Thema: Sprachkritik

 

Alle 2 Artikel zum Thema Sprachkritik auf medienlese.com:

Phrasendreschen in der Krise:
Der Chor der Schwafelmänner

Klaus Jarchow, 4. November 2008 um 11.33 Uhr, 17 Kommentare Kommentare

(Siobhan Curran, CC-Lizenz)

‘Jede Krise hat ihre Phrasen’, so lässt sich jener taz-Artikel zusammenfassen, der uns auf die Labersäcke und Sprücheklopfer aufmerksam macht, die uns jetzt in jeder Kolumne mit breitgetretenem Quark belästigen. Michael Ringel schreibt:

“Das jedenfalls verstand ich, und ich wusste in diesem Moment: Nicht meine Ohren rebellierten, sondern mein Verstand sollte mürbe gemacht werden durch die dauernde Wiederholung der dümmsten Phrase der Welt: “Jede Krise ist immer auch eine Chance.”

Warum aber ist das so? Ich meine, warum leiden gerade ‘unerhörte Zeiten’ unter einem Übermaß von Plattitüden und Gemeinplätzen. Vermutlich liegt es genau an dieser Unübersichtlichkeit einer Krisenzeit: In ihr kann es eben noch keine neuen Gewissheiten geben, die sprachlich ihren zutreffenden und bewährten Ausdruck gefunden hätten. » weiterlesen

CEO, Consulting, Consumer:
Die moderne Gaunersprache

Klaus Jarchow, 17. April 2008 um 10.17 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Was reden die denn da? Hinweise zur Entschlüsselung der Geheimsprache Neo-Rotwelsch.

Gaunersprache

Dem zeitgemäßen Neo-Rotwelsch hat noch niemand eine eigene Veröffentlichung gewidmet. Zwar ist uns unser ‘Gaunertum’ im Kern erhalten geblieben, nach wie vor geht es ihm vor allem um gelungene Eigentumsdelikte, also darum, sich möglichst straffrei an dem Vermögen anderer zu bereichern, die Sprache aber ist internationaler geworden, sie ist ‘globalisiert’ und ‘anglizistisch’, um gleich mal zwei Begriffe aus dem modernen Rotwelsch zu zitieren. Wo also einst die ‘Dirnen’, ‘Händler’ und ‘Hausierer’ noch ‘Armbänder’ fürchteten, da heißt die Gefahr heute ‘Steuerfahndung’, und die verbündete ‘Magd’ oder ‘Halbschickse’ lockt den ‘Freier’ oder ‘Kunden’ als ‘PR-Beauftragte’ mit zeitgemäß aufgebrezelten Reizen.

Zu Nutz und Frommen der ehrlichen Welt und um die verdienstvolle Arbeit des Avé-Lallemant (‘Das deutsche Gaunertum’), des Herrn Günther (‘Die deutsche Gaunersprache’) und des Herrn von Train (‘Wörterbuch der Gauner- und Diebessprache‘) bis in die Gegenwart fortzuführen, soll diese erste Handreichung dienen.

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