Thema: Oliver Gehrs

 

Alle 10 Artikel zum Thema Oliver Gehrs auf medienlese.com:

medienlese.com am Kiosk:
Neue Bremer Zeitung eingestellt

Ole Reißmann, 15. Oktober 2008 um 17.42 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Was tut sich auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt? Der medienlese.com-Überblick mit vier Premieren, anderthalb Abgängen und einer doppelten Portion Kritik.

Extra zur Buchmesse – und als PDF im Netz

Willkommen zur ersten Ausgabe von “medienlese.com am Kiosk” – vielleicht unserer neuen regelmäßigen Serie über das Geschehen auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt. Anmerkungen und Kritik herzlich willkommen!

Premiere

Messe-Zeitung: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bringt eine eigene tägliche Zeitung zur Buchmesse heraus – die es auch als PDF im Internet gibt.

Neues Heft für Familien: Der Süddeutsche Verlag bringt das Familienmagazin SZ Wir am 5. November vorerst einmalig an den Kiosk. Eckdaten: 100 Seiten, 3,50 Euro, 130.000 Auflage. Den Inhalt verantwortet Dominik Wichmann, seit 2000 Chefredakteur des SZ Magazins. Mehr dazu bei kress.

Nachtrag: Ein Frauenmagazin ohne Hausfrauen-Konditionierung und Diät-Wahn kommt am 20. Oktober an den Kiosk. Das Missy-Magazine will über Popkultur, Politik und Style mit feministischer Haltung berichten – weil auf dem Spielplatz Popkultur-Journalismus sich zu 80 Prozent Junges tummeln.

» weiterlesen: Noch eine Premiere, Abgänge und Meinungen

Dummy:
Gutes Cover, gute Gründe

Ole Reißmann, 25. September 2008 um 11.21 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Die aktuelle Ausgabe des Gesellschaftsmagazin Dummy, angeführt von Spiegel-Komplex-Autor und Blattschuss-Blogger Oliver Gehrs, heißt nicht “Neger”, sondern “Schwarze”. Denn die Idee, das nächste Heft so zu nennen, wurde schon früh auf der Internetseite angekündigt. Woraufhin ein kleiner Proteststurm losbrach und der Redaktion “Rassismus, Aufwiegelei, Ignoranz, politischer Amoklauf und sonst was” vorgeworfen wurde, wie es im Editorial heißt. Man wolle niemandem “schon vor dem Lesen vergraulen”.

Das mittlerweile eingestellter Schweizer Nachrichtenmagazin Facts hatte im August 2003 weniger Bedenken bei der Titelwahl. Was natürlich an der Schweiz liegen kann – oder an der mangelnden User-Beteiligung. Hätten die nur mal vorher nachgefragt und abgewogen: Fallen wir auf und brechen ein Tabu, oder nehmen wir doch lieber Rücksicht?

Das ist genau der Moment, in dem einige Unbeirrbare gegen eine vermeintliche “politische Korrektheit” schimpfen, Rücksicht als Schwäche umdefinieren und dabei auf die Regeln eines friedlichen Zusammenlebens pfeifen:

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Dummy überrascht:
Tom-Kummer-Story gefälscht!

Ronnie Grob, 24. Juli 2008 um 10.50 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Dummy fliegt für eine Reportage nicht bis nach Los Angeles, sondern erfindet sie gleich in Berlin. Das geht, denn es ist ein Text über Tom Kummer.

Gwyneth Paltrow (Bild Keystone)In einem Blogeintrag gesteht der Chefredakteur der Dummy, Oliver Gehrs, eine Story der letzten, von medienlese.com ausführlich getesteten Schweiz-Ausgabe, gefälscht zu haben. Ausgerechnet (Zwink, zwink, zwink, zwink) die Story des bekannten Interviewerfinders Tom Kummer wurde erfunden!

Die Enttäuschung ist gross. Oliver Geyer, der doch von Tom Kummer, so lasen wir das, bei Bruce Willis und bei Gwyneth Paltrow eingeführt wurde, war gar nicht in Los Angeles, sondern zuhause.

