Thema: FAZ

 

Alle 8 Artikel zum Thema FAZ auf medienlese.com:

FTD, Welt, FAZ:
Schlachtschiffe in der Zeitenwende

Klaus Jarchow, 10. Oktober 2008 um 13.12 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Was schreiben die ideologischen Leitmedien des Neoliberalismus? Die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten, ist ganz unterschiedlich …

Die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Allgemeine und Die Welt durfte man mit Fug und Recht allesamt als ideologische Schlachtschiffe des Neoliberalismus in Deutschland bezeichnen. Ganz unterschiedlich aber ist die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten.

Wolfgang Münchau ist Associate Editor der Financial Times und gründete Anfang des Jahrtausends die Financial Times Deutschland mit. Er vertraut primär auf das sprichwörtlich kurze Gedächtnis des Publikums. So, wenn er behauptet, dass er als untrügliches Finanzorakel die große Krise immer schon geweissagt habe. Dass er nur ihre Heftigkeit unterschätzt habe:

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Titelseiten:
Steinmeier, Beck, Müntefering

Ole Reißmann, 8. September 2008 um 9.05 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Schwierige Entscheidung am Kiosk: Am ersten Tag nach den Personalentscheidungen in der SPD machen Zeitungen ganz unterschiedlich auf – allerdings wenig überraschend.

Bei der Frankfurter Allgemeinen geht es, wie zu erwarten, sehr staatsmännisch zu. Der Außenminister wird Kanzlerkandidat, der Parteivorsitzende tritt zurück, so und nicht anders muss die trockene Nachricht lauten:

Steinmeier Kanzlerkandidat – Beck tritt zurück”

Weniger staubtrocken das Aufmacherfoto: Steinmeier in Macher-Pose, nur steht niemand hinter ihm. Kaum zu glauben, dass die FAZ noch vor gut einem Jahr dachte, auf farbvolle Fotos auf der Titelseite verzichten zu können. Bei der Süddeutschen steht Beck unscharf im Abseites, die Schlagzeile heißt:

Beck gibt auf – Müntefering wird wieder SPD-Chef”

Das tönt beinahe schon dramatisch, jedenfalls nicht so überkorrekt wie die Frankfurter Kollegen. Der Hoffnungsträger der SPD schaut müde, abgekämpft und düster, sein Gesicht aschfahl. Wer heute die SZ in die Hand nimmt, möchte den Genossen warme Decken umlegen und ihnen einen Tee reichen.

Münte is Beck”

So kalauert man bei der taz in Berlin – garniert mit einem Scherenschnitt Münteferings am Mobiltelefon. Seht her, der Mann im Hintergrund zieht die Strippen. Nichtmal auf dem Treffen gestern dabei, doch Mann der Stunde. Nur wem simst der designierte Parteivorsitzende?

Blogger aufgepasst:
“Lassen sie seriöse Journalisten in Ruhe”

Ole Reißmann, 12. August 2008 um 13.28 Uhr, 21 Kommentare Kommentare

“Die Welt ist eine Google”, schreiben zwei Journalisten. Der eine vor drei Jahren, der andere erst jetzt. Den Hinweis darauf verbittet sich der “seriöser Journalist” energisch.

Journalisten unter sich: Marco Dettweiler, in der FAZ-Wirtschaftsredaktion zuständig für Computer und Technik, holzt gegen Peter Glaser, der unter anderem für die Stuttgarter Zeitung bloggt. Das ganze gerät zur peinlichen Farce. Dettweiler lässt einen Text für die FAZ mit dem Satz “Die Welt ist eine Google” beginnen. Ein Satz, den Peter Glaser schon länger verwendet und deswegen Dettweiler eine E-Mail schreibt. Ein kleiner Hinweis unter Kollegen. Im Ton freundlich, weder fordernd noch anmaßend. Dettweiler aber nimmt’s nicht sportlich: » weiterlesen

Hallelujah:
Schirrmacher macht uns ein Föjetong

Klaus Jarchow, 23. März 2008 um 10.50 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Behaupten, Beglaubigen und Sinngeben: In unserer losen Serie über Deutschlands Alphajournalisten widmen wir uns heute FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher.

Frank Schirrmacher (Bild [M] Keystone)
Frank Schirrmacher: Methusalem-Komplex? (Bild [M] Keystone)

Schon die Einleitung Frank Schirrmachers zur FAZ-Serie über Kognitionsforschung hat es faustdick hinter den Ohren. Mit Recht hat Malte Dahlgrün im Dummy-Blog, einem immer höchst lesenswerten Patenprojekt von Oliver Gehrs’ Zeitschrift, sofort Laut gegeben . Der Impuls war richtig, nur hat er dabei in meinen Augen noch nicht voll auf die Zwölf getroffen.

