Thema: Hans Dichand

 

Alle 5 Artikel zum Thema Hans Dichand auf medienlese.com:

Wahl in Österreich:
Der Kampf der Kronen-Zeitung

Markus Kirchsteiger, 1. Oktober 2008 um 10.07 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Neuer Nationalrat in Österreich gewählt: Die Kronen-Zeitung hat ordentlich Stimmung für ihren Favoriten gemacht – journalistisch sauber war das nicht.

ÖVP-Kandidat Molterer: Keine Chance gegen Dichand? (Keystone)

Mit rund 3,8 Millionen Lesern ist die Kronen-Zeitung Österreichs meistgelesene Tageszeitung. Diesen durchschlagegenen Erfolg hat das Blatt vor allem ihrem Herausgeber zu verdanken, dem 87-jährigen Hans Dichand. Und von dieser publizistischen Stärke machte der österreichische Medienzar im Wahlkampf auch reichlich Gebrauch, empören sich Kritiker der Krone. Seine Meinung zur Lage der Nation sei die alles bestimmende Blattlinie, abweichende Ansichten dagegen hätten keinen Platz in seiner Zeitung.

Daher würden sowohl Krone-Journalisten ihre Berichte, als auch viele Politiker ihre Agenda an die Vorstellungen des Herausgebers anpassen. Passiert ist das tatsächlich vor wenigen Wochen. Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ), Werner Faymann, verkündeten in einem Leserbrief an die Krone, einen 180-Grad-Schwenk in ihrer EU-Politik: Künftig solle das Volk über einen EU-Verfassungvertrag abstimmen und nicht das Parlament.

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Wochenrückblick Nr. 36

Ronnie Grob, 7. September 2008 um 19.29 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Google feiert Geburtstag, Carl Just stand vor dem Arbeitsgericht, Springer war einkaufen und in Österreich kämpft “Onkel Hans” für Meinungspluralismus.

Das Bild der Woche: Diese beiden sympathisch aussehenden jungen Herren haben heute vor zehn Jahre die Suchmaschine Google gegründet. Mittlerweile sucht jeder zweite im Internet mit Google und das Medienunternehmen weiß praktisch alles über alles und jeden, dominiert das Werbegeschäft im Internet, bietet diverse praktische Programme und Dienste an – und hortet das Wissen der Welt sowie die Daten der Google-Nutzer in riesigen Computeranlagen rund um den Globus, die Unmengen Energie benötigen. Die schiere Konzentration von Datenmacht läßt sich nur noch wegen des inoffiziellen Firmenmottos ertragen: “Don’t be evil.”

Carl Just, ein ehemaliger Kriegsreporter stand mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Ringier diese Woche vor Arbeitsgericht - was viele Berichte von schweizer Medien nach sich zog. Die Rundschau des Schweizer Fernsehens zeigte einen Bericht (Video, 11:37 Minuten), der sich damit begnügte, ausschliesslich die Version des Reporters darzustellen. Was Marc Walder, Chef von Ringer Schweiz, zurecht eine “eine äusserst bescheidene journalistische Leistung” nannte. Der Journalist, der vom als äusserst sozial bekannten Verlag “Schadenersatz und Genugtuung in Höhe von 200′000 Franken wegen Verletzung der Fürsorgepflicht” verlangte, erlangte vor Gericht einen Vergleich. Obwohl dieser noch keine Rechtskraft hat, wusste tagesanzeiger.ch bereits, dass es sich um eine hohe Entschädigung handelt (ohne diese Behauptung im Text näher zu erläutern). Das Video dazu:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 7. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Hans Dichand und seine ‘Krone’
(profil.at, Marianne Enigl und Christa Zöchling)
“Hans Dichand, Herausgeber der ‘Kronen Zeitung’, scheint der mächtigste Mann der Republik zu sein, jedenfalls glauben das die meisten Politiker. Dem designierten SPÖ-Chef Werner Faymann kann das nur recht sein.”

