Thema: Politjournalismus

 

Alle 2 Artikel zum Thema Politjournalismus auf medienlese.com:

Politmagazine bei SF:
Frauenschicksale statt Politik

Ronnie Grob, 19. September 2008 um 11.31 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Schicksale im Boulevard-Stil statt politischer Hintergrund. Die politischen Formate des Schweizer Fernsehens haben ihren Fokus verloren.

Wer am 17. September 2008 von 20:50 bis 22:15 Uhr den Sender SF1 einschaltete, um sich, wie im Programm angesagt, in politischen Magazinen über Politik zu informieren, hat Pech gehabt. Statt Politik warteten drei Frauenschicksale:

Thema der Rundschau: “Rätselhafter Mordversuch: Schweizerin hofft auf Begnadigung(Über das Video, das nach der Sendung online gestellt wurde, heisst es inzwischen lapidar: “Aus urheberrechtlichen Gründen kann dieser Video-Beitrag nicht im Internet gezeigt werden.” Entweder wurde das Video also fälschlicherweise online gestellt oder es sind Ausflüchte. Wir fragen die Pressestelle. Im Video zu sehen ist eine mehrfach in Tränen ausbrechende Frau, der wegen Anstiftung zu Mord Gefängnis droht, nach einem, so sagt es eine Gefängnisseelsorgerin, “Hexenprozess par Excellence”)

Bei 10vor10: “Heidi Regli - Ein Schicksal hinter den Börsenkurven

Und nochmal 10vor10: “Carla Bruni spricht über die Liebe

Nichts gegen die journalistische Aufbereitung von Schicksalen mit allen damit verbundenen Gefühlen. Aber muss das in politischen Formaten geschehen?

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Politikjournalismus à la Bling-Bling

Ronnie Grob, 25. Januar 2008 um 12.24 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Journalisten beklagen sich darüber, dass Politik nur noch eine Boulevardshow ist. Dabei sind sie selbst dafür verantwortlich.

20minuten Sarkozy
Screenshot 20min: Bling-Bling

Seifenoper im ARD-Weltspiegel: Ein Beitrag über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Man filmt ihn bei SMS-Schreiben bei einem Staatsbesuch (”während andere wichtige Verträge unterschreiben”). Man informiert, dass er Frühlingsurlaub, Sommerurlaub und Winterurlaub macht. Ihm wird unterstellt, die “Hauptsache” seien für ihn “Schlagzeilen, egal welche”. Grosse Gesten und einfache Botschaften werden festgestellt. Eine endlose “Sarko-Show” sei das.

Der Beitrag von vergangenem Sonntag, in dem es fast ausschliesslich um diese Äusserlichkeiten geht, wurde aber von der ARD produziert. Und die ist ja, von den Gebührengeldern mal abgesehen, unabhängig. Und hätte gut auch einen Beitrag machen können, in dem es um Inhalte geht.

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