Thema: Fake

 

Alle 6 Artikel zum Thema Fake auf medienlese.com:

Dummy überrascht:
Tom-Kummer-Story gefälscht!

Ronnie Grob, 24. Juli 2008 um 10.50 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Dummy fliegt für eine Reportage nicht bis nach Los Angeles, sondern erfindet sie gleich in Berlin. Das geht, denn es ist ein Text über Tom Kummer.

Gwyneth Paltrow (Bild Keystone)In einem Blogeintrag gesteht der Chefredakteur der Dummy, Oliver Gehrs, eine Story der letzten, von medienlese.com ausführlich getesteten Schweiz-Ausgabe, gefälscht zu haben. Ausgerechnet (Zwink, zwink, zwink, zwink) die Story des bekannten Interviewerfinders Tom Kummer wurde erfunden!

Die Enttäuschung ist gross. Oliver Geyer, der doch von Tom Kummer, so lasen wir das, bei Bruce Willis und bei Gwyneth Paltrow eingeführt wurde, war gar nicht in Los Angeles, sondern zuhause.

Es sieht fast so aus, als wäre ich auf was reingefallen. Einer gefälschten Story aufgesessen. Geschrieben habe ich nämlich im Dummy-Test diesen Absatz darüber. Er wird als “anerkennend” ausgelegt:

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YouTube:
Viraler Hit für 300.000 Euro

Ole Reißmann, 19. Juni 2008 um 7.33 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Unternehmen verpacken Werbebotschaften in lustige Videoclips – aber damit aus einem YouTube-Video ein viraler Hit wird, müssen spezialisierte Agenturen ordentlich nachhelfen.

Täglich werden Zehntausende neue Videos auf YouTube hochgeladen. Mit etwas Geld lässt sich beeinflussen, wie viele Nutzer sich einen Clips ansehen. Ein Service, den Unternehmen für ihre mehr oder weniger lustigen Werbevideos gerne in Anspruch nehmen. Der YouTube-Beauftrage von Sueddeutsche.de, Christian Kortmann, erklärt, wie ein Internet-Video zum Renner wird. Der Inhalt des Clips ist dabei nebensächlich. Kostenpunkt: 30 Cent pro Abruf des Videos, für eine Millionen Abrufe gibt es Rabatt, macht 300.000 Euro. Und das funktioniert so:

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Medienfakes:
Die perfekte Geschichte

Ole Reißmann, 19. Mai 2008 um 21.57 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Gegen Manipulation und Täuschung hilft nur eine gründliche Recherche. Was aber, wenn jemand gegen jede Vernunft handelt und für eine Täuschung sogar sein Leben gibt?

Hitler-Tagebücher: Gerd Heidemann zeigt 1983 die angebliche Sensation (Bild Keystone/Thomas Grimm)Der Artikel “Amok” von David Grann im Schweizer Magazin (unser heutiger Lesetipp bei “6 vor 9″) hat es ganz schön in sich: Ein Autor schreibt ein Buch über einen realen Mordfall – mit beeindruckend-bedrückenden Details. Ein Kommissar liest das Buch und ist danach überzeugt: Die Recherche ist zu gut. Er beginnt zu fahnden, findet Indizien – bis es schließlich zum Prozess kommt.

Granns Text, der zuerst Anfang des Jahres im New Yorker erschien, erinnerte mich sofort an einen Film mit einer ganz ähnlichen Dramatik: “The Life of David Gale” mit Kevin Spacey. Darin landet ein angesehener Professor und Gegner der Todesstrafe im Gefängnis, er soll wegen Vergewaltigung und Mord hingerichtet werden. Die Indizien sprechen gegen ihn – als er einer Journalisten (Kate Winslet) eine ebenso plausible Version der Geschichte erzählt, in der er an dem Verbrechen unschuldig ist.

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Falsche Blogs (flogs)
EU will nur noch Lauterkeit

Peter Sennhauser, 3. November 2007 um 13.36 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Flogs und von Firmen unter falschen Angaben geschriebene Kommentare und Rezensionen im Web sollen rechtswidrig erklärt werden. Die EU verschärft die Direktive gegen unlauteren Wettbewerb.

Immer dann, wenn es um kalte, harte Münze geht, kriegt die Wahrheit ein Gewicht. Im Web 2.0 kann jedermann (fast) alles veröffentlichen, was er will - ob wahr oder unwahr - wo kein Kläger ist, ist kein Gericht. Reputation ist alles im neuen Netz, und namentlich im gigantischen Binnenmarkt USA setzen zwielichtige Händler deshalb unzählige Webshops auf und erteilen sich kreuz und quer hervorragende Noten.

