Alle 27 Artikel zum Thema Journalismus auf medienlese.com:
Zitat oder Plagiat: Mit wenig Aufwand wird aus dem geborgten Satz ein eigenes Werk. In der Wissenschaft wird das geahndet – und im Journalismus?

Zitat pfui, Plagiat hui
Ein Ende des BVG-Streiks ist nicht in Sicht, nun droht Berlin auch noch ein Ausstand im öffentlichen Dienst. – Geben Sie’s ruhig zu: Das haben Sie gleich gewusst, dass ich ein ganz übler Plagiator bin. Ich mieser Abschreiberling habe diesen hochbedeutenden ersten Satz aus einem Artikel der Berliner Zeitung vom 14.3.2007 schlicht geklaut. Dieser, mein erster Satz war nichts als ein übles Plagiat.
Hätte ich ihn allerdings wie folgt geschrieben, dann wäre er kein Plagiat mehr gewesen: “Ein Ende des BVG-Streiks ist nicht in Sicht, nun droht Berlin auch noch ein Ausstand im öffentlichen Dienst (BZ)”. Joho, was so ein paar Anführungsstriche mit Quellenangabe doch ausmachen! Das war jetzt nur noch ein Zitat. Was wiederum nicht nur erlaubt ist, was sogar als ein Beitrag zur Kultur gilt:
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Was steckt hinter dem Buzzword «Crossmedia»? Fünf Thesen von unserem Gastautor Steffen Büffel zur crossmedialen Zukunft des Qualitätsjournalismus.

Wer ergänzt hier eigentlich wen? (©iStockphoto.com/Alex Bond)
«Crossmedia» avanciert nach «Multimedia» und «Online-Community» zum neuen Zauberwort in der Verlagsbranche. Dabei wird aber bisweilen kaum hinterfragt, was Crossmedia im Zusammenhang mit der Zukunft der Zeitung eigentlich heißen soll. Stattdessen wird es der Einfachheit halber im Stile der Floskel «Wie wir ja alle wissen» als Binsenweisheit dargestellt, dass die Zukunft des Journalismus crossmedial sei. Deswegen fünf Thesen mit Substanz:
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Wird mein Text auch gut geklickt? Wie die Statistiken der Online-Portale Journalisten konditionieren.
Die Blattmacher im Internet haben mächtige Tools, die ihnen endlich genau sagen, wann welche Artikel wo ziehen – und welche Themen von den Lesern lieber liegen gelassen werden. Bei der herkömmlichen Zeitung war das bisher Bauchgefühl und wurde nur mittels teuren, aufwendigen und nicht ganz zweifelsfreien Studien exemplarisch gemessen.
Als Journalist hat man heute Daten genug bei der Hand, gewissermaßen ein deppensicheres Manual, wie man einen Hit-Artikel schreibt.
Schreibt Robert Misik auf taz.de. Die Folge von davon:
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Frank A. Meyer, “Konzern-Chefjournalist” im Ringier-Verlag, hat eine Handvoll Journalisten in die Sendung “SonntagsBlick Standpunkte” eingeladen, um zusammen etwas selbstkritisch zu sein. Wie fast immer bei freier Rede sind interessante Aussagen zustande gekommen. Wir liefern die besten Zitate aus der Sendung.
Wie aus der Schweiz zu hören ist, lässt sich Frank A. Meyer (Ringier-Verlag, Stabsstelle ohne konkrete Aufgaben, siehe Grafik) seit einigen Wochen im hauseigenen SonntagsBlick wöchentlich von Marc Walder (Ringier-Verlag, Chefredaktor SonntagsBlick, Redaktionsdirektor Zeitungen) befragen. Angelehnt an die wöchentliche Zigarette zwischen Giovanni di Lorenzo und Helmut Schmidt im Zeit Magazin Leben heisst die Rubrik “Marc Walder: Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer”.

