Alle 12 Artikel zum Thema NZZ auf medienlese.com:
Der Journalismus wird herausgefordert, es wird viel gespart und NZZ-Verlagschef Albert P. Stäheli setzt ganz berechenbar den Rotstift an, während andere noch diskutieren – unsere tägliche Presseschau.
1. Medien-Gemetzel
(Neue Zürcher Zeitung)
“Die derzeitige Finanzkrise und die heraufziehende Rezession verschärfen die strukturellen Probleme der Presse. Weltweit häufen sich zurzeit Meldungen über dramatische Spar- und Rettungsaktionen.”
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Gruner und Jahr, WAZ-Gruppe, NZZ, Burda: Die Branche spart sich krisenfest, auf der Strecke bleiben Mitarbeiter – und schließlich auch die Leser …
Kahlschlag (®DS, CC-Lizenz)
Im Jahr 2008 blieben die Anzeigenerlöse bei allen Zeitungen weit hinter den Erwartungen zurück - und das nicht nur wegen der kommenden Rezession, die erst 2009 voll durchschlagen dürfte. Bei Gruner und Jahr gilt längst ein rigoroser Einstellungstopp, demnächst müssen wohl ganze Titel daran glauben: “Es ist daher notwendig, dass wir in den nächsten Wochen in all unseren Ländern unser Portfolio um jene Titel bereinigen, die keine Aussicht haben, die Krise zu überstehen”, schreibt Verlagschef Bernd Kundrun. Um sprachlich zwischen den getrennten Welten der Ökonomen und der Geistigen übersetzend auszuhelfen - der Reporter, der ‘bereinigt’ dann auf der Straße stehen wird, der nannte Kundruns ‘Portfolio’ bisher schlicht ’seine Redaktion’.
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1. “Diese vier Menschen da”
(faz.net, Michael Hanfeld)
“Nach einem halben Tag Hessisches Fernsehen ist man reif für die geschlossene Anstalt. Man will es nicht fassen und muss am Ende, gegen Mitternacht, doch erkennen: So kann ein öffentlich-rechtliches Programm im Jahr 2008 tatsächlich aussehen. So geistlos, so unreflektiert und – man muss es sagen – so brutal.”
2. Interview mit Stephen B. Shepard
(sueddeutsche.de, Stephan Weichert)
“Es ist absehbar, dass Zeitungen, wie wir sie kennen, verschwinden werden. Eine Zukunft ohne gedruckte Zeitung ist durchaus realistisch - aber das bedeutet ja noch lange nicht das Ende des Journalismus.”
3. “Ihr Kinderlein kommet”
(taz.de, David Denk)
“Das neue Magazin ‘Wir’ feiert die Freuden des Kinderkriegens auf knapp hundert Seiten. Mehr nicht. Und genau das ist das Problem des ‘SZ’-Ablegers.”
4. “‘RP Online ist ein Premium-Angebot’”
(meedia.de, dem)
Der Geschäftsführer von RP Online, Oliver Eckert, erklärt sein Portal, das durch ungenaue Trennung zwischen Werbung und Inhalt sowie durch verschiedene Aktionen zur Erhöhung der Zahl der Page Impressions auffällt, zu “journalistischer Qualität”: “Und ich muss ganz ehrlich sagen – wenn die Kritik der Blogs alles ist, was man uns vorwerfen kann, dann können wir sehr stolz auf die tägliche Qualität sein.”
5. Albert P. Stäheli im Interview
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
Der neue CEO der NZZ AG spart erstmal: “Es wird kein Bereich verschont. Finanzen, Informatik, sämtliche Verlagsbereiche aber auch die Redaktionen müssen den Gürtel enger schnallen. Es ist eine proportionale Angelegenheit. Die NZZ am Sonntag wird es vermutlich weniger hart treffen als die NZZ-Redaktion, weil die Redaktionen verschieden gross sind. Die Details haben wir noch nicht genau analysiert. Das sind Arbeiten, die jetzt anstehen.”
6. “Covers of the Campaign”
(foliomag.com)
“The 2008 race for the White House as viewed through the lens of magazine covers.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Sechs regionale Medienhäuser tun sich zusammen und bieten dem Newsnetz die Stirn: Im Oktober soll das gemeinsame Portal news1.ch starten. Plötzlich steht die NZZ alleine da …
Der Weg zu news1.ch ist kein kurzer. Obwohl die Software zum Nachrichtenportal der “führenden Regionalverleger” schon im November 2007 sozusagen pfannenfertig in der Schublade lag und es im Frühling 2008 hätte gestartet werden sollen, wurde es erst jetzt offiziell angekündigt – für den Oktober.
Mitmachen werden:
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Im Zahlenrausch: Die Blogosphäre
(blog.stuttgarter-zeitung.de, Peter Glaser)
Peter Glaser trägt zusammen, wie viele Blogs es denn nun gibt, wieviel Prozent das sind und wie Journalisten Blogs lesen.
Geld fürs Löschen - das deutsche Geschäftsmodell?
(gruban.de, Patrick Gruban)
Patrick Gruban erhält 800 Euro, weil er einer seiner Blogartikel wieder löscht - ist das das neue Geschäftsmodell?
Erste 1. August Blog Rede
(moritzleuenberger.blueblog.ch, Moritz Leuenberger)
Der Vorsteher des Eidg. Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hält seine Rede dieses Jahr nicht auf einem Podium, sondern in seinem Blog.
Liste: Die schönsten NZZ-Titel
(dasmagazin.ch, Mathias Plüss)
Strenge, Stil und eine Prise Humor - die Titel der Neuen Zürcher Zeitung. Eine Mini-Hommage von der Konkurrenz bei Tamedia.
