Thema: Medien

 

Alle 12 Artikel zum Thema Medien auf medienlese.com:

Wahl in Österreich:
Der Kampf der Kronen-Zeitung

Markus Kirchsteiger, 1. Oktober 2008 um 10.07 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Neuer Nationalrat in Österreich gewählt: Die Kronen-Zeitung hat ordentlich Stimmung für ihren Favoriten gemacht – journalistisch sauber war das nicht.

ÖVP-Kandidat Molterer: Keine Chance gegen Dichand? (Keystone)

Mit rund 3,8 Millionen Lesern ist die Kronen-Zeitung Österreichs meistgelesene Tageszeitung. Diesen durchschlagegenen Erfolg hat das Blatt vor allem ihrem Herausgeber zu verdanken, dem 87-jährigen Hans Dichand. Und von dieser publizistischen Stärke machte der österreichische Medienzar im Wahlkampf auch reichlich Gebrauch, empören sich Kritiker der Krone. Seine Meinung zur Lage der Nation sei die alles bestimmende Blattlinie, abweichende Ansichten dagegen hätten keinen Platz in seiner Zeitung.

Daher würden sowohl Krone-Journalisten ihre Berichte, als auch viele Politiker ihre Agenda an die Vorstellungen des Herausgebers anpassen. Passiert ist das tatsächlich vor wenigen Wochen. Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ), Werner Faymann, verkündeten in einem Leserbrief an die Krone, einen 180-Grad-Schwenk in ihrer EU-Politik: Künftig solle das Volk über einen EU-Verfassungvertrag abstimmen und nicht das Parlament.

» weiterlesen: Ein teuflischer Pakt

Quo vadis:
Richtung Schund oder Qualität?

Ronnie Grob, 20. September 2008 um 16.26 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Den Satz “Qualität muss man sich leisten können” wird man wohl in Zukunft vermehrt hören. Die Medienlandschaft ist auf dem besten Weg, sich endgültig zu einer Zweiklassengesellschaft zu entwickeln.

Tyler Brûlé, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift Monocle, äusserte vor einiger Zeit folgende Sätze:

“In zwanzig Jahren wird es noch zwei Arten von Publikationen geben: Boulevardtrash mit gigantischer Auflage und elitä­re Tageszeitungen und Magazine mit klugen Analysen und Meinungen. Alles, was publizistisch dazwischen ist, bricht weg. Überleben werden die primitiven oder supersmarten Printprodukte.”

Nehmen wir an, diese Vision trifft zu - auf alle Medien. Könnte es sein, dass sich dann unsere Gesellschaft in eine “Schund-” und eine “Qualitätsgruppe” aufteilt?

Um die beiden Gruppen voneinander abzugrenzen, listen wir mal auf, was schon jetzt in Ansätzen bei den beiden Extremen zu beobachten ist:

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Wochenrückblick Nr. 28

Ronnie Grob, 13. Juli 2008 um 16.27 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Der medienlese.com-Rückblick auf die 28. Kalenderwoche: Langstreckenraketen, Medienfreiheit, nackte Bloggerinnen.

Am Mittag ist mit verstärkten Raketenschauern zu rechnen (Montage, Bild Keystone/Sepah News)

Das Bild der Woche: Iranische Langstreckenraketen rasen gen Himmel. Bilder des Waffentests von vergangener Woche, die von der iranischen Regierung verbreitet wurde, zeigten vier Raketen. Medien in aller Welt verbreiteten und druckten das Bild – ohne den Fake zu bemerken: Eigentlich starten auf dem Bild nur drei Raketen, eine vierte ist bloß digital kopiert. Damit ist das Foto gleich 33 Prozent weniger bedrohlich!

Ein Stelleninserat klärte die Frage, wo sich in der Blick-Redaktion die Arbeit versteckt. Überraschende Erkenntnis: Sie befindet sich auf den Schultern. “Bei unseren Praktika wird Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gross geschrieben. Sie sehen nicht nur über die Schulter des Betreuers, sondern können ihm Arbeit von den Schultern nehmen.”
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Springer-Verlag:
Komplette Umstellung auf Apple

Ronnie Grob, 4. Juli 2008 um 13.12 Uhr, 24 Kommentare Kommentare

Die Axel Springer AG schliesst sich der digitalen Bohème an und verwendet per sofort nur noch Apple-Geräte. Springer wird somit nach eigenen Angaben zum grössten Apple-Firmenkunden in Europa und zum zweitgrössten nach Google weltweit.

Wie der Vorstandsvorsitzende des Springer-Verlags (Bild, Welt), Mathias Döpfner, verkündet, hat die “sehr grundlegende IT-Entscheidung”, alle Desktops, Laptops und mobilen Geräte der Axel Springer AG per sofort auf solche der Firma Apple umzustellen, mit verschiedenen Punkten zu tun. Döpfners Video-Ansprache an alle Mitarbeiter:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 3. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Das Blatt vor dem Mund
(sueddeutsche.de, Marita Stocker)
“Denken wir, was Bild schreibt, oder schreibt Bild, was wir denken? Ob Pooth-Pleite, Fußball oder Hartz IV: Medienwissenschaftler Carsten Reinemann analysiert, wie ein Blatt Themen setzt und andere Medien folgen.”

