“Extra3″ schon wieder mit dem passenden Kommentar zur Telekom-Affäre und schon wieder eine langweilige Google-Nachricht vorne auf unserer Lieblingsseite Rivva.
Erneut ist ein Video im Netz, mit dem die NDR-Satiresendung “Extra3″ die Telekom-Spitzelaffäre kommentiert. Letzte Woche war es noch ein kleiner Werbespot (“Zwei sind am sprechen und wir schreiben mit”), diesmal ist es gleich ein ganzes Lied: “In Bonn, da steht ein Irrenhaus, da gehen die Spitzel ein und aus … Skandal bei der Telekom”. Video nach dem Klick:
Bei den Spionage-Vorwürfen, die derzeit durch die Presse geistern, versackt mir bei dem folgenden Clip von “Extra 3″ das Lachen zwischen Brust und Mund:
… großartiger Kommentar. Denn wenn sich nur die Hälfte derVorwürfebewahrheiten sollten, die gegen die Deutsche Telekom im Raum stehen, müssten erst noch neue Superlative geschaffen werden, um den Vorgang auf herkömmliche Art und Weise zu kommentieren. Diese Skrupellosigkeit im Umgang mit Managern und Pressevertretern, diese Verachtung des Post- und Fernmeldegesetzes, diesen ungeheuerlichen Vertrauensbruch. (Noch dazu kommt es bei großen Skandalen mit der Zeit, fortschreitenden Ermittlungen und ängstlichen oder mutigen Mitarbeiten mit einem gesteigerten Mitteilungsbedürfnis oft noch schlimmer.)
Radio Multikulti und “Polylux” gestrichen, Mitarbeiter und Journalisten ausgeforscht, Verweigerer unerwünscht und Fußball-Quoten nur stabil.
Der RBB streicht “Polylux”, Moderatorin Tita von Hardenberg gibt Durchhalte-Parolen im Internet: “Von Polylux bleibt Polylog. Nach dem Fernsehen kommt das Netz.” Für das ebenso eingesparte Radio Multikulti machen sich unterdessen Unterstützer stark. Unser Kommentar: “Sparen am falschen Ende.”
Konzernsicherheit – ein Wort macht Karriere. Es hat etwas vom Sound aus alten Wallraff-Tagen, als deutsche Unternehmen bewaffnete Einheiten aufstellten. Diesmal wird nicht gleich geschossen, sondern elektronisch überwacht. Nach Lidl gibt es nun auch schwere Vorwürfe gegen Burger King. Mitarbeiter sollen intern bespitzelt worden sein, berichtet die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten. An Meldungen dieser Art hat man sich beinahe gewöhnt – wo eine Kamera, da auch Überwachung.
Sie werden es nie lernen (Stefan Niggemeier)
Die Berliner Zeitung hat eine neue Webseite und Online-Chefin Ahlrichs bittet um Kommentare. “Seit fünf Stunden füllt Leser um Leser, wie gewünscht, seinen Frust und seine Fragen in das Kommentarfeld am Ende des Artikels. Seit fünf Stunden gibt es keine Reaktion von Frau Ahlrichs.”
Zeitungen sind keine Schuhfabriken (Süddeutsche, Hans-Jörg Heims)
“Die Glaubwürdigkeit der Berliner Zeitung ist durch das Schweigen ehemaliger Stasi-Zuträger beschädigt. Aber wegen der unbewältigten Vergangenheit muss sich das Blatt keine Sorgen um die Zukunft machen. Gefährlicher ist, dass renditesüchtige Manager die Zeitung auch heute wie eine Schuhfabrik behandeln.”
Ebay Would Be Nuts to Sell Skype (Wired.com, Betsy Schiffmann)
Ein Gerücht geht um in der Mediendienst-Schnippselverwerter-Klatschpresse: Google. Skype. Wired.com hält dagegen: “If we’re to believe the rumors, Google is considering a Skype acquisition. Or partnership. Or something big! And while we don’t doubt Skype would make a hot little trophy for Google, we’re not sure what eBay would get out of a deal right now.”
Bloß kein Happy End (Der Umblätterer, Andreas Vogel)
Das neue amerikanische Kino spielt mit Formen, besetzt Filme gegen alle Erwartungen und produziert packende, gute Filme – ohne Happy End und mit Ecken und Kanten. Andreas Vogel listet in seinem Essay derart viele herausragende aktuelle Beispiel auf, dass ich gleich ins Kino verschwinden möchte. (via Mail)
Re:publica in der Presse: Fett, dich gibt’s real (Welt Online, Jan C. Wehmeyer)
“Sie lesen viel voneinander, doch wissen meist kaum, wer auf der anderen Seite des Internetkabels sitzt: Hunderte Web-Akteure treffen sich deswegen wieder auf der re:publica in Berlin, um zu reden und sich kennezulernen. Im Mittelpunkt stehen mal wieder Blogs und soziale Netzwerke.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll. » weiterlesen
Bild-Blattkritik mit Broder, die Zukunft des Journalismus als brotlose Kunst, erbarmungslose, verächtliche Urteile und Hugo Bütler mit dem noch fast unbenutzten Wort "Freischützentum". Die Presseschau. » weiterlesen
Die Wirtschaftskrise brettert ungebremst in die Anzeigenabteilungen der Verlage – erwischt hat es jetzt Gruner und Jahrs hochglänzende Celebrity-Postille Park Avenue. » weiterlesen