Thema: PR

 

Alle 34 Artikel zum Thema PR auf medienlese.com:

Zoff bei Tanja-Anjas:
Lügen haben lange Beine

Klaus Jarchow, 13. August 2008 um 10.59 Uhr, 27 Kommentare Kommentare

Petra Sammer ist empört. Sie ist Geschäftsführerin bei einem ‘weltweiten Top-Ten-PR-Netzwerk’, bei der Münchner Ketchum GmbH, und sie will sich nicht nachsagen lassen, dass sie zu einer Berufsgruppe von Rosstäuschern gehöre:

Ganz klar und vollkommen unwissenschaftlich ausgedrückt: ich sehe Täuschung nicht als Teil unseres Berufes und ich hoffe, es gibt Kollegen und Kolleginnen, die diese Meinung teilen.”

Was aber war ihr bloß über die Leber gelaufen? Ganz einfach: Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Merten war in Münster auf einem Treffen der Branche aufgetreten, um unter anderem dies zu verkünden: » weiterlesen

Public Relations:
Höherer Blödsinn im narrativen Raum

Klaus Jarchow, 4. August 2008 um 12.32 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Es ist alles nur eine Frage des richtigen “Framings”: Heerscharen aufgeregter PR-Berater wollen aus Katastrophen Glücksfälle und aus Heuschrecken zirpende Grillen zaubern.

Dem PR-Schwadroneur ist nichts zu schwör (iStockphoto.com)

Nehmen wir mal an, Sie hätten – wie Millionen anderer Anleger weltweit – in der derzeitigen Bankenkrise Ihr ganzes Vermögen verloren, das doch so mündelsicher angelegt schien. Was empfänden Sie da einem Menschen gegenüber, der sich rühmt, sein Berufsstand habe diese Krise vorsätzlich herbeigeschrieben? – Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Dem PR-Schwadroneur ist bekanntlich nichts zu schwör:

“Was derzeit am Kapitalmarkt passiert, ist großartig für die Kommunikationsbranche! Während sich mancher PR-Stab den Kopf darüber zerbricht, wie er seinen Wertschöpfungsbeitrag gegenüber dem Vorstand mit Kennzahlen belegen kann, werden anderswo Milliarden-Werte mit Kommunikation bewegt. Einfach so.”

Das schreibt dort bei media coffee, im zentralen Blogportal der deutschen Kommunikationsbranche, Daniel Krolzik für die LPRS, für die Leipziger PR-Studenten. Sein Text lässt einerseits gewisse Rückschlüsse darauf zu, was den karrierebeflissenen jungen Leuten dort wohl inhaltlich über den Sinn und Zweck der Public Relations täglich beigebracht werden dürfte - dem verstaubten Code d’Athène auf dem Dachboden zum Trotz. Und auch nicht von irgendwem, denn dort tummeln sich u.a. der Pressesprecher des Bundespräsidenten oder der Ehrenpräsident der GPRA:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 25. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Schweizer Fernsehen: Eine Frage der Glaubwürdigkeit
(beobachter.ch, Christoph Schilling)
“News-Journalisten müssen unabhängige, kritische Geister sein. Ist das noch gewährleistet, wenn sie für gutes Geld PR-Anlässe für Firmen moderieren, über die sie sonst berichten?”

Herr Bankhofers PR-Interviews
(scienceblogs.de/plazeboalarm, Marcus Anhäuser)
WDR feuert Hademar Bankhofer: “Wir dokumentieren, in welcher Form er für die MCM Klosterfrau tätig war: Als Gesundheitsexperte in PR-Interviews für Produkte der Firma.”

Aus »Unbekannt« mach »Telekom«
(message-online.com, Uwe Krüger)
“Waren die Doping-Recherchen des Spiegel 1999 korrekt? Ein Informant von damals spricht über verbogene Zitate, falsche Bildunterschriften und dubiose eidesstattliche Versicherungen.”

Schön und gut
(nzz.ch, H. Sf.)
“Die Berliner Zeitschrift ‘Liebling’ fällt auf, formal und inhaltlich. Auch da, wo es um Mode und Kunst geht, fehlt der Jargon der Insider, gibt es nicht das sich enigmatisch spreizende Gefasel.”

