Alle 10 Artikel zum Thema Vanity Fair auf medienlese.com:
Bunte News und ernste Themen: Das neu gestartete The Daily Beast präsentiert alles, was den Redakteuren wichtig scheint. Nur 30 Prozent der Inhalte steuern sie selbst bei – der große Rest besteht aus Links.
Es soll der ganz große Erfolg werden. Erst machte sie das britische Luxus-Magazin Tatler groß, dann verhalf sie der amerikanischen Vanity Fair zur Millionenauflage und entstaubte anschließend den New Yorker – Tina Brown kennt sich aus mit Zeitschriften. Jetzt versucht sie es im Web, mit Online-Journalismus.
The Daily Beast heißt ihre Seite, zwölf Mitarbeiter hat sie rekrutiert – von Washington Post, Slate, Sun, USmagazine.com und Nerve. Seit dieser Woche präsentieren sie einen schnellen, intelligenten und subjektiven Nachrichtenmix. Die aktuellen Aufmacher sind Islands bankrotte Banken, der offene Brief eines Irakkriegs-Veteranen, welche Politiker für die Krise verantwortlich sind – und Jennifer Lopez.
» weiterlesen: Mehr Geschmack, weniger Inhalt
Wehe dem, der noch ohne Popup-Blocker durch das Internet surft: Er wird mit Werbung zugeblinkt und vollgemüllt. Wer hingegen ohne Reklame surft, wird trotzdem als “Klick” gezählt. Damit gerät die Währung ins Wanken.
Popup-Werbehölle (Wikipedia)
Wie ist das eigentlich? Wie Hunderttausende anderer Internetnutzer auch, verwende ich längst einen AdBlocker, scharf gemacht dank einer wohlsortierten und stets aktualisierten Liste mit besonders nervtötenden Anbietern, die dann - von mir unbemerkt - beim Laden schon einen Tritt in den Mors erhalten. So kann ich halbwegs sicher sein, bei meinen Ausflügen ins Netz nicht auf das zu stoßen, was mir grundlegend die Laune verdirbt, was immer nur penetrant nach Aufmerksamkeit geiert und zu diesem Zweck dämlich herumblinkt und wie ein Flummiball über den Monitor springt - und mir dabei doch stets nur die freie Aussicht aufs Internet verstellt.
So dysfunktional nämlich ist unverlangte Werbung - und zwar in jeder Form: Sie vergrault diejenigen, die sie vorgibt, ‘gewinnen’ zu wollen. Aus meiner Perspektive habe ich mich mit meinem Adblocker nur aus berechtigtem Eigeninteresse gegen Unmassen von Info-Müll gewehrt.
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1. “Wladimir Putin, unser Held”
(ksta.de, Tobias Kaufmann)
“Hat Wladimir Putin einem Fernsehteam das Leben gerettet, als er gerade noch rechtzeitig einen sibirischen Tiger niederschoss? Eher unwahrscheinlich. Aber schön ist die Geschichte trotzdem.”
2. “Thomas Roth zum Putin-Interview im Ersten”
(tagesschau.de, Thomas Roth)
Der Journalist, der Putin für die ARD interviewt hat, meldet sich nach bisher 494, zum Teil empörten Kommentaren im Tagesschau-Blog zu Wort. Das ganze, sehr interessante Interview werde dann ausgestrahlt, wenn alle schlafen, nämlich morgens um 6:20 Uhr. Die Langfassung des Videos und eine vollständige Abschrift sollen nachgereicht werden.
3. Gratiszeitung Nyhedsavisen wird eingestellt
(fr-online.de, Hannes Gamillscheg)
“Nyhedsavisen, ein Eindringling aus Island, hatte mit einem an alle Hausstande verteilten Gratisprodukt den dänischen Zeitungsmarkt aufmischen wollen. Am Montag drehte der letzte der Investoren den Geldhahn zu, und alles ist beim alten. Nur dass die großen Zeitungsverlage im Abwehrkampf gegen die Neulinge Hunderte Millionen Kronen verpulvert haben, die sie auch hätten brauchen können, um ihre unter Auflagenschwund leidenden Abonnement- und Boulevardblätter attraktiver zu machen.”
4. “‘Penthouse’-Chefredakteur Molzer im Interview”
(dwdl.de, Daniel Häuser und Peter Böhling)
Kurt Molzer: “Der Mann wird ja bevormundet in den anderen Heften. Nach dem Motto: Zieh dir diese Schuhe und das Hemd an, weil du selbst einfach zu blöd dazu bist. Aber wer braucht diese Tipps eigentlich? Ich mache das Heft für einen Mann, der keine albernen Lebensweisheiten braucht.”
