Alle 10 Artikel zum Thema Wahlkampf auf medienlese.com:
Esel und Elefant bieten sich auf der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Magazins The New Yorker die Stirn – die beiden Maskottchen der beiden großen Parteien könnten einem Kinderbuch entsprungen sein.
Über Magazin-Cover haben wir in den vergangenen Tagen anlässlich der Auszeichnung Cover des Jahres in den Vereinigten Staaten. Schon wieder geht es um Magazin-Cover, und schon wieder geht es um ein Cover des New Yorkers – nicht zu verwechseln mit dem New York-Magazin, ersteres wurde einmal ausgezeichnet, letzteres gleich viermal. Während das New York-Magazin gerne mit bearbeiteten Fotos aufmacht, sind auf der Titelseite des New Yorkers Kunstwerke und Cartoons zu sehen, die für jede Ausgabe extra angefertigt werden.
Ein besonders schönes Exemplar ist die aktuelle Ausgabe mit den Maskottchen der demokratischen- und republikanischen Partei, Esel und Elefant. Gezeichnet hat sie der Kinderbuch-Illustrator Bob Staake – am Computer. Wie aus ein paar geometrischen Formen mit einem uralten Grafikprogramm ein New Yorker-Cover wird, zeigt er im Making-of-Video.
» Video nach dem Klick:
Neuer Nationalrat in Österreich gewählt: Die Kronen-Zeitung hat ordentlich Stimmung für ihren Favoriten gemacht – journalistisch sauber war das nicht.
ÖVP-Kandidat Molterer: Keine Chance gegen Dichand? (Keystone)
Mit rund 3,8 Millionen Lesern ist die Kronen-Zeitung Österreichs meistgelesene Tageszeitung. Diesen durchschlagegenen Erfolg hat das Blatt vor allem ihrem Herausgeber zu verdanken, dem 87-jährigen Hans Dichand. Und von dieser publizistischen Stärke machte der österreichische Medienzar im Wahlkampf auch reichlich Gebrauch, empören sich Kritiker der Krone. Seine Meinung zur Lage der Nation sei die alles bestimmende Blattlinie, abweichende Ansichten dagegen hätten keinen Platz in seiner Zeitung.
Daher würden sowohl Krone-Journalisten ihre Berichte, als auch viele Politiker ihre Agenda an die Vorstellungen des Herausgebers anpassen. Passiert ist das tatsächlich vor wenigen Wochen. Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ), Werner Faymann, verkündeten in einem Leserbrief an die Krone, einen 180-Grad-Schwenk in ihrer EU-Politik: Künftig solle das Volk über einen EU-Verfassungvertrag abstimmen und nicht das Parlament.
» weiterlesen: Ein teuflischer Pakt
Österreich wählt - doch von einem Online-Wahlkampf, wie er gerade in Amerika erfolgreich geführt wird, keine Spur. Stattdessen gaben sich die Spitzenkandidaten im Internet eher zugeknöpft.
Werner Faymann: Nicht die beste Figur (Keystone)
Dass österreichische Politiker überhaupt bloggen, darf man als Novum sehen. Bislang gab es nur wenige bloggende Politiker im Alpenland. Allein einige Internet-Begeisterte aus den hinteren Reihen und vor allem auf kommunaler Ebene entdeckten Weblogs als praktisches, direktes und authentisches Kommunikationsmittel. Immerhin ein paar davon gibt es, die durchwegs gut gemacht waren. Sie wurden ständig aktualisiert, und die Blogger reagierten auf Kommentare von Lesern.
Medien bringen Politiker zum Bloggen
Die zahlreichen Politiker-Blogs, die vor den Nationalratswahlen online gingen, zeigen nur wenig von dieser Dialogbereitschaft. Ohnehin betreibt keiner der Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien ein eigenes Weblog. Diese Lücke wollen einige Medien wie oe24.at oder profil füllen, indem sie bekannten Politikern eine Plattform zum Bloggen bieten. Obwohl Blogger-Neulinge also nur mehr Texte einstellen müssten, machte sich ein Großteil der Spitzenkandidaten nicht einmal diese Mühe.
» Stattdessen bloggen Stellvertreter, Minister und Kleinparteien …
Anlässlich der österreichischen Nationalratswahl: Ein Streifzug durch Österreichs Bloggerszene, bei dem wir gute Inhalte und lesenswerte Kommentare finden.
Gute Online-Angebote zur bevorstehenden Wahl in Österreich liefern nicht nur klassische Medien und Bürgerplattformen, sondern auch private Blogger. Helge Fahrnberger etwa bloggt in seinem Privatblog helge.at nicht nur darüber, welche Partei er warum wählen
möchte. Er
analysiert auch gekonnt, wie das
Liberale Forum (LIF) neue Mitglieder und Unterstützer im Internet rekrutiert. Sein Fazit:
Das LIF ist offenbar die erste wahlwerbende Gruppe hier, die erkannt hat, dass klassische Organisationsformen wie Parteien - entstanden aus kommunikationslogistischen Nöten, die’s längst nicht mehr gibt - an Berechtigung verlieren und sich neu erfinden müssen.
Außerdem präsentiert Fahrnberger einen delikaten flickr-Fotostream, auf dem sich Partyfotos von Veranstaltungen der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ) mit teils wohl eher unvorteilhaften Szenen finden:
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Fox-News-Chefideologe Bill O’Reilly stellt im Zusammenhang mit der Publikation privater Mails von Sara Palin die US-Redefreiheit in Frage. Politischer “Spin” der Gattung “Realsatire”.
Bill O'Reilly im 'Interview' mit Kollegin Megyn Kelly.
