Thema: Nick Denton

 

Alle 4 Artikel zum Thema Nick Denton auf medienlese.com:

Online-Journalismus:
“So much work for so little reward”

Ole Reißmann, 26. Juli 2008 um 14.39 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Viel Arbeit für einen Text – und die Leser klicken lieber auf die Fotostrecke mit hübschen Athleten: Ausgerechnet Nick Denton, Vorreiter des Klick-Journalismus, jammert darüber.

Nick Denton (Bild dsearls, Creative-Common-Lizenz)Seine Angestellten bezahlt er nach Klicks – wer reißerische, massenkompatible Texte im Stundentakt rausrockt, verdient ganz ordentlich bei den Online-Magazinen von Nick Dentons Firma Gawker Media. Für seine Blogs, darunter das freche, laute und erfolgreiche Medienblog Gawker, arbeiten junge Berufseinsteiger bis zum umfallen: Immer schneller, mehr Klicks, mehr Skandale. Journalismus im Internetzeitalter sei “solitary, poor, nasty, brutish, and short”, tönt er kraftmeiernd.

Während sich die deutschsprachige Blogosphäre noch versucht, aus der Bedeutungslosigkeit herauszubankhofern, hat Denton tatsächlich Bedeutung. Wer sich als Autor für eines seiner Blogs aufgerieben hat, verlässt Gawker Media nicht selten mit einer Anstellung bei den vielgeschmähten “MSM”, den Mainstream-Medien, einem Buchdeal oder einer Covergeschichte im New York Times Magazin.

Die Bedeutung reicht aber noch viel weiter: Gawker Media zeigt die dunkle, klickfixierte Seite des Online-Journalismus. Die Aufbereitung einer Tabelle zur 170-Klick-Geschichte ist nichts dagegen:

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“Blog-Post Confidential”

Ole Reißmann, 25. Mai 2008 um 11.39 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Leben im Netz, mit allen Konsequenzen: Die ehemaligen Gawker-Bloggerin Emily Gould berichtet im Magazin der New York Times. Überschrift der Selbstentblößung: “Exposed”.

New York Times Sunday Magazine, 25. Mai 2008Eine junge Bloggerin zieht nach New York City und fängt bei Gawker an – der erfolgreichen Mischung aus Branchendienst und Klatschpresse, garniert mit YouTube-Videos und persönlichen Fehden. Der Stil ist überheblich wie gnadenlos, die Geschichten banal, böse und mitunter auch brillant. Die Medienszene Manhattans jedenfalls liebt und liest Gawker. Die 24-jährige Emily Gould ist mitten drin, schreibt ein Dutzend Posts jeden Tag, hat Tausende Leser. Plötzlich interessieren sich Hunderte Menschen für ihr Privatleben, finden und kramen in den Archiven ihres privaten Blogs, werden persönlich. Und sie spielt mit – durchlebt Krisen, doch lebt weiter öffentlich online. Zwei Jahre später zieht sie ein deutliches Fazit und schreibt von ihren Zweifeln:

I had made my existence so public in such a strange way, and I wanted to take it all back, but in order to do that I?d have to destroy the entire Internet. If only I could! Google, YouTube, Gawker, Facebook, WordPress, all gone. I squeezed my eyes shut and prayed for an electromagnetic storm that would cancel out every mistake I?d ever made.

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Blog till you drop

Ole Reißmann, 7. April 2008 um 9.03 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Bloggen ist harte Arbeit – mit allen Risiken und Nebenwirkungen, inklusive Blogger-Burnout und Posting-Panik-Attacken. Schon werden zwei Todesfälle auf extremen Blog-Stress zurückgeführt.

Schon mal an eine Fototapete gedacht? (Bild Keystone)
Eine Fototapete hilft auch nicht (Bild Keystone)

Die New York Times widmet sich aktuell dem lebensbedrohlichen Sress, dem sich Blogger aussetzen: “In Web World of 24/7 Stress, Writers Blog Till They Drop.” Wer ein erfolgreiches, bekanntes Blog betreibe oder für eines arbeite, setze sich oftmals rund um die Uhr großem physischen und emotionalen Stress aus, heißt es im Artikel. Ausgestattet mit Blackberry und Notebook seien sie ständig auf der Suche nach bloggenswerten Nachrichten im Informations-Fluss. Haben sie schließlich etwas gefunden, heißt es auch noch schnell und originell sein – damit nicht ein anderer Blogger ein paar Millisekunden schneller ist und alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Schreiben für Klicks kann anstrengend sein: Wer allein auf diesen Maßstab setzt, bekommt objektives Feedback in Echtzeit.

They work long hours, often to exhaustion. Many are paid by the piece ? not garments, but blog posts. This is the digital-era sweatshop. You may know it by a different name: home. [...] bloggers complain of weight loss or gain, sleep disorders, exhaustion and other maladies born of the nonstop strain of producing for a news and information cycle that is as always-on as the Internet.

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Hit-Artikel aus der Statistik:
Die Klick-Jünger

Ole Reißmann, 19. Februar 2008 um 16.54 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Wird mein Text auch gut geklickt? Wie die Statistiken der Online-Portale Journalisten konditionieren.

Die Blattmacher im Internet haben mächtige Tools, die ihnen endlich genau sagen, wann welche Artikel wo ziehen – und welche Themen von den Lesern lieber liegen gelassen werden. Bei der herkömmlichen Zeitung war das bisher Bauchgefühl und wurde nur mittels teuren, aufwendigen und nicht ganz zweifelsfreien Studien exemplarisch gemessen.

Als Journalist hat man heute Daten genug bei der Hand, gewissermaßen ein deppensicheres Manual, wie man einen Hit-Artikel schreibt.

Schreibt Robert Misik auf taz.de. Die Folge von davon:

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