Thema: Fernsehen

 

Alle 175 Artikel zum Thema Fernsehen auf medienlese.com:

Institution “Tatort”:
Pizza oder Pasta?

Felix Disselhoff, 25. Mai 2008 um 20.30 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

700 Folgen “Tatort” und kein Ende: Der Sonntagabend ist fest in der Hand der Staatsgewalt. Regionale Besonderheiten und beruhigende Aufklärungsquoten machen die Sendung erfolgreich.

Der Sonntagabend ist eigentlich perfekt für entstpanntes Gespräch mit alten Freunden. Doch Fernsehdeutschland hört sonntags ab 20.15 Uhr nur mit einem halben Ohr hin. Das restliche Hörvermögen lauscht Pathologen, Mördern und ihren Jägern. 20:15 Uhr ist “Tatort-Zeit”. Seit mehr als 38 Jahren gehört der “Tatort” ins deutsche Wohnzimmer wie Playmobil und Ikeamöbel. Heute strahlt die 700. Folge über den Äther.

Im Schnitt schalten fast acht Millionen Menschen ein. Für die ARD eher ungewohnt: Jeder fünfte Zuschauer ist unter 50. Gerade die Anfang-Dreißiger werden schon bei der hämmernden Vorspannmelodie (für die Komponist Klaus Doldinger pro Ausstrahlung 50 Euro kassiert), wenn Horst Lettermayers Beine über nasse Straßen hetzen, nostalgisch. Damals, als man noch ein bißchen länger aufbleiben durfte. Mit Milch und väterlicher Aufsicht.

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Neue “Tatort”-Konzepte:
Konsequent und ehrlich

Ole Reißmann, 25. Mai 2008 um 13.55 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Bochum, Niebüll, Berlin, Wiesbaden: Diese Städte brauchen einen eigenen “Tatort”. Anläßlich der 700. Folge haben wir bestechende Vorschläge. Und wo muss noch ermittelt werden?

Simone Thomalla als Hauptkommissarin Eva Saalfeld: CSI Leipzig statt Tatort? (Bild Keystone/Heribert Proepper)Wie es halt kommen musste. Auf Spiegel Online der obligatorische “Tatort”-Verriss (“Straßenbahn ins Nirgendwo”), auf Welt Online die Müde Gier nach Klicks (“So asexuell sind die Ermittler beim ‘Tatort’”), in Vanity Fair eine edle, zehnseitige Fotostrecke (”Der Mord zum Sonntag”). Denn heute Abend wird die 700. Folge der Krimiserie ausgestrahlt, “Tatort” in Leipzig, Premiere für ein neues Ermittlerduo, Simone Thomalla als Hauptkommissarin Eva Saalfeld und Martin Wuttke als Hauptkommissar Andreas Keppler.

Just zu diesem Zeitpunkt sind wir in den Besitz von streng vertraulichen Dokumenten gelangt. Geheime Pläne für neue “Tatort”-Folgen aus Bochum, Niebüll, Berlin und Wiesbaden wurden uns zugespielt. Folgende Konzepte stehen kurz vor der Realisierung:

Bochum: Gleich in der ersten Szene langt der Kommissar dem erstbesten Verdächtigen kräftig an die Eier. Keine Frage, hier ermittelt ein neuer Schimanski. Gearbeitet wird nicht am Computer, nicht in der Gerichtsmedizin, sondern auf der Straße. Nicht immer ganz legal, aber immer mit Nachdruck. Dicht dran an den Menschen. So dicht, dass sie den fauligen Atem des rabiaten Draufgängers riechen müssen. Konsequent nicht nur der hammerharte Faustschlag des schlecht rasierten Kommissars, sondern auch die visuelle Gestaltung: Bäume, Sträucher, Blumen – Fehlanzeige. Stattdessen Ruß hustende Kinder und kein Protagonist ohne Hauterkrankung. Dafür mit Herz am rechten Fleck.

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Schmidt & Pocher:
Charlotte Roche in der Trockenzone

Ole Reißmann, 23. Mai 2008 um 20.58 Uhr, 18 Kommentare Kommentare

Nur keine Obszönitäten: Einen Monat nach dem Debakel mit Lady Bitch Ray geben sich Schmidt & Pocher bei dem Besuch von “Feuchtgebiete”-Autorin Charlotte Roche mehr als handzahm.

Charlotte Roche und Lady Bitch Ray (Bilder Keystone)Es war doch an alles gedacht: Lustiger Einspielfilm mit Frank-Schirrmacher-Bashing, dumpfe Zoten aus dem Niveaukeller – und doch hatte Harald Schmidt seine Mühe mit Skandalgast Lady Bitch Ray. Das die Provokateurin vor einem Monat überhaupt in der Show war, ist zu großen Teilen der Verdienst von Charlotte Roche und ihrem deutlichen Buch “Feuchtgebiete”. Diese Woche war die Bestseller-Autorin kurz zu Gast bei “Schmidt & Pocher”.

