Thema: WAZ

 

Alle 8 Artikel zum Thema WAZ auf medienlese.com:

Berliner Verlag:
Zur Zukunft der Netzeitung

Ole Reißmann, 26. Dezember 2008 um 19.31 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Der Berliner Verlag steht offenbar zum Verkauf, Interessenten gibt es auch schon - und was wird aus der Netzeitung? Drei mögliche Szenarien.

Montgomery (M, Keystone)

Montgomery (M, Keystone)
Geldsorgen bei David Montgomerys Mecom-Gruppe: Um finanzielle Engpässe zu überstehen, soll offenbar der Berliner Verlag verkauft werden. Zwei Interessenten haben sich nach einem Bericht des Branchendienstes Kress auch schon gefunden. Doch bei den Spekulationen rund um Berliner Zeitung, Kurier und Morgenpost sowie Josef Depenbrock kommt eine Marke bisher entschieden zu kurz: Die von Einsparungen stark angeschlagene Netzeitung. Deshalb denken wir ein wenig in die Zukunft und präsentieren drei - rein hypothetische - Szenarien:

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6 vor 9:
WAZ, Redakteurspflege, TV 3.0

Ronnie Grob, 8. Dezember 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. “Überwiegend Enttäuschung: Kündigungen nicht vom Tisch”
(medienmoral-nrw.de)
Das “Blog zur Situation bei WAZ, NRZ, WR und WP” berichtet von einer Betriebsversammlung. Interessant dabei die Kommentare, in denen sich offenbar viele Mitarbeiter, ein Grossteil davon anonym, zur Lage äussern: “Die Betriebsversammlung war ENTTÄUSCHEND, bei jeder noch so lächerlich anberaumten Pressekonferenz sind mehr Neuigkeiten zu erfahren.” - “Nun also zeigen die Rendite-Jäger im WAZ-Konzern offen die häßliche Fratze des Kapitalismus.” - “Ich habe bislang geglaubt, als alleinerziehende Mutter mit zwei unterhaltspflichtigen Kindern und 23 Berufsjahren im WAZ-Konzern genug Sozialpunkte gesammelt zu haben, um mir keine Gedanken über einen Rauswurf machen zu müssen…”

2. “Zahlen zur geplanten WAZ-Axt”
(pottblog.de, Jens Matheuszik)
Auch Jens Matheuszik berichtet über die Veranstaltung: “Dem Pottblog liegen einige Informationen vor, wie sie in der Betriebsversammlung anscheinend mitgeteilt worden sind.”

3. “SPD will Zeitungs-Abo von der Steuer absetzen”
(lumma.de, Nico Lumma)
“Ah ja. Das ist ja eine sehr zukunftsweisende Sicht der Dinge. 500 Millionen Euro pro Jahr soll der Spaß kosten, damit die Verlage für ihre Versäumnisse der letzten mindestens 10 Jahre nicht zu sehr vom Markt bestraft werden? Ich glaube ja nachwievor nicht daran, dass das Trägermedium über die Qualität des Journalismus entscheidet, also sehe ich nicht, warum Tageszeitungsabos jetzt von der Steuer abgesetzt werden sollten.”

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Indien:
Zeitungen mit Zukunft

Ole Reißmann, 3. Dezember 2008 um 15.40 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Immer mehr Zeitungen und Zeitschriften kämpfen um immer weniger Leser und Anzeigen, das ist längst keine Nachricht mehr. Doch in Indien ist das Gegenteil der Fall – Print-Produkte boomen.

Die Auflage sinkt! Es gibt weniger Anzeigen! Es ist ein Graus! Vielen Zeitungen in Deutschland (und natürlich auch der Schweiz) geht es nicht mehr so phantastisch wie vor einigen Jahren noch. Dieses Internet verdirbt die Jugend, die sich News kostenlos aus dem Netz ziehen. Statt einer großangelegten Qualitätsoffensive ist in den Print-Häusern derzeit auch noch Sparen angesagt, die Wirtschaftskrise macht das Geschäft mit den Anzeigen nicht eben einfach. Bei der WAZ sollen etliche Millionen gespart werden, in dieser Woche wurde weitgehend auf Material der Nachrichtenagentur dpa verzichtet. Zum Ende des Jahres läuft der Vertrag aus, vielleicht geht es ja auch ohne.

