Alle 6 Artikel zum Thema Monocle auf medienlese.com:
No Depression, Monocle, Cosmopolitan, Hörbücher: Wir lieben einfach Magazine. Zu welchen Zeitschriften die Blogwerk-Mitarbeiter am liebsten greifen, wollen wir gerne verraten.
Dem Kanon der allerbesten Zeitschriften der Welt wollen wir nichts entgegensetzen, nicht die 50 Favoriten der Chicago Tribune mit doppelt so vielen Lieblingsmagazinen toppen – nur vorstellen, was wir persönlich gerne lesen. Hier sind die Lieblingsmagazine der Blogwerker, die spontan und unter Zeitdruck dem Aufruf gefolgt sind: Preist Eure geliebten Zeitschriften! Als da wären …

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Tyler Brûlé (Monocle) vermutet in zwanzig Jahren nur noch zwei Arten von Publikationen: Primitiver Boulevardtrash mit gigantischer Auflage und elitäre Presse mit klugen Analysen und Meinungen.
Tyler Brûlé kann auch nichts für seinen “parfümiert und künstlich” klingenden Namen: “Ja ja, und dann bin ich noch homosexuell. Ich hab mir den Namen nicht ausgesucht” sagt er auf die entsprechende Nachfrage von Magazin-Chefredaktor Finn Canonica.
Im zweiten Teil des Interviews macht er dann bemerkenswerte Aussagen über die Zukunft der Printmedien:
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Schick sieht es schon aus. Der Humanglobale Zufall ist ein Magazin für die Augen – nur leider können die Texte nicht mithalten.

Vom Praktikanten zum “Global Editor”: Dennis Buchman hat den Ideen-Wettbewerb “Scoop” der Axel-Springer-Akademie gewonnen und darf für eine halbe Millionen Euro ein Magazin machen. Und weil das Heft für fünf Euro schon seit einer Woche am Kiosk liegt, wurden andernorts schon die richtigen Worte gefunden:
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Magazine kaufen ist manchmal komisch. Das ging Ronnie so, als er das Modellbaumagazin LOKI etwas verschämt am Zürcher Bahnhofskiosk kaufte, und das ging mir so, als ich neulich um 5 Uhr morgens im Frankfurter Hauptbahnhof die Monocle erwarb - vor und hinter mir je zehn BILD-Käufer. Da saß ich dann zwischen schnarchenden Engländern und betrunkenen Fußballfans mit meinem 12-Euro-Magazin und fühlte mich irgendwie am falschen Ort.

Monocle ist das aktuelle Magazin des legendären Tyler Brûlé, des Mannes, der in den 1990ern Wallpaper erfunden und seinen Anhängern Lesern befohlen hat, in welcher hippen Bar in Nepal sie in welchem Monat welchen Drink zu konsumieren hätten.
Im Test: Die Monocle-Ausgabe Juli/August 2007. Ich habe sie Ende August gekauft und brauchte eine Weile zum Lesen - inzwischen ist die September-Nummer im Handel.
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Ein Monokel, verblichenes Utensil strenger, jedoch würdevoller Herren, gibt einer neuen Zeitschrift den Namen. Monocle ist englischsprachig, erscheint 10 mal im Jahr, kostet 12 Euro, 20 Franken oder 10 US-Dollar, ist satte 15 Millimeter dick und mit einer Seitenanzahl von um die 200 gleich umfangreich, aber 10 mal teurer wie die 7 Millimeter dicke Vanity Fair. Mit der Information, dass das Heft in 5 Rubriken aufgeteilt ist, wollen wir die Zahlen verlassen und uns stattdessen den Buchstaben zuwenden. Denn die Rubriken nennen sich A für Affairs, B für Business, C für Culture, D für Design und E für Edits.
Die Dicke des Hefts liegt am matten Papier, das, wenn man die dafür gefällten Bäume verdrängt, einfach wunderbar ist. Habe selten so schönes Papier in der Hand gehabt bei einer Zeitschrift, und, für die Leimschnüffler unter uns: es riecht sogar gut. Selbst die vom Papier her sehr angenehme Weltwoche kommt einem da etwas grob vor. Es ist ein Heft, um es in Ruhe in einem Sessel zu lesen, bei gutem Licht und geschützt von Lärm. Legt man es nach einer Weile weg, ist man relaxed. Blättert man kurz danach die Vanity Fair oder Park Avenue durch - unweigerlich kommt das Gefühl auf, etwas billiges in der Hand zu halten.

Aber das ist alles Absicht. Absicht von Tyler Brûlé, dem Editor-in-Chief von Monocle. Brûlé hat 1996 Wallpaper* gegründet und 2001 das Design der Swiss Airlines gestaltet, das in der Schweiz gut aufgenommen wurde, auch wenn jeder meinte, sowas hätte er auch gekonnt. Aus der Wikipedia-Eintrag über ihn ist zu erfahren, dass der Nachname Brûlé, der jeden Nichtfranzösischsprechenden beim Schreiben des Namens zum genaueren Blick auf die Tastatur zwingt, ursprünglich weder Zirkumflex noch Akut beinhaltete, sondern einfach Brule geschrieben wurde. Aber daraus wollen wir jetzt nichts ableiten, oder?
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