Alle 9 Artikel zum Thema ORF auf medienlese.com:
1. “ORF-Lorenz: ‘Dieses Scheiß-Internet!’”
(chilli.cc, Richard Pyrker)
ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz äusserte sich an einer Podiumsdiskussion über das Internet. Es sei ihm “’scheißegal, was da drinnen steht und was Jugendliche darin machen’. Junge Leute müssten sich schon selbst darum kümmern, dass sie im Fernsehen gehört werden.” Die Website scheissinternet.at ist bereits registriert und sammelt “Reaktionen diverser Blogger über Twitter.com ‘in Echtzeit’ zu einem kollaborativen offenen Brief und demonstriert die Bedeutung der Interaktion in einer vernetzten Öffentlichkeit”.
2. “‘Rundschau’: 150 statt 250 Mitarbeiter”
(nachrichten.at)
“Die ‘Oberösterreichische Rundschau‘ wird zu Jahresende Kauf-Wochenzeitung mit 140 Jahren Geschichte zu existieren aufhören. Die Tiroler Moser Holding (’Tiroler Tageszeitung’, ‘Bezirksblätter’) wird als 51-Prozent-Mehrheitseigentümer die Zeitung komplett auf eine Gratiszeitung umstellen.”
3. Wohnungsdurchsuchung bei Burkhard Schröder
(burks.de)
Der Journalist Burhard Schröder erhielt gestern überraschend Besuch von der Polizei: “Heute morgen um 7.30 Uhr stand die Polizei vor der Tür. Meine Wohnung wurde durchsucht und mein Rechner beschlagnahmt. Vorwurf: Verstoß gegen das Waffengesetz.”
4. Interview mit Carl Just
(tagesanzeiger.ch, Dario Venutti)
Der ehemalige Kriegsreporter Carl Just spricht über seine Zeit beim Ringier-Verlag und spricht von “Inszenierungen” auf der Redaktion in Zürich: “Die Chefredaktoren dinieren mit wichtigen Politikern, und dann beschliessen sie gemeinsam, wer der Böse ist und wer der Gute. Wenn ich jeweils wieder auf der Heimredaktion war nach einer Reportage, erklärte mir mein Chef, wie die Dinge in dem Land stehen, aus dem ich gerade kam. Sie konstruierten die Geschichte, die ich schreiben sollte. Ich habe lange nicht gemerkt, dass ich von der eigenen Redaktion manipuliert wurde. Gleichzeitig feierten sie mich als ihren Mann vor Ort.”
5. “Per Mail nicht erreichbar - ein Selbstversuch”
(faz.net, Valentin Groebner)
“Alle klagen über E-Mails. Viel zu viele bekomme man, schrecklich sei das, jeden Morgen der Posteingang wieder voll. Aber man könne sich ja nicht wehren. Kann man nicht? Valentin Groebner hat seine Mailbox einen Monat lang ausgeschaltet - ein Erfahrungsbericht.”
6. “The New York Times’s Lonely War”
(vanityfair.com, Seth Mnookin)
Für das Büro in Bagdad gibt die New York Times jährlich mehr als drei Millionen US-Dollar aus. Ein ausführlicher Bericht.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Österreich wählt einen neuen Nationalrat – und die “alten” Medien setzen auf Internetangebote, um neue Lust auf Politik zu machen.
Die innovativste Idee für die Wahlberichterstattung hatte heuer zweifelsohne der österreichische Privatsender ATV. Wie bei CNN während der Vorwahlen zur US-Präsidentschaft, können die Österreicher Fragen auf einen YouTube-Channel von ATV hochladen. Einige der Videos werden am 21. September ausgesucht und direkt den Spitzenkandidaten im TV-Studio gestellt.
Beim öffentlich-rechtlichen ORF dagegen beschränkt man sich auch im Jahr 2008 auf ein altbackenes Konzept: Die Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien treffen im Zweier-Duell aufeinander. Das Neueste zur Wahl bündelt der ORF auf der recht schmucklosen Plattform wahl08.orf.at. Als Revolution darf schon gelten, dass immerhin alle TV-Konfrontationen nach der Ausstrahlung auch online angeschaut werden können.
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1. “ZDF kopiert Apples ‘Think Different’ Spot”
(plagiat.ch)
“Apples Original” vs. “ZDFs Kopie”.
2. “Die Selbstdekonstruktion des Josef Joffe”
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
Dass es auch 2008 noch immer intelligente Menschen gibt, die glauben, der Wert von Buchstabenfolgen sei abhängig von der Wahl ihres Trägers, stimmt nachdenklich. Thomas Knüwer analysiert einen Zeit-Artikel und erzählt zudem etwas Klatsch über Andrew Keen.
