Thema: Rundschau

 

Alle 3 Artikel zum Thema Rundschau auf medienlese.com:

Wochenrückblick Nr. 42

Ronnie Grob, 19. Oktober 2008 um 13.37 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Elke Heidenreich will es brennen sehen, Schweizer Gericht beanstandet verdeckte Recherche, ARD und ZDF beenden Tour-de-France-Liveübertragung und das Internet macht “jung und klug” – unser Rückblick auf die 42. Kalenderwoche.


In einem hinreißenden Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschwert sich Elke Heidenreich, dass Literatursendungen wie ihre eigene einen unmöglichen Sendeplatz haben: “Klar, verschiebt uns in die Nacht und sagt dann: komisch, die Quoten sind niedrig. Man sollte im übrigen Quoten endlich mal kompetent hinterfragen.” Seit Anfang des Jahres warte sie auf klare Ansagen, wann es wo mit ihrer Sendung im nächsten Jahr weitergehe. Ob es überhaupt weitergeht? Heidenreich hatte sich mit einem flammenden Appell (“Reich-Ranickis gerechter Zorn”) auf die Seite von Marcel Reich-Ranicki und seiner Kritik am Fernsehen gestellt – “nun legt mir natürlich der gekränkte Intendant des ZDF nahe, nach meiner Kritik am Sender doch besser aufzuhören. Ich denke gar nicht dran.” Entsprechend fällt die Überschrift aus: “Der Kampf fängt gerade erst an!”

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Politmagazine bei SF:
Frauenschicksale statt Politik

Ronnie Grob, 19. September 2008 um 11.31 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Schicksale im Boulevard-Stil statt politischer Hintergrund. Die politischen Formate des Schweizer Fernsehens haben ihren Fokus verloren.

Wer am 17. September 2008 von 20:50 bis 22:15 Uhr den Sender SF1 einschaltete, um sich, wie im Programm angesagt, in politischen Magazinen über Politik zu informieren, hat Pech gehabt. Statt Politik warteten drei Frauenschicksale:

Thema der Rundschau: “Rätselhafter Mordversuch: Schweizerin hofft auf Begnadigung(Über das Video, das nach der Sendung online gestellt wurde, heisst es inzwischen lapidar: “Aus urheberrechtlichen Gründen kann dieser Video-Beitrag nicht im Internet gezeigt werden.” Entweder wurde das Video also fälschlicherweise online gestellt oder es sind Ausflüchte. Wir fragen die Pressestelle. Im Video zu sehen ist eine mehrfach in Tränen ausbrechende Frau, der wegen Anstiftung zu Mord Gefängnis droht, nach einem, so sagt es eine Gefängnisseelsorgerin, “Hexenprozess par Excellence”)

Bei 10vor10: “Heidi Regli - Ein Schicksal hinter den Börsenkurven

Und nochmal 10vor10: “Carla Bruni spricht über die Liebe

Nichts gegen die journalistische Aufbereitung von Schicksalen mit allen damit verbundenen Gefühlen. Aber muss das in politischen Formaten geschehen?

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Der heisse Stuhl

Ronnie Grob, 29. März 2008 um 12.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Talkgäste verunsichern? Erst befragen, wenn sie ordentlich Wein gebechert haben? Ein Rückblick auf den schmalen Grat zwischen journalistischem Mumpitz und frischem Fernsehformat.

Der heisse StuhlEs gibt Formate, die journalistisch so hart und unerbittlich wirken wollen, dass es fast schon lustig ist. Da wird ein Gast, der “in die Zange genommen” werden soll auf einen Stuhl gesetzt, der so heiss sein soll, dass es ihm ungemütlich wird. Oder der Fragende umrundet den Befragten so, dass dieser nicht mehr weiss, wo vorne und wo hinten ist.

“Explosiv - der heisse Stuhl” lief von 1989 bis 1994 auf RTLplus und tatsächlich, der Stuhl sieht aus wie ein Marterpfahl oder Scheiterhaufen, ein kalter, hoher Bau aus Stahl, an dem nur aus Gründen der Menschlichkeit noch ein paar Kissen angebracht wurden:

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