Thema: Gratiszeitung

 

Alle 8 Artikel zum Thema Gratiszeitung auf medienlese.com:

.ch umgebaut:
Der neue Blick ist da

Ole Reißmann, 23. Oktober 2008 um 10.52 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Die Schweizer Gratiszeitung .ch positioniert sich neu: Aufmachung und Inhalt werden ganz auf Pendler und die Verteilung am Bahnhof zugeschnitten. Rot und Orange dominieren: Die Farben des Boulevards, die Farben von Blick.

Ein Jahr nach ihrem ersten Erscheinen baut die Media Punkt AG die Gratiszeitung .ch kräftig um. Die teure Hauszustellung weicht der Verteilung über Boxen an Bahnhöfen, .ch wird zur typischen Pendlerzeitung. Die klassisch-seriöse Aufmachung in Schwarzweiß und mit Serifenschrift wurde Mittwoch aufgegeben, stattdessen erscheint .ch nun in einem knalligen Design von Katja Hösli. Rot und Orange prägen das neue Erscheinungsbild, grenzen .ch vom kühl-blauen 20 Minuten ab und erinnern an den Blick. Nicht der einzige Schritt Richtung Boulevard: Ganz auf die Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse der pendelnden Leserschaft ausgerichtet verändert sich auch der inhaltliche Aufbau. Die Einteilung in Ressorts wie Ausland, Wirtschaft, Schweiz ist aufgehoben, stattdessen läuft ein kruder Nachrichten-Mix unter der Rubrik “aktuell”. So findet sich eine seichte Kurzmeldung über James Bond neben Nachrichten über ein Unwetter mit Todesfolge und den möglichen Tod eines Qaida-Führers.

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Ronnie Grob, 12. September 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. “Springer wagt Tabubruch”
(ftd.de, Jennifer Lachman und Ulf Brychcy)
“Das wird die Zeitungsbranche erschüttern: Ausgerechnet Springer wirft in Berlin ein Gratisblättchen auf dem Markt. Dabei hatte sich der Konzern stets am stärksten gegen solche Publikationen gewehrt. Und Kooperationspartner ist auch noch die Post.”

2. “Polizistenmord Heilbronn: heiße Spur ganz kalt”
(badische-zeitung.de)
“Bild prescht vor und alle schreiben ab: Spiegel, dpa und dutzende Medien meldeten die angeblich heiße Spur zur Heilbronner Polizistenmörderin. Dabei ist das Ganze nur ein Lehrstück darüber, wie aus reiner Polizeiroutine eine Schlagzeile wird.”

3. “Wie leicht Film Wirklichkeit wird”
(freitag.de, Matthias Dell)
“Der Spiegel macht mit seiner Titelgeschichte der Einfühlung Marketing für Eichingers neuen Erfolgsfilm.”

4. “Aus dem Wertekanon”
(jungewelt.de, Volker Bräutigam)
“Weil ihre Beiträge nicht in die Anti-China-Berichterstattung paßten, wird eine Redakteurin der Deutschen Welle kaltgestellt.”

5. Jonathan Landman von der New York Times im Interview
(sueddeutsche.de, Stephan Weichert und Alexander Matschke)
“Beiträge von Amateuren sind nicht zu unterschätzen. Sie können sich Amateurfotos auf der Online-Plattform flickr ansehen, Texte von Amateuren in der Huffington Post lesen und so weiter. Und ein kleiner Teil davon ist gut, ein großer sehr schlecht. Die Trefferquote bei professionellen Journalisten ist naturgemäß höher, weil sie dafür entlohnt werden. Das ist bei Amateuren anders, was aber nicht heißt, dass sie nichts beitragen können.”

6. “Bang Bang Berlin” in der Video-Rezension
(achtmilliarden.wordpress.com, Oskar Piegsa, Video, 3:53 Minuten)
Oskar Piegsa testet die Zeitschrift “Bang Bang Berlin“. Fazit: “Sieht gut aus”, “Textqualität mittel”, “Aber: zukunftsweisend?”

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Ronnie Grob, 2. September 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. “Wladimir Putin, unser Held”
(ksta.de, Tobias Kaufmann)
“Hat Wladimir Putin einem Fernsehteam das Leben gerettet, als er gerade noch rechtzeitig einen sibirischen Tiger niederschoss? Eher unwahrscheinlich. Aber schön ist die Geschichte trotzdem.”