CNN verwechselt Belgrad mit Budapest
(20min.ch)
“Peinlicher Lapsus beim US-Sender: CNN hat seine Berichterstattung über nationalistische Krawalle in Belgrad teilweise mit Bildern aus Budapest illustriert.”
Ente des Tages - heute: “Olympiasite gehackt”
(infam.antville.org, patpatpat)
Die Website des Schweizer Fernsehens meldete am Mittwoch, die “offizielle Seite der Olympischen Spiele” sei “von Unbekannten gehackt worden”. Stimmt aber gar nicht.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Nur ausgewählte Bilder bekommen Zuschauer von der Euro 2008 zu sehen. Journalisten meiden das Thema, fürchten um ihre VIP-Karten. In Sachen Zensur kritisiert man lieber China.
Das doch eher als provinziell angesehene St. Galler Tagblatt spricht aus, wie viele Journalisten die nicht gezeigten Bildern von der Fussball-EM 2008 wahrnehmen. Das lesenswerte Werk heisst Sport und Medien: Ein Anpfiff:
Eigentlich müsste ein Aufschrei durch die Medienlandschaft gehen, ja, durch ganz Europa. Denn die journalistische Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Doch es sind nur einige wenige Stimmen, die auf Anfrage Stellung nehmen (…). Wieso aber sollte man reagieren? Nun, ersetzen Sie doch mal die Euro durch Olympia und «Uefa» durch «chinesische Regierung»: «Wer die Olympia-Wettkämpfe am Fernsehen verfolgt, sieht nicht alles: Die Bilderauswahl trifft die chinesische Regierung als Veranstalter gleich selber – und achtet darauf, dass keine ihr unliebsamen Szenen in die guten Stuben flimmern.»
Doch es geht kaum ein Aufschrei durch die Medienlandschaft. Und Marlis Prinzing, Verfasserin des Anpfiffs, weiss auch wieso:
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NZZ-Redaktor Rainer Stadler gewinnt für seine Berichterstattung über Medien den Zürcher Journalistenpreis. Vergeben wird der Preis in vier Kategorien – wir haben Links zu allen vier Gewinnern.
Schon seit 27 Jahren kürt der Zürcher Presseverein herausragende journalistische Arbeiten. Aus mehr als 150 Einsendungen hat die fünfköpfige Jury der Stiftung Zürcher Journalistenpreis vier Gewinner ausgewählt – wie vermeldet wird (persoenlich.com, NZZ, Klein-Report). Nur die Links wurden wieder mal weggelassen. Sie können alles – außer online. Deshalb hier die Gewinner inklusive Links auf ihre Werke:
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Zwei Medienkampagnen, das Ende des Interviews, ein Spielverderber, neue Pop-Recherche und der entfesselte Internet-Mob.
Vor dem Ende des Interviews warnt Adrian Schimpf, Ex-Chefjustiziar der Financial Times Deutschland und Manager bei Gruner und Jahr, auf Spiegel Online. Anlass ist ein Urteil der Zivilkammer 24 des Hamburger Landgerichts, nachdem Medien für die Wahrheit von Interviewäußerungen Dritter haften. (Wir hatten dazu zwei Tage vorher auf eine Meldung von newsroom.de verlinkt.)
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Es hat funktioniert. Im letzten November hatten wir beschlossen, ein «Blogwerk Jahrbuch 2007» mit den besten Blogwerk-Beiträgen des vergangenen Jahres herauszugeben. Auf Papier, denn unsere Überlegung war: So besteht eine grössere Chance, dass auch Journalisten und Werber es lesen.
Vor Weihnachten haben wir es versandt; auf den Verteiler habe ich unbekannterweise auch Stefan Betschon, Ressortleiter «Medien und Informatik» bei der NZZ genommen. Und tatsächlich, schon nach drei Monaten hat er es gelesen und publiziert in der Ausgabe von gestern die Replik. (Das ist wohl der übliche Vorlauf bei der NZZ für alles, was nicht tagesaktuell ist; der Blogger-Artikel von Matthias Daum, für den ich Mitte Januar interviewt wurde und Anfang Februar die Zitate autorisiert habe, ist auch noch nicht erschienen. Ist allerdings nicht für das Medien-Ressort.)
Betschon nennt seine Betrachtungen originellerweise Web 2.0. Vom Leistungsdruck, dass diese Überschrift einen weiten Fokus verspricht, befreit sich der Autor sogleich mit etwas Ironiegeschwurbel, bei dem man nicht genau versteht, worauf er hinaus will, sowie etwas am unpassenden Ort angebrachtem Typografie-Detailwissen. Vielleicht kommt das ja in der gedruckten Zeitung gut. In der wird man im übrigen auch nicht abgelenkt dadurch, dass der Text durchbrochen ist von einem grossen, quadratischen Banner, das wechselweise für eine Fluglinie oder «Schnäppchen bei Neckermann» wirbt. (Ja, Blogwerk hat auch Banner, aber nicht in der Mitte des Lauftexts.)
Nach dem Geblinke geht’s aber endlich los mit dem Inhalt.
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Ausser den Gratiszeitungen verlieren fast alle Printprodukte an Lesern, das zeigen die aktuellen Zahlen der Schweizer Presse. Besonders im Hintertreffen: Die Traditionsverlage Ringier und NZZ.

Screenshot 20min.ch
Kommen wir doch zuerst zu den Gewinnern, den Gratiszeitungen: Der Branchenleader 20 Minuten steigerte seine Leserzahlen um 2.3% und titelte heute auf seinem Onlineangebot: “20 Minuten: Doppelt so viele Leser wie Blick“. Das ist beinahe wahr, denn während 20 Minuten 1.244.000 Leser ausweisen konnte, schaffte es der ehemalige König des Boulevards, der Blick, nur noch auf 672.000 Leser. Doch es geht noch schlimmer:
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