Ein düsterer, bitterer Actionfilm voller tragischer und kaputter Charaktere sorgt für volle Kinos: “The Dark Knight”, der achte Batman-Auftritt, bricht schon jetzt Zuschauerrekorde.
Batman foltert, bricht Gesetze, verletzt Bürgerrechte, übt Selbstjustiz und belügt die Öffentlichkeit – und zum Schluss des Films fragt ein kleiner unschuldiger Junge, was der Held denn falsch gemacht habe. Nichts und alles, das ist die Botschaft des Films: Batman hat sich schuldig gemacht, um die Bürger von Gotham City zu retten.
Damit ist “The Dark Knight” ein äußerst politischer Film. Zuviel sei vor dem Deutschlandstart des Films am 21. August nicht verraten – nicht zu viele Details, kein Blick auf die komplexen Charaktere mit ihren tragischen Konflikten. Keine Würdigung von Schauspielern und Machern des Films, das überlassen wir den richtigen Rezensionen. Nur soviel: Es gibt zwar Actionfilme mit mehr “Wumms”, aber kaum einen, der düsterer, dichter und packender ist. Aber hier geht es um etwas anderes, denn in diesem Film verschwimmt nicht einfach die Grenze zwischen “gut” und “böse” …
Mantheys Medienportal ist online und die Meinungen gehen weit auseinander: Zum Beta-Start von Meedia.de haben wir uns in der Blogosphäre und auf einschlägigen Seiten umgesehen.
Nach langer Entwicklungszeit ist das Medienportal Meedia.de von Dirk Manthey, ehemals Verlagsgruppe Milchstraße, endlich online. Noch prangt ein mittlerweile für ein Web-Startup wohl obligatorischer Beta-Button auf dem Logo, richtig losgehen soll es dem Vernehmen nach dann im September. Genug Zeit also, um auf Reaktionen und Kommentare zu reagieren. Wir haben uns umgesehen:
Batman, Superman – kein Superheld kommt ohne applaudierende Presse aus. Fehlt den filmischen Zukunftsvisionen die Zeitung, wird es verdammt eng für den Helden.
Superman hätte ohne Zeitung gleich ein doppeltes Problem: Wenn er nicht gerade in Strumpfhosen die Welt rettet, arbeitet er als Clark Kent beim Daily Planet. Also für die Zeitung, die ständig die neuen Supertaten des schwerguten Capeträgers bejubelt.
Ganz folgerichtig hielten Fans zur Premiere des neuen Batman-Films in Chicago eine extra gedruckte Ausgabe der fiktiven Gotham Times in die Kameras. Die Gotham Times hat sogar eine eigene Webseite, Teil einer viralen Marketing-Kampagne für “The Dark Knight”. Superhelden ohne Zeitungen – kaum vorstellbar?
Sollte man meinen. Doch ein anderer Film zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft der Zeitung:
Radikal und subjektiv: Der Dokumentarfilm “Gonzo” blickt zurück auf Leben und Werk von Hunter S. Thompson. Der Reporter und Schriftsteller gilt als Begründer des New Journalism.
Natürlich muss ein Film über den Begründer des so genannten “gonzo journalism” auch so heißen: “Gonzo”. Oscar-Preisträger Alex Gibney hat mit Originalaufnahmen, Zeitzeugen und nicht zuletzt mitreißende Musik eine knapp zweistündigen Dokumentation über den legendären Journalisten Hunter S. Thompson gedreht. Erzählt wird der Film von Johnny Depp, der den manischen Schreiber schon in dem drogenlastigen Roadmovie “Fear and Loathing in Las Vegas” gespielt hat. Klar, dass auch die Doku keine Jugendfreigabe bekommen hat: “Rated R for drug and sexual content, language and some nudity.” Trailer nach dem Klick:
Die Axel Springer AG schliesst sich der digitalen Bohème an und verwendet per sofort nur noch Apple-Geräte. Springer wird somit nach eigenen Angaben zum grössten Apple-Firmenkunden in Europa und zum zweitgrössten nach Google weltweit.
Wie der Vorstandsvorsitzende des Springer-Verlags (Bild, Welt), Mathias Döpfner, verkündet, hat die “sehr grundlegende IT-Entscheidung”, alle Desktops, Laptops und mobilen Geräte der Axel Springer AG per sofort auf solche der Firma Apple umzustellen, mit verschiedenen Punkten zu tun. Döpfners Video-Ansprache an alle Mitarbeiter:
Bernard Thurnheer, Sportreporter des Schweizer Fernsehens, kommentiert die Spiele der Euro2008 mit Hilfe von handgeschriebenen Infokarten und einem Panini-Sammelalbum. Vor zwei Jahren gewann er eine Wette, weil er es schaffte, den Begriff “Handarbeitslehrer” in seine Moderation einfliessen zu lassen.
Besonders schnell sind wir für einmal nicht. Gezeigt wurde die Arbeitsmethodik des schweizer Fussball-Nationalreporters Bernard Thurnheer nämlich bereits während dem Countdown zum Euro2008-Eröffnungsspiel am 07.06.2008. Dennoch ist es interessant, zu sehen, wie sich der Reporter auf die Spiele vorbereitet (sf.tv, Video, Dialekt, 5:38 Minuten).
