Thema: Politik

 

Alle 10 Artikel zum Thema Politik auf medienlese.com:

Wahl in Österreich:
Die Spiegel der Volksmeinung

Markus Kirchsteiger, 22. September 2008 um 19.58 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Anlässlich der österreichischen Nationalratswahl: Ein Streifzug durch Österreichs Bloggerszene, bei dem wir gute Inhalte und lesenswerte Kommentare finden.

Gute Online-Angebote zur bevorstehenden Wahl in Österreich liefern nicht nur klassische Medien und Bürgerplattformen, sondern auch private Blogger. Helge Fahrnberger etwa bloggt in seinem Privatblog helge.at nicht nur darüber, welche Partei er warum wählen möchte. Er analysiert auch gekonnt, wie das Liberale Forum (LIF) neue Mitglieder und Unterstützer im Internet rekrutiert. Sein Fazit:

Das LIF ist offenbar die erste wahlwerbende Gruppe hier, die erkannt hat, dass klassische Organisationsformen wie Parteien - entstanden aus kommunikationslogistischen Nöten, die’s längst nicht mehr gibt - an Berechtigung verlieren und sich neu erfinden müssen.

Außerdem präsentiert Fahrnberger einen delikaten flickr-Fotostream, auf dem sich Partyfotos von Veranstaltungen der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ) mit teils wohl eher unvorteilhaften Szenen finden:

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Wahl in Österreich:
Bürgerplattformen mischen mit

Markus Kirchsteiger, 18. September 2008 um 12.50 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Neben den Internetangeboten der klassischen Medien kann man sich über den österreichischen Wahlkampf auch auf Bürgerplattformen informieren. Einige gut gemachte Angebote stellen wir hier vor.

Bürger fragen – Politiker antworten: Mit diesem Konzept hat schon CNN bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaft einen Quotenerfolg gelandet. Der österreichische Privatsender ATV kopierte diese Idee für die Nationalratswahlen am 28. September und fordert die Österreicher nun ebenfalls dazu auf, ihre Fragen an Politiker auf einem eigenen youtube-Channel zu stellen.

Allerdings picken die ATV-Redakteure am Ende nur einen Bruchteil an ihrer Meinung nach passablen Fragen heraus, um sie im Fernsehen den Spitzenkandidaten der antretenden Parteien zu stellen.

Die Plattform wahltotal.at ist da wesentlich innovativer und bürgernäher.

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Wahl in Österreich:
Medien entdecken YouTube und Blogs

Markus Kirchsteiger, 13. September 2008 um 15.13 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Österreich wählt einen neuen Nationalrat – und die “alten” Medien setzen auf Internetangebote, um neue Lust auf Politik zu machen.

Die innovativste Idee für die Wahlberichterstattung hatte heuer zweifelsohne der österreichische Privatsender ATV. Wie bei CNN während der Vorwahlen zur US-Präsidentschaft, können die Österreicher Fragen auf einen YouTube-Channel von ATV hochladen. Einige der Videos werden am 21. September ausgesucht und direkt den Spitzenkandidaten im TV-Studio gestellt.

Beim öffentlich-rechtlichen ORF dagegen beschränkt man sich auch im Jahr 2008 auf ein altbackenes Konzept: Die Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien treffen im Zweier-Duell aufeinander. Das Neueste zur Wahl bündelt der ORF auf der recht schmucklosen Plattform wahl08.orf.at. Als Revolution darf schon gelten, dass immerhin alle TV-Konfrontationen nach der Ausstrahlung auch online angeschaut werden können.

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Minister Faymann:
In der Sonne der Bahn-PR

Markus Kirchsteiger, 15. August 2008 um 10.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Seit über einem Jahr plaudert der österreichische Verkehrsminister und SPÖ-Vorsitzende in einer PR-Serie auch über private Kleinigkeiten - auf Kosten der Steuerzahler, ätzen nun viele Medien.

Werner Faymann (Keystone)

Kaum zum Parteivorsitzenden der österreichischen Sozialdemokraten gewählt, bläst Verkehrsminister Werner Faymann schon eine kühle Brise von Seiten der Medien entgegen. Dabei segelte er noch kürzlich unter dem günstigen Rückenwind der Kronen-Zeitung an die Spitze der Partei und löste den regierenden Bundeskanzler als Parteivorsitzenden ab.