Natürlich lässt sich das ebenso nervtötende wie unvermeidliche Geraune und Bedeutungshubern des FAZ-Mannes kritisieren, im Kern aber geht es um etwas anderes: Um die Frage, ob Wissenschaftsjournalismus mit journalistischen Mitteln vom Fortschritt der Wissenschaft berichten soll, oder ob die Wissenschaft die steilen Thesen des journalistischen Feuilletons mit ihrer Autorität bunt drapieren soll. Für letzteres steht Frank Schirrmacher.

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Perlentaucher vs. n-ost:
Unglücklicher Zufall

Ole Reißmann, 11. März 2008 um 15.03 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Der Perlentaucher verliert einen wichtigen Auftrag aus öffentlicher Hand – die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Auftrag für ?Eurotopics? neu ausgeschrieben. Das Rennen macht wohl ein Netzwerk mit engen Banden zum Perlentaucher-Intimfeind FAZ.

Der Perlentaucher bekommt von der Bundeszentrale für politische Bildung über eine halbe Millionen Euro, um gemeinsam mit Courrier International die tägliche internationale Presseschau ?Eurotopics? zu erstellen. Das Portal soll helfen, eine europäischen Öffentlichkeit herzustellen – auf Englisch, Deutsch und Französisch. Im Oktober wurde der Vertrag des Perlentauchers nicht verlängert und der Auftrag neu ausgeschrieben.
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Selbstreferentialität - der dümmste Vorwurf im Web 2.0

Klaus Jarchow, 28. Januar 2008 um 15.05 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Wenn sich Blogger und Journalisten ineinander verbeißen, dann kommt er mit Sicherheit irgendwann: der wechselseitige Vorwurf der ‘Selbstreferentialität’.

Selbstreferentialität
Wir beziehen uns auf uns

Der Schreiber der FAZ mokiert sich dann über ‘den Blogger, der einen anderen Blogger beim Filmen filmt’ - und er vergisst beim Lachen darüber das parallele Phänomen im eigenen Beritt, wo die BILD-Zeitung für den Abdruck von Frank Schirrmachers hessischer FAZ-Wahlhilfe in ihrem Blatt zwei Seiten freiräumt, wo also der eine Journalist dem anderen Journalisten beim Veröffentlichen noch mehr Öffentlichkeit verschafft. Woraufhin die Blogger nach Herzenslust daherpolemisieren und sich wiederum über die Selbstreferentialität des alten Mediensystems lustig machen. Was die getroffenen Journalisten lauthals zetern lässt, weil ihre ‘Selbstreferentialität’ doch angeblich ‘Seriosität’ und ‘öffentliche Verantwortung’ heißt. Manche sagen dazu allerdings auch ‘Kampagne’. Kurzum: Ohne Selbstreferentialität läuft heute nichts mehr - noch nicht einmal auf Journalistenschulen.

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So geht Geist

Ole Reißmann, 24. Januar 2008 um 19.04 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

“Weiß am Zug: Sxf7!?”, titelt heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung und setzt damit alle Konkurrenz am Kiosk matt. Schach auf der ersten Seite, wider aller Marktforschung, wider den allgegenwärtigen Trend zum Boulevard.

FAZ-Titelseite 24.1.2008
Titelseite der FAZ am 24. Janaur 2008 (Bild: FAZ.net)

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Blogger und Journalisten:
Alles nur Zickenterror?

Wolf-Dieter Roth, 18. Januar 2008 um 15.03 Uhr, 26 Kommentare Kommentare

Jeder Artikel von Journalisten über “Web 2.0″ wird inzwischen als Kriegserklärung an dasselbe verstanden. Doch die Blogger sind meist gar nicht gemeint. Leider wissen beide Seiten zuwenig voneinander und pflegen eifrigst Klischees und Vorurteile.

Gestandene Journalisten toben und schimpfen, im Internet stünde nur Müll, und in Blogs sowieso. Gestandene Blogger toben und schimpfen, auf totem Baum stünde nur Müll, und in Online-Portalen sowieso. Schließlich wagt es auch noch ein FAZler, JEHOVA zu rufen, indem er das Wort “Blogjournalismus ” kreiert. Ja Iiiih! “Also mit DENEN wollen WIR doch nichts zu tun haben”. Da sind sich beide schimpfenden Seiten plötzlich einig.

Dabei bloggen Journalisten privat und beruflich. Und Blogger recherchieren. Und eine Blogsoftware wie Wordpress ist auch nichts anderes als ein einfaches CMS (Content Management System), also sind auch technisch die Blogs und die Online-Portale verwandt.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Michael Konken setzte sich schon vor einigen Wochen in einer ansonsten durchaus vernünftigen Rede auch bei seinen Mitgliedern nachhaltig in die Nesseln, als er verkündete:

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