Ganz anders sieht es in Indien aus – dort hat die Zeitung noch Zukunft. » weiterlesen

Medienkrise:
Vorauseilender Spar-Gehorsam

Ole Reißmann, 29. November 2008 um 14.38 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Grausamer November: Immer neue Schreckensmeldungen für die von Anzeigenkrise und Wirtschaftsflaute gebeutelte Journalisten – überall wird eingespart und abgebaut.

Die FHM verlässt München: Es spricht ja auch einiges für Berlin (savv, CC-Lizenz)

Es ist ohnehin keine einfache Zeit für Verlagshäuser: Leser schauen immer öfter online vorbei und zahlen nichts mehr für Nachrichten, Print-Produkte büßen Auflage ein – gleichzeitig lassen sich die großen Redaktionen aus dem Online-Geschäft nicht finanzieren. Auftritt Wirtschaftskrise: Die Folgen der weltweiten Finanz-Turbulenzen treffen die Verlage, es gibt weniger Anzeigen und weniger Geld, für das nächste Jahr wird keine Besserung erwartet, im Gegenteil. Wie ein Katalysator wirkt in dieser Übergangszeit die Finanzkrise.

Deutliche Worte zur Situation der Medienhäuser in Deutschland findet Götz Hamann in der Zeit: “Die alte Welt ist aus den Fugen. Süddeutsche Zeitung und Financial Times Deutschland , Zeitschriften wie stern und Capital – überall wird gespart, gekürzt, gekündigt.” Unsere Übersicht für den November:

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Anzeigenkrise:
Holzhausen wird zur Geisterstadt

Klaus Jarchow, 6. November 2008 um 13.02 Uhr, 22 Kommentare Kommentare

Gruner und Jahr, WAZ-Gruppe, NZZ, Burda: Die Branche spart sich krisenfest, auf der Strecke bleiben Mitarbeiter – und schließlich auch die Leser …

Kahlschlag (®DS, CC-Lizenz)

Im Jahr 2008 blieben die Anzeigenerlöse bei allen Zeitungen weit hinter den Erwartungen zurück - und das nicht nur wegen der kommenden Rezession, die erst 2009 voll durchschlagen dürfte. Bei Gruner und Jahr gilt längst ein rigoroser Einstellungstopp, demnächst müssen wohl ganze Titel daran glauben: “Es ist daher notwendig, dass wir in den nächsten Wochen in all unseren Ländern unser Portfolio um jene Titel bereinigen, die keine Aussicht haben, die Krise zu überstehen”, schreibt Verlagschef Bernd Kundrun. Um sprachlich zwischen den getrennten Welten der Ökonomen und der Geistigen übersetzend auszuhelfen - der Reporter, der ‘bereinigt’ dann auf der Straße stehen wird, der nannte Kundruns ‘Portfolio’ bisher schlicht ’seine Redaktion’.

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Sparpläne:
WAZ-Gruppe denkt an dpa-Verzicht

Ole Reißmann, 29. Oktober 2008 um 18.40 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wir machen es uns selbst: Die WAZ-Gruppe plant, künftig ohne den Basisdienst der Nachrichtenagentur dpa auszukommen, berichtet Welt Online.

WAZ-Zentrale in Essen (Keystone)

Tageszeitungen im Umbruch: Der Christian Science Monitor stellt die tägliche Zeitung ein, setzt auf das Internet und erscheint nur noch einmal wöchentlich als Magazin. Bei der Basler Zeitung wird künftig verstärkt auf Qualität gesetzt gespart. Jetzt wurde bekannt, dass die WAZ-Gruppe erwägt, der Nachrichtenagentur dpa zu kündigen.

Harte Einschnitte im Kerngeschäft: Insgesamt 30 Millionen Euro sollen bei Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westfälische Rundschau Neue Ruhr-/Neue Rhein-Zeitung und Westfalenpost gespart werden. Bis zu 300 der 900 Mitarbeiter könnten vom Stellenabbau betroffen sein, schreibt turi2. Von 48 Seiten schrumpft der tägliche Umfang der Titel auf 32 Seiten – die womöglich künftig ohne den Basisdienst der Deutschen Presse-Agentur gefüllt werden.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 19. September 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

1. “Blame it on the Internet”
(coffeeandtv.de, Lukas)
“Dass die ‘Süddeutsche Zeitung’ ein eher gespaltenes Verhältnis zum Internet hat, ist ja schon länger bekannt. Insofern überrascht es wenig, dass vorgestern ein Artikel erschien, der diesen ganzen Internetkram und vor allem Google mal wieder als den Untergang von Abendland, Weltwirtschaft und Qualitätsjournalismus beschrieb.”