Es sieht fast so aus, als wäre ich auf was reingefallen. Einer gefälschten Story aufgesessen. Geschrieben habe ich nämlich im Dummy-Test diesen Absatz darüber. Er wird als “anerkennend” ausgelegt:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 15. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Hooligans zünden Fussballgoal an – eine Mediengeschichte
(klartext.ch, Bettina Büsser)
Fans des FC Basel und von Borussia Dortmund geraten am Uhren-Cup in Grenchen (Fussball) aneinander. Die Wahrnehmung der Ereignisse ist unterschiedlich. Liest man die Sicht von Zeitungen und Agenturen, so muss es sich um eine wilde Schlacht gehandelt haben. Liest man die Sicht des Veranstalters, so war alles recht harmlos.

Die BLM und das bayrische Internet
(off-the-record.de)
Die Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) versucht das Internet zu kontrollieren. Sollte das nicht gelingen: “Wohin dann mit all den beruhigenden Nachrichtenfilmen, die Köhler bei Abschreiten von Ehrenformationen mit Phantasieuniformen zeigen? Stattdessen plötzlich womöglich überall im Web Menschen, die die Welt zeigen, wie sie ist und über Inhalte reden.”

Das ? muss ? ich ? sofort ? bloggen!
(blog.kooptech.de, Christiane Schulzki-Haddouti)
Eine Journalistin holt Statements bei Bloggern ein und muss zusehen, wie ihre Exklusiv-Informationen gleich verbloggt werden. Unser Tipp: Erst veröffentlichen, dann Statements einholen.

“Natürlich ist das auch eine PR-Nummer”
(sueddeutsche.de, Ruth Schneeberger)
Dummy-Chefredakteur Oliver Gehrs macht erste negative Erfahrungen mit Bloggern: “Ich hätte nicht gedacht, dass wir als links orientiertes Magazin einmal in den Verdacht geraten könnten, rassistisch zu sein. Wir dachten, dass jedem klar ist, dass wir eine politische Diskussion darüber anstoßen wollen, ob man ‘Neger’ sagen darf. Im Blog haben wir es aber offenbar auch mit manchen recht soziopathischen Persönlichkeiten zu tun. Wer setzt sich denn von 16 bis 24 Uhr an den Computer und kommentiert wie wild? Teilweise ist das auch Verschwendung von Intellekt, denn das sind manchmal ganz luzide Kommentare.”

“Ich bin überhaupt kein Opfer”
(jetzt.sueddeutsche.de, Uli Karg)
Carla Bruni-Sarkozy im Interview: “Ich hatte nie ein Problem mit der Presse. Ich respektiere die Medien. Was auch immer geschrieben wird, es stört mich nicht. Es gibt keine Möglichkeit die Medien zu kontrollieren, also gibt es auch keinen Grund, es zu versuchen. Die Aufgabe der Medien ist es, zu informieren. Und das machen sie, sogar wenn sie kritisieren oder negativ berichten. Und das ist wichtig. Die Medien sind wie ein Fenster zur Welt.”

Der König der Fremdschämer
(faz.net, Marie Katharina Wagner)
“Singen kann er nicht, seltsam ausschauen tut er auch: Alexander Marcus hat trotzdem seine Nische gefunden. Er nennt sich selbst den ‘King of Electrolore’ und hat eine neue Etappe in der Musikgeschichte angebrochen: ‘Schlager 2.0′.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

6 vor 9

Ronnie Grob, 8. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Gekaufte Beiträge
(ardmediathek.de, Video, 9:03 Minuten, Monika Anthes)
Das deutsche Bundesministerium für Gesundheit bezahlt die PR-Agentur Schlenker. Die wiederum bezahlt deutsche Privatradios dafür, dass sie ihre vorgefertigten Beiträge ausstrahlen. Inhalt der Beiträge: Propaganda für das Gesundheitsministerium. Schlenker Eigen-PR auf der Homepage: “Ob Unternehmen, Ministerium oder Verband - durch gezielte Sonderwerbeformen und Below-the-line-Maßnahmen sorgen wir dafür, dass man von Ihnen hört.”

