Alle 3 Artikel zum Thema Politikjournalismus auf medienlese.com:
Drei Reporter nehmen die Zuschauer mit auf Recherche und lassen sie an ihrer Arbeit teilhaben: Das NDR-Magazin “Panorama” probiert sich an einem neuen Format. Kein eitler Selbstzweck?
Huch, was war das denn? Durchgestylte Bilder, Reporter – ”Ich will wissen, ob mehr dahinter steckt” – mitten im Bild, schnelle Schnitte, persönliche Kommentare. Das öffentlich-rechtliche Politikmagazin “Panorama” rückt in einem neuen Format seine Reporter ins Bild: “Thema der Beiträge ist nicht nur – wie sonst – das Rechercheergebnis, sondern auch die Methoden dahinzukommen.” Erstmals ausgestrahlt gestern Abend im Ersten. Das Ergebnis macht richtig Spaß, zum Beispiel, wenn Christoph Lütgert von Politikern abgewimmelt wird. Kurt Beck hat gerade seinen Rücktritt ins Spiel gebracht, die Genossen wollen von Krise nichts wissen, Finanzminister Steinbrück lächelt den Reporter einfach weg. Der schüttelt sich: “Immer diese generöse Tour. Wie ich das hasse!”
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Politik. Die Leser wenden sich mit Grauen ab – doch warum nur? Liegt es an der Mediendemokratie, in der Berichterstattung und Politik nicht mehr voneinander trennbar sind? Ein Erklärungsversuch.

Bundespressekonferenz in Berlin: Danach ins Borchardt? (Bild Keystone)
Das Publikum ist der ideale Sündenbock: Schleicht der Mime ohne Beifall von der Bühne, dann hat natürlich die dumpfe Zuhörerschaft schuld, weil diesem Denkpöbel dort draußen vor dem Orchestergraben doch jedes Organ für die wahre Kunst fehlt.
Ähnlich ist es, wenn der vereinigten Verlegerschaft die jungen Leser wegbrechen: Natürlich ist dann die abnehmende Lesefähigkeit verantwortlich. Bleiben immer mehr Wähler zu Hause, angesichts der Nichtwahl, die ihnen geblieben ist, dann holt der Kommentator die ‘Politikverdrossenheit’ als ‘medialen Mülleimer’ aus dem Schrank. Wenn ferner Leser die Einheitsberichterstattung im Politteil ihrer Zeitung nicht mehr goutieren, wenn sie deren Ansicht einfach nicht mehr teilen und den Abverkauf einstellen, dann haben sie ein demokratisches Defizit. Sagt jedenfalls Jürgen Habermas. So einfach ist das, wenn man es sich einfach macht. Die Schuld aber beim Schauspieler zu suchen, käme niemandem unter unseren ‘terrible simplificateurs’ jemals in den Sinn.
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Um die 5000 Journalisten arbeiten im Pressezentrum Kühlungsborn an der Berichterstattung über den G8-Gipfel in Heiligendamm. Da aber dort wenig passiert, trinken einige von ihnen Champagner, lassen sich massieren und sitzen in der Sonne.

Screenshot spiegel.de
Journalist ein toller Beruf, hab ich gestern beim halbstündigen Zapp-Lobpreis auf guten Journalismus gelernt. Das Medienmagazin ist bei seinen Nachforschungen “auf engagierte Aufklärer und mutige Reporter, vorbildliche Rechercheure und solche, die es werden wollen” gestossen. Auch ich habe dort knallharte Recherchen, die zur Entlarvung von Wirtschaftsskandalen führen, Reportagen unter Einsatz des Lebens an NPD-Veranstaltungen und Menschen, die jeden Tag die bösen Seiten der Bild -Zeitung rapportieren, gesehen. Das Journalisten-Leben kann also anstrengend sein, aber auch befriedigend.
Nur: Was genau machen die 5000 akkreditierten Journalisten am G8-Gipfel? Yasemin Yüksel von Spiegel TV hat es herausgefunden (Video, 2:31 Minuten). Sie sitzen in der Sonne, trinken vor der Arbeit Champagner und lassen sich den Rücken massieren. Und kriegen Gratispostkarten, Handcremes, Frisbee-Scheiben, Müsli, Handtücher und Rezeptbücher für Milkshakes geschenkt.
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