Alle 3 Artikel zum Thema Datenschutz auf medienlese.com:
Die Preisträger des Big-Brother-Awards Schweiz stehen fest. Ein Award wurde für die präventive Verhaftung von Journalisten vergeben – Facts 2.0 ist nicht unter den Gewinnern.
In Bern wurden gestern Abend die Big-Brother-Awards vergeben. Mit dem jährlich vergebenen Preis sollen die “grössten Schnüffelratten der Schweiz aus Privatwirtschaft und Politik” öffentlichkeitswirksam ausgezeichnet werden. Der “Lebenswerk-Award” ging an einen Staatsschutzbeamten der Kantonspolizei Bern für die präventive Verhaftung von zwei Journalisten. Während einer kurzfristig verbotenen Demonstration gegen das Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar wurden Mitarbeiter der Zeitungen WOZ und Le Courrier verhaftet. In der Begründung (PDF) heißt es weiter:
“Die Antwort des eidgenössischen Datenschützers auf die Einsichtsgesuche bestätigt, dass der Inlandgeheimdienst DAP (Dienst für Analyse und Prävention) widerrechtlich politisch aktive Personen und Medien fichiert. Der Verein grundrechte.ch fordert deshalb zusammen mit den Betroffenen ein vollständiges Einsichtsrecht in die Staatsschutz-Akten.”
» weiterlesen: Wer noch gewonnen hat
Datenkraken stoppen, Bürgerrechte stärken, Demokratie schützen: Große Ziele beim Big-Brother-Award Schweiz. Unter den 52 Kandidaten sind das Schweizer Fernsehen und die Redaktion von Facts 2.0.
Die Musikindustrie schnüffelt IP-Nummern, der Lebensmittelkonzern Nestlé spioniert Globalisierungskritiker von Attac aus – und die Redaktion der Internet-Community Facts 2.0 liest angeblich Mails der Mitglieder. Nur drei Kandidaten für den Big-Brother-Award der Schweiz in diesem Jahr, die der Organisation “gemeldet” wurden – und nun öffentlich im Netz angeschwärzt werden.
Der Preis will jährlich die “grössten Schnüffelratten der Schweiz aus Privatwirtschaft und Politik” an den öffentlichen Pranger stellen. Moniert wird fehlender Datenschutz, Eingriffe in die Privatsphäre und Überwachung. Aus den Einsendungen des Publikums wurden 52 Kandidaten aufgestellt und publik gemacht. Unter den Kandidaten des Schweizer Big-Brother-Awards sind auch mehrere Web-Pranger – für Ärzte, Ausländer, Nachbarn. Deshalb wollten wir wissen, wie die Vorschläge aus dem Publikum geprüft wurden, bevor sie an den Web-Pranger gestellt wurden und haben dem Organisationskomitee (OK) ein paar Fragen geschickt – und zwei deutliche Antworten bekommen.
» weiterlesen: Harte Vorwürfe
Erneut fragt Erich Schütz nach, was alles mit seinen persönlichen Daten passiert – und kauft in Vietnam sensible Kundendaten, die niemals dorthin gelangt sein dürften.
Noch viel zu oft denken Journalisten, dass es bei der Ware “Information” vor allem um “News” handeln würde. Um Nachrichten, Börsenkurse, Marktinformationen, politische Entscheidungen. Dabei sind persönliche Daten mindestens so wichtig. Eigentlich schützen nationale Gesetze diese Daten – aber längst sitzen viele Firmen im Ausland (darunter auch viele Netzwerke wie MySpace oder Facebook). Außerdem ist das Thema “Datenschutz” ungefähr so beliebt wie Zahnarzt und Steuererklärung am selben Tag. Die Zuschauergunst fällt dann doch eher Gülcan und Collien in die dreckigen Hände.
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