Das will ich so in keinem Fall gedruckt sehen
(faz.net, Olaf Sundermeyer)
Deutsche Journalisten autorisieren Gespräche, auch wenn sie gar nicht müssen. Mit dieser “Form von Zensur” (Jörg Staude, Galore) geht Christan Ulmen beispielsweise so um: “Ich versuche die Fragen schriftlich zu bekommen, dann kann sie jemand anderes beantworten.”

“Die SPD ist Konkursmasse”
(sueddeutsche.de, Oliver das Gupta)
Interview mit Journalist Günter Wallraff: “Heute ‘wallraffen’ Reporter selten. Sind die heutigen Journalisten zu feige für Undercover-Einsätze? - Wallraff: Ach, es ist nicht feige, sondern oft einfach phantasiearm. Es ist Beschränkt-Sein, es ist Angepasst-Sein.”

Springer-Verlag in Polen: Missionare mit Köpfchen
(diepresse.com, Knut Krohn)
“Der Springer-Verlag steht vor dem Kauf der dritten polnischen Tageszeitung. Er ist nicht der einzige international tätige Medienkonzern, für den der Markt attraktiv ist.”

Die “Gala” ist Balsam fürs Ego
(watchberlin.de, Video, 3:33 Minuten, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs erklärt den Erfolg der Gala: Erfolgreich sei sie darum, weil sie ihren Lesern und Leserinnen die Schwabbelarme und kurzen Beine der Promis zeige.

Blätter, die die Welt bedeuten
(spreeblick.com, Frédéric Valin)
Zur Befreiung von Ingrid Betancourt: “Jeder hat aus dem Material, dass ihm die Betancourt-Befreiung geliefert hat, seine eigene Geschichte gemacht. Mit einer eigenen Moral. Uribe freut sich über den Popularitätsschub, der es ihm womöglich erlauben wird, eine bisher verfassungswidrige dritte Amtszeit als kolumbianischer Präsident einzuleiten. Sarkozy durfte sich wichtig machen. Das kolumbianische Militär darf seine Effektivität betonen. Und RSR darf sich investigativ fühlen.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Im Test:
Dummy

Ronnie Grob, 14. Juni 2008 um 13.36 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Das Gesellschaftsmagazin Dummy widmet sich in Ausgabe 19 der Schweiz und knöpft sich die Rogers vor. Wir testen.

Im Test: Ausgabe Sommer 2008, Thema Schweiz, 9. Juni 2008.

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Humanglobaler Zufall:
Alles schon gesagt

Ole Reißmann, 30. April 2008 um 8.12 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Schick sieht es schon aus. Der Humanglobale Zufall ist ein Magazin für die Augen – nur leider können die Texte nicht mithalten.

Humanglobler Zufall

Vom Praktikanten zum “Global Editor”: Dennis Buchman hat den Ideen-Wettbewerb “Scoop” der Axel-Springer-Akademie gewonnen und darf für eine halbe Millionen Euro ein Magazin machen. Und weil das Heft für fünf Euro schon seit einer Woche am Kiosk liegt, wurden andernorts schon die richtigen Worte gefunden:

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Ein Jahr Watch Berlin:
Happy Birthday!

Ronnie Grob, 21. Februar 2008 um 15.41 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Das Online-Videoportal Watch Berlin feiert den ersten Geburtstag. Auch wenn es nahe an der Unbedienbarkeit vorbeischrammt - die Inhalte sind oft sehenswert.

Watch Berlin
Bild: Screenshot watchberlin.de. Eine Fliege will nicht von der Linse weg (aus dem Geburtstagsvideo).

Auf medienlese.com wird ja oft kritisiert, dabei gibt es auch vieles, das man mag. Ich zum Beispiel freue mich immer wieder über einzelne Beiträge des Videoportals Watch Berlin, heute über diesen Besuch bei mehreren Chinesen in Berlin. Denn wenn man es mal geschafft hat, den Beitrag in der Flash-Hölle der sich andauernd hin- und herbewegenden Fenster aufzufinden und anzuklicken, stösst man auf guten Journalismus. Oder besser, Journalismus, wie ich ihn mag:

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Oliver Gehrs fordert eine Weltwoche für Deutschland

Ronnie Grob, 28. November 2007 um 18.01 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Eben habe ich mir den endlos langen Vortrag von Mitteboy und Dummy-Macher Oliver Gehrs am Medienforum Mittweida (5.-7.11.07) angeschaut, der zwar schon drei Wochen im Netz steht, aber das was er sagt, ist aktuell genug, um es auch jetzt noch anzuschauen.