5. “Google - Die Besserwisser”
(morgenpost.de, Ulli Kulke)
Eine erste Vorschau auf das 10jährige Firmenjubiläum von Google.
6. “Der wichtigste Deutsche – ein Blogger”
(denquer.de, Stefan Oßwald)
Vanityfair.de macht Jagd auf Page Impressions mit einer Liste der 100 wichtigsten Deutschen. Zu manipulieren ist sie mit den einfachsten Mitteln, zum Beispiel mit dem VanityFakeVoter.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Die in letzter Zeit schön geschminkte und weichgespülte Vanity Fair bekommt Profil: Peter Praschl, zuvor Chefredakteur der eingestellten Matador, soll neuer Leiter des Kulturressorts werden.
Mitte August werde Peter Praschl die vakante Stelle bei Vanity Fair antreten, berichtet der Branchendienst Kress. Der 48-jährige Journalist ist nicht nur Fans leicht- bis gar nicht bekleideter Models bekannt: Vor rund acht Jahren gründete er mit einem Freund das Weblog “Sofa. Rites de Passage” und gehört damit zur Ursuppe der deutschsprachigen Blogosphäre, die sich um das Jahr 2002 auf der Plattform Antville formte. Seit seiner Zeit bei Matador ist der studierte Philosoph (der auch eine virtuelle Adorno-Lesegruppe initiierte) jedoch nur noch äußerst selten dort anzutreffen. Der Mythos von “Praschls geheimen Weblog” macht seitdem in Blogs und Kommentaren die Runde.
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Aus dem “neuen Magazin für Deutschland” wird eine ganz gewöhnliche Zeitschrift: Aktuelle Personalien zeigen, wo der Schwerpunkt der Vanity Fair in Zukunft liegt.
Die neue Vanity Fair unter Chefredakteur Nikolaus Albrecht reiht sich endgültig zwischen Bunte, Gala und Co. ein: Weniger Relevanz, mehr Firlefanz. Unterhaltung für die breite Masse, weniger Anspruch, weniger verzweifelt auf der Suche nach den ominösen “Movers and Shakers”. Also wurde konsequent das “Agenda”-Ressort gestrichen, das A-Wort existiert nur noch als Bezeichnung einer Rubrik auf der Internetseite. Zu der gefühlten Weichspülung des Magazins passen eine Hand voll Personalien, die in dieser Woche von den bekannten Branchendiensten vermeldet wurden:
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Verleger dürfen in den Presserat
(werbewoche.ch)
“Nach langer Bedenkzeit hat der Journalisten-Berufsverband Impressum dem Beitritt der Arbeitgeber zum Presserat zugestimmt.” Jetzt hofft Impressum, dass die Verlegerschaft einen Gesamtarbeitsvertrag für die Deutschschweizer und Tessiner Pressejournalisten akzeptiert.
Wider die Gratiskultur
(Financial Times, Edwy Plenel)
“Wenn journalistische Inhalte verschenkt werden, dominieren überall dieselben Agenturformate, schnelle Wegwerftexte ohne Haltbarkeit und ohne Hintergrund”, schreibt der Gründer der französischen Online-Zeitung Mediapart und ehemalige Leiter der Le-Monde-Redaktion.
Blog auf Augenhöhe
(Tagesspiegel, Leonard Novy)
“Die ‘Huffington Post’ entwickelt sich zur zentralen Informationsquelle für Millionen Amerikaner, und auch die Politik kommt nicht mehr an ihr vorbei. Als Obama sich nach öffentlichem Druck von seinem Ex-Pastor distanzieren musste, tat er dies in der ‘Huffington Post’.”
Vanity Fair kippt Anspruch
(Medienrauschen, Thomas Gigold)
“Von einem Magazin mit Inhalt ist man zum Magazin zum Durchblättern geworden.” Übrig bleibt “eine Kopie von Gala und Bunte“.
Filmzensur 1968
(SF 1 Kulturplatz, Markus Imhoof)
“In meinem zweiten Studentenfilm ‘Rondo’ rekonstruierte ich mit Strafgefangenen den Alltag im Zuchthaus (…) Der Regierungsrat des Kanons Zürich verbot nach der Premiere öffentliche Vorführungen des Films mit der Begründung, ein Studentenfilm sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.”
