Alle 3 Artikel zum Thema Mikromedien auf medienlese.com:
Das Dorf platzt aus allen Nähten: Was oft noch als niedliches Klein-Bloggistan oder Bloghausen beschrieben wird, wächst zur Großstadt heran – mit Speckgürtel und Einkaufscentern.
Vom Dorf zur Metropole: Folgerichtig ‘zerfällt’ auch die Blogosphäre in Downtown-Sektionen und in die grünen Vorstädte mit ihren Miezekätzchen und Kakteenexperten; es gibt geschäftsorientierte Kommerz- und Industrieregionen und zerfallende Slums, schnieke Einkaufsviertel und nerdige Kneipenszenen. Diese Diversifizierung ist aber kein ‘Zerfall’ im Spengler’schen Sinne, es ist - um mich soziologisch auszudrücken - eine ‘Diversifikation’, die aus dem kontinuierlichen Wachstum folgt. Bloghausen gedeiht und ist gesund - Blog-City wäre inzwischen der bessere Name:
» weiterlesen
Mit kleinen Statusmeldungen immer auf dem Laufenden: Nicht nur Blogger in Zeitnot benutzen den Kurznachrichtendienst Twitter. Auch Zeitungen und Zeitschriften zwitschern mit – eine Übersicht.
Auch die New York Times ist dabei: Unter dem Namen nytimes werden kurze Textnachrichten verschickt, wann immer neue Artikel auf die Website kommen. An die 6000 Leser haben diese Kurznachrichten (Tweets) abonniert. Die sogenannten Followers sehen die Meldungen auf ihrer Twitter-Website oder bekommen sie automatisch auf ihr Handy geschickt. 275 Twitter-Accounts von amerikanischen Zeitungen hat ein Blog im Juni gezählt, durchschnittlich verfolgten 146 Leser die Updates. Und hier bei uns? 17 Zeitungen und Zeitschriften habe ich bei Twitter gefunden und nach Zahl der Abonnenten aufgelistet.
» weiterlesen
Habermas und das Internet: Netzaffine Mikromedien verdrängen die Meisterdenker des massenmedialen Diskurses, das Netz schafft neue Verhältnisse.
Für Jürgen Habermas gibt es bis heute nur einen einzigen politisch wirklich bedeutsamen Diskurs - das ist der massenmediale. Habermas kommunikatives Ideal ist im Grunde das einer Schafherde von Rezipienten, die von einigen wenigen Meisterdenkern ausgerichtet werden muss, vermittelt über mediale Schäferhunde oder ‘Gatekeeper’. Habermas’ zunehmende Aversion gegen das dissoziative Internet kommt daher nicht unerwartet, denn das unüberschaubare Netz zerstört ihm sein “gleichzeitig auf gleiche Fragestellung zentriertes Massenpublikum”. Ein decouvrierendes Zitat für einen Kommunikationstheoretiker, die sich eben nur scheinbar der Freiheit und dem Fortschritt verschrieben hat. Weshalb dieses Zitat vom ‘Perlentaucher’ auch völlig zu recht hervorgehoben wird.
Es entstammt der neuen Essay-Sammlung ‘Ach, Europa!’, ein Titel den sich Habermas übrigens eins zu eins von Enzensbergers gleichnamiger Essay-Sammlung ‘Ach, Europa!’ aus dem Jahr 1987 - sagen wir mal - ‘entlieh’.
» weiterlesen