3. “Deckname Moser”
(netzjournalist.twoday.net, Thomas Mrazek)
“Soziale Netzwerke wie StudiVZ, MySpace oder Xing können eine ergiebige Quelle für Journalisten sein. Doch sollte die Recherche mit Fingerspitzengefühl erfolgen.”
4. ORF-Beitrag über die “Kronen Zeitung” kurzfristig abgesagt
(diepresse.com)
“Wieso wurde ein geplanter Beitrag über die ‘Kronen Zeitung’ nicht gesendet? Die Redakteure sagen, sie können nichts dafür.”
5. “Is Jon Stewart the Most Trusted Man in America?”
(nytimes.com, Michiko Kakutani)
Die New York Times fragt, ob es sich beim derzeit vertrauenswürdigsten Mann der USA tatsächlich um den Moderator einer Satiresendung handelt.
6. “Schluss mit den obligaten drei Küsschen zur Begrüssung”
(sonntagszeitung.ch, Steffi Hibber)
Endlich fordert jemand die Abschaffung des seit Jahren in der Schweiz grassierenden Begrüssungsrituals: “Die Hölle, die eigene Wange an verschwitze, mit Denim-Aftershave imprägnierte Buben-Backen drücken zu müssen, dazu erwachsene ‘mwah mwah MWAH!’-Geräusche zu machen. Um dann den ganzen Abend kein einziges Wort mehr mit ihm zu reden.”
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Am Design hat sich über die Jahre hinweg aber kaum etwas geändert – trotzdem bleibt das Portal des ORF unangefochtener Sieger in der Gunst der Internetuser. Was ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at?
Seit zehn Jahren veröffentlicht die österreichische Web-Analyse (ÖWA) die Reichweiten der am besten besuchten Onlinedienste Österreichs. Laut ÖWA surfen 40,1% der 4,57 Mio. Internetuser in Österreich orf.at an. Weit abgeschlagen folgen Krone.at (15,7%) und derstandard.at (14,9%).
Obwohl orf.at so erfolgreich ist, hat sich das Erscheinungsbild des Portals seit Jahren kaum geändert. Eyecatcher auf der Startseite sind immer noch rechteckige Bildchen mit weißen Headlines, die auf die Topstories verlinken. Darunter platziert sind Schlagzeilen aus verschiedenen Ressorts in schlichtem Design: schwarz und fett die Ressorts, weiß und unterstrichen die Headlines.
Was also ist das Erfolgsgeheimnis von orf.at? Sechs Thesen:
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Ein Silberstreifen am düsteren Horizont – das war Österreichs vierter Privat-TV-Kanal Puls 4 beim landesweiten Start Ende Januar . Knapp drei Woche später der Eklat: Mitarbeiter demonstrieren gegen ihr Management, die Journalistengewerkschaft klagt den Sender an und der Sendebetrieb kann angeblich gerade noch aufrechterhalten werden.
Dabei war die Misere absehbar. Seit zwei Jahren verhandelt die Gewerkschaft des vormaligen Wiener Stadtsenders schon mit den Sender-Chefs um die Einhaltung kollektivverträglicher Mindeststandards. Nun hat die Puls 4-Führung zwei von drei Betriebsräten entlassen – ohne Angabe von Gründen. Daraufhin ging die Belegschaft am Montag vor einer Woche auf die Straße, um gegen diesen unüberlegten Schachzug des Managements zu protestieren.
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Sinkende Einschaltquoten, eine missglückte Programmreform und jetzt erhöht der ORF auch noch die Rundfunkgebühren: Langsam aber sicher schlittert der öffentlich-rechtliche Sender in die Krise. Während Defizite in Millionenhöhe drohen, sucht ORF-Boss Alexander Wrabetz sein Heil in höheren Gebühren und Personaleinsparungen. Um den ORF zu retten, meinen Experten und Medienmanager, braucht es allerdings radikale Reformen.
Seit Samstag ist es beschlossene Sache: Um 1,30 Euro im Monat steigt die ORF-Gebühr ab Juni 2008. Hart erkämpften musste sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dieses Plus von 9,4 Prozent. Doch trotz sinkender Einschaltquoten fiel die Entscheidung im Stiftungsrat, dem Aufsichts- und Kontrollorgan des österreichischen Rundfunks, schließlich klar für die Gebührenerhöhung aus - mit 16 Ja- zu 12 Nein-Stimmen (bei zwei Enthaltungen).
Zahlreiche Experten und ehemalige Medienmanager fordern seit Monaten mehr Geld für den ORF. Die österreichischen Gebührenzahler allerdings sind wenig begeistert vom zusätzlichen Obolus. Zum Ärgern sind weniger die zusätzlichen 1,30 Euro pro Monat, sondern vielmehr die Negativschlagzeilen der letzen Monate, welche der ORF am laufenden Band produzierte. So können im Zuge der Umstellung auf Digital-TV 153.000 Haushalte den ORF nicht mehr empfangen. Wer sich einen neuen Decoder kauft, muss rund 40 Euro dafür berappen. Und nach der misslungenen ?größten Programmreform aller Zeiten? wollen rund 400.000 Menschen das neue Programm überhaupt nicht mehr sehen (siehe Marktanteil 2007). Eine Erhöhung der Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu diesem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, das ruft bei Vielen Unmut hervor.