Erste Wolken am Horizont zogen auf, als Faymann mit einem Brief an die Krone die neue Parteilinie der SPÖ in der Europapolitik verkündete. Sogar viele Parteimitglieder erfuhren vom 180-Grad-Schwenk der SPÖ, die plötzlich für statt gegen Volksabstimmungen bei EU-Verträgen war, zuerst aus der Krone. Peinliche Anbiederung an den Boulevard warfen entrüstete Parteimitglieder und entsetzte Journalisten der neuen SPÖ-Führung vor. Und plötzlich fällt kritischen Edelfedern der nächste Skandal ein:

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“The Dark Knight”:
Böser Batman, mächtiger Film

Ole Reißmann, 31. Juli 2008 um 14.52 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Ein düsterer, bitterer Actionfilm voller tragischer und kaputter Charaktere sorgt für volle Kinos: “The Dark Knight”, der achte Batman-Auftritt, bricht schon jetzt Zuschauerrekorde.

Heath Ledger als Joker, Christian Bale als Batman: Folter als probates Mittel (AP Photo/Warner Bros.)Batman foltert, bricht Gesetze, verletzt Bürgerrechte, übt Selbstjustiz und belügt die Öffentlichkeit – und zum Schluss des Films fragt ein kleiner unschuldiger Junge, was der Held denn falsch gemacht habe. Nichts und alles, das ist die Botschaft des Films: Batman hat sich schuldig gemacht, um die Bürger von Gotham City zu retten.

Damit ist “The Dark Knight” ein äußerst politischer Film. Zuviel sei vor dem Deutschlandstart des Films am 21. August nicht verraten – nicht zu viele Details, kein Blick auf die komplexen Charaktere mit ihren tragischen Konflikten. Keine Würdigung von Schauspielern und Machern des Films, das überlassen wir den richtigen Rezensionen. Nur soviel: Es gibt zwar Actionfilme mit mehr “Wumms”, aber kaum einen, der düsterer, dichter und packender ist. Aber hier geht es um etwas anderes, denn in diesem Film verschwimmt nicht einfach die Grenze zwischen “gut” und “böse” …

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ZDF auf YouTube:
Obama für alle

Ole Reißmann, 25. Juli 2008 um 14.00 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Die Rede von Barack Obama in Berlin beherrscht heute die Titelseiten. Im Internet gibt es Videos des Auftritts auf Abruf, mit oder ohne deutsche Silmutanübersetzung.

Obama in Berlin (Bild Keystone)Rund 200.000 Menschen versammelten sich auf der Obama-Fanmeile und hörten die Rede des designierten Präsidentschaftskandidaten der amerikanischen Demokraten. Tausende Menschen standen in der Abendsonne und jubelten Obama zu, der von einer gemeinsamen Verantwortung im Kampf gegen Atomwaffen, Terrorismus und Klimawandel sprach. Die Rede in Textform gibt es zum Beispiel hier – eindrücklicher ist natürlich ein Video des Auftritts. Entweder in den Mediatheken von ARD und ZDF mit deutscher Übersetzung – oder auf YouTube, eingestellt vom ZDF, in guter Qualität:

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Papst kann einpacken:
“Er” ist da

Ole Reißmann, 24. Juli 2008 um 13.57 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Barack Obama, vielleicht künftiger Präsident der USA, beehrt Berlin – und deutsche Online-Medien überbieten sich selbst: Live-Reportagen und +++ Live-Ticker +++, wohin man klickt.

Obama in Berlin (Bild Keystone)

Jedes noch so kleine Detail wird im Minutentakt eifrig an die werten Klick-Kunden durchgegeben: Obama hier, dort, überall. Verdächtiges Päckchen in der Lobby von Obamas Hotel? Eilmedlung! Es gibt kein Erbarmen. Auch nicht auf sueddeutsche.de: “An der ersten Ma[r]kierung, braune Tapes auf hellgrünem Teppich, gibt es ein kurzes Shakehands für die Journalisten.” Bitte! Mehr! Details!

Die über Agenturen angefütterten Ticker, von Focus bis Stern, unterscheiden sich kaum. Selbst der Bild-Ticker könnte für das Angebot eines seriösen Mediums durchgehen. Oder andersherum. Doch zum Glück gibt es eine rühmliche Ausnahme: Noch eine Spur überdrehter liest sich der Obama-Hype auf Faz.net. Dort berichtet Marcus Jauer live aus Berlin. Bei ihm finden sich folgende Sätze:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 2. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Mobbing eines SPD-Chefs
(ftd.de, Wolfgang Münchau)
Wie Journalisten Politik machen: “Beck ist nicht der erste deutsche Politiker, der von den Medien maßlos gemobbt wurde. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie man in den frühen 80er-Jahren Helmut Kohl so geringschätzte, wie man den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt glorifizierte.”

Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß
(sueddeutsche.de, Pia Röder)
“TV-Star Sabine Christiansen klagte gegen die Veröffentlichung eines Fotos, das sie mit ihrer Putzfrau zeigte - und gewann vor dem Bundesgerichtshof. Der Verlierer, der Springer-Verlag, zeigte just am Prozesstag exklusive Fotos von Christiansens Hochzeit.”

“Wir leben im Cyberspace”
(berlinonline.de, Johannes Fischer)
Schriftsteller William Gibson über das Internet: “Es gibt keine Hierarchie. Man kann es nicht steuern. Die chinesische Regierung versucht den Zugang zu Internetseiten wie YouTube zu unterbinden. Ich weiß nicht, ob die chinesische Regierung das so sieht, aber wenn man Menschen den Zugang zu Seiten wie YouTube versperrt, dann unterbricht man einen Kreativitätsfluss der sich später negativ auf die eigene Produktivität auswirkt. Aber ich denke, die Chinesen schaffen das auch so. Das Internet verfügt über viele Wege.”

Verfolgte Privatsphäre
(zeit.de, Video, 4:30 Minuten)

Mercedes Bunz über Privatsphäre im Internet. Start einer neuen Serie.

Meine erste heute.de-Referenz
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
“Das ZDF und ich haben ein besonderes Verhältnis. Wegen des ein oder anderen Textes, den ich über den Sender geschrieben habe und in dem man sich schlecht behandelt, falsch dargestellt und übertrieben kritisiert fühlt. Nun, meine Erfahrung hat gezeigt: Beim ZDF fühlt man sich immer schlecht behandelt, falsch dargestellt und übertrieben kritisiert.”

I’m now reading a story on microblogs
(chicagotribune.com, Wailin Wong)
“In cyberspace, no status update is too small to share with friends, family and strangers, including this:”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Kronen-Zeitung:
Dichands neuester Coup

Markus Kirchsteiger, 27. Juni 2008 um 16.52 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Das neue Führungsduo der Regierungspartei SPÖ erklärt eine 180-Grad-Drehung ihrer EU-Politik – ausgerechnet exklusiv vorab in der Kronen-Zeitung, die genau das seit Monaten fordert.

Kronen-Zeitung

Beim Blick in die gestrige Kronen-Zeitung blieb wohl nicht nur einigen Journalisten und Bloggern das Frühstückskipferl im Hals stecken. Praktisch ganz Österreich ist vom abrupten Positionswechsel der stimmenstärksten österreichischen Regierungspartei überrascht. Entsetzt waren viele darüber, wie diese plötzliche Meinungsänderung an die Öffentlichkeit getragen wurde: nämlich in einem Brief an Hans Dichand, den Herausgeber der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Krone:

Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.

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Neue Online-Partei:
Irgendwie Internet

Ronnie Grob, 27. März 2008 um 13.00 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Wer vertritt eigentlich die politischen Anliegen der Generation Internet? Die neugegründete Online Partei Schweiz will sich für IT und Internet einsetzen, ohne sich aber konkret festzulegen. Ein Interview mit Vizepräsident Benedikt Bitzi.

Onlinepartei Benedikt Bitzi (Bild privat)
Benedikt Bitzi: “Internet, frischer Wind, zukunftsorientiert.” (Bild privat)

Monothematische Parteien werden meist aus einer aktuellen Begeisterung für ein Thema gegründet, überleben dann politisch aber nicht immer lange. Die Autopartei zum Beispiel wurde 1985 als Gegenbewegung gegen die Grünen gegründet und erlebte 1991 ihren Höhepunkt, als sie mit acht Sitzen im Nationalrat immerhin vier Prozent der grossen Kammer des Parlaments stellte. 1994 wurde sie in die Freiheits-Partei umbenannt, verlor 1999 alle Sitze im nationalen Parlament und ist heute nur noch in lokalen Parlamenten vertreten.

Nun wurde letzte Woche per Pressemitteilung die bereits im Dezember 2007 gegründete Online Partei Schweiz verlautbart. Es ist nicht die erste und nicht die einzige Partei, die versucht, sich für alles einzusetzen, was irgendwie mit IT und Internet zu tun hat.
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