile sucht jeder zweite im Internet mit Google und das Medienunternehmen weiß praktisch alles über alles und jeden, dominiert das Werbegeschäft im Internet, bietet diverse praktische Programme und Dienste an – und hortet das Wissen der Welt sowie die Daten der Google-Nutzer in riesigen Computeranlagen rund um den Globus, die Unmengen Energie benötigen. Die schiere Konzentration von Datenmacht läßt sich nur noch wegen des inoffiziellen Firmenmottos ertragen: “Don’t be evil.”

Carl Just, ein ehemaliger Kriegsreporter stand mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Ringier diese Woche vor Arbeitsgericht - was viele Berichte von schweizer Medien nach sich zog. Die Rundschau des Schweizer Fernsehens zeigte einen Bericht (Video, 11:37 Minuten), der sich damit begnügte, ausschliesslich die Version des Reporters darzustellen. Was Marc Walder, Chef von Ringer Schweiz, zurecht eine “eine äusserst bescheidene journalistische Leistung” nannte. Der Journalist, der vom als äusserst sozial bekannten Verlag “Schadenersatz und Genugtuung in Höhe von 200′000 Franken wegen Verletzung der Fürsorgepflicht” verlangte, erlangte vor Gericht einen Vergleich. Obwohl dieser noch keine Rechtskraft hat, wusste tagesanzeiger.ch bereits, dass es sich um eine hohe Entschädigung handelt (ohne diese Behauptung im Text näher zu erläutern). Das Video dazu:

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 35

Ronnie Grob, 31. August 2008 um 18.00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Von Zürich nach Berlin, von Peking nach Denver und vom Fernsehen in den Geschichts-Workshop – unser Rückblick auf die 35. Kalenderwoche.

Olympia ist vorbei, die Feuerwerke gehen weiter (und diesmal in echt). Vor 84.000 Anhängern in Denver nahm Barack Obama seine Nominierung entgegen und ist somit der offizielle Präsidentschaftskandidat der Demokraten – das Medienereignis (und unser Bild) der Woche.

Die beiden jungen Frauen, die beim Spiel Deutschland gegen Österreich anlässlich der Fussball-Europameisterschaft des Deutschlandlieds erste (”Deutschland, Deutschland über alles | Über alles in der Welt, …) statt dritte Strophe (”Einigkeit und Recht und Freiheit | Für das deutsche Vaterland!”) aus dem Internet kopierten, mussten einen Geschichts-Workshop besuchen. Die falsche Strophe lief auf dem Staatssender SF2 als Teletextuntertitelung für Gehörlose.

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 34

Ronnie Grob, 24. August 2008 um 11.37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Alphajournalist angegriffen, Journalisten geprügelt, Gebührengelder verscheuert und Jugendliche unter Sauf-Zwang: Unser Rückblick auf die 34. Kalenderwoche.

Fast hätten wir hier die leicht geschmacklose Protestaktion vor der IOC-Zentrale in der Schweiz zum Bild der Woche gemacht – stattdessen entschieden wir uns doch lieber für drei fantastische Sportbilder von den Olympischen Spielen. Und den weißen Panzer, der vor dem Pressezentrum für Erinnerungsfotos posierte.

Michael Johnson, US-amerikanischer Leichtathlet, gemäss Wikipedia vierfacher Olympiasieger und neunfacher Weltmeister, musste sich von Johannes B. Kerner, Mitarbeiter des ZDF, fragen lassen, ob er eigentlich, so als Schnellster, nicht auch gedopt gewesen war. Johnson antwortete: “Das ist eine dumme Frage, auf die ich eigentlich nicht antworten möchte.” Später die Woche fand ein Fussball-Freundschaftsspiel statt, worauf Kerner kurz nach Deutschland und dann wieder nach China geflogen wurde. Was viele als eine Verschleuderung von Gebührengelder ansahen. Auf faz.net kommentierte ein Nutzer: “Kennt die ARD in ganz Deutschland keinen anderen Reporter, der ein Fußballspiel kommentieren kann? Sind wir so arm an Fachleuten?”. Wie stern.de zählte, wurden von den Öffentlich-Rechtlichen über 650 Mitarbeiter nach Peking eingeflogen. Im Vergleich: die BBC kam mit 450 Mitarbeitern aus.

» weiterlesen

Wochenrückblick Nr. 33

Ronnie Grob, 17. August 2008 um 19.47 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Newsnetzer stärken den Boulevard und finden Maddie in Brüssel, außerdem wieder großer Stellenabbau bei amerikanischen Zeitungen. Unser Rückblick auf die 33. Kalenderwoche.

Das Bild der Woche: Drei amerikanische Zeitungen, denen möglicherweise Entlassungen bevorstehen. Gannett, der größte Zeitungsverlag der USA, will 1000 Stellen bei kleineren Blättern streichen, rund 3 Prozent der Belegschaft. Bis zu 600 Mitarbeiter könnten entlassen werden, berichtet das US-Branchenblog Gawker. Seit Anfang Juli reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. In der “blutigsten Woche des Jahres” wurden rund tausend Stellen abgebaut, Verlage melden Millionenverluste, Zeitungen stehen zum Verkauf.

Newsnetz, “das bisher ambitionierste journalistische Projekt im Internet” setzte, wie angekündigt, erste neue Standards. Am 11. August 2008, 16:17 Uhr, wurde gemeldet, dass ein “kleines Mädchen” in Brüssel von einer Überwachungskamera gefilmt wurde (”Videobilder: Ist das wirklich Madeleine McCann?“). Eingebunden in die Meldung wurde ein YouTube-Video der englischen Boulevardzeitung Sun, das offenbar veröffentlicht wurde, weil ein Sicherheitsangestellter meinte, darauf die vermisste Madeleine McCann erkannt zu haben. Doch:

» weiterlesen

 
slug blogoscoop