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Heute um 18 Uhr startet mit Puls 4 Österreichs viertes landesweites Privatfernsehen. Eine Talkshow mit Natascha Kampusch dient als Aushängeschild für eine bisher offenbar unerfüllbare Mission: gutes und quotenstarkes Privat-TV made in Austria.
Puls 4: Kampusch für die Quote?
Entführungsopfer Natascha Kampusch soll eine Talkshow im Programm des Wiener Privatsenders Puls 4 bekommen. Genau diesen Aufmerksamkeitskick brauchte der vierte private Fernsehkanal Österreichs für seinen landesweiten Sendestart am Montag. Anfang Jänner 2008 entzündete diese Ankündigung ein kleines Leuchtfeuer in den deutschsprachigen Medien. Wochenlange zehrte der Sender von dieser Aufmerksamkeit, und auch in den nächsten Wochen scheint das Interesse für das Talkshow-Experiment mit Kampusch gesichert.
Doch neue österreichische Medienprodukte halten nicht unbedingt immer das, was sie versprechen. Mit Trommelwirbel war auch die Tageszeitung Österreich im September 2006 gestartet – bekanntlich klaffen Selbst- und Fremdwahrnehmung zu diesem Titel weit auseinander. Enttäuscht wurde kürzlich auch, wer sich von Austria 9 gut gemachtes, österreichisches Privat-TV erwartete. Stattdessen gibt es Uraltserien und Anrufshows in Dauerschleife. Schließlich munkelt man schon, dass es sich bei Kampuschs Talkshow auf Puls 4 um einen PR-Gag handelt – behauptet zumindest 20min.ch, das einen besonderen Draht in die Medienwelt der Alpenrepublik vortäuscht. Aber was steckt wirklich hinter den sensationellen Versprechungen von Puls 4?
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Ein Jahr nach der ?größten Programmreform aller Zeiten? laufen dem ORF die Zuschauer in Scharen davon (-5.8% innert einem Jahr). Dabei kann der im August 2006 gewählte Generaldirektor Alexander Wrabetz durchaus auf erfolgreiche Reformen verweisen.
Als der Journalist und Moderator Armin Wolf im Mai 2006 das Klima im ORF scharf kritisierte, wusste er noch nicht, welcher Sturm sich über der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalt bereits aufbraute. In seiner Dankesrede bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises, einer nach dem gleichnamigen Journalisten benannten Auszeichnung, las ORF-Journalist Wolf seinem Arbeitgeber die Leviten.
In der ORF-Information sei ?extrem viel Macht? auf eine Person konzentriert gewesen und zwar auf den ORF-Chefredakteur Werner Mück. Die beiden größten Parteien, SPÖ und ÖVP, hätten zwar in der Geschichte des staatlichen Rundfunks schon immer Einfluss ausgeübt. Doch von diesem ?Gleichgewicht des Schreckens? sei ?nur mehr Schrecken übrig? geblieben unter der Führung von Mück und Generaldirektorin Monika Lindner, die beide als bürgerlich, also ÖVP-nahe galten.
Wolf forderte in seiner Rede mehr innere Pluralität im ORF und untermauerte seine Mahnung vor einseitiger Berichterstattung damit, dass die Informationssendungen des ORF enorme Bedeutung für die Österreicher hätten:
Mehr als zwei Drittel der Österreicher sagen, das Fernsehen sei für sie die wichtigste Informationsquelle über Politik. Und für etwa ebenso viele Menschen ist das Fernsehen das glaubwürdigste Medium. Aber in der Fernseh-Information über österreichische Politik hat der ORF nach wie vor de facto ein Monopol.
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Heute läuft im ORF eine Sendung über den gefährlichsten Staat der Welt: die Schweiz. Wie Österreich weiss, ist dort in einigen Gegenden sogar der Verzehr von Hundefleisch im Eigenverbrauch erlaubt.
Heute Abend, am 23.08.2007, um 23:00 Uhr auf ORF1, läuft die Satiresendung “Willkommen Österreich”. Thema diesmal der linke Nachbar, die kleine und oft als harmlos eingestufte Schweiz.

Im Trailer dazu heisst es:
Es ist der gefährlichste Staat der Welt. Seine Bewohner sind grossteils bewaffnet. Sie verachten die europäische Kultur. Das Essen von Haustieren gehört zum barbarischen Alltag. Mit DIESEM Land sollen wir eine Europameisterschaft ausrichten? “Der Schurkenstaat Schweiz” in “Willkommen Österreich” auf ORF1.
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