Amok (Lesetipp)
(Das Magazin, David Grann)
“Ein Mann, ein Buch, ein Mord. Ist der Autor der Täter? Wie ein Kommissar einen Fall zu seiner Obsession macht.” Übersetzung aus dem New Yorker.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Das ist Service: Courtney Love rotzt ein Tagebuch ins Internet und Vanity Fair übersetzt es auf der eigenen Webseite ins Deutsche. Nur den Link haben sie vergessen…

Courtney Love (Bild Keystone)
Courtney Love, die “raue Künstlerin” (Spiegel) schreibt Tagebuch auf MySpace – und die deutsche Vanity Fair übersetzt das dort Geschriebene und veröffentlicht es auf der Webseite als eigenen Artikel. Einfach eine Überschrift und einen knackigen Einstieg drüber geschrieben (”durchgeknallt”, “irre”, “Viel Spaß!”) und fertig ist der schicke Online-Content, der mit viel Wohlwollen noch als Zitat durchgehen könnte.
Was im Internet allgemein üblich ist, nämlich das Verlinken der Quelle, gilt anscheinend nicht für Vanity Fair. Der erwartungsfrohe Leser, der auf das gülden schimmernde “Courtney Love” im Text klickt und dahinter das Original-Blog erwartet, landet doch nur auf Loves Eintrag bei “Vanity Faces”.
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Am 5. März werden in Hamburg die LeadAwards verliehen – wir nennen unsere Favoriten für die begehrten Auszeichnungen LeadMagazin, Newcomer und WebLeader des Jahres.

AD, 032c und Stern sind nominiert als LeadMagazin des Jahres
Stern und AD waren schon 2007 nominiert, der erste Platz ging damals an das SZ Magazin. Da die visuelle Erfrischungskur des Sterns alles andere als begeistert und das Heft nach wie vor wie ein Relikt aus längst vergagenen Zeiten wirkt, dürften sich hier eher AD und die 032C streiten. Letztere hat ein neues Layout von Mike Meiré erhalten, das für Aufsehen gesorgt hat. Die 032c sei sicherlich das stilprägendste deutsche Magazin im Ausland, sagte jüngst LeadAcademy-Vorstand Markus Peichl im Interview mit der FAS. Deswegen gewinnt Avantgarde vor langweiligem Luxus: Die 032c hat gute Chancen, LeadMagazin des Jahres zu werden.
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Ulf Poschardt, Chefredakteur der deutschen Vanity Fair, Oktober 2006 (faz.net) über die US-Vanity Fair:
“‘Vanity Fair’ hat harte, journalistische Geschichten, doch sie werden mit einem eigenen, ganz besonderen Twist erzählt”, sagt Poschardt. “Die Härte der Realität erscheint durch die Eleganz des Heftes noch deutlicher auf.”
“Es fehlt uns in Deutschland nicht an erstklassigen Journalisten, sondern an den entsprechenden Formaten.”
Ulf Poschardt, Chefredakteur der deutschen Vanity Fair, August 2007 (cicero.de) über sein Produkt:
Als wöchentliches Magazin, das seine Geschichte zumeist entlang von Menschen und deren Schicksalen erzählt, verstehen wir Politik im Grunde als eine große Soap. Genauso möchten wir auch unser Heft sehen: als eine Art große, anspruchsvolle, wöchentliche….
… Reality-Soap?
Schon etwas mehr. Vom Anspruch her und vom Grad der Intelligenz arbeiten wir auf dem Niveau von Unterhaltungsserien wie ?Grey`s Anatomy?, ?Dr. House? oder ?Sex and the City?. Frau Merkel kann man in diesem Kontext wie eine Heldin aus einer Soap betrachten, eine Figur, die man verfolgt und sagt: Guck mal an, was aus dieser Frau geworden ist, wie die das hinbekommen hat.
(…)
Wir haben neulich ein Foto gezeigt, auf dem Frau Merkel Maria Furtwängler in den Ausschnitt guckt, um sich deren Kette anzusehen. Ich finde, das ist ein schönes Beispiel dafür, wie sie zu einer eigenen Form gefunden hat. Oder nehmen Sie den Steinmeier, der ist doch interessant. Da könnte man jetzt über die Brillenästhetik sprechen, aber sicherlich auch darüber, dass er sich als stellvertretender SPD-Vorsitzender von einer Figur im Hintergrund zu einem Akteur entwickelt hat – auch das läuft ab wie in ?Verliebt in Berlin?.
Da ich nur vernichtende Kritiken über die neue deutsche Ausgabe von Vanity Fair gelesen habe, wollte ich wissen, wie schlimm sie wirklich ist. Die Zeitschriftenhändlerin schaute ganz lange auf den Preis, dann auf mich, als sei ich dafür verantwortlich und dann wieder auf den Preis. Sie sagte: Die kostet 2 Franken. Das hab ich dann bezahlt.
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