Nazi-Worte im Sprachgebrauch
(sueddeutsche.de, Ruth Schneeberger)
Interview mit dem Sprachforscher Thorsten Eitz: “Der NS-Vergleich ist die treffsicherste Variante, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzielen. Sowohl die attackierten Gegner als auch Journalisten reagieren reflexartig und empört. So läuft das immer weiter.”

Wess’ Brot ich ess’ …
(kurier.at)
“Superrudi-Zeichner Szyszkowitz soll der Wiener Zeitung keine polit-kritischen Karikaturen mehr liefern.”

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Investition Journalismus:
Wer nimmt Geld in die Hand?

Ronnie Grob, 23. Juli 2008 um 11.10 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

10 Millionen Dollar investiert das amerikanische Milliardärs-Ehepaar Sandler jährlich in investigativen, unabhängigen, nicht profitorientierten Journalismus. Ein Vorbild?

ProPublica

“Kultivierter Millionär gesucht” titelte kürzlich die Süddeutsche Zeitung zur Suche des insolventen Berliner Aufbau-Verlags nach einem Investor. Und genau das hätten auch viele Zeitungen gerne. Jemanden, der Geld liefert und somit Journalismus ermöglicht – aber nicht reinredet in die Ausrichtung und den Inhalt des Produkts. Doch will ein Investor im sterbenden Zeitungsgeschäft mit seinem Investment Geld verdienen, wird er sofort mit einer die fruchtbaren Felder kahlfressenden Heuschrecke verglichen, gehasst und bekämpft.

Folglich bleibt dem Journalismus in Zukunft nur mehr eine Lösung: Er benötigt Investoren, die Geld liefern und dafür nichts mehr als hervorragenden Journalismus erwarten. Die Geld geben, weil “kritischer Journalismus die Voraussetzung für eine lebendige, funktionierende Demokratie ist” (Thomas Leif). Wie die Sandlers, die mit einer erfolgreichen Bank zu Milliardären wurden und im Oktober 2007 die gemeinnützige Organisation ProPublica vorstellten. Hier sollen Journalisten ohne die Finanzsorgen eines Verlages investigativ arbeiten können – zum Wohl der Allgemeinheit.

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Was wären Superhelden nur ohne Zeitung?

Ole Reißmann, 17. Juli 2008 um 16.46 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Batman, Superman – kein Superheld kommt ohne applaudierende Presse aus. Fehlt den filmischen Zukunftsvisionen die Zeitung, wird es verdammt eng für den Helden.

The Gotham Times: Verkündet die Heldengeschichten von Batman (Bild Keystone/Nam Y. Huh)Superman hätte ohne Zeitung gleich ein doppeltes Problem: Wenn er nicht gerade in Strumpfhosen die Welt rettet, arbeitet er als Clark Kent beim Daily Planet. Also für die Zeitung, die ständig die neuen Supertaten des schwerguten Capeträgers bejubelt.

Ganz folgerichtig hielten Fans zur Premiere des neuen Batman-Films in Chicago eine extra gedruckte Ausgabe der fiktiven Gotham Times in die Kameras. Die Gotham Times hat sogar eine eigene Webseite, Teil einer viralen Marketing-Kampagne für “The Dark Knight”. Superhelden ohne Zeitungen – kaum vorstellbar?

Sollte man meinen. Doch ein anderer Film zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft der Zeitung:

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Intransparenz bei Ringier:
Redaktionelle Werbung für Gate24

Ronnie Grob, 3. Juli 2008 um 10.55 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Ausführlich würdigt der Blick in einem Artikel das Internetportal Gate24.ch. Was die Leser nicht erfahren: Das Portal gehört zum eigenen Verlag. Wie praktisch.

