Ghostwriter, so der Vorwurf des Schweizer Oppositionspolitikers Christoph Blocher, hätten im Auftrag des Ringier-Verlags Reden für Bundesräte geschrieben – die dann in den eigenen Medien gelobt wurden.
In seinem wöchentlich erscheinenden Videoblog erzählt der ehemaliger Schweizer Justizminister Christoph Blocher diese Woche, wie er 1979 als neu gewählter Parlamentarier von Frank A. Meyer zum Essen eingeladen wurde (ab Minute 16). Meyer habe ihm damals Unterstützung der Publikationen des Ringier-Verlags zugesichert, wenn er diese oder jene politische Position einnehmen würde.
Ab Minute 17 wirft er dem Ringier-Verlag Korruption vor:
Das Blog von Moritz Leuenberger und das wöchentliche Video-Interview mit Christoph Blocher. Wo liegen die Stärken und Schwächen der beiden Schweizer Vorzeige-Politblogger?
Sozialdemokrat und Medienminister Moritz Leuenberger und Minister a. D. Christoph Blocher von der Schweizerischen Volkspartei verbindet viel. Beider Väter waren Theologen: Professor der eine, Pfarrer der andere. Sowohl Moritz Leuenberger als auch Christoph Blocher studierten in den 60er-Jahren Rechtswissenschaften in Zürich, und beide sind Aushängeschilder von Schweizer Parteien, die einander in den letzten Jahren in den meisten Fragen gegenüberstanden; beide haben es geschafft, in die oberste exekutive Behörde der Schweiz aufzusteigen. Und sie sind die ersten wirklich prominenten politischen Blogger des Landes. Der eine auf moritzleuenberger.blueblog.ch, der andere in einem wöchentlich als Videoblog erscheinenden Interview auf teleblocher.ch.
Moritz Leuenberger wird zudem an diesem Freitag, am 29.08.2008, am BlogCamp Switzerland 3.0 in Zürich teilnehmen. Auch Matthias Ackeret, der wöchentliche Befrager von Christoph Blocher, wird einen Vortrag halten. Plätze sind noch immer verfügbar, soweit das vorläufige Programm.
Nun aber zu den beiden Blogs und was sie zu bieten haben. Gelb unterlegt ist jeweils, wer es besser macht:
Christoph Blocher, abgewählter Minister, spricht in seiner wöchentlichen Rede an die Nation über Medien (Video, 18:28 Minuten, Dialekt). Er gibt zu, nicht alleine ein Fernsehgerät einschalten zu können und streitet eine vermutete Beteiligung an der Weltwoche ab. Er liest sie aber jede Woche, und das gründlich.
Ich habe einige interessante Passagen von schweizerdeutsch in deutsch übersetzt, und das ziemlich frei und unvollständig (wer ganz genau wissen will, was er denn jetzt gesagt hat, muss das Video gucken und sich selber eine Meinung bilden).
Das Gespräch mit dem “Alt-Bundesrat” führt, wie jede Woche, Dr. Matthias Ackeret, Journalist und Autor des Buchs “Blocher-Prinzip”:
Zeitungsromane sind aus der Mode? Nicht, wenn sie von Charles Lewinsky geschrieben werden. Jede Woche spuckt er in der Weltwoche 10.000, der Aktualität angepasste Zeichen aus. Leider nur auf Papier. » weiterlesen
Die Presseschau heute mit dem Abschied von Big Daddy, einer Ent-Ökonomisierung und eingestellten Schmuddelblättern. Und mit Robert Basic, der sagt: "Mich kannst Du nicht kaufen, damit auch nicht mein Blog." » weiterlesen
Web-Kolumnisten, Blogger und Online-Chefs: Ein Buch will die "neuen Stars der deutschen Medien- und Journalistenszene" vorstellen. Über die Auswahl lässt sich streiten. » weiterlesen