Wir zeigen vier Videos zur Erklärung. Eigentlich haben Schmidt & Pocher es nicht so mit dem Niveau:

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DSDS:
Ein Kilo Hackfleisch und die Haare schön

Felix Disselhoff, 18. Mai 2008 um 17.59 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Klischee-Sieger: Die fünfte Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” ist endlich vorbei – medienlese.com blickt zurück auf Gemeinheiten, Fehltritte und Bußgelder.

Er ist der neue Superstar: Thomas Godoj post vor der Pressemeute (Bild Keystone/Frank Augstein)“Deutschland sucht den Superstar”. Nein, Deutschland hat seinen Superstar gefunden: Thomas Godoj, frischgekrönte Rockröhre aus Recklinghausen. Und was bleibt? Eine beliebige fünfte Staffel, der übliche Mix an Kandidaten und eine Jury, die ihresgleichen sucht. Nicht, weil sie sich durch qualifizierte Kommentare zum Gesang der rund 30.000 Kandidaten auszeichnete. Da nannte der bitterböse Bohlen die Vorsinger lieber “Vollschwuchtel”.

Den Castingvogel schoss Bohlen ab, als der 17-jährige Raymund R. für sein großes Vorbild den Titel “Die perfekte Welle” zum Besten gab: “Ich glaub, wenn Du in die Berge gehst und Du rufst, da kommt da kein Echo, weil Echos haben auch Geschmack”, so Dieter Bohlens qualifizierter Kommentar zu den misslungenen Auftritt. Raymund wurde nach einem Zusammenbruch von seinen Eltern abtransportiert.

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Programmcheck:
Chartshow vs. Nachtmusik

Felix Disselhoff, 16. Mai 2008 um 17.38 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Geissen gegen Alsmann, Pop- gegen Hochkultur, RTL gegen ZDF: Wir machen zum musikalischen Einklang ins Wochenende den Programmcheck.

Götz Alsmann oder Oliver Geissen (Bilder Keystone, Montage von uns)Über 50 Folgen der “Ultimativen Chartshow” durfte Fernsehdeutschland jetzt schon über sich ergehen lassen. 50 Mal die Top 100. Der 80er, 90er, New Wave, One-Hit-Wonder, Rock- und Pop, DDR. Dieses Mal quält uns RTL ab 21.15 Uhr mit den hundert besten Grand-Prix-Songs. Ultimativ!

Nicht unlängst sorgte die ultimative Quotengarantie für Aufsehen, als absichtlich ein fünf Jahre alter Auftritt von Chris de Burgh als Live-Auftritt verkauft wurde. Wer an diesem Freitag-Abend trotzdem musikalisch und showtechnisch gut unterhalten sein möchte, sollte ins Zweite wechseln.

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Puls 4:
Privatsender ohne Quote

Markus Kirchsteiger, 14. Mai 2008 um 11.37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Drei Monate auf Sendung, Marktanteil knapp über ein Prozent – und Natascha Kampuschs Talkshow lässt auf sich warten, bekannte Journalisten kündigen, der Reporter-Nachwuchs schuftet unter umstrittenen Arbeitsbedingungen.

Logo Puls 4

Mit Paukenschlag und Trommelwirbel startete Ende Januar Österreichs viertes Privat-TV namens Puls 4. Den Zuschauern haben die Senderchefs das Blaue vom Himmel versprochen und der Konkurrenz wollten sie das Fürchten lernen. Stattdessen fällt Puls 4 nach drei Monaten on air vor allem durch Negativschlagzeilen auf.

Die Video-Journalisten (VJ?s) von Puls 4 machen nämlich alles selbst. Sie planen, drehen, schneiden und vertonen ihre Beiträge ohne Hilfe von Kameramännern, Cuttern oder Assistenten. VJ?s sind die eierlegende Wollmilchsau des neuen journalistischen Prekariats. In der einen Hand die Kamera, in der anderen das Mikro – was dabei rauskommt, zeigt täglich Puls 4. Außerdem hat der Sender die Ausbildung seiner Videojournalisten an die Firma News on Video ausgelagert. Diese verlangt für einen zehnwöchigen Basiskurs 4800 Euro.

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Traumhochzeit im ZDF:
Das Pfingstwunder

Felix Disselhoff, 13. Mai 2008 um 9.53 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Falscher Sender? Nach Jahren in der Mottenkiste lief die “Traumhochzeit” wieder im Fernsehen. Das abgelegte Format ist mittlerweile im ZDF angekommen.