2. “Thomas Roth zum Putin-Interview im Ersten”
(tagesschau.de, Thomas Roth)
Der Journalist, der Putin für die ARD interviewt hat, meldet sich nach bisher 494, zum Teil empörten Kommentaren im Tagesschau-Blog zu Wort. Das ganze, sehr interessante Interview werde dann ausgestrahlt, wenn alle schlafen, nämlich morgens um 6:20 Uhr. Die Langfassung des Videos und eine vollständige Abschrift sollen nachgereicht werden.

3. Gratiszeitung Nyhedsavisen wird eingestellt
(fr-online.de, Hannes Gamillscheg)
“Nyhedsavisen, ein Eindringling aus Island, hatte mit einem an alle Hausstande verteilten Gratisprodukt den dänischen Zeitungsmarkt aufmischen wollen. Am Montag drehte der letzte der Investoren den Geldhahn zu, und alles ist beim alten. Nur dass die großen Zeitungsverlage im Abwehrkampf gegen die Neulinge Hunderte Millionen Kronen verpulvert haben, die sie auch hätten brauchen können, um ihre unter Auflagenschwund leidenden Abonnement- und Boulevardblätter attraktiver zu machen.”

4. “‘Penthouse’-Chefredakteur Molzer im Interview”
(dwdl.de, Daniel Häuser und Peter Böhling)
Kurt Molzer: “Der Mann wird ja bevormundet in den anderen Heften. Nach dem Motto: Zieh dir diese Schuhe und das Hemd an, weil du selbst einfach zu blöd dazu bist. Aber wer braucht diese Tipps eigentlich? Ich mache das Heft für einen Mann, der keine albernen Lebensweisheiten braucht.”

5. “Google - Die Besserwisser”
(morgenpost.de, Ulli Kulke)
Eine erste Vorschau auf das 10jährige Firmenjubiläum von Google.

6. “Der wichtigste Deutsche – ein Blogger”
(denquer.de, Stefan Oßwald)
Vanityfair.de macht Jagd auf Page Impressions mit einer Liste der 100 wichtigsten Deutschen. Zu manipulieren ist sie mit den einfachsten Mitteln, zum Beispiel mit dem VanityFakeVoter.

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Ronnie Grob, 16. Juli 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Klickdoping mit 16 Buchstaben
(stefan-niggemeier.de)
“Mit allen Mitteln versuchen die Online-Medien die Zahl ihrer PageImpressions künstlich in die Höhe zu treiben, denn diese Zahl wird gerne fälschlicherweise für eine Messgröße für Erfolg und gar Qualität gehalten.”

Entsorgung Gratiszeitungen
(sf.tv, Video, 2:14 Minuten)
“Gratisblätter sollen die Kosten für die Entsorgung ihrer Zeitungen übernehmen. Dies schlägt Preisüberwacher Rudolf Strahm Umweltminister Moritz Leuenberger vor. Auch Take-Aways sollen künftig für Abfälle zahlen, die ihre Kunden liegenlassen.”

Die Medien als Buhmann
(zeit.de, Sebastian Moll)
“Team Gerolsteiner gehört zu den besten Teams der Tour. Einen Sponsor sucht die Mannschaft aber vergeblich. Das Moralisieren der deutschen Medien soll daran schuld sein.”

Ups, verzahnt
(bildblog.de, Clarissa)
Bild.de kopiert fast einen ganzen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.

Media Top 100 2008
(guardian.co.uk)
MediaGuardian kürt, wie jedes Jahr, die Top 100 Medienleute.

The web is the most conservative force on Earth
(spectator.co.uk, Charles Leadbeater)
“Digital technology has made us a society of mass archivers, says Charles Leadbeater. Far from rotting our brains, the web enables us to preserve all our memories.”

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Im Test (Teil 4):
Blick am Abend

Ronnie Grob, 6. Juni 2008 um 13.30 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Die Brombeere am Abend ist der Nachfolger der Abendzeitung heute und wird wohl den Schweizer Blick ins Gratiszeitalter überleiten. Wir testen Blick am Abend.

Blick am Abend: Die Frontseite

Im Test: Ausgabe 3 vom Mittwoch, 04.06.2008 (aufgelesen am Bahnhof in Basel).

