Alle 4 Artikel zum Thema FTD auf medienlese.com:
Was schreiben die ideologischen Leitmedien des Neoliberalismus? Die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten, ist ganz unterschiedlich …
Die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Allgemeine und Die Welt durfte man mit Fug und Recht allesamt als ideologische Schlachtschiffe des Neoliberalismus in Deutschland bezeichnen. Ganz unterschiedlich aber ist die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten.
Wolfgang Münchau ist Associate Editor der Financial Times und gründete Anfang des Jahrtausends die Financial Times Deutschland mit. Er vertraut primär auf das sprichwörtlich kurze Gedächtnis des Publikums. So, wenn er behauptet, dass er als untrügliches Finanzorakel die große Krise immer schon geweissagt habe. Dass er nur ihre Heftigkeit unterschätzt habe:
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Blogger – Machtergreifung der Machtlosen
(ejo.ch, Marcello Foa)
Ein bemerkenswerter, von Oliver Heinemann übersetzter Text, der zuerst im Il Giornale vom 15.06.2008 erschien: “Es gab eine Zeit, da führten New York Times, Washington Post und Wall Street Journal die Politiker dieser Welt quasi am Gängelband, derart gross waren Macht und Einfluss dieser Blätter. Heute ist das definitiv nicht mehr so. Oder besser: nicht mehr ganz so.”
Kasperletheater auf der Oberahornalm
(welt.de, Antje Hildebrandt)
Politische Sommerinterviews im ZDF: “Tatsächlich muss man sich diese Treffen wie ein Kasperletheater vorstellen. Quer durch alle Fraktionen versuchen die Strippenzieher der Politik den Anschein zu erwecken, als würden sie sogar noch in der Sommerpause die Nähe zum Bürger suchen: ‘Seid Ihr alle da?’”
Journalisten vs. Teams
(racingblog.de, Don Dahlmann)
“Die meisten bekannteren Journalisten im Automobilbereich sind ziemlich fest mit der Industrie verwoben. Manche machen es geschickt, andere kokettieren offen mit ihren Verbindungen zu wem auch immer. Andere wiederum geben offen zu, dass die Weihnachtsfeier irgendeines Rennsportzulieferes moderieren oder auch mal bei der Präsentation eines neuen Autos zum Mikrofon greifen.”
Endemol vermisst mutige Sender
(ftd.de, Lutz Knappmann und Andrew Edgecliffe-Johnson)
“Der Deutschlandchef der TV-Produktionsgesellschaft Endemol warnt vor einer übertriebenen Renditeorientierung im Fernsehgeschäft. Man könne ‘die Zitrone nicht ewig quetschen’, sagte Borris Brandt im FTD-Interview. Vielen TV-Sendern fehle der Mut.”
Ich bin das Sommerloch
(moritzleuenberger.blueblog.ch, Moritz Leuenberger)
Der schweizer Medienminister füllt unfreiwillig das Sommerloch gewisser Medien. Dabei hat er doch nur abgenommen.
Endlich!
(achtmilliarden.wordpress.com, Oskar Piegsa)
“Der endgültige Kanon der allerallerbesten Zeitschriften der Welt.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Mehr Markt und weniger Staat – oder angesichts von Finanzkrisen plötzlich doch lieber andersherum? Keine einfache Frage für Finanz-Kolumnisten.

Stürzen die Kurse, freut sich der Fotograf: Fünf Krisenbilder (Bilder Keystone)
Das ‘Adenauer-Syndrom’ grassiert. Schon der erste Bundeskanzler soll verkündet haben: ‘Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“. Viele Wirtschaftskolumnisten, welche die Finanzkrise aus der Bahn des gewinngewohnten Künders ewigen Wachstums warf, müssen nolens volens jetzt leicht errötend auf Adenauers Spuren wandeln.
Ein erzwungener Schwenk, der besonders komisch wirkt, wenn seit dem dicken Wälzer, der kategorisch eine unregulierte Marktwirtschaft sans phrase forderte, und den jetzigen neo-ökonomischen Unkereien über plötzlich doch notwendigen Staatsinterventionismus nur einige Monate liegen. Erblickt man solche Texte plötzlich nebeneinander, wird’s eben widersprüchlich. Wie im Falle von Wolfgang Münchau, des Associate Editor der Financial Times und des langjährigen Chefredakteurs der Financial Times Deutschland.
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Keine Stellungnahmen, erhöhte Gerüchtedichte: Nach Informationen des Handelsblattes will der Spiegelverlag dem Medienkonzern Pearson seinen 50-Prozent-Anteil an der ewig defizitären Financial Times Deutschland abnehmen. Die anderen Hälfte gehört dem Verlagshaus Gruner + Jahr. Die Süddeutsche Zeitung unkt, der Deal könne von der Mitarbeiter KG des Spiegels gezielt an die Öffentlichkeit getragen worden sein, um ihn zu torpedieren.

Eine Wirtschaftszeitung für den Spiegelverlag? (Montage von uns)