Alle 3 Artikel zum Thema Tatort auf medienlese.com:
700 Folgen “Tatort” und kein Ende: Der Sonntagabend ist fest in der Hand der Staatsgewalt. Regionale Besonderheiten und beruhigende Aufklärungsquoten machen die Sendung erfolgreich.
Der Sonntagabend ist eigentlich perfekt für entstpanntes Gespräch mit alten Freunden. Doch Fernsehdeutschland hört sonntags ab 20.15 Uhr nur mit einem halben Ohr hin. Das restliche Hörvermögen lauscht Pathologen, Mördern und ihren Jägern. 20:15 Uhr ist “Tatort-Zeit”. Seit mehr als 38 Jahren gehört der “Tatort” ins deutsche Wohnzimmer wie Playmobil und Ikeamöbel. Heute strahlt die 700. Folge über den Äther.
Im Schnitt schalten fast acht Millionen Menschen ein. Für die ARD eher ungewohnt: Jeder fünfte Zuschauer ist unter 50. Gerade die Anfang-Dreißiger werden schon bei der hämmernden Vorspannmelodie (für die Komponist Klaus Doldinger pro Ausstrahlung 50 Euro kassiert), wenn Horst Lettermayers Beine über nasse Straßen hetzen, nostalgisch. Damals, als man noch ein bißchen länger aufbleiben durfte. Mit Milch und väterlicher Aufsicht.
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Bochum, Niebüll, Berlin, Wiesbaden: Diese Städte brauchen einen eigenen “Tatort”. Anläßlich der 700. Folge haben wir bestechende Vorschläge. Und wo muss noch ermittelt werden?
Wie es halt kommen musste. Auf Spiegel Online der obligatorische “Tatort”-Verriss (“Straßenbahn ins Nirgendwo”), auf Welt Online die Müde Gier nach Klicks (“So asexuell sind die Ermittler beim ‘Tatort’”), in Vanity Fair eine edle, zehnseitige Fotostrecke (”Der Mord zum Sonntag”). Denn heute Abend wird die 700. Folge der Krimiserie ausgestrahlt, “Tatort” in Leipzig, Premiere für ein neues Ermittlerduo, Simone Thomalla als Hauptkommissarin Eva Saalfeld und Martin Wuttke als Hauptkommissar Andreas Keppler.
Just zu diesem Zeitpunkt sind wir in den Besitz von streng vertraulichen Dokumenten gelangt. Geheime Pläne für neue “Tatort”-Folgen aus Bochum, Niebüll und Darmstadt wurden uns zugespielt. Folgende Konzepte stehen kurz vor der Realisierung:
Bochum: Gleich in der ersten Szene langt der Kommissar dem erstbesten Verdächtigen kräftig an die Eier. Keine Frage, hier ermittelt ein neuer Schimanski. Gearbeitet wird nicht am Computer, nicht in der Gerichtsmedizin, sondern auf der Straße. Nicht immer ganz legal, aber immer mit Nachdruck. Dicht dran an den Menschen. So dicht, dass sie den fauligen Atem des rabiaten Draufgängers riechen müssen. Konsequent nicht nur der hammerharte Faustschlag des schlecht rasierten Kommissars, sondern auch die visuelle Gestaltung: Bäume, Sträucher, Blumen – Fehlanzeige. Stattdessen Ruß hustende Kinder und kein Protagonist ohne Hauterkrankung. Dafür mit Herz am rechten Fleck.
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Interview: Burda fordert klare Grenzen für ARD und ZDF
(FAZ, Michael Hanfeld)
Hubert Burda ist dagegen: Frauen-Boxen als Grundauftrag der Öffentlich-rechtlichen? Und das ganze noch im Internet? Zentrale Forderung: “dass die Angebote von ARD und ZDF nur für eine begrenzte Zeit – sieben Tage – verfügbar sind.” Tagesschau-Chef Kai Gniffke bloggt zurück.
15 Jahre jetzt-Journalismus
(jetzt.de, Tobias Kniebe)
“In dieser Woche ist es 15 Jahre her, dass erstmals ein jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung beilag. Aus diesem Grund gibt es online auf jetzt.de in dieser Woche einen Blick ins Archiv: 15 Jahre jetzt-Journalismus, als gedrucktes Heft, als Online-Magazin und als jetzt-Kosmos …”
“Afrika ist kein Land”
(Neue Gegenwart, Frank Windeck)
“Welche Nachrichten erreichen uns vom schwarzen Nachbarn? (…) Immer mehr afrikanische Internetseiten gehen an den Start. Immer mehr Blogs werden geschrieben, immer mehr digitale Fotos oder auch Videos eingestellt. Für den proaktiven europäischen Mediennutzer ist dies eine Fundgrube an Informationen, die nicht überschätzt werden kann.
Interview: Die Langeweile Maxim Billers (PDF)
(Galore, Patrick Wildermann)
“Wie alle Heuchler neige ich zum Pathos, auch in der Liebe. Und am Ende werde ich dann doch wieder ganz kalt. – Ist Pathos ein negativer Begriff für Sie? – Pathos ist scheiße. Pathos ist immer Lüge. – Aber Pathos hat doch auch etwas Opernhaftes, es transportiert große Gefühle. – Sie müssen mich bitte irgendwas fragen, ich will jetzt nicht diskutieren.”
Sonderseite 700 Folgen “Tatort”
(FAZ.net)
Unter anderem “Einsame Wölfe und Gruppendynamiker, starke Frauen und sensible Männer, alte Hasen und junge Hüpfer und demnächst ein geschiedenes Ehepaar” oder “Und Schimanski warf zwei rohe Eier ein”.
Wired erklärt die Formel 1 (Lesetipp)
(Wired, Mark Seal)
“Of all the copy shops in all of England, Trudy Coughlan had the rotten luck of walking into Document Image Processing. (…) Thus began the biggest scandal ever to rock the world of Formula One racing.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.