Als ob nichts wäre
(nzz.ch, Marc Zitzmann)
Nicolas Sarkozy könnte dank Carla Bruni den Abschwung seiner Umfragewerte auffangen, umgekehrt erhält ihre Arbeit mehr Aufmerksamkeit denn je: “So übertrifft die Berichterstattung über das dritte Album des zur Sängerin gewordenen Models so ziemlich alles hierzulande Dagewesene – dabei wird die CD erst am 11. Juli veröffentlicht.”

News aus Nachbars Garten
(werbewoche.ch, Gerti Schön)
“Amerikas krisengeschüttelte Zeitungsverlage entdecken den ‘hyperlocal journalism’.”

“Kurt Beck hat keine Freunde”
(jetzt.sueddeutsche.de, Theresa Steinl)
Markus Beckedahl konstatiert, dass deutsche Politiker noch nicht im Internet angekommen sind: “Bei unseren Spitzenpolitikern ist der Running-Gag, dass jeder damit kokettiert, nicht den Rechner einschalten zu können.”

Ostschweizer Ignoranz
(fr-online.de, Klaus Kreimeier)
“Unmöglich zu sagen, wie viele Luftschlösser täglich im Internet gebaut, wie viele Seifenblasen in die Bloggosphäre gepustet werden. Ein Beispiel ist das World Blog Forum, das Mitte Juli in Bern stattfinden soll, jedoch - glaubt man dem düsteren Gemurmel des gewöhnlich gut informierten Don Alphonso auf Blogbar - wohl ein Hirngespinst bleiben wird, das sich allein dem Maulheldentum seiner Initiatoren verdankt.”

Zur Wiedervorlage an die Redaktion der Berliner Zeitung
(blogbar.de, Don Alphonso)
Der “gewöhnlich gut informierte Don Alphonso auf Blogbar” (Frankfurter Rundschau) stellt klar, dass eine Zeitung kein Parasit ist, sondern mit Anspruch und Mut “Menschen Informationen und Leitlinien für unsere Gesellschaft” liefert. Er fordert die Redaktion der Berliner Zeitung auf, “ihren nicht hinnehmbaren Investor in der Form zu enteignen, als dass man ohne ihn im Internet zeigt, was man kann.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Weblogs auf Onlineportalen:
Sie können es immer noch nicht

Ronnie Grob, 24. Juni 2008 um 17.30 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Der Kurier hat ein Medienblog – nur wird es nicht wahrgenommen. Keine Links nach aussen, keine Diskussion mit dem Publikum, nicht per RSS zu abonnieren, kein vernünftiges Archiv.

Das Kurier-Weblog «Webweiser» - ganz schön ist es ja ...
Das Kurier-Weblog «Webweiser» - ganz schön ist es ja …

Manchmal reicht es, eine Website eine Minute anzusehen. Und schon weiss man, warum man bisher nie auf sie gestossen ist, warum sie kaum Erfolg hat und warum sie, Änderungen vorbehalten, niemals Erfolg haben wird. Das Medienblog Webweiser Weblog der österreichischen Tageszeitung Kurier ist so ein Fall.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 20. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 16 Kommentare Kommentare

Ein seltsames Freiheitsverständnis
(nzz.ch, Heribert Seifert)
“Das Wochenblatt ‘Junge Freiheit‘ erregt in Deutschland immer wieder Kritik. Die oft überrissene Aufregung zeigt die engen Grenzen für eine national-konservative Publizistik im Nachbarland.”

Online-”Journalismus”
(vierzudrei.xwsnet.de)
Sexmythen über Männer“, eine Bildergalerie von rp-online.de, zeigt ein Wildschwein im Schnee zusammen mit der Bildunterschrift “Manchmal wollen auch Frauen einfach nur Sex”.

Die Anti-Aging-Creme hat versagt
(spiegel.de, Christian Buß)
“Busenblatt, Qualitätsillustrierte, Männermagazin und Frauenzeitschrift: Die ‘Neue Revue’ hatte in den 62 Jahren ihres Bestehens viele Gesichter. Zum faltenfreien People-Heft ließ sich das ältliche Blatt aber nicht mehr umoperieren - im Juli erscheint die letzte Ausgabe.”

“Yes we can!” auf pfälzisch
(sueddeutsche.de, Ben Schwan)
“Kurt Beck ist nicht Barack Obama. Diese leicht erkennbare Tatsache gilt nicht nur in Sachen Popularität in Partei und Bevölkerung, sondern auch im Internet.”