Ganze Stapel mit handbeschriebenen Infokarten warten darauf, zum Einsatz zu kommen, wenn geklärt werden muss, ob der Ersatztorhüter der Tschechen tatsächlich schon 1998 auf der Ersatzbank sass. Andere Banken, sagen wir, via Laptop zugängliche “Datenbanken”, sind offenbar kein taugliches Hilfsmittel. » weiterlesen
Videos in hoher Auflösung, Musik für jeden Geschmack – aber eigentlich nur für US-Bürger. Nur wer zufällig einen Proxy benutzt, kann doch zuschauen.
So war das Internet mal gedacht: Dezentral, global und uneingeschränkt nutzbar. Doch immer wieder sind interessante Webinhalte amerikanischen Usern vorbehalten. Wenn es um Filme und Fernsehsendungen geht, geben sich die Urheber zugeknöpft und geben ihre Lizenzen nur für bestimmte Länder her. Die Anderen müssen draußen bleiben. Anhand der IP-Adresse wird geprüft, von wo die Besucher auf die Inhalte zugreifen wollen.
Keine Lust, den Spielfilm am Wochenende zu verpassen? Aber keine Zeit und ein Festplattenrecorder ist zu teuer? Online-Video-Rekorder locken mit Angeboten. Doch es geht auch kostenlos.
Sie heißen Save.tv, Shift.tv und haben den DVD- oder Festplattenrecorder im heimischen Wohnzimmer abgelöst. Einziges Manko: Zeitversetztes Fernsehen ist noch nicht möglich. Die geplanten Aufnahmen müssen erst auf den PC runtergeladen werden. Die Plattform onlinetvrecorder.com bietet den Service sogar kostenlos an. Es ist nur eine Registrierung erforderlich.
Das Senderangebot beläuft sich auf 47 Sender. Neben den Hauptsendern sind auch die öffentlich-rechtlichen Spartensender, wie z.B. DZF Doku, aber auch die ausländischen Sender TRT, CNBC und BBC World gelistet.
ARD und ZDF sollen ihre Inhalte im Web nur noch sieben Tage online lassen dürfen, so aktuelle Forderungen. Tut man dem Web damit wirklich einen Gefallen?
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat seine Qualitäten: Wer nach einem langen Arbeitstag beim Programm von ARD oder ZDF einschläft, muss nicht wie bei RTL oder Pro Sieben befürchten, von einem brüllend lauten Werbespot schon nach wenigen Minuten wieder aus seinen Träumen gerissen zu werden. Und wenn man eine bei Arte und eine bei Discovery gesendete Dokumentation miteinander vergleicht, wird man den ruhigeren Stil des öffentlich-rechtlichen Programms genießen - was hier allerdings mehr am Unterschied zwischen französischer und amerikanischer Filmkultur liegt. Auch ARD und ZDF kooperieren schließlich mit dem amerikanischen Discovery-Channel, ebenso wie Pro Sieben mit der öffentlich-rechtlichen BBC.
Doch was das Auftreten online betrifft, so haben ARD und ZDF völlig unnötigerweise in den Monaten, in denen die Dotcomblase längst geplatzt war, noch vom auf dem Datenhighway liegenden Gold geträumt und dabei sehr viel Porzellan zerschlagen: Ihr “Internetangriffskrieg” (”Internetoffensive“), der nicht nur IPTV wie in der Schweiz, auch nicht nur normales Audio- oder Video-Streaming, auch nicht nur das Web, sondern gleich das gesamte Internet inklusive E-Mail oder Chat für sich vereinnahmen will - einerseits als Geldbeschaffungsmaschine, die eine Telekommunikationssteuer ernsthaft Rundfunkgebühr nennt, und andererseits als “dritte Programmsäule” - hat die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland zum Feind des Webs, zum Feind der Netzkultur werden lassen.
Ein Fest für Filmfreunde: In München wird heute Abend das Dokumentarfilm-Festival “Dok.Fest” eröffnet. An den darauffolgenden sieben Tagen werden über 60 Filme gezeigt.
Wer sich für Dokumentarfilme begeistert, hat es nicht gerade leicht. Die wenigen Kopien der Filme tingeln erst Monate durch die Festival-Welt, verschwinden oftmals in Archiven und irgendwann später tauchen die Filme dann verstreut pötzlich im Nachtprogramm eines öffentlich-rechtlichen Senders auf. Der Name des Münchner Festivals “Dok.Fest” greift also nicht zu hoch: Es ist ein Fest, über 60 Dokumentationen an sieben Tagen gezeigt werden. Also auf nach München und zusammen mit den erwarteten 13.000 Zuschauern ins Kino – denn in nächster Zeit laufen in Deutschland nur vier der gezeigten Beiträge auf der Leinwand.
Unter anderem stehen folgende Filme auf dem Programm:
Beslan, 9/11, Vietnam: Das amerikanische Magazin Esquire feiert 75. Geburtstag und verschenkt sieben herausragende Artikel auf seiner Website – einige davon sind erstmals online zugänglich. » weiterlesen
Die Presseschau heute mit zwei langen Texten zur Filmkritik mit Weblogs, einem Peter Turi, der auspackt und einer unsinnigen Sperrfrist für eine PR-Meldung. » weiterlesen
CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll. » weiterlesen