Alle 4 Artikel zum Thema Qualitätsjournalismus auf medienlese.com:
Wir schreiben nicht den Untergang von Holzhausen herbei, wir begleiten den medialen Wandel – und fragen uns, wovon Journalisten in Zukunft leben sollen.
Das Wasser bis zum Hals (Keystone)
Hier wäre eine “fast sehnsüchtige Litanei nach dem Untergang von Holzhausen erklungen“, beklagt sich unser Leser David. Eine Äußerung, die eine Entgegnung verdient. Ganz ohne jede Polemik, und zum Jahresausklang auch um Versöhnung und Konsens bemüht, aber auch um Deutlichkeit bei der Situationsbeschreibung. Denn die Aussage ist in dieser Form falsch: Niemand würde die Existenz eines starken, robusten Printjournalismus mehr begrüßen als wir. Nur ist die historische Situation leider eine andere.
Als die Graff, die Jörges usw. zu Beginn des Jahres von irgendwelchen “Sielen” über dem höllischen Untergrund einer Blogosphäre daherschwätzten, die man “dichthalten” müsse, um den Tempel des Qualitätsjournalismus vor all dem wimmelnden Unrat und Gewürm zu retten, da zog doch zunächst nur eine Holzhausener Elite über das kleine Digitalien her.
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1. “Durch Wettbewerb aus der Identitätskrise”
(nzz.ch, Stephan Russ-Mohl)
“Die ‘New York Times’ auf temporeichem Erneuerungskurs.”
2. “Die 6 Dimensionen des Qualitätsjournalismus!”
(ralfschwartz.typepad.com)
“Blogger und der durchschnittliche Journalist haben noch eine Menge zu lernen, ehe sie wahrhaft und nachhaltig erfolgreich sein werden.” Genannt werden “Hintergrund durch Nachhaken”, “Objektivität”, “Relevanz”, “Entwicklung der Story und Kontextualisierung”, “Leidenschaft” sowie “Involvement und Diskussion”.
3. Christian Nienhaus im Gespräch
(ftd.de, Jennifer Lachman)
WAZ-Chef Christian Nienhaus weiss nicht genau, wohin sich das Internet entwickelt: “Diejenigen, die behaupten, es zu wissen, müssten, wenn sie recht behalten, in fünf Jahren alle Milliardäre sein.”
4. “Ans Kreuz geschlagen”
(freitag.de, Martin Krauß)
“An den Biografien von Claus Jacobi und Hans-Peter Schwarz zu dem Verleger Axel Springer kann man den Unterschied zwischen einem Schönschreiber und einem Historiker erkennen.”
5. “Medien und Qualität: Die NZZ will smart sein”
(bernetblog.ch, Marcel Bernet)
“Am Dienstag fand an der Uni Zürich eine erstes Gespräch der Reihe ‘Medien, Macht und Qualität‘ statt. Markus Spillmann, Chefredaktor NZZ, traf auf Otfried Jarren, Publizistikprofessor.”
6. “Da legst di nieder!”
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Bildergalerie)
“Die schönsten Bierleichen vom Oktoberfest 2008.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Den Satz “Qualität muss man sich leisten können” wird man wohl in Zukunft vermehrt hören. Die Medienlandschaft ist auf dem besten Weg, sich endgültig zu einer Zweiklassengesellschaft zu entwickeln.
Tyler Brûlé, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift
Monocle,
äusserte vor einiger Zeit folgende Sätze:
“In zwanzig Jahren wird es noch zwei Arten von Publikationen geben: Boulevardtrash mit gigantischer Auflage und elitäre Tageszeitungen und Magazine mit klugen Analysen und Meinungen. Alles, was publizistisch dazwischen ist, bricht weg. Überleben werden die primitiven oder supersmarten Printprodukte.”
Nehmen wir an, diese Vision trifft zu - auf alle Medien. Könnte es sein, dass sich dann unsere Gesellschaft in eine “Schund-” und eine “Qualitätsgruppe” aufteilt?
Um die beiden Gruppen voneinander abzugrenzen, listen wir mal auf, was schon jetzt in Ansätzen bei den beiden Extremen zu beobachten ist:
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Die heutigen Glasperlen und Glitzersteine sind die Digicams und Uhren, die es zu einem Aboabschluss dazu gibt. Hat es Qualitätsjournalismus wirklich nötig, seine Leser mit Tand zu ködern?
Spiegel-Umfrage
Erst kürzlich hab ich mir mal wieder den Spiegel gekauft. Und aus Neugierde einen beiliegenden Briefumschlag geöffnet, in dem sich ein Brief von Michael Plasse (Leiter Leser-Befragung Spiegel-Verlag), ein mit “Das ist ihr großes Dankeschön-Paket” angeschriebener Fragebogen und ein Rückantwortcouvert (”Das Porto zahlen wir für Sie!”) befand.
Herr Plasse schrieb:
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