Thema: Copyright

 

Alle 16 Artikel zum Thema Copyright auf medienlese.com:

Hollywood lässt Kinogänger beobachten

Peter Sennhauser, 21. August 2007 um 7.33 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

snatchWer glaubt, im Kinosaal wenigstens im Dunkeln mit seiner Begleiterin ungestört zu sein, hat nicht mit der Filmindustrie und ihrer Paranoia gerechnet. Diesem Bericht eines amerikanischen Filmkonsumenten nach zu schliessen hat Hollywood endgültig die Relationen verloren und angefangen, Kinogänger am Eröffnungswochenende in den Sälen mit Nachtsichtgeräten beobachten zu lassen, um Bootlegger zu identifizieren.

Der Berichterstatter, Sam, hatte kurz nach Lichterlöschen im Saal eines AMC-Kinos in Georgetown einen dunkel gekleideten Mann neben der Leinwand entdeckt, der das Publikum zu filmen schien.

Als er den Kundendienst des Kinos zur Rede stellte, wurde ihm erklärt, der Beobachter sei von Warner Bros abgesandt worden, um Raubkopien der Premiere des Films “The Invasion” (ironischerweise ein Remake der “Bodysnatchers”) zu verhindern.

Später habe sich eine Sprecherin der Kinokette bei ihm gemeldet, sagte Sam, und betont, der “Sicherheitsbeauftragte” habe das Publikum nicht gefilmt, sondern lediglich mit einem Nachtsichtgerät beobachtet.

Zumindest laufen die Kinogänger also nicht Gefahr, ihrerseits plötzlich in Amateurvideos auf einschlägigen Internetseiten eine Hauptrolle zu spielen. Ob zahlendes Publikum im Kino in Europa beobachtet werden dürfte, ist uns derzeit nicht ganz klar.

Hier ist Sams Bericht zu finden

[via Sennhausers Film Blog ]

20 Minuten bringt zwei Jahre alte Sommerloch-Story nochmals

Ronnie Grob, 24. Juli 2007 um 19.06 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Wie das Weblog der Redaktion von Heute, “Trashcan”, heute aufdeckt, verwertet die Gratiszeitung 20 Minuten einen Artikel von August 2005 diesen Sommer neu. Wir haben dazu zwei Interviews geführt: Eines mit jemandem aus der Heute-Redaktion und eines mit einer in beiden Artikeln zitierten Person.

Das Sommerloch in den Redaktionen, wie sieht es aus? Sitzen nur noch vereinzelt Mitarbeiter da, die lieber ihren Tag in der Badeanstalt verbringen möchten? Sind alle etwas träge und schwitzen vor sich hin? Möchten sie lieber Eis essen als Artikel schreiben? Ja, so ist das wohl. Wenn Sommer ist, möchte man oft lieber alles andere tun, als das, was man tun sollte.

Wenn es nun so heiss ist und einem keine Story in den Sinn kommt: Was liegt dann näher, als einen Ordner aufzuklappen und zu gucken, was man das letzte Jahr geschrieben hat oder das vorletzte? Und dann die gleiche Story etwas ähnlich noch einmal zu bringen?

Wie im Redaktions-Weblog der Schweizer Abend-Gratiszeitung Heute dokumentiert ist, wurde mit einer Geschichte in der heutigen Ausgabe der Schweizer Morgen-Gratiszeitung 20 Minuten genau das gemacht. Die Story nennt sich: “Was in Hotels nicht niet- und nagelfest ist, wird gestohlen” und war in der heutigen Printausgabe zu lesen.

Oben auf dem folgenden Bild sehen wir die Story vom 24.07.2007. Unten die vom 08.08.2005 (die vermutlich in der Printausgabe vom 09.08.2005 zu lesen war):

20 Minuten Hotel
Bild mit freundlicher Genehmigung des Trashcan-Blogs
Anstreichungen: Trashcan-Blog
(für eine grössere Ausgabe: Klick aufs Bild)

Wir haben dazu zwei Interviews geführt:

» weiterlesen

Das Aus für Webradios

Peter Sennhauser, 13. Juli 2007 um 9.07 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Seit gestern ist das Webradio in den USA akut vom Aussterben bedroht: Extreme Tantiemenforderungen der Musikindustrie machen die grösste Plattform für unbekannte Künstler kaputt.

