Thema: Journalism

 

Alle 2 Artikel zum Thema Journalism auf medienlese.com:

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Ronnie Grob, 11. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Für dumm verkauft
(zeit.de, Jochen Paulus)
“Ein Stuttgarter Institut macht seit Jahrzehnten Schlagzeilen mit pseudowissenschaftlichen Studien. Den Auftraggebern ist das egal.”

MDR-Online: für immer offline?
(mamiblog.de/presseclubblog)
Seit Tagen schon ist das Internetangebot des MDR nicht mehr erreichbar: “Eine vertrauliche hausinterne Mitteilung zeigt, wie dramatisch die Situation tatsächlich ist. Es habe sich ein Bauteil der Datenbank für immer verabschiedet, heißt es da - das konnte inzwischen ersetzt werden. Aber: Es sei sehr schwierig gewesen, einen Techniker zu finden, der sich mit der uralten Technik auskenne, so die interne Mitteilung sinngemäß.”

“Beschiss ist an der Tagesordnung”
(taz.de, Klaus Raab)
Sandra Müller von Fair Radio im Interview: “Es wird viel vorgegaukelt. Geräusche werden unter einen Beitrag gelegt, damit es wirkt, als sei er vor Ort entstanden. Oder eine Live-Situation wird gefakt: Eine Hörerin ruft an und wird vorgeblich vom “Morning-Show”-Moderator interviewt. Dabei hat sie nie mit ihm gesprochen. Sie hat das Interview hinter den Kulissen mit jemand anderem geführt, der Moderator stellt nur noch die Fragen, wie ein Schauspieler.”

Der Journalismus in Deutschland steht vor einem gewaltigen Umbruch
(don.antville.org, Don Dahlmann)
“Je weniger Journalisten in einer Redaktion arbeiten, desto weniger Zeit haben sie, sich um Dinge wie Recherche zu kümmern. Schon jetzt werden viele dpa Meldungen einfach ungeprüft mit reingenommen, merkt ja eh keiner, und PR-Firmen fällt es immer leichter komplette Texte in Zeitungen zu hieven. Es redet keiner offen darüber, aber hier und da werden Anzeigen auch mal gerne als Druckmittel für eine etwas freundlichere Berichterstattung genutzt.”

Ein gutes Zeichen
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Johannes Waechter)
“Schlecht, dass es niemand mehr benutzt. Eine Ehrenrettung für den Strichpunkt.”

Ein Journalist ist einer, der nachher alles vorher gewusst hat
(medien-news.blog.de, Ernst Probst)
Leseprobe aus einem neuen Taschenbuch mit offenbar vielen Zitaten, zum Beispiel diesem: “Das Problem sind nicht die kritischen Journalisten, sondern die netten.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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Ronnie Grob, 8. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Gekaufte Beiträge
(ardmediathek.de, Video, 9:03 Minuten, Monika Anthes)
Das deutsche Bundesministerium für Gesundheit bezahlt die PR-Agentur Schlenker. Die wiederum bezahlt deutsche Privatradios dafür, dass sie ihre vorgefertigten Beiträge ausstrahlen. Inhalt der Beiträge: Propaganda für das Gesundheitsministerium. Schlenker Eigen-PR auf der Homepage: “Ob Unternehmen, Ministerium oder Verband - durch gezielte Sonderwerbeformen und Below-the-line-Maßnahmen sorgen wir dafür, dass man von Ihnen hört.”

Das will ich so in keinem Fall gedruckt sehen
(faz.net, Olaf Sundermeyer)
Deutsche Journalisten autorisieren Gespräche, auch wenn sie gar nicht müssen. Mit dieser “Form von Zensur” (Jörg Staude, Galore) geht Christan Ulmen beispielsweise so um: “Ich versuche die Fragen schriftlich zu bekommen, dann kann sie jemand anderes beantworten.”

“Die SPD ist Konkursmasse”
(sueddeutsche.de, Oliver das Gupta)
Interview mit Journalist Günter Wallraff: “Heute ‘wallraffen’ Reporter selten. Sind die heutigen Journalisten zu feige für Undercover-Einsätze? - Wallraff: Ach, es ist nicht feige, sondern oft einfach phantasiearm. Es ist Beschränkt-Sein, es ist Angepasst-Sein.”

Springer-Verlag in Polen: Missionare mit Köpfchen
(diepresse.com, Knut Krohn)
“Der Springer-Verlag steht vor dem Kauf der dritten polnischen Tageszeitung. Er ist nicht der einzige international tätige Medienkonzern, für den der Markt attraktiv ist.”

Die “Gala” ist Balsam fürs Ego
(watchberlin.de, Video, 3:33 Minuten, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs erklärt den Erfolg der Gala: Erfolgreich sei sie darum, weil sie ihren Lesern und Leserinnen die Schwabbelarme und kurzen Beine der Promis zeige.

Blätter, die die Welt bedeuten
(spreeblick.com, Frédéric Valin)
Zur Befreiung von Ingrid Betancourt: “Jeder hat aus dem Material, dass ihm die Betancourt-Befreiung geliefert hat, seine eigene Geschichte gemacht. Mit einer eigenen Moral. Uribe freut sich über den Popularitätsschub, der es ihm womöglich erlauben wird, eine bisher verfassungswidrige dritte Amtszeit als kolumbianischer Präsident einzuleiten. Sarkozy durfte sich wichtig machen. Das kolumbianische Militär darf seine Effektivität betonen. Und RSR darf sich investigativ fühlen.”

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