Blick / Gate 24Interessenkonflikt? Aber wo denn! Der Artikel auf Seite 30 im Blick vom 2. Juli 2008 füllt über eine Seite. Oswald Weber führt ein Interview mit dem Chef der media swiss AG, Klaus Abele. Die beiden Interviewpartner stehen aber nur scheinbar auf verschiedenen Seiten – denn beide arbeiten für Ringier. Der Blick zu 100 Prozent Ringier, die media swiss AG seit Ende 2007 zu 80 Prozent. Der wiederum gehört das Portal Gate24.ch, um das es im Interview geht. Eigentlich ja praktisch, wenn alles eine grosse Familie ist. Nur:

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“Candy Girls”:
Skandal oder PR-Nummer?

Ole Reißmann, 15. Juni 2008 um 13.52 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Eine Internet-Serie soll etwas aufgepeppt werden und bekommt einen Gastauftritt von Lady Bitch Ray verordnet - kurz darauf wird den Verantwortlichen die Sache “zu heiß”.

Lady Bitch Ray (Bild Keystone/Jörg Carstensen)“Candy Girls”, die hippe “neue deutsche Fernsehserie” aus Endgeil-Berlin, läuft nicht im verschnarchtem Fernsehen, sondern im angesagten Internet auf Rupert Murdochs Musik- und Partynetzwerk MySpace. Und man könnte meinen: Es läuft nicht so richtig für die “Candy Girls”. Denn gerade wurde eine Episode der Serie nachträglich aus dem Archiv entfernt:

Skandal-Rapperin Lady Bitch Ray sagte schmutzige F-Wörter – kurze Zeit darauf wurde Teil 7 abgesetzt.

… schreibt die Welt über die von der offiziellen Seite entfernte und weiterhin im Netz herumgeisternde siebte Folge “Betriebsversammlung”.

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6 vor 9

Ole Reißmann, 4. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Online macht’s möglich: Französisches Recht für britische Publikation
(medienrauschen.de, Thomas Gigold)
“Wer meint, nur in Hamburg kann man absurde Urteile zu Internet-Sachverhalten fällen, der sollte einen Blick nach Paris wagen. Dort nämlich hat das ‘Tribunal De Grande Instance’ zwei britische Verlage verurteilt, weil deren Web-Inhalte in Frankreich gelesen werden konnten.”

Frische Form für Österreich (Video)
(Folge Magazin)
“Am Ende gehen alle traurig ins Bett – und das muss ja nicht sein. Ein Gespräch mit David Schalko”, österreichischer Regisseur, Autor und Entwickler von Fernsehsendungen für den ORF (Wikipedia).

Give Me Something To Read
“Need something to read? Enjoy these selections from among the most frequently bookmarked articles on Instapaper.” Eine Liste der Artikel, die mit dem Lesezeichen-Plugin zum gespeichert wurden – zum später einmal lesen.

“Nokia hat den längsten”
(Indiskretion Ehrensache, Thomas Knüwer)
“Unternehmen kommunizieren nicht. Weil sie es nicht können. Je größer ein Konzern, desto eher entwickelt sich seine Kommunikationsabteilung zu einem Geknebelten, der um Hilfe schreien möchte. Beispiel: Nokia.”

CDU-Politiker fordert Absetzung von “Anne Will”
(dwdl.de, Jochen Voß)
So natürlich nicht: Will talkt zum Thema Linkspartei und dass man mit ihr erfolgreich regieren könne. “Nach der Sendung vom vergangenen Sonntag fordert nun der Berliner Fraktionsvorsitzende der CDU, Friedbert Pflüger, ‘Anne Will’ abzusetzen und statt dessen ‘Hart aber fair’ zu zeigen. Unter anderem wirft Pflüger dem Format die “bewusste Verzerrung von Sachverhalten” vor. ARD-Programmdirektor Struve weist die Kritik als ‘absurd’ zurück.” Plasberg diskutiert diese Woche lieber über Magermodels und Schönheitswahn …

Glänzender Medienstandort Hamburg
(Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude)
Heute Abend im Ersten: Eine aufstrebende Journalistin erpresst ihren Chef, schläft mit ihm, verliebt sich in einen anderen und muss die Konkurrenz ihres Unternehmer-Bruders dissen. Die Handlung “hint”, schreibt Staude, Dialoge und Bilder wollen “immer nur das Große, Bedeutsame (…) Herrgott, möchte man sagen, geht’s nicht ‘ne Nummer kleiner?”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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Bond-Buch:
Media May Care

Ole Reißmann, 28. Mai 2008 um 11.59 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Auf dem Cover das Model Tuuli Shipster und eine Hollywood-reife Premierenfeier mit Kriegsschiff und Edelkarosse: Sebastian Faulks hat Ian Fleming imitiert und ein neues Bond-Buch geschrieben.

