Thema: Werbung

 

Alle 61 Artikel zum Thema Werbung auf medienlese.com:

Second Life:
Ein Besuch im Austria House

Ronnie Grob, 2. Oktober 2007 um 13.09 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Für einen kleinen Pauschalbetrag von 9.600 Euro und für 3.600 Euro jährlich leistet sich Österreich eine Absteige im Spiel Second Life. Mein Avatar ist etwas rumgelaufen dort und hat Fotos gemacht.

Was war das ned für ein Geschrei im Blätterwald Anfangs 2007, als in den Redaktionen Second Life gespielt wurde und sich die Avatare gegenseitig ausfragten, von welcher Zeitung sie denn seien. Irgendwann ebbte der Medienhype aber wieder ab, einige Late Adopter ausgenommen. Der Idee aber, dass dort jede Agentur, jede Zeitung, jede Firma und jeder Staat sein virtuelles Häuschen aufzustellen hat, konnten sich nicht alle verwehren. Nicht nein gesagt hat zum Beispiel Österreich (siehe “Österreichs Web 2.0-Spaß in Second Life“)

Mein Avatar war da und hat Fotos gemacht. In Räumen, so gross wie Kathedralen. Die so einsam und verlassen sind, als hätte eine grausame Krankheit alle Menschen dahingerafft.

Austria House 4 011

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Im Land der Krokodilstränen

Klaus Jarchow, 12. September 2007 um 12.05 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Da gibt es also jetzt diesen angeblichen ‘Skandal’ um redaktionell vorgefertigte PR-Gefälligkeitsbeiträge für Ursula von der Leyen. Kurz davor gab es den ähnlich gelagerten Fall um Michael Glos und die PR des Wirtschaftsministeriums. Worüber wundern wir uns eigentlich? Die Schurken sind doch gar nicht die Leute von der Färberzunft.

Dass die verantwortliche PR-Agentur ihre Clippings in die Kamera hält, das sei ihr gegönnt. Allein schon deshalb, weil sie auf die Doppelmoral in den Redaktionen hinweist. Bei der Plazierung vorgefertigter Textbausteine aus den Lob-und-Preis-Agenturen, die uns ihre Euphemismen über den Redaktionstisch anderer Leute servieren, handelt sich längst um “die gängige Praxis der PR-Arbeit …, wie sie täglich und überall stattfindet“. Das sage nicht ich, das sagt Uwe Mommert, PR-Blogger; Medienbeobachter und Vorstand der Landau Media AG.

Verwunderlich dagegen ist die Reaktion von Peter Widlok von der NRW-Landesmedienanstalt, der in solchen vorfabrizierten PR-Packages “unzulässige politische Werbung erblickt. Und auch diese Krokodilstränen des DJV scheinen mir auch eher pflichtschuldig als wahrhaft empört. Fakt ist und bleibt: Die PR-Agentur hat ihre Arbeit getan - und der Stellvertreterkrieg, wo Parteifreunde zu Heckenschützen mutieren, um der ungeliebten von der Leyen Giftpfeile in den Allerwertesten zu blasen, der bedient sich zur Skandalisierung eines Klischees, das in der Realität keine Entsprechung mehr hat.

Schauen wir doch mal, wie der Redaktionshase üblicherweise läuft: Seit den Untersuchungen der Publikationswissenschaftlerin Barbara Baerns über Praxis der Berichterstattung, wissen wir, dass die Presse massiv unter den Einfluss der Public Relations geraten ist. Baerns Arbeit mündete ein in die ‘Nullsummenthese’ der so genannten ‘Determinationsforschung’, die sich mit dem Verhältnis von autonomer und gelenkter Öffentlichkeit befasst:

?Je mehr Einfluss Öffentlichkeitsarbeit ausübt, umso weniger Einfluss kommt Journalismus zu und umgekehrt? (Baerns, Köln 1991, 17).

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Was kostet eigentlich der Bildblog-Werbespot?

Florian Steglich, 27. August 2007 um 15.10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die tatsächlichen Kosten wissen wir natürlich auch nicht. Wir können aber zumindest mal eine Annäherung versuchen. Besser gesagt also: Was würde der Bildblog-Werbespot eigentlich kosten, wenn die Bildblogger die offiziellen Tarife zahlen würden?

Die Basisinformationen wie “Werbeinsel-Schema” und Preisgruppen sind schließlich kein Geheimnis, sie stehen auf der Website von Viacom Brand Solutions (Viacom ist die Muttergesellschaft aller drei TV-Sender, auf denen der Bildblog-Spot derzeit läuft).