China hält die Hand davor
(vanity-care.de, Timo)
“Willkommen im Reich der Mitte der Medienzensur. Dass Journalisten einen schweren Stand haben in der Volksrepublik, war bekannt. Dass nicht alles gezeigt werden darf, was ein Team filmen möchte auch. Das ZDF lieferte nun ein Dokument [Video, 6:26 Minuten], wie es aussieht, wenn die Obrigkeit einschreitet. Und das live im Frühstücksfernsehen.” (Dazu: Von chinesischer Stasi festgehalten, tz-online.de)

“In Erinnerung bleiben - traurigerweise - die schlimmsten Ereignisse”
(persoenlich.com, David Vonplon)
Caspar Selg, langjähriger Chefredaktor der Sendung “Echo der Zeit“, gibt die Redaktionsleitung ab: “Die Geschwindigkeit hat sich im ganzen Geschäft enorm erhöht. Ein Korrespondent hat bei einem Ereignis früher zwei, vielleicht auch drei Beiträge geschrieben. Heute sind es fünf, sieben, neun. Erfuhr ein Korrespondent früher über ein Ereignis, reichte es, wenn er in der nächsten Primetime einen Beitrag brachte. Heute muss man sofort zu schreiben beginnen, kaum hat man vom Ereignis gehört.”

Fox News airs altered photos of NY Times reporters
(mediamatters.org)
Fox News verändert in einem Bericht über Journalisten der New York Times die Portraitbilder. Das heisst: macht aus kleinen Nasen grosse Nasen, aus weissen Zähnen gelbe Zähne, verändert den Haaransatz und baut Augenringe ein.

Mit dem ZDF auf Expedition in “Feuchtgebiete”
(welt.de, Antje Hildebrandt)
“In der Reihe ‘Sommernachtsfantasien’ versorgt das Zweite seine Zuschauer ab morgen mit ‘erotischen’ Betthupferln. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Lust der Frau. Mindestens ein Film schrammt jedoch haarscharf an der Grenze zur Pornografie vorbei. Gehören explizite Sexszenen jetzt auch schon zur Grundversorgung?”

Elvis und das Gegenteil
(informationarchitects.ch, Oliver Reichenstein)
“Fred, ein 14-jähriger Video-Blogger hat?s irgendwie geschafft, eine Fangemeinde von 45 Millionen Usern um sich zu scharen. Statt das Phänomen Fred zu analysieren und zu verstehen, versuchen die Vermarktungs- und Internet-Onkel den surrealen Triumph des Teenagers klein zu reden.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Kronen-Zeitung:
Dichands neuester Coup

Markus Kirchsteiger, 27. Juni 2008 um 16.52 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Das neue Führungsduo der Regierungspartei SPÖ erklärt eine 180-Grad-Drehung ihrer EU-Politik – ausgerechnet exklusiv vorab in der Kronen-Zeitung, die genau das seit Monaten fordert.

Kronen-Zeitung

Beim Blick in die gestrige Kronen-Zeitung blieb wohl nicht nur einigen Journalisten und Bloggern das Frühstückskipferl im Hals stecken. Praktisch ganz Österreich ist vom abrupten Positionswechsel der stimmenstärksten österreichischen Regierungspartei überrascht. Entsetzt waren viele darüber, wie diese plötzliche Meinungsänderung an die Öffentlichkeit getragen wurde: nämlich in einem Brief an Hans Dichand, den Herausgeber der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Krone:

Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.

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Hans Dichand:
Österreichs Kronfolger

Klaus Jarchow, 3. Juni 2008 um 12.17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Krude Zeitung mit klarem Ziel: Bei dem österreichischen Boulevardblatt Kronenzeitung wird Meinung gemacht, erst dann kommt die Rendite.

Gibt es auf dem Boulevard überhaupt Unterschiede? Oder ist es überall der gleiche Zucker, der dem großen Affen ‘Publikum’ zu schmecken hat? Ich denke, diese Unterschiede gibt es - ein Gedanke, der mir vor allem immer dann kommt, wenn ich - allerdings nur sporadisch mal - Dichands Kronenzeitung neben die Bild-Zeitung halte.

Die Bild ist ein typisches ‘Push-Medium’, um es marketingtechnisch auszudrücken: Die hochweise Redaktion beschließt, was der mindere Pöbel morgen denken soll, und dann wird mit allen Tricks der Rhetorik, der Headline-Gestaltung und der Propaganda die ideologische Leimrute mit der patentierten Mixtur aus dem entsprechenden Honigtopf bestrichen. Ein Verfahren, das sich seinen Markt erst schaffen will, das regelmäßig auch mal schief geht, siehe zuletzt die Bundestags- oder Hessenwahlen, das aber unverdrossen als der Weisheit letzter Schluss den Mantraschrein der Redaktion schmücken darf. Dort halten sich alle unverdrossen für große ‘Meinungsmacher’, egal, was die depperten Gehirnforscher ihnen zum Thema der Unvorhersagbarkeit jeder Manipulation erzählen.

Dichand verfährt anders - seine Kronenzeitung ist ein typisches Pull-Medium:

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