Oder sie bezahlen ein PR-Pärchen, das quer durch die USA trampt, auf den Parkplätzen eines Grossverteilers übernachtet und dabei bloggt, was das Zeug hält, immer wieder die Freundlichkeit Supermarktkette und ihrer Angestellten lobend, bis jemand nachweist, dass die beiden genau dafür bezahlt werden.

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Sprachpflege vom rechten Rand

Ole Reißmann, 9. September 2007 um 12.23 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Eine Splittergruppe bekommt Gegenwind bei Wikipedia, gründet ein eigenes, geschlossenes Wiki und schreibt eine Pressemitteilung. Die nahm Radio Eins, anscheinend ungeprüft, zur Vorlage einer Nachricht.

Weil mehrere Einträge über sprachpflegende Vereinigungen in der deutschen Wikipedia mangels Relevanz auf der Abschussliste stehen und die mitunter kritischen Inhalte den Sprachbewahrern nicht immer genehm sind, stellen die Betroffenen mit sprachpflege.info nun ein eigenes Wiki ins Netz. Schließlich ist es nicht so einfach, “bei der großen Vielfalt an Sprachvereinen und sprachpflegerischen Tätigkeiten den Überblick zu behalten”. In der Tat landet man bei einer Webrecherche schon Mal auf den Seiten von Blick nach rechts oder den antifaschistischen nachrichten.

Altpapier

Unfreiwillige PR für die Sprachpfleger (pixelio.de)

Auf sprachpflege.info möchte man vorsichtshalber ungestört sein. “Zur Gewährleistung guter Arbeit” muss man sich zur Mitarbeit bei der Redaktion bewerben. Die neue Seite startet pünktlich zum “Tag der Deutschen Sprache”, den der “Verein Deutsche Sprache” jährlich feiert. Die Pressemitteilung wurde von Radio Eins (Rundfunk Berlin-Brandenburg) gleich zur Nachricht geadelt und ging am Freitagabend mehrfach über den Sender.

Hinweise zu schicker Sprache finden sich dort entgegen der Ankündigung bei Radio Eins aber nicht. Ob man sich die Mühe gemacht hat, die Seite zu besuchen oder sich den Chefredakteur von sprachpflege.info einmal näher anzusehen?

Wohl kaum, denn dann hätte man nachlesen können, in welch illustren germanophilen Blättchen Thomas Paulwitz publiziert. Die Organe des Preußeninstituts, der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft und der Gesellschaft für freiheitliches Denken sind darunter. Für sein Wirken bekam er 2006 den Gerhard-Löwenthal-Preis der Jungen Freiheit verliehen.

Seit Freitagabend kam auf unsere Anfrage keine Antwort von Radio Eins.

Weblog-Falschmeldung vernichtet Apple-Milliarden

Peter Sennhauser, 17. Mai 2007 um 8.04 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

Falschmeldung auf «Engadget» löst Kurssturz der Apple-Aktie aus

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Es ist nur eine Delle, und der Taucher dauerte eine knappe halbe Stunde: Aber nachdem gestern das amerikanische Gadget-Blog «Engadget» aufgrund eines angeblich per Email aus dem Hause Apple eingetroffenen Tipps Verzögerungen bei der Auslieferung des iPhone ankündigte, stürzte der Kurs der Apple-Aktie binnen Minuten von 107.89 auf 103.42 Dollar, was die Marktkapitalisierung des Computerherstellers um vier Milliarden Dollar reduzierte, wie Michael Arrington von Techcrunch vorrechnet. Nach weniger als einer halben Stunde hatte sich der Kurs erholt. Er schloss dennoch 1.40$ tiefer als zu Marktbeginn.

Engadget hatte berichtet, das iPhone werde erst im Oktober ausgeliefert statt im Juni, und die neue Version des Betriebssystems OSX «Leopard» verzögere sich gar bis in den Januar 2008. Das alles wollte das Gadgetblog einer Email entnommen haben, die aus dem Hause Apple an Tausende von Mitarbeiten verschickt worden sei.

Apple reagierte prompt und unterrichtete Engadget und die andern Mail-Empfänger, dass es sich um eine Falschmeldung handle. Engadget wiederum berichtete daraufhin, es handle sich wohl um einen Scherz, aber die Email sei via einen der Apple-Server verschickt worden.

Das wiederum lässt TechCrunch spekulieren, dass wohl nicht Engagdet, aber Apple mit Klagen von Investoren zu rechnen hat, die aufgrund des Kurssturzes Geld verloren haben.

Soll noch jemand sagen, Blogs spielten keine Rolle…

 
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