So ein Werbeinsel-Schema sieht ungefähr so aus:

screenshot_wischema_mtv.jpg

Man erkennt als Laie erstmal gar nichts, aber nach ein paar Minuten tauchen Uhrzeiten, Namen von Sendungen und merkwürdige Codes auf. Diese Codes enthalten als wesentliche Information die Preisgruppe für die Werbeschaltungen.
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“Pling!” Der Bildblog-Spot ist online

Florian Steglich, 23. August 2007 um 19.12 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Bildblog.de hat nun doch sehr schnell den Werbespot, der ab heute auf drei Fernsehsendern läuft, online gestellt - 18 Minuten nach der TV-Premiere. Schön geworden:


Link: sevenload.com

Abo-Angebot der Weltwoche im Wandel

Ronnie Grob, 17. August 2007 um 16.17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Stil. Klasse. Substanz. Mit diesen drei Wörtern wirbt die Weltwoche dafür, im Abonnement bezogen zu werden. Die drei Titelbilder, mit denen sie ihr Produkt anpreist, wurden leicht angepasst.

Manchmal beschleicht einen als Blogger das Gefühl, ein klein wenig Einfluss zu haben auf die Welt. Schrieb ich doch am 19.04.2007 Vermutungen auf, wie die drei Covers für ein Weltwoche-Promoabo wohl zu deuten seien. Gerhard Schröder und Roger Federer nahmen damals eine Gruppe Mädchen junger hübscher Frauen in ihre Mitte. Das sah so aus und ist hier nachzulesen (auf weltwoche.ch wird es weiterhin verwendet):

weltwochepatriarchat

In der gestern erschienenen Weltwoche sehe ich nun (in einem Abo-Angebot in der Heftmitte) wieder drei Covers. Im Unterschied zur bisherigen Aktion wurden die Titel neu geordnet und einer davon ausgetauscht. Der Schere zum Opfer gefallen sind nicht etwa die auf einem Haufen sitzenden Frauen, sondern der Altkanzler:

Weltwoche Promoangebot

Gerhard Schröder wurde ersetzt mit dem Cover von Ausgabe 18/07. Dass darauf eine Frau am Steuer sitzt, muss schon fast als kleine Revolution gewertet werden, fühlten sich doch in jüngster Zeit viele Leserinnen von Heimchen-zurück-an-den-Herd-Texten angegriffen (Beispiel / Replik). Das Farbig-grau-grau-Schema wurde zu einem Grau-grau-farbig-Schema umgemodelt.

Psychologisch könnte man das so deuten:

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Nach aufgedeckten PR-Texten:
Agentur ist schuld

Ronnie Grob, 13. August 2007 um 16.07 Uhr, 10 Kommentare Kommentare

Das deutsche Wirtschaftsministerium soll eine Agentur dafür bezahlt haben, positive PR im redaktionellen Teil von Zeitungen unterzubringen. Natürlich wird das abgestritten. Die Verantwortung übernimmt die Agentur.

Das Departement von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (”Ich habe Gott sei Dank Leute, die für mich das Internet bedienen“), BMWi, steht in der Kritik. Wegen dem Gebaren der Mediaagentur Flaskamp, die beauftragt wurde, etwas Imagekampagne zu machen. Flaskamp erklärt das so :

Kommunikation muss effektiv und effizient sein. Dem stimmt vor allem das Wirtschaftsministerium zu. Und deshalb vertraut uns das BMWi seit Anfang 2007.

Damit sie richtig schön effektiv und effizient ist, wurde offenbar beschlossen, nicht nur in den Anzeigenteil vorzustossen, sondern auch in den redaktionellen Teil. Doof nur, dass es Zeitungen gibt, die da nicht mitmachen. Der Kölner Stadtanzeiger beispielsweise. Der sich entschlossen hat, sich dem von Flaskamp offerierten Beispiel nicht anzuschliessen und stattdessen diesen Untergrabungsversuch auf die Pressefreiheit publik zu machen.

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NYT:
Meinungen bald für alle

Florian Steglich, 8. August 2007 um 17.28 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Logo TimesselectDie New York Times wird ihr Bezahl-Content-Modell Times Select beenden, hat die New York Post herausgefunden. Ein Modell, das auf den ersten Blick gar nicht so desaströs klingt.

Immerhin haben zuletzt knapp 220.000 Abonnenten monatlich 7,95 $ (oder jährlich 49,95 $) bezahlt, um die Artikel (vor allem Kolumnen und Kommentare, aber auch das Archiv zurück bis ins Jahr 1851) bei Times Select lesen zu können. Aber offenbar wiegen die Argumente der größeren Leserschaft, der Erreichbarkeit für Suchmaschinen und der größeren Zahl möglicher Werbeeinblendungen mittlerweile schwerer.