Bill O’Reilly schreit schon mal seine Studiogäste an oder droht ihnen mit Prügel, er beschimpft politisch Andersdenkende, lädt Terroristen ein, San Francisco zu bombardieren und weiss seinem ultrakonservativen Publikum auch sonst in jeder Art zu gefallen.
Mit Fakten oder Fachwissen hält er sich schon lange nicht mehr auf. In einer neuen Episode (Video unten) erklärt er die verbriefte amerikanische Redefreiheit für “lächerlich” und “verrückt”:
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Neben den Internetangeboten der klassischen Medien kann man sich über den österreichischen Wahlkampf auch auf Bürgerplattformen informieren. Einige gut gemachte Angebote stellen wir hier vor.
Bürger fragen – Politiker antworten: Mit diesem Konzept hat schon CNN bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaft einen Quotenerfolg gelandet. Der österreichische Privatsender ATV kopierte diese Idee für die Nationalratswahlen am 28. September und fordert die Österreicher nun ebenfalls dazu auf, ihre Fragen an Politiker auf einem eigenen youtube-Channel zu stellen.
Allerdings picken die
ATV-Redakteure am Ende nur einen Bruchteil an ihrer Meinung nach passablen Fragen heraus, um sie im Fernsehen den Spitzenkandidaten der antretenden Parteien zu stellen.
Die Plattform wahltotal.at ist da wesentlich innovativer und bürgernäher.
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Unzählige Blogger revolutionieren den amerikanischen Wahlkampf: Im aktuellen Spiegel beschreibt Klaus Brinkbäumer, wie The Huffington Post und Co. den Politikern die Hoheit über ihre Kampagnen nehmen. In “Der Sieg der Straße” (Seite 117–123) erklärt Brinkbäumer, wie die Huffington Post fast so mächtig wie die Washington Post werden konnte – und dass sich die Nachrichtenzyklen mit dem Internet grundlegend gewandelt haben. Früher habe es noch zwei routinierte Runden Schlagabtausch aus Meldung, Dementi und Diskussion pro Woche gegeben – jetzt gebe es schon zwölf. Pro Stunde.
Vor allem eins fällt auf: » weiterlesen
Österreich wählt einen neuen Nationalrat – und die “alten” Medien setzen auf Internetangebote, um neue Lust auf Politik zu machen.
Die innovativste Idee für die Wahlberichterstattung hatte heuer zweifelsohne der österreichische Privatsender ATV. Wie bei CNN während der Vorwahlen zur US-Präsidentschaft, können die Österreicher Fragen auf einen YouTube-Channel von ATV hochladen. Einige der Videos werden am 21. September ausgesucht und direkt den Spitzenkandidaten im TV-Studio gestellt.
Beim öffentlich-rechtlichen ORF dagegen beschränkt man sich auch im Jahr 2008 auf ein altbackenes Konzept: Die Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien treffen im Zweier-Duell aufeinander. Das Neueste zur Wahl bündelt der ORF auf der recht schmucklosen Plattform wahl08.orf.at. Als Revolution darf schon gelten, dass immerhin alle TV-Konfrontationen nach der Ausstrahlung auch online angeschaut werden können.
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Kein Sommerloch in Österreich: Im September finden Neuwahlen statt, die Medien haben etwas zu berichten – und erhaltend dringend benötigte Werbeanzeigen.
Er ist wieder da: Jörg Haider übernimmt den Vorsitz der Partei Bündnis Zukunft Österreich von Peter Westenthaler (Bild Keystone/Ronald Zak)
Bis zu 50 Millionen Euro haben die österreichischen Nationalratswahlen im Jahr 2006 gekostet. So viel haben die Parteien laut Schätzung für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Und mindestens Hälfte davon haben die Medien bekommen (rund 24 Mio.). Fast drei Viertel vom Werbekuchen, nämlich 14,7 Mio., haben sich dabei die Printmedien abgeschnitten. Knapp acht Mio. investierten die Parteien in Plakate. Radio, TV und Kino spielten mit einem Gesamtanteil von 1,4 Mio. dagegen nur eine geringe Rolle.
Das liegt vor allem daran, dass der ORF in seinen Radio- und Fernsehprogrammen keine Parteiwerbung schalten darf. Allein auf den Internetportalen des öffentlich-rechtlichen Senders und im Teletext sind Einschaltungen erlaubt. Neuwahlen sind daher vor allem ein lukratives Geschäft für Österreichs Zeitungen und Zeitschriften.
Die Printmedien haben diese finanziellen Zuschüsse und das höhere Interesse vor Wahlen auch dringend notwendig:
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Der US-Wahlkampf findet heute online statt: Im US-Konsulat in München erläuterten US-Vertreter und Professor Jeremy D. Meyer, Autor des Buchs «Wired Politics: Journalism and Governance», die Rolle von Blogs und Web 2.0 im Wahlkampf – und wie sie diesen verändert haben.

Professor Jeremy D. Meyer zeigt im Münchner US-Konsulat das “Vote Different”-Video gegen Hillary Clinton (Bild: W.D.Roth)
Eine kleine, unbedeutende Szene: Die Hymne der Vereinigten Staaten erklang - und Präsidentschaftskandidat Barack Obama legte seine Hand nicht aufs Herz. Es gibt unzählige Bilder vom singenden Obama mit handbehütetem Herzen - an diesem Tag im vergangenem September in Iowa ließ er die Hand unten. Dieses Bild wurde von konservativen Bloggern aufgegriffen: Obwohl es nicht verpflichtend ist, beim Singen der Nationalhymne die Hand aufs Herz zu legen, werteten sie Obamas Versäumnis als großen Fauxpas und fluteten das Internet mit Bildern und Videos des Ereignisses. 
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