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Ole Reißmann, 21. Mai 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Fußball-Mobiliserung in Schweizer Medien
(Eurospuk 08, Ballerina)
“Was machen eigentlich die grossen Schweizer Medienportale in Sachen Euro? Wenig bis gar nix, viel PR und weitgehend infantile Wettbewerbli – zeigt ein kleiner Rundgang. “

Korrespondenten fehlt Zuwendung
(taz, Steffen Grimberg)
“Viele Korrespondenten von ARD und ZDF sind genervt: Berichte seien oft einseitig - und manche Redaktionen so ahnungslos, dass man ihnen ‘Afghanistan’ buchstabieren müsse.”

Kritik an “Geheimprojekt Traumhochzeit”
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
“Ist das wirklich so eine gute Idee? Oder hat RTL 2 vielleicht endgültig jeglichen Respekt vor der Würde der Protagonisten verloren, die der Sender durch seine miesen kleinen Dokusoaps schleust, um zwischendurch ein paar Werbespots verkaufen zu können?” Es ist halt Privatfernsehen.

Schwedische Gratiszeitung eingestellt
(NZZ, Ingrid Meissl Årebo)
“Der norwegische Medienkonzern Schibsted kauft 35% der Aktien von Metro Schweden, welche die Gratiszeitung ‘Metro’ herausgibt. Gleichzeitig stellt Schibsted das eigene, verlustbringende Pendlerblatt ‘Punkt SE’ per sofort ein”

“Zeitungen und Zeitschriften haben Zukunft”
(Tages-Anzeiger, Judith Wittwer)
Springer-Chef Mathias Döpfner im Interview. Frage: “Wie bei praktisch allen Tageszeitungen bröckelt aber auch bei Ihrer ‘Bild’ die Auflage.” Döpfner: “Und die Rendite steigt Jahr für Jahr, nun schon zum fünften Mal auf einen historischen Höchststand. Hinzu kommt: Wir verdienen mit Bild.de seit vier Jahren gutes Geld.”

Medienstunt für 40 Euro
(medienrauschen.de, Jörg-Olaf Schäfers)
“Sie sind Neonazi und wollen für kleines Geld maximale Aufmerksamkeit? Kein Problem, mit weniger als 40 Euro können Sie einen PR-Stunt in führenden deutschen Medien platzieren.”

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“Und immer an die Leser denken”

Ole Reißmann, 7. Mai 2008 um 10.15 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Kleine Änderungen: Die Gratiszeitung .ch führt eine Rätsel- und eine Comicseite ein, renoviert die Wetterkarten und will mehr über “People” berichten.

.ch

An die Leser denken – dieses Credo aus dem denkwürdigen Werbespot für das Nachrichtenmagazin Focus haben die .ch-Macher beherzigt und nehmen nach dem Start im September vergangenen Jahres kleine Justierungen an dem Schweizer Gratisblatt vor. Endlich gibt es eine Rätselseite mit Sudoku und einen täglichen Comic. Außerdem ist die Europakarte von der Wetterseite verschwunden. Für die glückselige Zeit der Fußball-Europameisterschaft müssen die langweiligen Randthemen Politik und Wirtschaft von den ersten Seiten weichen, dafür dann acht Seiten Balla-Balla. Hätte .ch einen Leserbeirat, wie ihn die Bild-Zeitung zur Belustigung der Medienjournalisten eingeführt hat, er hätte es nicht besser empfehlen können.

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“Gratiszeitungen habe ich selbst nicht wirklich ernst genommen”

Ronnie Grob, 17. Juli 2007 um 13.46 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Der Schweizer Verleger Michael Ringier wird auf fast zwei Seiten vom deutschen Spiegel interviewt.

Michael Ringier

250′000 Gemüseschäler (vielleicht dieser hier?) habe das Ringier-Produkt Betty Bossi bereits verkauft, sagt Michael Ringier zum Schluss des Interviews mit dem Spiegel (online nicht oder noch nicht verfügbar). Damit habe er mehr verdient als mit so manchem Magazin. Worauf der Spiegel (Isabell Hülsen und Thomas Schulz) entgegnet: “Das klingt eher nach einer Kapitulationserklärung des Journalismus.”

Aber weit gefehlt. Michael Ringier ist Journalismus ein Anliegen:

(…) Hier haben wir eine andere Kultur. Wir diskutieren jeden Tag intensiv über Journalismus. So etwas aufzugeben ist schwer.

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