Linda de Mol: Traumhochzeit im ZDF (Bild Keystone)Eines kann man dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wirklich nicht absprechen: Mut. Mut zu neuen Formaten, Mut zu neuen Zielgruppen, Mut zur Peinlichkeit. Und trotzdem, oder gerade deswegen, floppt ein Projekt nach dem anderen. Bruces Vorher-Nachher-Drama in der ARD wird gnadenlos abgesetzt. Genauso schnell, wie das darauf folgende Kuppelspielchen “Ich weiß, wer gut für Dich ist”.Thommys Musical-Star-Suche im ZDF, als öffentlich-rechtlicher Konter zu “Ich Tarzan, Du Jane” lanciert, liefert fleißig schlechte Quoten.

Und nun ließ die alte Tante ZDF nach acht Jahren das RTL-Kind “Traumhochzeit” wieder auferstehen. Passend zum Pfingstsonntag. Halleluja! Etwas mehr als 2,98 Millionen Zuschauer ab drei Jahren dürfte man sich beim ZDF schon ausgerechnet haben. Geliefert wurde purer Durchschnitt:

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Medienspektakel Spencer Tunick:
Nackt-Kunst im Stadion

Peter Sennhauser, 12. Mai 2008 um 10.20 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

In Wien hat der amerikanische Fotograf Spencer Tunick die Nackte Masse im Fussballstadion inszeniert. Seine Shootings dienen der Kunst - und den Medien für lange Bildstrecken mit viel nackter Haut.

Kunstfotograf Spencer Tunick bietet den Medien Gelegenheit, Nackte im Überfluss zu zeigen. (Bild Keystone / Herbert Pfarrhofer)
Spencer Tunick (Mitte, ganz in schwarz) an der Arbeit mit einem kleinen Teil seiner Modelle (ganz in fleisch), scharf beobachtet von den Pressefotografen (Bild Keystone / Herbert Pfarrhofer).

Kaum ein Print-Medium, das sich nicht auf die Bilder aus dem Wiener Ernst-Happel-Stadion stürzen würde, keine TV-Station, die nicht über das Spektakel berichtete: Massenhaft nackte Menschen im Fussballstadion, die sich von einem Kunstfotografen in allerlei Posen werfen lassen: Spencer Tunicks Nackt-Massenbilder haben den reinen Foto-Aspekt vor langem verloren und sind auch nicht mehr nur künstlerische Performances, sondern Medienspektakel erster Güte. Pressefotografen werden eingeladen und dürfen ihre ganz eigenen Ansichten des Events ablichten - und am Tag danach sind die Zeitungen voller nackter Haut, die man ganz unverfänglich drucken darf, weil es sich ja um Kunst handelt - und Online-Medien schwelgen im Bildstrecken-Wahn.

Unsere findet sich im Fotoblog fokussiert.com…

Vreel:
Videoportal verspricht viel

Felix Disselhoff, 6. Mai 2008 um 16.59 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Ende Februar war es vorbei mit dem Portal Stage6. Seitdem kamen und gingen etliche erfolglose Klone. Diese Woche soll mit Vreel wieder eine Alternative starten – und diesmal soll es länger was zu sehen geben.

VreelDivX-Codec, guter Webplayer, Auflösung bis 720p – mit diesen technischen Trämereien stellte Stage6 den Konkurrenten YouTube und seine pixelig-verwaschenen Brüder in den Schatten. Bei Freunden von IPTV war Stage6 deswegen äußerst beliebt. Angeblich aus Kostengründen, vermutlich aber eher aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen, stellte DivX das Projekt Ende Februar wieder ein. Seitdem bröckeln wieder nur blasse Pixelfilmchen durchs Netz. Mit dieser Durststrecke soll es nun wieder einmal zu Ende gehen:

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IPTV kostenlos:
Fernsehen ohne Schwarm

Felix Disselhoff, 2. Mai 2008 um 15.56 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Zweiter Teil unseres Fernseh-Überlicks: Nach den vielen Reaktionen auf unseren P2P-Post schauen wir uns heute nach kostenlosem IPTV am heimischen Rechner um.

Kostenloses IPTVIPTV kennt und nutzt schon fast jeder: Handyvideos über UMTS, Filmbestellungen über Video-on-Demand oder beim Daddeln mit der Spielekonsole. Die Deutsche TV-Plattform definierte bei der Gründungssitzung ihrer ?Arbeitsgruppe IPTV? im Herbst 2007, das ?so genannte IPTV? als ?eine neue Verbreitungsform auf der Basis des ?Internet Protocol? (IP)?. Doch welche kostenlosen Projekte können mit Onlinevideotheken wie Maxxdome oder Videoload mithalten?

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