Thema: Politically Incorrect

 

Alle 2 Artikel zum Thema Politically Incorrect auf medienlese.com:

Dummy:
Gutes Cover, gute Gründe

Ole Reißmann, 25. September 2008 um 11.21 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Die aktuelle Ausgabe des Gesellschaftsmagazin Dummy, angeführt von Spiegel-Komplex-Autor und Blattschuss-Blogger Oliver Gehrs, heißt nicht “Neger”, sondern “Schwarze”. Denn die Idee, das nächste Heft so zu nennen, wurde schon früh auf der Internetseite angekündigt. Woraufhin ein kleiner Proteststurm losbrach und der Redaktion “Rassismus, Aufwiegelei, Ignoranz, politischer Amoklauf und sonst was” vorgeworfen wurde, wie es im Editorial heißt. Man wolle niemandem “schon vor dem Lesen vergraulen”.

Das mittlerweile eingestellter Schweizer Nachrichtenmagazin Facts hatte im August 2003 weniger Bedenken bei der Titelwahl. Was natürlich an der Schweiz liegen kann – oder an der mangelnden User-Beteiligung. Hätten die nur mal vorher nachgefragt und abgewogen: Fallen wir auf und brechen ein Tabu, oder nehmen wir doch lieber Rücksicht?

Das ist genau der Moment, in dem einige Unbeirrbare gegen eine vermeintliche “politische Korrektheit” schimpfen, Rücksicht als Schwäche umdefinieren und dabei auf die Regeln eines friedlichen Zusammenlebens pfeifen:

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Sind Blogs eigentlich links?

Klaus Jarchow, 21. Mai 2008 um 13.00 Uhr, 29 Kommentare Kommentare

Wenn es eines Beispiels für das Böse der Blogosphäre bedarf, muss regelmäßig ‘Politically Incorrect’ herhalten. Man könnte meinen, Bloghausen sei ein brauner Sumpf - die Frage sollte aber besser heißen: Sind Blogs eigentlich links?

Wenn man den Berichterstattern der Holzmedien trauen darf, gilt: Blogs sind die Heimstatt aller Kryptofaschisten und notorischen Wortmüllproduzenten, die in den Löchern des spießbürgerlichen Vorurteilswesens auf fette Beute lauern, während sie, die gebenedeiten Redakteure, wie Engel über jenem dahinduftenden Mordor tief unter ihnen schweben. Wenn sich allerdings jemand wirklich auskennt, lautet die Antwort anders.

Mit Parteipolitik hat die Blogosphäre dabei wenig zu tun. Von welcher Partei auch immer, es gibt meines Wissens bisher nirgendwo ein ernstzunehmendes Parteiblog in Bloghausen. Bezeichnenderweise. Und Angela Merkels Vlog-Versuche gleichen - recht betrachtet - eher einem Anbiederungsversuch an eine wahlstrategisch bedeutsame Zielgruppe, deshalb, weil ‘man das medienpolitisch jetzt auch so macht’, keineswegs aber ist es eine mediale Großtat unter der virtuellen Zirkuskuppel.

In den Augen der Blogger - Bizziniss-, SEO- und PR-Blogger bleiben vorläufig mal außen vor - steht auf der einen Seite so etwas wie ‘die dunkle Macht’. Und ihr gegenüber, nämlich im virtuellen Auenland auf der grünen Wiese, da finden wir die Jungs und Deerns mit den Lichtschwertern - nämlich die Guten, auch Blogger genannt. Ob der Gegner dann Schäuble, Westerwelle, Lafontaine oder Johannes B. Kerner heißt, ist dabei ziemlich humpe. Man nennt das, was ‘böse’ oder ‘dunkel’ scheint, erst einmal ‘rechts’. In Wirklichkeit ist es meist schlicht ‘oben’. Denn Blogger sind eben ziemlich egalitär und anti-elitär, wenn sie nicht gerade elitär sind …

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