Link: sevenload.com

Nach einer Stunde und elf Minuten im Video fordert Gehrs, der offenbar die Grünen wählt, auch für Deutschland ein Wochenblatt, das tatsächlich auch selbst aktuelle Themen aufgreift und sich nicht nur an dem orientiert, was die anderen schreiben und alles auf den Mainstream runterbricht:

Ich würde zum Beispiel gerne so ein Blatt in Deutschland haben wie die Weltwoche. In der Schweiz, natürlich nicht nach diesem politischen Rechtsruck in der Schweiz, die ist ja von diesem Roger Köppel, auch ein Wahnsinniger, übernommen worden, der Welt-Chefredakteur war und der die jetzt da so auf Blocher-Kurs trimmt. Aber was ich meine, ist, wenn ihr die Weltwoche kennt oder euch mal kauft - das ist ein Blatt, ein Wochenblatt, das ist nicht so mega-dick, muss es auch gar nicht sein. Das wählt seine Geschichten aus, das macht nicht das volle Programm, sondern die machen auch Sachen so, die woanders irgendwie nicht stehen. Man muss ja nicht wie die, zum Beispiel, Nahtoderfahrungen auf den Titel, aber auch, warum nicht? Guckt sie euch mal an, ich find, so ein Blatt, das dann auch noch sehr deutlich ist in seiner Formsprache, sehr “jetzig”, wie manche sagen, sehr jetzig.

Das würde auch Deutschland gut zu Gesicht stehen und ich glaube auch, dass das hier Erfolg hätte. Und ich glaube, dass es aus unserer Ecke kommen muss. » weiterlesen

Oliver Gehrs haut die Berliner Journalisten in die Pfanne

Ronnie Grob, 22. Mai 2007 um 15.28 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Oliver Gehrs Screenshot von watchberlin.deIst schon eine Woche alt, aber im noch aktuellen Tip schreibt Oliver Gehrs, Chefredaktor der Zeitschrift Dummy sowie wöchentlicher Video-Ratgeber, ob man den Spiegel kaufen soll oder eher nicht, was er von Berliner Journalisten denkt. Der Text trieft nur so von schlagenden Sätzen - man weiss gar nicht, welchen man lieber zitieren möchte. Leider ist er online nicht verfügbar, also muss man das:

Unfähigkeit schützt im Journalismus leider nicht vor Karriere - eher im Gegenteil. In den Leitungen der Redaktionen sitzen nicht die Besten, sondern die, die sich am besten verkaufen können. Zynische, unintellektuelle Alphatiere, die glauben, beim Rotwein im Borchardt neben den Schlagzeilen auch die Politik bestimmen zu können. In Bundestags-nahen Etablissements wie dem Café Einstein Unter den Linden kann man zuweilen nicht mehr unterscheiden, ob der bräsige Mittvierziger im schlechten Anzug nun aus der SPD-Fraktion oder aus der “Zeit”-Redaktion stammt. Unter einem Leitartikel voller Patentrezepte machen es die regierenden Journalisten nicht mehr.

Er behauptet auch, es gäbe nirgendwo sonst solch eine Ansammlung von unfähigen Journalisten wie in Berlin, was natürlich daran liege, dass es nirgendwo sonst so viele Journalisten gibt. Aber auch die miserablen Ausbildungsstätten (Berliner Journalistenschule; Fachbereich Publizistik an der FU) seien daran Schuld sowie die billigen Wohnungen, die man selbst mit einem beschämenden Zeilenlohn von 50 Cent bezahlen könne. Das sei der Humus, auf dem Ideenlosigkeit und schlechte Geschichten gediehen.

Sehr schön auch das im Text verwendete und bisher von Google noch nicht indizierte Wort “exkrementrünstig“. Es bezieht sich auf die “Bild”-Redaktion.

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