Ein Appellationsgericht für den District of Columbia in den USA hat gestern die Berufung verschiedener Web-Radio-Organisationen sowie des National Public Radio (NPR) gegen extreme Erhöhungen der Sendetantiemen für kommerzielle Musik durch das “Copyright Royalty Board” abgelehnt. Damit würden ab Sonntag die Gebühren für das öffentliche Abspielen von geschützten Musikstücken (wozu das Webcasting auch gehört) um bis zu 1200 Prozent teurer, und das teilweise rückwirkend. Webradios müssten ausserdem 500 Dollar pauschaler Jahresgebühr bezahlen. Die Anpassungen wurden initiiert von SoundExchange, einer Organisation der Musikindustrie.

Nach Ansicht der Webcaster würde das den Untergang zahlreicher kleiner Webcasting-Betriebe bedeuten, die derzeit rund 7 Millionen Zuhörer via Internet meist mit Sparten-Musikprogramme bedienen.

Die grössten Musikdienste wie Yahoo, Pandora und andere, schreibt die Washington Post, könnten sich die Gebühren zwar problemlos leisten. Viele der kleinen Stationen und Hunderte von Hobby-Discjockeyes müssten ihren Laden dichtmachen - oder haben das schon getan.

» weiterlesen

Es gibt noch Tabus

Ronnie Grob, 11. Juni 2007 um 10.38 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

In einer Welt, in der alles offen und nichts mehr verdeckt ist, gibt es einige letzte Tabus. Was Leser der taz wissen dürfen, kann Lesern der Zeit nicht zugemutet werden.

Gleich zu Beginn die Warnung. Wer sich nicht für dunkle Orte und vermeintlich abseitige Themen begeistern kann, fährt wohl am Besten, wenn er nun einfach weiterscrollt. Für alle anderen: Es geht um einen am Samstag in der taz erschienenen Artikel von Baltazar Castor, der sich dem männlichen Anus widmet. Als Einführungstext dazu heisst es:

Ein Text, der in der Zeit nicht erscheinen durfte.

» weiterlesen

Eine Replik an Stefan Niggemeier

Ronnie Grob, 9. Juni 2007 um 11.07 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Der freie Journalist Stefan Niggemeier kreidet in seinem Blog einen Text von Antje Hildebrandt an, der sowohl in der Welt als auch in der Frankfurter Rundschau zu lesen war. Die freie Journalistin hat darauf eine Antwort.

Mehrfachverwertungen von freien Journalisten sind zweischneidig, die Meinungen darüber gehen sogar hier intern auseinander. Peter Sennhauser ist der Meinung, es sei völlig normal, dass freie Journalisten ihre Beiträge an verschiedene Publikationen verkaufen. Eben auch, weil diese sich in ihrem Verbreitungsgebiet nicht überschneiden. Ich dagegen frage mich, ob das heute immer noch gilt, wo alles im Internet publiziert wird und alle alles lesen.

Es gibt Fälle von Zweitverwertungen, bei denen sich alle mehr oder weniger einig sind, dass sie nicht optimal sind. Wiederum muss man sehen, dass viele freie Journalisten bei den Konditionen, die ihre Abnehmer zu zahlen bereit sind, nicht überleben können, wenn sie ihre Arbeit nicht an mehrere Abnehmer verkaufen.

Nun aber zur Replik von Antje Hildebrandt:

» weiterlesen

Disney-Charaktere erklären erlaubte Copyright-Brüche

Peter Sennhauser, 19. Mai 2007 um 1.01 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Mit einem ausschliesslich aus Disney-Filmen zusammengeschnittenen Video erklärt ein Team der Uni Stanford den erlaubten Gebrauch von urheberrechtlich geschütztem Material.

Sie sind nicht immer leicht zu verstehen, die Sätze, welche das Team des Fair-Use-Projects der Uni Stanford aus den Dialogen von insgesamt 27 (!) Disney-Filmen zusammengeschnitten hat - aber sie machen um so mehr Spass. In fünf Kapiteln erklärt das zehnminütige Filmchen, worum es beim Copyright geht (Geld) und unter welchen Umständen man es brechen darf (Fair Use). Als “Vertreter” des Copyrights “agieren” dabei durchwegs die Disney-Bösewichte, während Dumbo, Schneewittchen und die kleine Meerjungfrau mit grossen Augen ständig wiederholen: “Aber… das ist nicht fair!”

» weiterlesen

 
slug blogoscoop