Kein Wunder, meint Scott Karp von Publishing2.com in einer sehr plausiblen Analyse: Im Internet seien so viele kostenlose Inhalte verfügbar, dass “Paid Content” in der Regel nicht mehr attraktiv sei. Und zwar nicht unbedingt erstklassige, professionelle Inhalte, sondern “lediglich” solche, die gut genug sind, um das Informations- oder Unterhaltungsbedürfnis der Nutzer zu befriedigen. Und das dürfte der Knackpunkt sein. Natürlich ist die Vielzahl der Blogs, Podcasts etcetera im Zweifelsfall nicht so “gut” wie der Output einer Vollredaktion, das wird in den nicht tot zu kriegenden Blogs-versus-Journalismus-Diskussionen oft genug betont. Aber das “Gut genug” genügt eben in sehr vielen Fällen. Möglicherweise ist also genau das noch fataler für die eingezäunten Mediengärten, denn die Konkurrenz ist dadurch übermächtig und das Qualitätsbewusstsein im Sinken.

Möglicherweise. Die Gegenthese ist, dass durch das große Angebot an “Gut-genug-Content” das Bedürfnis nach erstklassigem Inhalt steigt; die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit steigern ihre Auflagen, vielleicht ein Beleg. Dass sich mit zuletzt kress.de, jetzt der New York Times und demnächst auch Spiegel Online aber viele gegen die Barrieren entscheiden, spricht die andere Sprache.

» Zur Analyse von Publishing2.com

[via hackr.de]

Weltwoche ohne Werbung?

Ronnie Grob, 6. August 2007 um 11.34 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Die aktuelle Weltwoche hat kaum Werbung drin. An was liegt das?

Menno, dachte ich, ist die Weltwoche diese Woche aber dünn, als ich sie Freitag aus dem Briefkasten holte. Apropos Briefkasten: Unter Berliner Briefkästen steht jeweils eine rechteckige Box, in die man all den die Printprodukte begleitenden Verbraucherinformationen gleich entsorgen kann, wenn man sich nicht dafür interessiert. Eine grossartige Lösung - es entsteht so kein von Papier übersätes Treppenhaus und niemand muss, wie in der Schweiz, Berge von unbestellten Alpha-Kadermärkten und Regionalwochenzeitungen bündeln und im Keller horten.

Aber wieso ist denn die neben der WOZ einzig verbliebene sich politischen und gesellschaftlichen Themen widmende Schweizer Wochenpublikation so dünn? Weil sie fast ohne bezahlte Verbraucherinformationen auskommt. Wir listen auf, was in der Ausgabe 31/2007 an Werbung drin ist:

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Blick Online und die Erotik

Ronnie Grob, 3. August 2007 um 15.03 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Blick.ch macht täglich ein Foto aus seinem als redaktionellen Inhalt getarnten, aber von einem Fremdanbieter erstellten Erotikportal und pappt es auf die Hauptseite.

Wir schrieben bereits im Januar über die Online-Girls von blick.ch. Geändert hat sich seitdem nicht viel - die auf der Seitenleiste rechts täglich wechselnden Bilder von Frauen sind ästhetisch, naja, diskussionswürdig.

Um einen Eindruck davon zu kriegen, haben wir von einigen der Bilder in den letzten zwei Monaten Screenshots gemacht. Die Auswahl ist zufällig:

11.06.2007 Online Girl 2007 06 11

12.06.2007 Online Girl 2007 06 12

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Alpenliebe, die Zweite

Ronnie Grob, 26. Juli 2007 um 13.06 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Online-Portal der Süddeutschen Zeitung liebt die (Schweizer) Alpen. Und schreibt darüber in ihrem Ressort “Reise”. Ausführlich, unkritisch und immer wieder.

Bild: Flickr-User Bernd BrägelmannDie Schweiz ist ja ein kleines Land und wird oft im Ausland nicht wahrgenommen. Auch dann nicht oder kaum, wenn ein Flugzeug mitten in einer Stadt auf ein Haus stürzt (und die Leiche des Piloten auf einen Kinderspielplatz).

Die Schweiz als Ferienland wird aber schon wahrgenommen. Die schönen Berge, die lustige Sprache, die sauberen Strassen. Besonders von der Süddeutschen Zeitung, bzw. deren Online-Portal sueddeutsche.de. Während unsere Auswertung im November 2006 ergab, dass innert sechs Monaten 28 Texte zur Schweiz erschienen sind, hat die Frequenz seit damals etwas abgenommen. Inhaltlich sind sich die Texte gleich geblieben: Lobhudelnde Texte über paradiesische Zustände, die genauso gut in Werbeprospekten stehen könnten.

Erschienen sind auf sueddeutsche.de seit dem 27.11.2007 folgende Texte zu touristischen Orten in der Schweiz (alle im Reise-Dossier):

22.06.2007: Graubünden (Alexander Rochau)

10.05.2007: Flims (Stefan Herbke)

09.05.2007: Säntis (Stefan Herbke)

07.05.2007: Grindelwald (Stefan Herbke)

22.02.2007: Wallis (Ingo Hübner)

05.02.2007: Flumserberg (Stefan Herbke)

02.01.2007: Zermatt (Barbara Kerbel)

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