Blog von Regierung geschlossen
(gulli.com)
“Wenn jemand unbequem wird, beziehungsweise der Regierung das, was man von sich gibt, nicht gefällt, dann muss man dies offenbar aus dem Weg räumen. In einer Zeit, in der besonders darauf geachtet wird was die Leute im Netz schreiben, so muss man in Italien mit seinen Formulierungen sehr vorsichtig sein. In Italien wurde kürzlich der Blog eines Journalisten ohne jegliche Vorwarnung geschlossen.”

Flaggen zeigen
(freitag.de, Mark Terkessidis)
“Was bedeutet ‘Nation’, wenn in allen Nationalmannschaften Brasilianer spielen?”

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6 vor 9

Ronnie Grob, 17. Juni 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Schafft die Gebühren ab!
(faz.net, Claudius Seidl)
“Das öffentlich-rechtliche System war einst von enormer erzieherischer Wirkung. Das Land ist aber erwachsen geworden, mit Radio und Fernsehen sollte es doch auch so weit sein. Anstalten des öffentlichen Rechts: Ihr seid alt genug, euer Geld selber zu verdienen.”

Vanity Fair nur 20 Cent
(vanity-care.de)
Die Vanity Fair gibt es im Doppelpack mit GQ für 20 Cent: “Für Leser des Männer-Magazins lohnt?s aber in jedem Fall. Sie nehmen ihr Heft, bekommen ‘Vanity Fair’ dazu, verschenken das Heft auf dem Bahnsteig, zerbrechen die CD im Zug und haben dennoch Geld gespart gegenüber dem ‘GQ’-Einzelkauf. Traurig dieses Dasein von ‘Vanity Fair’”

The Associated Press to Set Guidelines for Using Its Articles in Blogs
(nytimes.com, Saul Hansell)
“The Associated Press, one of the nation?s largest news organizations, said that it will, for the first time, attempt to define clear standards as to how much of its articles and broadcasts bloggers and Web sites can excerpt without infringing on The A.P.?s copyright.”

Leidenschaftlich leidenschaftslos?
(taz.de, Gina Bucher, 14.06.2008)
“Oh nein! Schweizer sind wirklich sehr intensiv. Allerdings diskret und unaufgeregt. Im Kleinen wie im Verborgenen. Deswegen bemerkt man ihre spontan aufglühenden Passionen nicht sofort, leider. Eine Ortsbegehung.”

Der rote Traktor darf mit ins Altersheim
(nzz.ch, Martin Merki, 14.06.2008)
Schöne Reportage aus einem Altersheim für Knechte: “Viele wollen nicht reden. Vielleicht empfinden sie die Fragen des Journalisten als Aushorchen. Auch Fotografieren lassen wollen sie sich auf keinen Fall. Sie winken ab wie Eingeborene, die Angst haben vor dem Diebstahl fremden Lebens und fremder Seelen.”

So lügt mal wieder die Werbung
(eleph.antville.org)
“Was da aussehen soll wie Italien ist in Wirklichkeit bei mir hinterm Haus. Sehen Sie selbst!”

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Tyler Brûlé prophezeit:
Entweder primitiv oder supersmart

Ronnie Grob, 16. Juni 2008 um 13.31 Uhr, 17 Kommentare Kommentare

Tyler Brûlé (Monocle) vermutet in zwanzig Jahren nur noch zwei Arten von Publikationen: Primitiver Boulevardtrash mit gigantischer Auflage und elitä­re Presse mit klugen Analysen und Meinungen.

Tyler Brule (Bild Keystone/Walter Bieri)Tyler Brûlé kann auch nichts für seinen “parfümiert und künstlich” klingenden Namen: “Ja ja, und dann bin ich noch homosexuell. Ich hab mir den Namen nicht ausgesucht” sagt er auf die entsprechende Nachfrage von Magazin-Chefredaktor Finn Canonica.

Im zweiten Teil des Interviews macht er dann bemerkenswerte Aussagen über die Zukunft der Printmedien:

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Medienmagazin mit Spiegel-Enthüllungen

Ole Reißmann, 9. Juni 2008 um 10.26 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Kein Branchendienst für Medienmacher: “Blicken Sie hinter die Kulissen von Presse und Fernsehen!” heißt es in der Werbung für das Magazin Medien.

Neue Zeitschrift: Werbung für das Magazin Medien 1988Beim durchstöbern alter Zeitschriften bin ich auf eine Anzeige für das Magazin Medien gestoßen. “Enthüllt: Der Spiegel – Macht, Masche, Macken” ist der Titel der zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1988. So viel mehr Informationen habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, nur eine Ebay-Auktion, bei der die Hefte 1-3 angeboten werden. Laut Anbieter haben die Hefte je 130 Seiten, die erste Ausgabe berichtet unter anderem über den “Traum-Erfolg von USA Today”, die dritte über “Sex im TV. Programme, Photos, Meinungen”. Nach diesem reißerischen Titel (der fast schon verzweifelt mit Sex-Photos wirbt) verliert sich die Spur. Weiß jemand mehr? Was ist das für eine Zeitschrift? Lohnt sich der Kauf?

 
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