Tuuli Shipster mit Bond-Buch (Bild Keystone)Die gigantische PR-Aktion zum Verkaufsstart von “Devil May Care” in Großbritannien verspricht natürlich ein großartiges, intelligentes, gut geschriebenes Werk. Niemand soll auf die Idee kommen, Bond-Buch-Girl Tuuli Shipster und grimmige Marines sollten vom exquisiten Inhalt des Buchs ablenken und für die Aufmerksamkeit sorgen, die dem Schnellschuss-Krimi ansonsten mangels Substanz verwehrt geblieben wäre.

In nur sechs Wochen soll Sebastian Faulks den neuen Bond-Krimi “Devil May Care” heruntergeschrieben haben – in bester Tradition des verstorbenen Bond-Vaters Ian Fleming, der pro Tag 2000 Wörter schrieb. Am nächsten Tag gleich noch 2000, immer so weiter, ohne zu viel über das zu Papier gebrachte nachzudenken.

Bilder Keystone
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Denn Faulks sollte im Auftrag der Flemings nicht einfach ein Bond-Buch schreiben, er sollte schreiben wie der echte Fleming. Als er, ganz Autor, nach dem Innenleben Bonds forschte, musste er feststellen: Fehlanzeige. “I tried to go inside Bond’s head, to create an inner life for him, and I realised he didn’t have one”, sagte er der BBC im Interview. James Bond ist hohl.

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Vorsicht, ein Trend geht um

Klaus Jarchow, 26. Mai 2008 um 12.31 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Grandios dahinbrutzelnde Ideengewitter: “Karma-Kapitalismus” und “Selbstmarketing” sind die heißen “Buzzwords” auf Trendtagen.

Trend (Bild Keystone)Ach, diese Berichte von ‘Trendtagen’ machen mich immer ganz fusselig im Kopf. Kaum habe ich mich an den ‘Keynotespeaker’ gewöhnt, kommt schon der “Keynotspeaker” dahergestürmt, um mich über das “Identitätsmanagement” aufzuklären, weil’s in dem Punkt bei mir wohl haken soll, während ich an der nächsten Ecke schon wieder dringend helfen muss, die “Innovationskultur zu revolutionieren”. Generell soll wohl die ‘Sinnsuche’, auch ‘Identität’ genannt, zur neuesten Management-Aufgabe werden, der wir uns dann durch große ‘Reputations-Management-Portale’ (Peter Wippermann) irgendwie annähern können, um mit ihrer Hilfe das ‘Selbstmarketing’ - früher auch vulgär ‘Lebensziel’ genannt - zur Online-Perfektion zu treiben. Oder jedenfalls so ähnlich oder so …

Übrigens - all diese ewig dreißigjährigen Herren auf solchen Events tragen bei ihrer Sinnsuche mit Vorliebe schwarz und teuer, während sie höchst ‘interlecktüll’ durch dicke Hornbrillen zu gucken pflegen, ob nicht irgendwo ein fürwitziger Trend sein Näschen in den Wind der Zeit reckt. Die Damen stöckeln auf schwarzseidenem Gehwerk durch dies grandios dahinbrutzelnde Ideengewitter, angerichtet von personifizierten Think Tanks, Koryphäen und minderen Professuren, allseits von Buzzwords umschmeichelt, während über allem der “Karma-Kapitalismus” Triumphe feiert. “Every social problem is a business opportunity” - so das diesjährige Motto, das dann wohl am Beispiel von Somalia, Nordkorea und Simbabwe gewinnbringend durchdekliniert werden durfte.

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