Wer das als royale Geste missverstanden hat, wird nun von Frank A. Meyer geläutert. In den SonntagsBlick-Standpunkten (Video, 57:19 Minuten) diskutiert er mit
- Lutz Hachmeister, Kommunikationswissenschaftler und Buchautor
- Jürgen Busche, Journalist, Cicero
- Constantin Seibt, Journalist, Tages-Anzeiger
- Markus Spillmann, Chefredaktor, NZZ
und entlockt so der durchaus hochkarätigen Runde einige interessante Aussagen.
Wir haben einige Zitate daraus versammelt. Den wichtigsten und besten Satz des Abends wollen wir aber unverzüglich bringen: “Entscheidend am Ende ist die Frage: Sind wir fähig als Journalisten, auch künftig Qualität zu bieten, auf den Trägern, auf den Informationskanälen, die unsere Kunden, nämlich die Leserinnen und Leser, auch konsumieren wollen.”
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Mit kurzem Röckchen auf der Jagd: Kerstin Dombrowski hat ein Buch über ihre Arbeit als Boulevard-Journalistin geschrieben.
Zehn Jahre im Boulevard. Erst die Bild-Zeitung, dann Privatfernsehen. “So , jetzt reicht’s”, fängt Kerstin Dombrowski ihre Abrechnung an. Denn sie rechnet ab, vor allem mit sich selber. Beschreibt eher unaufgeregt und ohne großen Überbau ganz einfach und direkt, wie das so war bei Bild, Sat.1 und RTL.
Wie man als junger Mensch mit 22 Jahren in die Maschinerie gerät, wie das Boulevard-Geschäft funktioniert, wie man selber darin funktionieren kann und so zur “charakterschwachen Bild-Reporterin” werden kann – wie sie eine geworden war.
Das Buch ist eine einzig große Bestätigung: Was immer man über Boulevard-Medien denken kann, wenn man nur ein wenig Einblick in den Journalismus hat, wird hier bestätigt. Das liest sich flott herunter, bietet aber leider wenig Überraschungen. Vor allem schlägt sich Dombrowski nicht schlecht bei ihrer Arbeit, hat ein paar Krisen, ein paar Zweifel bei der Arbeit, aber dann geht es immer irgendwie weiter.
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Daniel Küblböck rammt in der Dämmerung ohne Zeugen einen Gurkenlaster; Martin Sonneborn entschuldigt sich vor laufenden Kameras bei den Georgiern für den Bruch des Hitler-Stalin-Pakts. Was davon ist eine wichtige Tagesnachricht und wieso? Brand Eins über das Geschäft mit Nachrichten, Wein, Filmen, Büchern und Urlaubsreisen.

Daniel Küblböck, Amy Winhouse, Paris Hilton: Wo sind hier die News? (Bilder [M] cc:SlimK, cc:casasroger, cc:Illinois Entertainer)
Seit gestern stapeln sich E-Mails mit jeder Menge meist hämischer Kommentare in meiner Mailbox. Der Grund: Ein westdeutscher Rundfunksender kooperiert mit einer ebensolchen Zeitungsgruppe. Etwas, das eigentlich keine Sensation und schon länger absehbar war. 
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Ein Patt bei dieser Diskussion zwischen Bloggern und Journalisten – das war zu erwarten. Dass allerdings nicht einmal über die Ausgangssituation Einigkeit erzielt werden konnte, dass Weghören zur Königsdisziplin wurde, das war weniger zu erwarten. Ein offensichtlich notwendiger Nachtrag zur Mediensituation von Klaus Jarchow.

Herrgott, sie stehen mitten in einer Medienrevolution - und sie merken es nicht! Die Diskussion zum Journalismus im Web 2.0, veranstaltet vom DJV am Donnerstag, dem 11. Januar, ließ mich einigermaßen ratlos zurück (Aufzeichnung hier). Ratlos deshalb, weil ich mir das Unwissen gewisser Mitglieder der journalistischen Zunft nicht so groß vorgestellt hätte. Vielleicht aber waren es auch nur besonders vorsintflutliche Exemplare, die jetzt den guten, alten Presserat, der schon bei den Holzmedien nicht funktionierte, als Qualitätsinstrument ins Netz transferieren möchten.
Eine Kurzkritik des Abends, bevor es an die Thesen geht: Generell redeten die Blogger links vom Moderator und die Steinzeit-Fraktion rechts vom Moderator aneinander vorbei (erste Ablaufschilderungen gibt es hier und hier und hier). Da hatten wir links Don Alphonso, Thomas Knüwer und Michaela May, die ebenso freundlich wie vergeblich versuchten, den Herren vom Druckgewerbe klar zu machen, dass die fehlende Recherchetiefe und mangelnde Qualität doch in den Printmedien zum Dauerzustand würde, wofür es handfeste ökonomische Gründe gäbe, die auch bei einer immer renditegeileren Verlagsseite zu suchen seien, und dass die Blogs also - im Gegenzug - eher als eine Art qualitatives Korrektiv wirken würden. Blogs seien unter anderem eben auch eine Folge defizitärer Altmedien.
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