Alle 4 Artikel zum Thema Einschaltquoten auf medienlese.com:
Leydendecker wusste schon alles, was Roger Schawinski in seinem Buch schreibt. Dieser plant derweil eine neue, eigene TV-Talkshow mit medienkritischen Inhalten. Zwei Pilotsendungen sollen schon im Kasten sein.
Wir haben ja bereits vermutet, dass es zu Roger Schawinskis Sicht der Dinge, die er in seinem Buch ?Die TV-Falle? darlegt, noch andere Perspektiven geben muss. Ein Teaser bei sueddeutsche.de lässt da aufhorchen:
?Wie der frühere Sat 1-Chef Roger Schawinski versucht, sich als Fels in der Brandung des Seichten darzustellen - und doch den üblichen Trash produzieren ließ.?
Das klingt gut. Was der sehr geschätzte Hans Leyendecker dann aber schreibt, bleibt leider auf dem Niveau eines mittelmäßigen Blogeintrags. Leyendecker selbst wusste offenbar bereits alles, was Schawinski in seinem Buch verrät; was schön und vom großen Rechercheur nicht anders zu erwarten ist, aber doch wohl kein Grund sein kann, ein Buch zu schmähen, das sich keineswegs nur an Insider wendet. Als Beleg für den Teaser kommen bloß zwei magere Beispiele, das kann nicht genügen. Und welche tiefere Erkenntnis darin steckt, dass alle drei schweizerischen Journalisten, die ?in den letzten Jahren im deutschen Journalismus eine Führungsposition? innehatten, Roger mit Vornamen heißen, das müsste Hans Leyendecker auch noch mal erläutern. Nicht bei Schawinski fehlen die neuen Inhalte, sondern in diesem Text von Leyendecker.
Vom ehemaligen Sat.1-Geschäftsführer gibt es unterdessen auch Neues. Wie blick.ch meldet, plant Roger Schawinski offenbar eine neuartige Talkshow, die unter anderem auch medienkritische Inhalte haben könnte.
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Medienpionier Roger Schawinski war bis 2006 Senderchef bei Sat.1 in Berlin. Nun hat er über diese Zeit ein Buch geschrieben: “Die TV-Falle”. Dritter und letzter Teil unserer Besprechung.

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“Die TV-Falle” wird nach anfänglichem Plauderton mit jeder Seite informativer. Schawinski erklärt, dass gute Einschaltquoten nicht automatisch hohe Einnahmen bedeuten, wie, wann, warum und für wieviel Werbespots plaziert werden, und welche Rolle die Mediaagenturen spielen. Wenn er die Gesetze der Programmplanung in acht Punkten erläutert, ist das fast schon ein Lehrbuch. Eines, das auch fiese Tricks wie die “Gegenprogrammierung” beinhaltet: Dabei werden bekanntermaßen starke Sendungen genau dann angesetzt, wenn bei der Konkurrenz etwa eine neue Serie ihren Einstand feiert. Wenn deren erste Folge von wenigen Zuschauern gesehen wird, zieht das in der Regel eine schlechte Quote für die ganze Serie nach sich.
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Medienpionier Roger Schawinski war bis 2006 Senderchef bei Sat.1 in Berlin. Nun hat er über diese Zeit ein Buch geschrieben: “Die TV-Falle”. Zweiter Teil unserer Besprechung.

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Schawinski beginnt sein Buch mit anekdotischen und oft amüsanten Aufwärmrunden:
- Die Entführung des Verliebt-in-Berlin-Stars “David”? Ins Drehbuch hineingeschrieben, weil der Darsteller eine achtwöchige Babypause durchsetzte.
- Die interaktive Sause, die Sat.1 um das Ende der Telenovela machte? Ein Kompromiss, der nötig wurde, weil die Schauspielerin Alexandra Neldel aus persönlichen Animositäten das Drehbuch umschreiben lassen wollte: Sie hätte es bevorzugt, “Rokko” zu heiraten anstelle von “David”.
Die Macht von Serienhelden und Produzenten, sie ist erstaunlich groß, das macht Schawinski deutlich. Dass ein Senderchef oft auch Starbetreuer ist, das hätte man so nicht unbedingt erwartet. Der andere Punkt, der den Laien staunen macht, ist die Ahnungslosigkeit der Verantwortlichen, die Schawinski an vielen Stellen offen zugibt. Alle Macht hat die Marktforschung, so könnte man denken, und bei vielen Projekten redet sie tatsächlich das entscheidende Wort mit. Der Rest aber ist oft genug Ausprobieren.
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Medienpionier Roger Schawinski war bis 2006 Senderchef bei Sat.1 in Berlin. Nun hat er über diese Zeit ein Buch geschrieben: “Die TV-Falle”. Wir haben es gelesen und schreiben darüber. Ausführlich.

An jedem Morgen um 8:08 Uhr kamen erste Zahlen per SMS. Keine zehn Minuten später die Details auf dem Blackberry. Jeder Tag von Roger Schawinski, Senderchef von Sat.1, begann mit der Quote vom Vortag. Und mit der Quote beginnt auch “Die TV-Falle”, sein Buch über die Zeit beim großen deutschen Privatsender.
Die Quote. Um sie dreht sich alles. Sie ist der Sachzwang, unter dessen Einfluss Sendungen verschoben, abgesetzt oder wiederholt werden, und sie ist der Grund dafür, dass mächtige Fernsehmanager vor Schauspielern buckeln und für ein Besänftigungs-Abendessen quer durch Deutschland fliegen.
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