2. “Ypsilanti könnte zur Spaßbremse für Radiomacher werden”
(blogmedien.de, Horst Müller)
“‘Radio ffn’ hat richtig Ärger wegen eines Telefonstreichs [youtube.com] mit der hessischen SPD-Fraktionschefin Andrea Ypsilanti, obwohl das Stück vom Sender gar nicht ausgestrahlt wurde. Die Sache könnte sich durchaus zum Problem für viele Radiomacher entwickeln.”

3. Befragung des ZDF-Programmdirektors Nikolaus Brender
(cicero.de, Thomas Schuler)
“Unter Programmplanern gilt die Faustregel, dass jüngere Leute Sender wählen, die Spielfilme, Serien und Live-Sport bieten, bei Informationsprogrammen dagegen eher um- oder abschalten. Die Allzweckwaffe des ZDF heißt deshalb Johannes B. Kerner. Er moderiert für Brender Sport und für Bellut Talk. Ein Grund für die ‘Kernerisierung’ des ZDF ist, dass der Moderator unter den Talksendungen am Abend junge Zuschauer anspreche.”

4. Interview mit WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus
(sueddeutsche.de, Caspar Busse und Dirk Graalmann)
Der WAZ-Geschäftsführer glaubt an das Geschäftsmodell Zeitung und an das Unmögliche: “Ich erwarte noch bessere Qualität zu geringeren Kosten” und “Ziel ist, die Qualität zu erhöhen und gleichzeitig Kosten zu sparen.” Immerhin sieht er ein: “Es ist einfach nicht sinnvoll, dass bei einem Spiel von Borussia Dortmund vier Redakteure von vier Titeln im Stadion sitzen, die vier mehr oder weniger gleiche Artikel schreiben.”

5. Am Jahreskongress der Schweizer Presse
(medienheft.ch, Wolf Ludwig)
“Gleich zum Auftakt des Programms gab’s die erste verpasste Chance. Denn die versammelten Chefredakteure auf dem Podium sprachen bei der Debatte über ‘Neue Medien – neue Chancen?’ und die ‘Herausforderungen des Journalismus’ hauptsächlich über Geld, Rendite und Auflagen. Bernhard Weissberg, Chefredaktor ‘Blick’, machte noch einen anderen Widerspruch deutlich: ‘Wenn der Verlegerverband über Neue Medien spricht, lädt er Zeitungsvertreter ein’, kommentierte er bissig.”

6. “Internet pur”
(freitag.de, Mathias Mertens)
“Zehn Jahre, ein Logo und ein bisschen Weiß: Die falsche Vorstellung hinter der richtigen Kritik an Google.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Im Westen was Neues

Felix Disselhoff, 16. März 2008 um 15.32 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Der Westen, das Internetportal der WAZ, will künftig Inhalte des WDR anbieten. Private Rundfunk- und Fernsehbetreiber laufen Sturm: RTL will sich sogar an Brüssel wenden.

WAZ-Gruppe (Bild Keystone)
Regionalriese WAZ (Bild Keystone)

Der WDR, größte ARD-Anstalt und die WAZ-Mediengruppe werden zusammenarbeiten. Dabei geht es um das Internet-Portal Der Westen. Das regional aufgestellte Nachrichtenportal soll nun auch regionale Radio- und Fernsehbeiträge des WDR übernehmen. Die beide Medienhäuser gaben ihre Zusammenarbeit, die vorerst für ein Jahr gilt, am Dienstag in Düsseldorf bekannt. Bisher haben noch nie ein öffentlich-rechtlicher Sender und ein Verlagshauses in Deutschland in dieser Form kooperiert.

Der WDR wolle mit dem Angebot ein neues Publikum erreichen, das bisher noch nicht die Regionalprogramme schaue, sagte WDR-Intendantin Monika Piel. Auch die WAZ will aus der Zusammenarbeit einen Nutzen ziehen: Mit der WDR-Kooperation wolle die WAZ die Qualität ihres Online-Angebotes steigern, sagte Geschäftsführer Bodo Hombach.

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