Alle 3 Artikel zum Thema korrespondent auf medienlese.com:
Im Kern ist es schon eine interessante Debatte, die der Thomas Knüwer dort angestoßen hat: Ob der Leser besser informiert sei, wenn eine Zeitung einen Korrespondenten vor Ort habe? Ich komme zu einem ähnlichen Ergebnis wie er - dass nämlich diese Wesen oft nur gut für Spesen seien - aber aus anderen Gründen. Denn es ist vor allem die Macht der Gewohnheit, die das afrikanische oder amerikanische Auge der Redaktion über kurz oder lang blind machen wird. Und damit unnütz.
Was erfahre ich als Leser denn mehr, wenn ‘Halbamerikaner’ wie der Gabor Steingart oder der Dieter Degler mir etwas vordenken? Meist sind es doch die üblichen Philosphokastereien darüber, ob der McCain nicht schon ein wenig zu alt für den Job sei, mit den üblichen Querverweisen auf Konrad Adenauer, worüber ich vom heimischen Schreibtisch aus genauso schön hätte sinnieren können. Oder aber ich hätte einfach den Fernseher eingeschaltet, um vom heimischen Ohrensessel aus beim Anblick des Republikaner-Konvents zu solchen Erkenntnissen zu gelangen:
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1. “Der PR fehlt ein Link”
(georgholzer.at)
Georg Holzer erklärt, wie er mit unerwünschter und unangebrachter PR umgeht: “Jeder Absender, der mir ab jetzt irrelevante Aussendungen schickt, landet im Spam-Filter.” Nicht davon betroffen sind Informationen, die man ein für alle mal mit einem leicht aufzufindenden Unsubscribe-Link abbestellen kann. “Ist so eine Kleinigkeit im Sinne eines guten Miteinanders von Journalismus und PR zu viel verlangt? Ich glaub nicht.”
2. “N24 simuliert die eigenen Zuschauer”
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Peer Schader hat einen starken Verdacht, dass nicht alle Teilnehmer der N24-Sendung “Debatte 2.0″ echt sind.
3. “Schall und Rauch”
(flashfrog.wordpress.com)
Flashfrog bringt etwas Klarheit in die Begriffe “Realname”, “Pseudonym” und “Anonymität”.
4. “Was erlaube´ DFL!”
(freitag.de, Katrin Schuster)
“Fußballspiele sind besser vor medialem Missbrauch geschützt als jeder Mensch.”
5. “Der journalistische Schein”
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer fragt sich, was für ein Mehrwert ein Korrespondent bietet, der in einer dem Ereignis nahe gelegenen Stadt Nachrichtenkanäle guckt.
6. “Auch Basler Zeitung will keine Links”
(blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.com, ugugu)
Schon drei Wochen nach tagesanzeiger.ch hat nun auch baz.ch den Absatz, dass man “vorgängig eine ausdrückliche, schriftliche Bewilligung” benötigt, um einen Link auf ihr Internetangebot zu setzen, herausgenommen. Ohne die Intervention von Bloggern wären die Bedingungen vermutlich noch immer unverändert.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Korrespondenten liefern oft kaum mehr, als man selbst vor dem Fernsehgerät erfahren könnte. Niklaus Meienberg beschreibt das Leben eines Pariser Mitarbeiters.

Niklaus Meienberg:Am Rande der Redaktionen (Bild: Keystone)
Niklaus Meienberg lebte einige Zeit in Paris und bekam dort unter anderem die Studentenunruhen im Jahr 1968 mit. Dazu gleich ein erstes Zitat aus dem Text (Reportagen I, Seite 22 bis 28). Meienberg fragt sich, wer denn überhaupt noch rausgeht, um zum Beispiel “einen Artikel über Willkür und Allmacht der französischen Polizei” zu liefern und antwortet gleich selbst. Es seien “nicht jene gepflegten Herren, welche noch nie erlebten, wie man nach einer friedlichen Demonstration zusammengedroschen” werde “und wie man auf den Kommissariaten behandelt wird”.
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