Regionalnachrichten:
Kein Spaß bei “Saarland Aktuell”
Saarbrücker Zeitung und Saar TV starten eine eigene Nachrichtensendung – im Fernsehen und im Internet. Noch ist das ganze aber herzlich langweilig.
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Alle 175 Artikel zum Thema Fernsehen auf medienlese.com:
1. “Überwiegend Enttäuschung: Kündigungen nicht vom Tisch”
(medienmoral-nrw.de)
Das “Blog zur Situation bei WAZ, NRZ, WR und WP” berichtet von einer Betriebsversammlung. Interessant dabei die Kommentare, in denen sich offenbar viele Mitarbeiter, ein Grossteil davon anonym, zur Lage äussern: “Die Betriebsversammlung war ENTTÄUSCHEND, bei jeder noch so lächerlich anberaumten Pressekonferenz sind mehr Neuigkeiten zu erfahren.” - “Nun also zeigen die Rendite-Jäger im WAZ-Konzern offen die häßliche Fratze des Kapitalismus.” - “Ich habe bislang geglaubt, als alleinerziehende Mutter mit zwei unterhaltspflichtigen Kindern und 23 Berufsjahren im WAZ-Konzern genug Sozialpunkte gesammelt zu haben, um mir keine Gedanken über einen Rauswurf machen zu müssen…”
2. “Zahlen zur geplanten WAZ-Axt”
(pottblog.de, Jens Matheuszik)
Auch Jens Matheuszik berichtet über die Veranstaltung: “Dem Pottblog liegen einige Informationen vor, wie sie in der Betriebsversammlung anscheinend mitgeteilt worden sind.”
3. “SPD will Zeitungs-Abo von der Steuer absetzen”
(lumma.de, Nico Lumma)
“Ah ja. Das ist ja eine sehr zukunftsweisende Sicht der Dinge. 500 Millionen Euro pro Jahr soll der Spaß kosten, damit die Verlage für ihre Versäumnisse der letzten mindestens 10 Jahre nicht zu sehr vom Markt bestraft werden? Ich glaube ja nachwievor nicht daran, dass das Trägermedium über die Qualität des Journalismus entscheidet, also sehe ich nicht, warum Tageszeitungsabos jetzt von der Steuer abgesetzt werden sollten.”
Gianfranco Salis wurde gewählt – das heisst, es zählte nicht primär die Qualität des Vortrags, sondern, welcher Kandidat am meisten Leute dazu mobilisieren konnte, ihn zu wählen. (Für Salis stimmten unter anderem “Bekannte und Verwandte aus Peru, Singapur und Brasilien”.)
Mit seinem Casting-Video (1:38 Minuten) war dann Salis nicht zufrieden. Die gestellte Aufgabe war, das WM-Freistoss-Tor von Georges Bregy von 1994 (Video) zu kommentieren.
Verständlich, denn Salis sagt das hier:
Was auch gleich der nächste Grund für den Misserfolg der Sendung ist: Kündigte neun TV, die neue Sendermmarke von 9Live, doch an, man sei nun die Heimat für die moderne Frau. Gezielt an der Zielgruppe vorbei. Und ein halbwegs journalistisches Format inmitten von Sirenen, Geldkoffern und Gewinnspielen zu positionieren, war kein Plus für die Glaubwürdigkeit dieser Lebenshilfe am späten Abend.
“Schreinemakers fehlgesteuert”
Aus Protest gegen die Entführung eines Kameramanns durch die Hamas hat die ARD ihr Büro im Gazastreifen geschlossen. Sawah Abu Saif war am Samstag verhaftet worden, er wird von der Hamas beschuldigt, für die Fatah zu arbeiten. Die ARD stellte sich voll hinter ihren Mitarbeiter und wies die Anschuldigungen als haltlos zurück. Studioleiter Richard C. Schneider befürchtet, dass Abu Saif in Gefangenschaft gefoltert werde. Man habe “ernstzunehmende Hinweise darauf”, heißt es. Sein Gesundheitszustand soll kritisch sein. Bis er freigelassen werde und sicher zu seiner Familie zurückgekehrt sei, soll das Büro geschlossen bleiben. Mehr Informationen bei der Netzeitung und in der Erklärung der ARD.
Nur 520.000 Zuschauer im Alter zwischen 14 und 49 Jahren wollten den Pilot der neuen Terrorismus-Terror-Serie sehen, in der zur Abwechslung smarte Splittergruppen die Hauptrollen spielen. Das reichte in der Zielgruppe nur für mäßige 6,5 Prozent Marktanteil. Bei einer eher unbekannten Schauspieler-Crew sind solche Tiefschläge mitunter einkalkuliert. Für ein weit schlimmeres Quoten-Desaster sorgte die brilliant inszenierte und mit Glenn Close hochkarätig besetzte US-Serie “Damages”. So schauten zeitweise nur noch 220.000 Zuschauer ab drei Jahren zu. Das reichte beim Gesamtpublikum nur noch für bittere 0,9 Prozent Marktanteil.
Der einzige wirkliche amerikanische Quotenerfolg der letzten Monate?
Die 19-jährige Tochter eines Polizeireporters wird totgefahren, der beginnt selber mit Ermittlungen – der Spielfilm “Die Abrechnung” heute Abend im ZDF. Zuerst ausgestrahlt wurde die Geschichte um Reporter Robert Kurzeck (Florian Martens) vor zwei Jahren – heute Abend wiederholt das Zweite den Thriller zur besten Sendezeit. So gut es eben geht im Sommerloch bei bestem Wetter: Um 20.15 Uhr. Bei der Erstausstrahlung sahen rund 5 Millionen Zuschauer den Film von Thorsten Näter (Regie) und Peter Zingler (Buch) – ein ordentliches Ergebnis. Auch die Kritiken klingen wohlwollend.
Nur der Pressetext hört sich eher an wie die neueste Story von Tom Winkler, dem Journalisten aus dem “wohl peinlichesten Werbe-Image-Film des Jahres” (Thomas Knüwer):
Huch, was war das denn? Durchgestylte Bilder, Reporter – ”Ich will wissen, ob mehr dahinter steckt” – mitten im Bild, schnelle Schnitte, persönliche Kommentare. Das öffentlich-rechtliche Politikmagazin “Panorama” rückt in einem neuen Format seine Reporter ins Bild: “Thema der Beiträge ist nicht nur – wie sonst – das Rechercheergebnis, sondern auch die Methoden dahinzukommen.” Erstmals ausgestrahlt gestern Abend im Ersten. Das Ergebnis macht richtig Spaß, zum Beispiel, wenn Christoph Lütgert von Politikern abgewimmelt wird. Kurt Beck hat gerade seinen Rücktritt ins Spiel gebracht, die Genossen wollen von Krise nichts wissen, Finanzminister Steinbrück lächelt den Reporter einfach weg. Der schüttelt sich: “Immer diese generöse Tour. Wie ich das hasse!”